In den Tümpeln

Über Bienenstich nachgedacht, weil der Kollege M. gestern welchen in die Teeküche gestellt hat. Der Kuchen hat mir Angst gemacht, weil Worte einen großen Zauber auf mich ausgeübt haben, in der Kindheit (sie tun es ja heute noch) und ich den sehr leckeren Kuchen mit dem Honig und den Mandeln und dem Pudding, den es, so erinnere ich es jedenfalls, bei der Großmutter oft gab nicht mit dem dazu in absolutem Gegensatz stehenden Schmerz in Verbindung bringen konnte, den ein Bienenstich wohl hervorrufen würde. Tatsächlich bin ich erst Jahre später einmal von einer Biene gestochen worden, was so unbedeutend war, dass ich mich nicht mehr an Ort und Zeit erinnern kann, aber daran, wie ich mich vor dem Wort gefürchtet habe, dass immer wieder als ein Name für Kuchen zu mir kam. Ich würde gerne einmal die Oma fragen, ob ich mich vielleicht auch geweigert habe, den Kuchen zu Essen, aber das geht leider nur noch im Traum und ich bezweifle, bei den wenigen Gelegenheiten, zu denen wir uns sehen, daran zu denken. Vielleicht das jemand anders etwas weiß. Am Sonntag einmal nachfragen.

Verschiedene Schilfgräser in der letzen Zeit gesehen, es mag vielleicht auch schon zwei Wochen her sein. Zunächst sind mir, als ich morgens aus dem Busfenster blickte, die Schilfgräser vor einem eingeschössigen, orange angestrichenen Haus aufgefallen, exotische Grassorten mit sehr hohen Halmen, die so manchen, mich allerdings nicht, überragen dürften. Die Blütenstände trugen ein feines, weißes Grau. Am selben Morgen, nur ein paar hundert Meter weiter dann das Schilfgras, welches in der Bäckerei an der Station „Vier Grenzen“ als Sichtschutz, am Rücken der Sitzbänke, in kleinen Beeten steht. Solche Reetgräser standen an den Tümpeln in dem Neubaugebiet, allesamt vollgelaufene Baugruben, in dem ich einen Großteil meiner Kindheit verbrachte. Einen kleineren Teil davon auf Flößen oder leeren Öltanks auf den Tümpeln und einen noch kleineren Teil zumeist unfreiwillig sogar in den Tümpeln. Das Reetgras in der Bäckerei jedenfalls hatte die Blüten in dieser dunkelbraunen Farbe, ich fand besonders die fellige Beschaffenheit dieser Blüten immer sehr schön. Wenn man einen der Halme abbrach, was wir eigentlich nicht machen sollten, da die Gräser wohl unter Naturschutz standen, konnte man den Halm herumtragen und über die fellige Blüte streichen. Naturschutz hin oder her, es wurden letztendlich doch Häuser gebaut auf den Tümpeln. In der Bäckerei habe ich keinen der Halme abgebrochen und mitgenommen. Dann, am Tag, als die Verkehrsbetriebe gestreikt haben, bin ich einmal mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Auf dem Rückweg Rückenwind und die Gräser am Kanal, hier ungefähr Höhe Hinrichsring.

###

###

Der Weg mit dem Fahrrad zum Firmensitz in der Enflugschneise jedenfalls, dazu später vielleicht mehr. Ich hatte eigentlich vor, K. diese Strecke zu beschreiben, vielleicht kann ich dann einen Teil des Briefs auch hier einstellen.

So ist es jetzt wieder wie immer mit dem Schreiben, es muss nur einen Anfang geben, dazu ist der geringste Anlass gerade ausreichend und dann kommen die Worte aus den Fingern gefallen, als wenn es kein Morgen gäbe, was immerhin möglich ist.

und nun geh ich fernsehn..

[Birken / etc.]

Dieser Tag jedenfalls war so grau, wie es nur im Januar passieren kann und der Nebel hängte sich zwischen alle Nähte, die wir am Leibe trugen. Morgen wird dann das Lager durchgezählt.

Abends aber, wenn überhaupt um 4 Uhr von Abend gesprochen werden kann, der Busfahrer sah auch etwas kritisch aus, als ich ihm, meine wohl durch das Sichtfenster sowieso nicht lesbare Fahrkarte vorzeigend, einen Guten Abend wünschte um 4 am Nachmittag. Seisdrum: In der Dämmerung am Morgen in der Einflugschneise angekommen und im Hellen abends wieder weggefahren und nur eine Stunde früher gegangen.

