Hannover
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im bahnhof steht einer mit dem rücken zum geländer eines lichtschachts zur einkaufsmeile unter der erde und hält eine rede mit lauter stimme „kann sein ich bin dagegen allergisch ich weiß es nicht ich mag zum beispiel morgens keine wurst dann schenkt dir einer ein salamibrötchen dann stehste doof da„.
grand hotel: auf dem französischen balkon vor seinem zimmer ein mann im weißen bademantel, er schaut auf sein handy. [25. 3., zwischen viertel nach sieben und halb acht]
architekturwettbewerb »dystopisches bauen«, 1. platz
wir bauen an unserem schönsten dystopia im verlorenen land zwischen müllverbrennung und moor. die punks sind fort und mittlerweile auch der eine hoffnungsvolle bauwagen, der stehen geblieben war. an seiner stelle stapeln sich nun zweistöckig ausrangierte wohncontainer. an einem steht „container 1 2300 c“, an einem anderen „not an entry“. einige paare schuhe sind in den zweigen der bäume hängen geblieben und einige dämonen wohl auch. neue sind hinzugekommen, davon ist auszugehen
kneipengeschichte
als ich (gestern) am morgen unterwegs war zum training rettungswageneinsatz in dem haus, in dem der vater und die oma früher gewohnt haben. die straße ist bei uns um die ecke. wörtlich zu verstehen. große straße. sie haben mindestens zwei mal an großen straßen gewohnt. der rtw steht vor der kneipe, die unten im erdgeschoss sich befindet (»old inn«). erinnere mich, dass vater mir einmal erzählt hat, als wir im auto an dem haus vorbeifuhren, dass dort auch schon eine kneipe drin gewesen ist, als er noch dort gewohnt hat. aber die hieß damals anders. rotierendes blaulicht. es ist kurz nach 9 uhr.
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am morgen raus aus dem seiteneingang hauptbahnhof hinten an der bahnhofsmission, in einer ecke sind die menschen aufgewacht, die dort geschlafen haben, derweil werden einige meter weiter lieferwagen entladen. bus verpasst und wieder rein in den bahnhof, in zwei presseläden nach der edit fragen, die ich so lange nicht gekauft habe und also auch garnicht mehr weiß ob sie überhaupt noch verkauft wird. ob es sie überhaupt noch gibt. vor dem grand hotel stehen sieben streifenwagen und ein militärjeep, hier hat dann die nato geschlafen oder teile von ihr, wohlmöglich. später in der kantine wird mir ein kollege ein foto von einem sniper auf dem dach gegenüber seiner wohnung zeigen. im bus lese ich eine postkarte von n. aus antwerpen, der mit ein gedicht geschrieben hat. die hatte ich gestern in das buch gelegt, das ich gerade lese. der papiertiger, der ein lesezeichen ist, hat nur noch ein ohr (jetzt keine ohren mehr).
Morgenstund
Aufgrund Abendverabredung heute zur Arbeit mit dem Bus. Vor dem Bahnhof muss der Regenbogen mal geputzt werden. Ein Mensch ohne Hemd hat Probleme mit der Schulter, offensichtlich, und dann ist da noch die Sache mit dem fehlenden Hemd. Ein anderer möchte Geld, er hat bei niemandem Erfolg. Ein wenig eine Jesusgestalt, aber mit Drogen. An anderer Stelle, aber nicht weit entfernt, kreist schon oder noch der Tetrapack mit dem Weißwein, die große Packung (1,5 l). Ich glaube der Hemdlose gehört dazu. [15.7.25]
Schiffnamen 18
Nicole Burmester, Lindener Hafen [17.5.25]
(Während ich das Foto mache ist ein Bass zu hören, ganz in der Nähe eine Veranstaltung mit elektronischer Tanzmusik. Es ist ein Wetter kurz vor dem Regen, auffrischender Wind. Auf der Limmer gibt man sich unbeeindruckt und sitzt draußen. Ich hebe noch Geld ab, im Automatenraum hat jmd. eine Bierflasche stehen gelassen, 1/3 gefüllt. Dann an der Faust vorbei zurück in Richtung Nordstadt.)
You are fired, wird er wohl gesagt haben
Der Morgen des 7. November war der Beginn eines dieser schönen Novembertage mit grauem Himmel und einem Windhauch Nieselregen. Im Park ein Mensch, hört Radio in einer Sprache, die ich nicht verstehe, aber auch nicht muss. Hunde, eine Gruppe von Frauen, die in einer slawischen Sprache sprechen und ernst schauen.Der übliche Donnerstagstermin. Darnach ganz kurz in der einen Kneipe gewesen am halben Kreisel, einen Tisch für morgen Abend zu reservieren.Ein paar Blätter hingen noch an den Bäumen, als ich die Jakobi hinunterfuhr mit dem Fahrrad. Beim Bäcker ein Schokocroissant kaufen. Eine Frau, die kaum noch gehen kann, schiebt einen Einkaufstrolley vor sich her, auf dem sie sich abstützt, bewegt sich schrittweise nur über die Kreuzung, Schritt für Schritt für Schritt. Ein Rollator würde vielleicht besser helfen, aber eigentlich ein Elektro-Rollstuhl. Als ich aus der Bäckerei komme, ist sie immer noch auf der Kreuzung, schiebt den Wagen vor sich her, beide Hände umgreifen die Haltestange, der Wagen wird ein Stück nach vorne geschoben, dann wenige kleine Schritte, die Füße gerade so eben über dem Boden, Schritt für Schritt für Schritt. Am Tag zuvor hatte Amerika wieder den Lügner und Betrüger Donald Trump zum Präsidenten gewählt und am Tag zuvor hatte der zu stille Kanzler den Finanzminister entlassen. You are fired, wird er wohl gesagt haben, oder etwas in der Art. Das Geräusch des nassen Laubs unter den Fahrradreifen, dazu der Geruch der Pilze, die das Laub jetzt schon zu zersetzen begonnen hatten.
Am Abend des 8.6.2024
fuhren wir mit dem Fahrrad vom Stadtrand nachhause in die Innenstadt zurück. Lindener Hafen, Kanalbrücke am Eichenbrink, Leine, Nordstadt. Die Stadt pulsiert von Musik, überall sind junge Menschen unterwegs, kein bißchen Weltuntergang. [8.6.24]
Verteilerkästen (7) – Mittsommer
Kurz darauf sagte ich, jetzt wäre der Zeitpunkt, an dem ich üblicherweise jmd. treffe, und dann war es zwei Minuten später so.
„Wie es ist schon kurz vor 11? Da haben wir ja total die Zeit vergessen, aber zur Entschuldigung, wir haben auch zwei Flaschen Champagner getrunken, aber nur weil der Crêmant alle war.“








