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mittagessen mit n. am anfang der limmer, wackeliger tisch neben der ausgabe, ein radio spielt via internet einen italienischen sender und es ist alles wie an einem beliebigen donnerstagmittag. [16.4.26]
Aus den Briefen – 26 –
Im Hinterhof singt das Rotkehlchen, vorne, auf der Straße, singt der Laubbläser. Später am Morgen eine kurze Besorgungstour, mit dem Pulli durch die noch etwas zu kühle Luft. Zwei Banken und ein Tchibo. Vor dem Tedi an der Vahrenwalder schiebt eine Frau mit einem Hubwagen eine Palette bunter Bälle auf den Gehweg.
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im bahnhof steht einer mit dem rücken zum geländer eines lichtschachts zur einkaufsmeile unter der erde und hält eine rede mit lauter stimme „kann sein ich bin dagegen allergisch ich weiß es nicht ich mag zum beispiel morgens keine wurst dann schenkt dir einer ein salamibrötchen dann stehste doof da„.
grand hotel: auf dem französischen balkon vor seinem zimmer ein mann im weißen bademantel, er schaut auf sein handy. [25. 3., zwischen viertel nach sieben und halb acht]
architekturwettbewerb »dystopisches bauen«, 1. platz
wir bauen an unserem schönsten dystopia im verlorenen land zwischen müllverbrennung und moor. die punks sind fort und mittlerweile auch der eine hoffnungsvolle bauwagen, der stehen geblieben war. an seiner stelle stapeln sich nun zweistöckig ausrangierte wohncontainer. an einem steht „container 1 2300 c“, an einem anderen „not an entry“. einige paare schuhe sind in den zweigen der bäume hängen geblieben und einige dämonen wohl auch. neue sind hinzugekommen, davon ist auszugehen
kneipengeschichte
als ich (gestern) am morgen unterwegs war zum training rettungswageneinsatz in dem haus, in dem der vater und die oma früher gewohnt haben. die straße ist bei uns um die ecke. wörtlich zu verstehen. große straße. sie haben mindestens zwei mal an großen straßen gewohnt. der rtw steht vor der kneipe, die unten im erdgeschoss sich befindet (»old inn«). erinnere mich, dass vater mir einmal erzählt hat, als wir im auto an dem haus vorbeifuhren, dass dort auch schon eine kneipe drin gewesen ist, als er noch dort gewohnt hat. aber die hieß damals anders. rotierendes blaulicht. es ist kurz nach 9 uhr.
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die flaggen auf halbmast vor der polizeidirektion. gegenüber, in den kleingärten, hängt eine trotzige smiley-fahne fröhlich in der feuchten morgenluft. an einem zaun plakate: »van gogh the immersive experience« und »die größten beweglichen dinosaurier der welt«. which one tastes better?
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am morgen raus aus dem seiteneingang hauptbahnhof hinten an der bahnhofsmission, in einer ecke sind die menschen aufgewacht, die dort geschlafen haben, derweil werden einige meter weiter lieferwagen entladen. bus verpasst und wieder rein in den bahnhof, in zwei presseläden nach der edit fragen, die ich so lange nicht gekauft habe und also auch garnicht mehr weiß ob sie überhaupt noch verkauft wird. ob es sie überhaupt noch gibt. vor dem grand hotel stehen sieben streifenwagen und ein militärjeep, hier hat dann die nato geschlafen oder teile von ihr, wohlmöglich. später in der kantine wird mir ein kollege ein foto von einem sniper auf dem dach gegenüber seiner wohnung zeigen. im bus lese ich eine postkarte von n. aus antwerpen, der mit ein gedicht geschrieben hat. die hatte ich gestern in das buch gelegt, das ich gerade lese. der papiertiger, der ein lesezeichen ist, hat nur noch ein ohr (jetzt keine ohren mehr).
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Gestern verschlungenes Unterwegssein mit verschiedenen Zielen. Sitze in der U-Bahn auf dem Weg von der Friseurin nachhause und lese in meinem Buch, „Herkunft“ von Saša Stanišic. Ein Mann steht auf und sagt, während er auf dem Weg zur Tür ist, „das ist ein sehr guter Autor“. Bin erstaunt, dass jemand etwas sagt, einmal, und kann nur kurz zustimmen, was ihn freut. [23.1.26]