Der Traum geht mir nicht aus dem Kopf, ich lasse einige unwichtige und wiederkehrendem, dafür aber um so privatere, Details weg. Ich war in London und wir besichtigten einen Mauerpark in dem Sinne, dass hier die verschiedensten Arten, eine Mauer zu bauen, vorgestellt wurden. Diese Sehenswürdigkeit war auch in einem Stadtplan eingezeichnet, den wir dabei hatten. Die Mauern umschlossen tatsächlich nichts, sie standen in Mitten des Parkgrüns alleine um ihrer Selbst willen, und der Park um die Steine herum war auch sehr schön. Alles erinnerte ein wenig an eine Ruinenlandschaft, vereinzelt gab es Gebäude. Efeu wurde großzügig eingesetzt und andere Rankgewächse etc., goldene Kuppeln auf den kleinen Türmen, die das verschwenderische Licht einer Sonne reflektierten, die kurz vor ihrem Untergang stand. Im Traum erinnerte ich mich, oder ich reime es mir jetzt so zusammen, an Die unsichtbaren Städte, die ich in Gedanken, einem Wink des Schicksals folgend, während unseres letzten Aufenthalts in Barcelona erkundete und welche sich unerwarteterweise wundervoll in die eigene Projektion und Rekonstruktion einfügten, als sei es immer schon so gedacht gewesen (dazu die Bilder von Giorgio Chirico, die wir in einem Museum ansahen, an einem Regentag). Ich wollte natürlich Fotos machen, aber sowohl der Fotoapparat im Telefon wie auch die Kleinbildfilmkamera funktionierten nicht, was vermutlich daran liegen mag, dass man in Träumen keine Photografien anfertigen kann.

 

Der Schwindel

Der Schwindel, wenn man, mit der Kaffeetasse in der Hand, die Treppe im Firmen-Foyer hochgeht.

20171011_081128

Der Schwindel an der Bahnsteigkante, wenn die U-Bahn einfährt.

Der Schwindel: Vor dem Pissoir stehend, die Wand anstarrend.

Der Schwindel beim Betreten des Druckerraums, wenn einem die Ozonwolke begierig entgegenschlägt.

20171011_081130

Der große Rock’n’Roll Schwindel.

Der Schwindel in der Einflugschneise.

Der Schwindel, wenn man einmal in der Woche nicht auf den Weg schauen möchte, auf dem Weg zur Bushaltestelle, nach Feierabend, und statt dessen in den Himmel.

20171011_081132

Der schöne Schwindel in der Bibliothek, wenn man ein Buch aus dem untersten Regalfach genommen hat, und dann wieder aufsteht.

Die Geschwindigkeit von Schall

Heute in der Nacht, als ich das zu Schreibende soweit vorangebracht hatte, dass ich zufrieden war, obwohl ich nicht im Geringsten weiß, ob es so funktionieren kann, da hatte ich noch einen anderen Text auf den Fingerspitzen. Der jedoch ist nun verschwunden, weil ich ihn nicht gleich in einen Artikelentwurf hineinschrieb. Aber das macht nichts. (8. Juli)

~~~

Luftröhre, Sonne, Knollenblätterpilz,
Glaube Liebe Hoffnung,
fünf gefaltete Adressaufkleber und eine Meerschaumpfeife:
1 Fach, in welchem 2 finger­lange Engel hausen.

~~~

Immerzu wollen Verbindungen herstellen, dabei können auch Dinge einfach so beeinander stehen und müssen nicht das Geringste miteinander zu tun.

~~~

Was es für Bilder sind, die einen in den frühen Schlaf begleiten, wenn im Fernsehen noch eine Sendung über z.B. Supernovae läuft.

