Kurz knistert und glitzert

Die aufgeschnittene Zwiebel (wer wollte sie umständlich häuten?) kann auf dem Brettchen in der Küche liegen, neben einem Stück Zitrone. Im Radio ein schwerer Dub aus Hamburg.

Manchmal Mord und Totschlag in den Träumen, manchmal unbekannte Gegenden in der Stadt, die bunten Häuser an der Hildesheimer bspw., mit dem Fahrrad in die Rabatten beim »Alten Haus Lans«.

Heute spielte der Akkordeonspieler auf dem Wochenmarkt „Que séra“ und letztes Mal „La Vie en rose“. Heute spielte ein Gitarrespieler auf dem Wochenmarkt „Streets of London“.

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Unrasierte Tage, blasser Schimmer. Sprich nicht in Zungen von der Liebe. Wickel stattdessen den Fisch von gestern ein in die Zeitung von morgen. Kurz knistert und glitzert die Stadt auch in Zeiten von Pandemie und Lockdown, in denen nichts passierte, außer die Schiffe den Kanal und die Tomaten im Tetra Pak.

Ein Tatsachenbericht

aus dem Mai des Jahres,
herbeitelegraphiert mit
dem Telefon aus Blech
dose und Bindfaden:

Sternschnuppen, Satelliten,
nur am Abend Katharsis
maschine, Lack und Blumen
draht. Taschen voller Zellstoff,
Murmeln die Knochenaugen
Schwarz auf Weiß ins Ohr.

Sitze am Schreibtisch und
sieh den Fingernägeln beim
Wachsen zu. Entschuldigung
das ich Ihnen auf den Gold
zahn fühlen musste.

Schiffnamen (10)

6.5., abends: Retro

7.5., abends; Fabico-8, Veni (West nach Ost), Credendo Vides III, Credendo Vides II vor sich her schiebend im Verbund, überholt. Der dumpfe Bass des Motors war bereits mehrere hundert Meter zuvor zu hören, fast zu spüren.

18.5. morgens: Mokum, Polestar 2.

In der Stadt hängen Werbeplakate für ein Elektroauto diesen Namens. Das irritiert mich jedes Mal.

Abends: Luise Deymann

22.5. (Bei einem Ausflug auf den Fahrrädern am Vormittag des Pfingstmontags, um noch einmal nach den jungen Schwänen zu sehen): Cherubin, BM 5403 von West nach Ost, Angelus Dëi und Reinmar von Ost nach West.

25.5. abends: Bohemia und Bohemia 2 im Verbund, Mercator.

Schiffnamen (9)

7.4., morgens: Gervais (an der Haltestelle Noltemeyerbrücke).

 
8. 4., abends: Epsilon (überholt), Wima, BM-5237, Silja 2 liegt am Listholze.

 
9.4., Chiara, Charlien (beide morgens, entgegenkommend Ost nach West).

12.4., abends: Alter Ego, Monte Wymper (Am Listholze), Angelus Dei (Flachsmeer).

13.4., morgens: Orania.

26.4., morgens: SCH 2413, mit Containern, u.a. Seaco, Hapag-Lloyd (überholt), Martina und Alina am Listholze. Dettmer Tank 122 Ost nach West.

27.4., abends: Polestar 2 und Gebr. Mnich (Ost nach West)

30.4.: Am Morgen legt gerade die Alina am bekannten Liegeplatz ab. Zuvor gesehen, wie ein Schiff von einem anderen überholt wurde (entgegenkommend, also von Ost nach West), Namen vergessen. Abends: Arcturus (entgegenkommend, West nach Ost).

Schiffnamen (8)

1.3.: morgens wie abends Werra am Listholze.

2.3.: morgens wie abends Werra am Listholze, außerdem am Morgen Dettmer Tank 122 (West nach Ost, überh.), Christoph (entgegenkommend).

5.3., morgens: Amber (Hasselt N.), Belumi 2, Belumi 1 (im Verbund), Heitmann 2 (überh.), Bayerischer Wald. Abends dann Jamaica, Meandro, Alina (liegt am Listholze).

12.3., nachmittags, von Ost nach West (überholt): Stevila (Antwerpen).

17.3., morgens Orion, abends St. Joseph und John (im Verbund, entgegenkommend von West nach Ost).

Alina (liegt am Listholze)

19.3., abends Overwaard, Ostmark (überh.), Mi Amigo, Alina (liegt am Listholze).

Soeben nach der ersten Erwähnung des Schiffnamens Alina gesucht und dabei den ersten Eintrag dazu am 17. Juni 2018 gefunden. Dort den Link zu den Schiffdaten nachgetragen.

26.3.: Polestar 2 (morgens überholt) sowie Jowi und Incentum (von Ost nach West). Abends: Vorwärts, Servitus, Anthrazit (liegt am Listholze), Fürstenwalde.

29.3., abends Sirius (entgegenkommend von West nach Ost).

31.3.: Am Mittag: Triton (entgegenkommend von West nach Ost), Halberstadt und Mordomio überholt.

*»Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark«

In der Nordstadt und Herrenhäuser Gärten unterwegs mit jemandem, den kenne ich sehr lange und der sehr lange nicht mehr dort gewesen ist, wohl seit dem Jahr 2000 ungefähr, wie er sagt. Wie das Herumlaufen und nebensächliche Zeigen den eigenen Blick auf die veränderte Stadt freimacht und wie ich sehe, dass er Einiges so nicht erwartet hätte. Erstaunen über die Möglichkeiten, vielleicht. Hinzukommt, dass wir direkt zu Beginn und gegen Ende auf Menschen treffen, die ich kenne — passiert mir aber sonst eigentlich nie. Jeweils nur ein kurzes Grüßen im vorbeigehen/fahren. Selbst das eine Haus auf dem Sprengel hat einen neuen Anstrich bekommen — auf dem anderen steht weiterhin, was dort schon immer stand*. Dann schieben wir noch die Räder durch einen hässlicheren Teil der Stadt, in Richtung Hauptbahnhof. An der Hamburger Allee trennen sich unsere Wege, ich muss noch die gelbe Weste anziehen und das Licht anbauen, es ist mittlerweile fast dunkel. Als ich losfahren möchte und gleich darauf auf einer sog. Verkehrsinsel gestrandet bin, kreuzt ein Elektro-Lastenrad meinen Weg, einen Sessel transportierend. Ein paar Meter dahinter ein weiteres, mit einem zweiten Sessel. So geht es hier nämlich zu, mittlerweile. Kein einziges Foto gemacht.

Aus den Briefen – 12 – „Für Billy“

Ich habe gerade meine Schrauben sortiert. Vor einem Jahr ungefähr hatte ich Nupsies gekauft, die 6 Wochen lang auf einem Containerschiff aus China hierher geschwommen sind. Weil die neuen Billy-Regalböden ein neues Nupsie-System haben. Die sind jetzt in einer Schachtel wo einmal Ohrstöpsel drin waren und ich habe mit Edding „Für Billy“ drauf geschrieben.