Schiffnamen (5)

1.12.: Dubio

Herbst und Winter

Wie jetzt der Herbst riecht, nach Kohle in der Luft, Platanen stehen am Platz, in Gedanken bei einer Gruselgeschichte, in der ein Walkie-Talkie vorkommt.

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Schnall Dir den falschen Buckel um und dann kannst Du tanzen gehen, noch einmal, aber nur heute und in einem verseuchten Kellerclub. Danach lösch die brennende Spieluhr und leg Dich wieder schlafen, unter dem Efeu, unter dem Mond.

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(Dies ist eine Farbfotografie)

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Das Welke abschneiden von der Tomatenpflanze auf dem Balkon. Von den wenigen Handgriffen geht bereits eine große Ruhe und Gelassenheit aus. Auch die letzten grünen Tomaten, für die die Sonne zu schnell verschwand, abnehmen, eine Bastmatte um den Topf legen, dicke Pappe darunter, das es die Tomatenpflanze durch den Winter schafft, vielleicht. Etwas Laub und Dreck zusammenkehren. (12.11.2020)

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Ein Falter, der langsam an einer 60-Watt-Birne verbrennt, besteht ja auch aus nichts anderem als Hoffnung.

Kohlsuppe

Am Sonntag Kohlsuppe gekocht und dabei lief eine Sendung über die Freiheit im Radio.

Heute noch am Morgen roch das ganze Viertel danach, ich selber fuhr, im Fahrradkorb, noch einen kleinen Topf davon mit zur Arbeit. (19.10.2020)

Auf dem Marktplatz

Auf dem Marktplatz, da bei dem Kiosk- und Toilettenhäuschen, sitzt einer, vom Nieselregen geschützt, und spielt Gitarre. Hallelujah — kein Weihnachtslied. Alle stehen beim Fischstand an. Später in die Nordstadt, auf dem Fahrrad. Vorbei an einer der letzten Fabriken in der Innenstadt, weißer Dampf steigt über einem der Gebäude auf, wie eine improvisierte Wolke, es riecht nach Gummi. Die Straße weiter, um die Ecke, all die Dönerläden, der schöne Niesel, weiterhin.

Ein größeres Wunder als das Internet

Heute froh über das Radio. Die Vorstellung, dass die Magnetfelder ständig da sind, sie sind nur unsichtbar. Ein größeres Wunder als das Internet — auch viel verlässlicher. Traurig über die Mittelwelle, weil es immer weniger Sender gibt, und sie hier nicht mehr wirklich empfangen werden kann — vermute das die einfältigen Nachbarn einen Rechner im Dauerbetrieb haben, der den Empfang stört.

Dies ist ein kleines Stück Geräusch, welches sich mit dem Radio beschäftigt.

Wintersonne

Für die Insel hatte der Wetterdienst in den letzten Jahren immer 16:21 als die Zeit des Sonnenuntergangs angegeben, so die Erinnerung. In Richtung Weststrand laufen, um die Sonne dann über der Nordsee untergehen zu sehen.

Der gedruckte Kalender hingegen gibt für dieses Jahr Sonnenauf- und -untergang mit diesen Daten an:

4.12.: 8:09 / 16:15
5.12.: 8:10 / 16:15
6.12.: 8:11 / 16:15
7.12.: 8:13 / 16:14
8.12.: 8:14 / 16:14
9.12.: 8:15 / 16:14
10.12.: 8:16 / 16:14
11.12.: 8:17 / 16:14
12.12.: 8:18 / 16:14
13.12.: 8:19 / 16:15
14.12.: 8:20 / 16:14
15.12.: 8:20 / 16:14
16.12.: 8:21 / 16:14
17.12.: 8:22 / 16:14
18.12.: 8:23 / 16:15
19.12.: 8:23 / 16:15
20.12.: 8:24 / 16:16
21.12.: 8:24 / 16:16
22.12.: 8:25 / 16:17
23.12.: 8:25 / 16:17
24.12.: 8:26 / 16:18
 

Merkwürdig die Daten für den 12.-14.12., (16:14/16:15/16:14), da ist wohl eine Delle in der Zeit.

Die Sonne geht — mehr oder weniger — zur selben Zeit unter, aber jeweils etwas später auf. Bis zum 21.12. Für welchen Ort aber gelten diese Angaben? Der Wetterdienst gibt für heute diese Daten für die Insel an: 8:46 / 16:12 und für Hannover 8:29 / 16:09 — (Böen 46 km/h / 37 km/h). In der Küche lief zum Frühstück niederländisches Radio.