~~~

Das Bild habe ich mit Textmarker und Edding auf den Umschlag gemalt, in dem der Steuerbescheid für das Jahr 2016 mich kürzlich erreichte. Es ist für den Preis von 519,- € zu erwerben (Rahmen von Rossmann inkl.)

~~~

In einem weiteren Traum, letzte Nacht, folgende vertrackte Raumsituation: Wir waren umgezogen in eine neue Wohnung und ich ging, nachdem wir bereits eingezogen waren, zum ersten mal in den Keller. Der stellte sich als sehr geräumig heraus und aus einem großen Giebelfenster hatte man einen schönen Blick auf den Maschsee. Das erklärte sich daraus, dass das Haus kompliziert an den Hang gebaut war. Jedenfalls war hier alles sehr wohnlich, vor dem Fenster befand sich ein Bett und es stand auch ein Bücherregal an einer Wand, welches diverse großformatige Fantasy-Chicken enthielt. Das alles waren Dinge, die wir vom Vormieter überlassen bekommen hatten. Leider stellte sich heraus, das in einem über Eck mit dem anderen Raum verbundenen Teil des Kellers statt einer Wand ein Absperrband zu finden war, welches den Keller von einem benachbarten Markt abtrennte. Zuerst war nur ein Angestellter dort, der etwas verwundert war, mich zu sehen und dem ich noch erklären konnte, dass wir jetzt die Wohnung inkl. Keller gemietet hätten. Der Vormieter hatte nämlich diesen Teil des Raums dem Markt überlassen, der ihn als Verkaufsfläche oder Lagerraum nutzte. Jedoch gehörten auch alle sich hier in den Regalen befindlichen Bücher desselben Formats wie in unserem Regal nun uns, dessen war ich mir sehr sicher. Ich weiß, dass ich auch hier wieder mehrere der Titel las, aber ich kann mich nach dem Erwachen wiederum an keinen einzigen erinnern.

Ich überlegte noch, wie ich es anstellen könnte, diese unschöne Situation mit der offenen Wand bspw. mit Rigips-Platten zu beheben. Der Markt hatte aber inzwischen geöffnet und bald kamen die Kunden auch in unseren Teil des Raums gestapft, so dass ich meine liebe Not hatte, ihnen begreiflich zu machen, dass dieser Teil ab sofort nicht mehr zu dem Laden gehörte. Zum Schluss schrie ich einige an, sie sollten jetzt hier verschwinden, kam dann aber auf die Idee, schnell ein paar Schilder aufzuhängen, die ich z.B. mit einem dicken Filzstift schreiben wollte — ab sofort gesperrt, Privat, bitte nicht betreten usw. – es fand sich aber auf die Schnelle weder der passende Stift und statt Papier lag auch nur ein Stapel alter Tageszeitungen in einer Ecke auf dem Boden, auf denen ich diese Hinweise wohl nicht glaubwürdig würde notieren können.

Aber der Ausblick auf den See war wirklich sehr schön. (23. Juli)

~~~

Mit dem Finger so Linien nachzeichnen wie bei ganz nebenbei angefertigten Telefonkritzeleien.

~~~

In dieser Nacht gab es glaube ich auch ein Gewitter. Mir kommt das widersinnige an dem Wort „Blitzlichtgewitter“ in den Sinn, denn warum sollte an einem Gewitter betont werden, dass es blitzt? Es ist wohl vielmehr ein Wort, in dem das Phänomens der Blitze deshalb betont wird, um zu behaupten, dass es sich, trotz des fehlenden Donners, doch um ein Gewitter handele.

Ich zähle, 21 — 22 — 23 –, wie weit entfernt der jeweilige Blitz niederging, während ich inmitten des Spektakels liege. Die Mutter hatte mir einmal erzählt, dass jede Sekunde einen Kilometer Entfernung vom Blitz bedeuten würde. Der Schall hat aber ja eine Geschwindigkeit von ungefähr 340 m/s, was bedeutet, dass der Kilometer mit drei Sekunden gezählt werden müsste. Auch daran habe ich gedacht.

Die Schallgeschwindigkeit in trockener Luft von 20 °C beträgt 343,2 m/s (1236 km/h).

Der merkwürdige Gegensatz zwischen dem so plötzlich sich ereignenden Blitz und dem dann später, also je nachdem, aufgrollenden Donner, bei dem ich bestimmt hören konnte, wie er sich von einem Horizont zum anderen ausbreitet und dabei nach allen Seiten ausdehnt, sich gleichzeitig aber verändert und dann, zum Schluss, fast unmerklich langsam wieder verschwindet.

 

 

 

