architekturwettbewerb »dystopisches bauen«, 1. platz

ein verbogener, rostiger zaun, dahinter steht ein vermutlich unbewohntes haus. der boden ist schlammig. die morgensonne scheint ein wenig durch ein gelbes schild hindurch, auf dem steht

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wir bauen an unserem schönsten dystopia im verlorenen land zwischen müllverbrennung und moor. die punks sind fort und mittlerweile auch der eine hoffnungsvolle bauwagen, der stehen geblieben war. an seiner stelle stapeln sich nun zweistöckig ausrangierte wohncontainer. an einem steht „container 1 2300 c“, an einem anderen „not an entry“. einige paare schuhe sind in den zweigen der bäume hängen geblieben und einige dämonen wohl auch. neue sind hinzugekommen, davon ist auszugehen

Blick über ein Zaun und einige Büsche, Wollgras vielleicht. Diffuses Gegenlicht. Unordentlich übereinandergestapelte Wohncontainer, die aus einer Flüchtlingsunterkunft oder von einer Baustelle stammen und jetzt ausgedient haben, sind hinter dem Zaun zu sehen.

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EIn verbogener, niedergedrückter Zaun aus einer Bewehrungsmatte im Vordergrund. Stachelig anmutendes Gestrüpp. Ausgediente Baucontainer oder Flüchtlingsheimcontainer im Zentrum des Bildes. Im Hintergrund ein Baumwqipfel in der frühen Morgensonne. Frische Frühlingsluft und Vogelzwitschern, ein Rotkehlchen wohlmöglich.

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EIne schlammige Fläche. Fahrspuren von schwerem Gerät, Bagger oder Traktor. Der Boden ist feucht. Am Ende der Schlammfläche stehen verwahrlost wirkende, nicht mehr bewohnte Container, die von rechts von der Morgensonne beschienen werden. Dünne Leitungen einer Hochspannungstrasse am blassblauen Himmel. Rechts und links der Container ragen die Zweige von Bäumen in die frische Luft, noch unbelaubt und feingliedrig.

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kneipengeschichte

als ich (gestern) am morgen unterwegs war zum training rettungswageneinsatz in dem haus, in dem der vater und die oma früher gewohnt haben. die straße ist bei uns um die ecke. wörtlich zu verstehen. große straße. sie haben mindestens zwei mal an großen straßen gewohnt. der rtw steht vor der kneipe, die unten im erdgeschoss sich befindet (»old inn«). erinnere mich, dass vater mir einmal erzählt hat, als wir im auto an dem haus vorbeifuhren, dass dort auch schon eine kneipe drin gewesen ist, als er noch dort gewohnt hat. aber die hieß damals anders. rotierendes blaulicht. es ist kurz nach 9 uhr.

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die flaggen auf halbmast vor der polizeidirektion. gegenüber, in den kleingärten, hängt eine trotzige smiley-fahne fröhlich in der feuchten morgenluft. an einem zaun plakate: »van gogh the immersive experience« und »die größten beweglichen dinosaurier der welt«. which one tastes better?

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am morgen raus aus dem seiteneingang hauptbahnhof hinten an der bahnhofsmission, in einer ecke sind die menschen aufgewacht, die dort geschlafen haben, derweil werden einige meter weiter lieferwagen entladen. bus verpasst und wieder rein in den bahnhof, in zwei presseläden nach der edit fragen, die ich so lange nicht gekauft habe und also auch garnicht mehr weiß ob sie überhaupt noch verkauft wird. ob es sie überhaupt noch gibt. vor dem grand hotel stehen sieben streifenwagen und ein militärjeep, hier hat dann die nato geschlafen oder teile von ihr, wohlmöglich. später in der kantine wird mir ein kollege ein foto von einem sniper auf dem dach gegenüber seiner wohnung zeigen. im bus lese ich eine postkarte von n. aus antwerpen, der mit ein gedicht geschrieben hat. die hatte ich gestern in das buch gelegt, das ich gerade lese. der papiertiger, der ein lesezeichen ist, hat nur noch ein ohr (jetzt keine ohren mehr).

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Gestern verschlungenes Unterwegssein mit verschiedenen Zielen. Sitze in der U-Bahn auf dem Weg von der Friseurin nachhause und lese in meinem Buch, „Herkunft“ von Saša Stanišic. Ein Mann steht auf und sagt, während er auf dem Weg zur Tür ist, „das ist ein sehr guter Autor“. Bin erstaunt, dass jemand etwas sagt, einmal, und kann nur kurz zustimmen, was ihn freut. [23.1.26]

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in dieser woche tatsächlich dazu gekommen, zwei briefe zu schreiben, gegenbewegung. dann das blatt zusammenzufalten, den umschlag zukleben, die adresse darauf schreiben. dann eine briefmarke mit einem clownfisch darauf (80 c), eine briefmarke mit einer rosanen blume (10 c) , eine briefmarke mit einer blauen blume (5 c). gerinnende zeit, langsam auskristallisierend an den rändern, während dieses kurzen vorgangs. das porto ist wieder teurer geworden seit dem letzten brief, so verschenke ich der post nun 3 c mit jedem brief, aber seisdrum, ein anderer weg würde nur zu einer vergrößerung der sammlung von zusatzmarken führen. der eine brief war für k. und lange schon notwendig, das papier mit einem ausdruck dieses beitrags (den geist kannten wir beide einmal) auf der rückseite lag schon mehrere wochen hier bereit und wurde auch nicht besser in der zeit. der andere brief für n. und resultierte aus einer zufälligen begegnung an einem morgen, im bahnhof, er auf dem weg nach antwerpen und in der schlange eines bäckerstandes stehend, ich schnellen schrittes unterwegs, meinen bus zu erreichen. sehr kurze unterhaltung daher nur, während um uns herum die züge angesagt wurden und abgesagt wurden, dass es eine freude war und gegenüber die unermüdlichen zeugen auf seelenrettung aus waren. [13.2.26]

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beim wertstofhof und trainieren gewesen, einkaufen. hatte ja die pappkiste mit den kabeln und netzteilen bereinigt und die kiste ist jetzt altpapier. »skrivbordslampa« war darauf gedruckt. die hatte ich 2009 in stockholm gekauft und sie steht noch auf dem schreibtisch. die letzten sonnenstrahlen liegen auf dem giebel des hauses hinterhof gegenüber. noch stehen tomatenreste mit zwei verwaisten früchten in der ecke nordbalkon. das war der vorletzte tag, soweit. [30.12.25]

Zufallsaufnahmen (1 und was es ist)

eine unscharfe aufnahme. auf einem tisch liegt eine lesebrille, eine butterdose, ein honigglas und ein kleines glas mit schraubdeckel sind zu sehen.

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ein hochkant abgestellter fahrradanhänger. ein schwarzer schuh auf dem gehweg.

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eine schreibtischlampe, von oben aufgenommen. schreibtisch mit diversen utensilien. eine tastatatur, ein abgeschalteter monitor.

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ein schwarzer schuh auf einem gehweg. schatten und sonne.

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(mehr oder weniger) zufällige augenblicke. entstanden nachdem ein foto gemacht wurde und dann das kameraprogramm nicht abgeschaltet worden ist. der augenblick hängt im speicher fest, aber ist nur durch einen screenshot konservierbar. das sind diese bilder. langweiliges zeug. hat vielleicht etwas zu tun mit der videosammlung über das erinnern.