Bäume
Brühlstr Clevertor
An diesem Morgen zog ein kloakiger Geruch aus dem Fluss empor, gerade als ich an dem postmodernistischen Tempelportal vorbeiging, welches vor dem Arbeitsamt steht. Warum weiß niemand. Dies hier ist ein paar Schritte weiter in Richtung der Goethestraße.
Dies ist die Goethestraße in Richtung zum Steintor. Der verdrehte Turm ist von Gehry entworfen. Wer sich die anderen Häuser ausgedacht hat weiß ich nicht. Die Straßenlaternen finde ich sehr schön.
Bäume auswendig lernen
Aus der Aktiengesellschaft heute wieder einen kleinen Stapel Wellpappe mitgebracht, DIN A4, da werden neue Bilder gemalt um die Zeit zu verschwenden denn was sonst wäre damit anzufangen, um einen Kontrapunkt zu setzen. Diese Einlegerpappen werden genutzt, um die kostbare Fracht an Druckerzeugnissen zu schützen, die u.a. ich mit Gebrauchsprosa betexte. Schaue dort auch in die Wertstofftonne ob ich etwa Luftpolsterfolie dort bekommen kann, die ist bei mir auch beliebt.
In der Bahn reden zwei Frauen, die eine war nur Anfangs zu hören:
„Und habt Ihr dann noch über das Thema Hobbies gesprochen?“
„Ja. Er macht jetzt einen Jagdschein“
„…“
„Ja weiß auch nicht was er im Moment hat“.
„…“
„Ja ich hab‘ mich auch gefragt ob er weiß was er da alles machen muss“
„…“
„Ja Bäume auswendig lernen und sowas“
Die Bahn verpasst und eine Station zu Fuß
gegangen heute am Abend. An der Stockholmer Allee, kurz vor dem Aufgang zu den Hochbahnsteigen, lief dann noch ein Hase, aber ich glaube sogar ein Fuchs, über die Schienen, schnell. Es war nicht so gut zu erkennen welche Art von Tier.
Bei der Endhaltestelle eine tolle, weiche Wiese, in der die Schuhe versinken, die vom Winter, Wind und Regen ganz wellig geworden ist.
Auch die Amsel. Aber die darf ich nicht ein drittes Mal zeigen. Gestern bin ich auch bereits aufgefallen, als ich dort stand und aufnahm.
Heute sitzt die Amsel im noch Blätterlosen
(Sie singt so schön, in den zwei oder drei Minuten, bevor die Bahn dann losfährt).
in monochromem grau
die grauen wolken ziehen ebg über die himmel unverdrossen singt die amsel ein erstes frühlingslied an der station dort wo gleich das feld anfängt. zum abend eine weitere fotografie aus der fahrende bahn in die dämmerung. geistzeweige. mani9ulation der zeit. der film mit dem abgelaufenen mhd der uns auf der winterreise begleitet hat ist entwickelt. die fotos wurden allesamt in den frühen achtziger jahren aufgenommen als die farben noch nicht so gr3llxwaeen. die ersten drei in monochromem grau sind verloren. verräterisch nur die werbung für die telelomfirmen auf den linienbussen am hauptbahnhof. vielleicht gelingt es mir später hier ein paar dieser aufnahmen zu zeigen. dagegen alle schattierungen am bewegten himmel und der sturm, der nur langsam nachlässt.
Aufgescheucht geht's dann in den neuen grauen Tag, fast noch das Gefieder der Nacht in Gedanken.
An der Feldbuschwende fängt es eigentlich an mit der Steppe am Stadtrand, durch die ich am Morgen des 29. fuhr, ich dachte , ich könnte jetzt noch stundenlang durch dieses Messeparkplatz/Industriegebiets-Ödland fahren,
während die Füße ein wenig kalt sind, weil ich schon Sneakers anhatte, fahren und aus dem Fenster schauen.
[Die Fotos ohne weiter über sie nachzudenken direkt vom Handy-Speicher aus veröffentlichen: (2) Oktober (II)]
Diese Woche (also in der letzten)
[Fragment vom 23.8.2015]
an zwei Tagen in der U-Bahn den groben Entwurf für drei Romane notiert. „Solange wir noch Träume haben“ (das wäre dann der Titel des Meta-Romans, der die Adoleszenz der Autorenfigur aufarbeitet, wie es allgemein beliebt ist, Drogengebrauch, Nachtleben, gescheitertes Studium usw. usf.) – endet damit, dass die Autorenfigur erkennt, dass sie nie einen langen Text zum bitteren Ende bringen wird und dazu verdammt ist, auf ewig für den Content-Broker zu schreiben / im Callcenter zu arbeiten. Die langen Texte sind jedenfalls und also gewissermaßen fertig und müssten nur noch geschrieben werden. Aber: es könnte tatsächlich etwas daraus werden. Es sind gute Ideen dabei und schöne Bilder und all sowas, es sind gleich drei Sachen, die eine schon in Kurzform angefangen, die andere seit langem immer vor dem Einschlafen im Kopf und neulich den tatsächlich machbar interessanten Konflikt gefunden, was ganz einfach war und nur ungefähr fünf Sekunden vor dem Einschlafen gebraucht hat. Abgesehen von dem halben Jahr, in dem ich dachte, ich komme nie auf sowas. Folgerichtig dann auch heute in der Nacht (also vor ein paar Tagen) einen Traum gehabt, in welchem ein sehr dicker, sehr böser Mensch sich meines Körpers bemächtigte, indem er dann in meinem Körper (insbesondere: Kopf) drin war und ich merkte, wie ich so anfing wie er zu denken und die Menschen töten wollte. Sein bunter Anzug lag auf dem Boden, denn seinen eigenen Körper gab es nicht mehr. Ich aber wusste, dass es einen Weg gab, mich dieser lästigen Vereinnahme zu entledigen, denn ich müsste nur aufhören damit, an das Töten zu denken, dann würde er ganz von selbst wieder verschwinden. Folgerichtig deshalb, weil es jedenfalls in dem einen Langtext um Träume geht, u.a., und dieser sehr fiese Traum doch dazu geeignet sein (könnte), hier zu Dauerwurst verarbeitet zu werden.
Ein Streichholz angezündet, weil ich den Geruch so gerne hab.
~
Renn mit dem Regenschirm aufgespannt die Straße
das wipfeln Dir die Palmen aus der Ferne herüber
die Tram erklimmt mit rotierenden Spulen den
Berg dennoch im Sommerwind und Du und das
Meer und die zur Tarnung als Krähen ins Land
gehenden Advokaten, der stürmische Abend, das
Tor zur neuen Welt ist weit offen.
Dies ist eine Fotografie des ganzen Himmels für Dich.
