~~~

Heute am Morgen, auf dem Weg zur Bahn, rollt mir am Hochbahnsteig ein Mann im Rollstuhl entgegen, der offenbar aufgrund seiner Körperfülle nicht laufen kann. Er spricht mich an, Entschuldigung, wissen Sie ob hier ein Optiker in der Nähe ist? Ich habe nur eine Vage Ahnung, deute in eine Richtung und sage ihm das so. Seine Brille ist aus hellbraunem Glas. In der Bahn einer mit einem ROllator, am Hauptbahnhof auf dem Bahnsteig, wo ich zehn Minuten warten muss, weil ich wieder viel zu früh dran bin, steht einer mit einem sehr großen Elektroscooter in dunklem Rot. Alles kann ein Zeichen sein, etwas bedeuten.

~~~

Gerade, beim fertigstellen der Blitz-Illustration im Grafikprogramm, starkes Déja-Vu über mehrere Sekunden. 21 — 22 — 23 —

~~~

Geburtstagseinladung von T. via WhatsApp-Gruppe / Bei Doctor Who tatsächlich in dem Augenblick weggenickt, als gerade alle aus vollen Rohren auf den Dalek schießen / Nach dem Termin geschaut, wie weit es mit dem Fahrrad wäre und wie man gut dahin kommen würde. Es wären 15 Kilometer, einen guten Teil der Strecke (bis kurz nach der Noltemeyerbrücke) könnte ich am Kanal langfahren.

Ggn. Morgen

wieder einmal einer dieser Träume, in denen der Weg voller Hindernisse ist. Dieser war aber eine neue Version und, wenn ich so sagen kann, vergleichsweise harmlos (keine Abgründe, keine hohen Mauern, keine schwankenden Treppenhäuser aus morschen Hölzern). In der Straße, in der ich wohnte, war ein Umzug und die Leute, die dort einzogen, im Haus gegenüber vielleicht, hatten die ganze Straße, also die Fahrbahn, den Fußweg, alles, mit Möbeln vollgestellt und mit Wäschekörben voller Dinge, die sehr bunt waren und aus Plastik. Ich musste allerdings dringend dort hindurch. Letztenendes begann ich, die Hindernisse eigenmächtig aus dem Weg zu räumen und es war auch egal, ob das grob zur Seite geschobene Objekt dabei Schaden nahm. Es stand wirklich die ganze Straße voll mit dem verteilten Gerümpel der neuen Nachbarn, die irgendwo rumstanden, nichts taten und Zigaretten rauchten.

Vielleicht kam das Bild von A.’s E-Mail, die ich gestern Abend noch im Bett las, in welcher sie einen anstehenden Umzug ankündigt inkl. einer kurzen Auflistung der umzuziehenden Gegenstände.

~~~

Ich weiß nicht, ob ich Kunst als die Kehrseite der Dinge bezeichnen würde, genaugenommen weiß ich auch nicht, ob der Text, den ich gerade las, dies tut. Ich weiß auch nicht, wer genau dieses uns sein soll, von dem dort geschrieben wird. Ich gehöre offenbar nicht dazu, oder jedenfalls nur Teile von mir. Das Lesen hatte aber zwei Effekte: Zum einen höre ich jetzt gerade die OK Computer, was ich schon vorhabe, seitdem ich diese Notiz von Swen kürzlich im RSS gesehen habe. Zum anderen hat es mich, da dort auch von Träumen geschrieben wird, an den Traum mit dem bunten Plastik erinnert und so also direkt zu diesem Text geführt. Für mich hat Kunst aber viel mit Zwecklosigkeit zu tun, mit der Freiheit, etwas zu machen (auch das „Machen“ ist dabei vielleicht wichtiger als das Ergebnis), ohne dass es einen Nutzen haben muss.

~~~

Hätten Radiohead nicht ihr Album vor 20 Jahren so betitelt, vielleicht würden wir dann OK Computer sagen statt Hey Siri? Ich jedoch nicht, weil ich nicht mit Maschinen spreche. Vielleicht schreie ich sie mal an oder trete mit dem Fuß dagegen, z.B. gegen den Briefmarkenautomaten, der auch nach dem zehnten Versuch keine Eurostücke annimmt. Ich gehöre also auch nicht zu diesem Wir, von dem ich hier schreibe.

~~~

~~~

Heute beim Laufen eine Runde mehr als sonst üblich.

Der Bär

Der Traum mit dem Bären, da saß ich glaube ich im Bus und an der Straßenkreuzung Kopernikus / Weidendamm saß oder stand ein brauner Bär auf dem Bürgersteig. Ich fragte mich, ob das denn wohl bei der Stadt bekannt wäre, dass hier jetzt Bären frei herumlaufen, da sah ich erst, dass der Bär angeleint war und es jemanden gab, der ihn hielt. Da tat der Bär mir leid.