Es läuft auf Nudeln hinaus.

Es läuft auf Nudeln hinaus. Nach einem Kalender schauen, im großen Supermarkt.
Wenn die Weihenstefan-Werbung einen anschreit, dagegen schreien, egal,
noch ein Verrückter, der zwischen den Süßwaren halblaut „Halt die Schnauze“ ruft.
Eine Fahrradklingel gekauft, belgisches Bier und Erkältungsbalsam.
Eine Zeile aus einem Lied, die im Kopf herumgeht seit Tagen nun

Eine einzelne Gans im Morgenhimmel. Luft anhalten, sich umarmen.
Das Rad macht nicht mehr diese Geräusche, das ist gut.

Seattle Hot Girls

Wir mussten einen Al·go·rith·mus berechnen, wobei mir auffiel, dass wir ja ohne Mund-und-Nasen-Maske viel zu dicht zusammen in der Klasse saßen, woraufhin ich mich bei meinem Sitznachbarn, ich glaube T.W., entschuldigte und sagte ich würde gleich die Maske aufsetzen. Dann fiel mir auf, dass ich die Aufgabe nicht würde lösen können, was mir aber egal war, denn die Zeit der unlösbaren abstrakt-mathematischen Probleme war, soviel wusste ich immerhin noch, endgültig Vergangenheit. Dann sollten wir in einem Eishockeyspiel gegen eine andere Schulauswahl antreten. Schon auf dem Eis mussten wir alle zunächst ausprobieren, ob das mit dem Bremsen noch klappte und nahmen kurzen Anlauf, um dann durch Schrägstellung der Kufen zu bremsen, dass das Eis nur so stob. Das gegnerische Team, stellte sich dann heraus, war aber kurzfristig ausgefallen, deshalb sollten wir gegen ein professionelles Juniorteam aus den U.S.A. antreten, nämlich die Seattle Hot Girls. Die waren auch schon auf dem Eis, sie hatten alle Haarsprayfrisuren, jedenfalls die zwei Frauen, die ich sah, und begannen, sich aufzuwärmen. Ich musste noch die Schlittschuhe anziehen

Natürlich gab es Schwierigkeiten mit den Schnürsenkeln. Die Seattle Hot Girls waren zwischenzeitlich zu einem reinen Männerteam metamorphosiert, und um die Gegner ein wenig in Verlegenheit zu bringen, sangen wir den Refrain des Liedes „Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk“. Dann stakste ich auf dem Kufenschutz am Spielfeldrand herum, und als das Spiel endlich losgeht, habe ich wieder garkeine Schlittschuhe an. [aufgew.].

Schiffnamen (4)

2.11., morgens: Eider, Tara, Bizon-82, Mississippi
3.11., morgens: Charon, Bienenbüttel(?)
5.11., morgens: Lijia(?), Saturnus, Arcturus, Meggy
6.11., Nachmittag: Stadt Lindenfels

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Es ist jetzt dunkel abends, die Namen sind nicht zu erkennen. Viele Schiffe haben Licht auf Deck. Am Kanal gibt es keine Straßenlaternen. Viele dieser neuen Radbeleuchtungen sind zu hell.
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11.11., morgens: Lagda(?), Polaris, abends: Tara, angetäut am Listholze.
12.11., morgens: Ikaros (überholt), Tom Burmester (von Ost nach West), Laura am Listholze. Abends: Athena (am Listholze festgemacht).

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Fahrradfahren am Morgen und am Abend. Dann riecht es von den Schrebergärten auch nach Feuer im Ofen, am Abend vom Wagenplatz nach Möbellack im Feuer, oder Spanplatte, vielleicht, vom kalten Wind die Tränen.
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Heute am Abend die Gänse auf dem Feld mit der Wintersaat, die gerade aufkeimt. Athena liegt vor der Brücke am Listholze, aus der tschechischen Republik, in der Kombüse steht ein Topf mit Erbsensuppe auf dem Herd, der Duft von Erbsensuppe und Speck liegt in der Abenddämmerung. Überall sind die anderen Leben.
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13.11., morgens: Amber

19.11.: BM-5241, Heinrich
20.11.: Pollux, Stanley

26.11., morgens: Labe 15, Annegret. Abends Oberon (angetäut am Listholze)
27.11., morgens: Oberon (angetäut am Listholze). Abends: Fossa (von West nach Ost), Oliwia (angetäut am Listholze)

30.11., Muflon-65