In dem anderen Traum war es jedenfalls so, dass ich mit N. in Paris studierte. Die Universität in Paris ist bekanntermaßen ein sehr langes Gebäude, welches unterirdisch über mehrere hintereinanderliegende Métrostationen erreicht werden kann. Wenn ein Seminar sehr weit von dem anderen entfernt ist, nimmt man in der Pause die Métro, die also parallel unterhalb des Gebäudes verläuft. Ich war jetzt aber schon an der falschen Ecke und musste dringend zu der Veranstaltung, da entschloss ich mich, weil ich der Meinung war, es würde dann schneller gehen, zu Fuß zu laufen. N. hatte mit dem weiteren Verlauf nichts weiter zu tun, es war nur zu Anfang wohl so, dass klar war, dass sie auch hier studierte. Der Weg führte zunächst an einer recht viel befahrenen, wohl dreispurigen Straße entlang. Hier stand auch ein Haus mit einer großen Wandbemalung vom Erdgeschoss bis hinauf zum Giebel, ich meine, das Bild zeigte ein Portrait in einer an Comics erinnernden Ausführung. Am unteren Ende der Wand befand sich allerdings eine Klappe, oder es standen schwarze Müllcontainer davor, die großen mit den Rollen, und die Klappe war an diesen Containern. Darauf waren jedenfalls Gedichte geschrieben, die auf meinen Twitternamen verwiesen auf irgendeine Art, das Pseudonym war entweder in der Überschrift enthalten oder in einer Widmung oder ähnlichem.

Natürlich waren diese Gedichte Text und ich konnte sie auch lesen, aber ebenso natürlich, das ist leider immer so, konnte ich mich nach dem Erwachen nicht mehr an den Inhalt erinnern, nur an das Detail mit dem Twitter-Namen.

Ich lief dann ein Stück weiter und verlies die große Straße, indem ich nach rechts in eine viel kleinere Nebenstraße, die sich schräg von der Hauptstraße entfernte, einbog. Mir war klar, dass ich dadurch das eigentliche Ziel, nämlich rechtzeitig (oder überhaupt) zu der Vorlesung zu gelangen, aus den Augen verlor, aber ich musste jetzt diesen Weg gehen, das war genauso klar. Es war ein wenig düster hier, die Häuser waren dunkelbraun gestrichen und aus gelben Butzenfenstern drang dunkles, gelbes Licht. Busch und Baum überragten Mauern und hingen in die Straße herein. Ich ging dann in einen Friseursalon, um mir die Haare schneiden zu lassen, als ich aber auf dem Stuhl saß, überkamen mich Zweifel, ob meine Französischkenntnisse ausreichen würden, um hier zu einem für mich guten Ergebnis zu kommen, so verließ ich den Laden wieder. Wir gingen weiter durch Montmartre, denn natürlich war es dieser Stadtteil und wie zur Bestätigung ergab sich eine kleine Treppe in einer Seitengasse der kopfsteingepflasterten Straße. B. war inzwischen auch mit dabei, der eigentliche Zweck des Gehens vollkommen vergessen. Wir wunderten uns, dass überhaupt keine Touristen unterwegs waren, ich war aber auch erstaunt, denn im großen und ganzen erinnerte mich das alles eher an eine Kleinstadt im Harz. Am Ende der Straße sah ich die Flügel einer Windmühle, dass musste dann wohl das ‚Le Moulin Rouge‘ sein, dort jedenfalls würde es ja von Touristen nur so wimmeln, dachte ich.

[Aufgew.]

~~~

Übernächtigt heute in die Zone 2 gefahren. Am Stadtrand erschien mir alles provisorisch. Ich erinnere mich, dass ich mich fragte, warum an dieser Stelle die Buslinie 124 endet. Gegenüber hat jemand einen Düsenjäger an einer im Boden steckenden Stange befestigt. Lauert hier endlich eine weitere Depandance des Instituts für Angewandten Surrealismus? Ganz in der Nähe auch wo die Panzerknacker wohnen. Dann zwar mit Bus und Bahn zurück gefahren.

Am Nachmittag dann von 13 Uhr bis wohl 13:45 Uhr, also ungefähr, geschlafen.

Gleich kopfüber

Wie bereits gestern trinke ich den Rest des Kaffees aus, der übrig ist, heute jedoch mache ich nicht den Fehler, die ‚Apollo‘ von Eno / Lanois / Eno zu hören, die ich mir nach dem Hören einer sehr langen Radiosendung spontan beim Onlineauktionshaus kaufte, und darüber die Zeit zu vergessen. Auch werde ich (zunächst) keine Gedicht|e lesen, sondern mich gleich kopfüber. Gestern Rückmeldung von S. zu den eigenen Gedichten, er hat ja mit allem recht was er schreibt.

Gegen Morgen wild geträumt, verschlungene Pfade, mit Ranken fast überwuchert, bemooste Steine, eine ratternde, achterbahnähnliche Bergbahn (die Schienen jedoch ausschließlich auf dem Boden). Dann in einer Art Gartenwirtschaft, jemand stellt Bier auf den Tisch, es ist eine Leinwand aufgebaut, auf der ein apokalyptischer FIlm läuft, in einer Steppe spielt sich eine Szene ab, in der Autowracks o.ä. am Rande einer Straße stehen und diese tw. blockieren. Ein Mensch, der mit mir am Tisch sitzt, stürzt sich in die Leinwand hinein, ist dann in dem Film, wir sehen ihn, wie er beginnt, die Trümmer zur Seite zu schieben. Dann bin ich selber in dem Film und helfe dabei.

Dann laufe ich außen auf einem geländerlosen Balkon im obersten Stockwerk eines Hauses entlang, an einer Ecke befindet sich jedoch eine Sicherung, die sich jedoch als viel zu wackelig herausstellt. Hier geht es nicht weiter. Der Rückweg kann nur durch ein Fenster gehen, welches in ein Zimmer führt, der Bewohner ist da und ich kenne ihn wohl auch, jedenfalls darf ich durch das Fenster hinein. Es laufen drei Fernseher, einer steht auf einem kleinen, runden Tisch, zwie auf dem Boden. Es sind alte Röhrenfernseher, auf denen unterschiedliche Szenen aus einer Kinderserie gezeigt werden, in der es um die Erlebnisse anthropomorpher Lokomotiven geht. Auf dem Boden sind mindestens zwei kleine, voneinander unabhängige Spielzeugeisenbahnen aufgebaut, legobunt, die beständig im Kreis fahren und eine Lichterkette mit bunten Lämpchen verstärkt meinen Eindruck, hier hat sich jemand eine kleine Wunderwelt erschaffen. Ich finde es unangenehm, hier so einzudringen, aber es besteht ja keine andere Möglichkeit.

 

Ein Rudel Löwen

Letzte Nacht gegen Morgen einen dieser wunderbar bunten Träume gehabt, in denen ich mir immer so interessante Landschaften (vielmehr Orte) ausdenke. Dieses mal war in Hamburg in einer Art von Vulkankrater eine Parklandschaft entstanden. Ein Fluss floss hindurch und fast ringsum ragten Klippen empor, an deren Rändern sich Terrassen von neu gebauten, teuren Wohnhäusern befanden. Gartenstühle und Liegen standen also kurz vor dem steilen Hang. Sie waren weiß gestrichen. Ich glaube tatsächlich, das alles war künstlich erbaut worden. Ich sagte zu dem Menschen, der mit mir dort entlangging (ich meine, wir suchten das Auto, mit dem wir gekommen waren), dass wir in Hannover schon seit längerem etwas ähnliches hätten, aber das würde natürlich wieder einmal niemand beachten.

Dann, ich glaube es war aber jetzt woanders, wurde eine Art Versteckspiel gespielt. Wie so oft in Träumen, fing die Sache als Spiel an, es war aber schnell nicht mehr so ganz klar, was passieren würde, würde man entdeckt. Es begann an einem Bahndamm in einer Schrebergartenkolonie o.ä.. Zu Beginn lief ich, so schnell es ging, einen langen Feldweg herunter und versteckte mich dann, allerdings mit ein paar anderen noch, hinter einem Stapel gefällter Bäume, die am Wegesrand lagen. Ich wollte mich jedoch nicht gemeinsam mit anderen Menschen verstecken, weil ich es für ungefährlicher hielt, mich alleine zu bewegen. Ich lief also, jetzt nicht mehr ganz so schnell, rechts in einen weiteren Weg, der zwischen Wiesen entlangführte. Auf einer eingezäunten Weide (das Gatter stand aber weit offen) lag ein Rudel Löwen, ganz nah am Wegesrand. Anstatt mich zu fürchten fand ich es schön, dass mitten in der Stadt solche Tiere lebten und man sie einfach so ansehen konnte. Sie waren auch ganz unaufgeregt und lagen einfach nur so rum. Ein oder zwei Wiesen weiter dann Elefanten, auch hier ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen. Es kann sein, dass es auch noch Affen und Giraffen gab, aber das kann ich mir auch im Halbschlaf noch dazu ausgedacht haben.