Heute schreibe ich das nur

— ANFANG —

um etwas zu schreiben damit ich mich an mich halten kann, ich glaube, ich sollte zwar jeden tag etwas schreiben, unabhängig von dem text auf der arbeit, der nicht zählt, ich glaube das es gut ist, aber vielleicht ist es falsch jeden tag etwas veröffentlichen zu wollen, sollen, denn dadurch ist möglicherweise wieder für die längeren sachen nicht genug raum und zeit übrig, die längeren, schwierigeren sachen, die tw. seit 1/2 jahr oder 1 jahr oder noch länger hier im redaktionsbereich auf entwurf stehen und manchmal nur aus ein paar links und drei hingeworfenen worten bestehen, manche sind auch nur eine idee im notizbuch, die ausformuliert werden sollte ohne den druck der tagesaktualität, der hier eigentlich nichts zählen sollte — andererseits, wenn man über schnee schreibt dann soll der text raus, solange der schnee noch liegt. aber das könnte eine ausnahme sein. vielleicht mache ich mir in den nächsten tagen den spaß und lasse diesen text hier noch größer und anders werden, das wird sich dann zeigen.

— ENDE —

Renn mit dem Regenschirm

Renn mit dem Regenschirm aufgespannt die Straße
das wipfeln Dir die Palmen aus der Ferne herüber
die Tram erklimmt mit rotierenden Spulen den
Berg dennoch im Sommerwind und Du und das
Meer und die zur Tarnung als Krähen ins Land
gehenden Advokaten, der stürmische Abend, das
Tor zur neuen Welt ist weit offen.

Dies ist eine Fotografie des ganzen Himmels für Dich.

es soll heute schnee geben

Die beiden Männer, die mir gegenüber in der Bahn sitzen, unterhalten sich, auf Englisch, mit einem weichen, afrikanischen Akzent, über Fussball. Ich weiß nicht, ob es an meiner Ignoranz liegt, dass ich nicht ganz folgen kann. Tue so, als würde ich lesen, schaffe während der Fahrt tatsächlich auch 10 Seiten, während sie die Spieler und das Potential durchgehen. Der eine berichtet, dass es deshalb ein paar unpopuläre Spielerentscheidungen gab, weil der Trainer eine Quote hat und die Religionen berücksichtigen will — oder soll — er sagt, 40% seines Landes, my country sagt er, wäre muslimisch und der Trainer möchte, dass sich das in der Mannschaft widerspiegelt. In dem Gespräch tauchen deutsche Worte auf wie „Mannschaft“ und „zweiter Torwart“, Hamburg und Hannover, plötzlich sind sie bei Boko Haram und, der eine wieder, erzählt, dass sie Boko Haram bekämpfen müssten, dass die nicht ins Land kommen dürften, we have to fight them back, dass der Trainer das deshalb genau richtig machen würde. Wie nah alles beieinander liegt. Der andere leiht sich schnell noch fünf Euro und steigt dann aus, in der Kronsberg Area, wo alles für mich tatsächlich etws schwedisch aussieht, die Häuser haben eine ganz ähnliche Architektur wie in diesem Viertel, das wir gesehen haben, als wir auf dem Kanal entlang gefahren sind, in Stockholm. Ganz ähnliche Architektur wie der Wohnblock, in dem der Kommissar Wallander wohnt, in der einen Verfilmung, der hellgelbe Putz und sich am Abend, auf dem Balkon stehend, mit seinem gelbhaarigen Nachbarn unterhält, der eine Halskrause trägt.

So schweifen die Gedanken weit dahin, ich gelange an die Idee von den Städten, die für uns so lange virtuelle Orte sind, bis wir eine Beziehung zu ihnen haben, entweder weil wir Menschen dort kennen, oder weil wir selbst dort gewesen sind. Neulich schrieb ich in einem Brief darüber, den ich vielleicht noch einmal, in Teilen jedenfalls, hier zitieren könnte. Letztes ist also stärker, am besten funktioniert beides. Das die Beziehung, ich komme zum Beispiel New York, weil mir immer dann New York einfällt, ich kenne sehr flüchtig einen Menschen aus Rochester, Rochester im Staat New York, nicht das Rochester wo Dickens geboren wurde und der „Piano Man“, eines schönen Tages, am Strand lag, jedenfalls. Existiert dieser Ort, soweit ich es weiß, nur dadurch, dass ich von ihm berichtet bekommen habe — sehr viel wurde und wird darüber ständig in allen möglichen Medien gesagt, da weiß man immer nicht so genau, wie es mit dieser sog. Realität bestellt ist. Meine Schwester und einige andere aus der Familie, Freundes- und Bekanntenkreis waren schon dort, aber ich bin mir recht sicher, dass es sich dabei um einen anderen Ort handelt. Ich denke an einen weiteren Ort, von dem ich insbesondere durch meine Abschlussarbeit, die u.a. über einen Dokumentarfilm geschrieben wurde, der in Teilen dort spielt, genauso muss es gesagt werden, einen erzählten Ausschnitt kenne, neben den Bahngleisen und die Rolläden, die am morgen die Augen aufmachen, so ist Mumbai ein großer Slum, was es sicherlich auch ist, aber nicht nur, in welchem Menschen mit geschulterten Bioskopen über die Pipeline-Rohre laufen und eine ganze Kinderschar hinter ihnen her, solche Dinge denkend trat ich aus der U-Bahn, gehe über die Fußgängerbrücke auf die Expo-Plaza — es roch bereits ein wenig nach Schnee — und mir fiel dann der zweite Dokumentarfilm desselben Regisseurs ein, es war Michael Glawogger, (eigentlichfiel mir nicht der Film ein, ich dachte zunächst an meine Erinnerung an diesen Ort, ich erinnerte mich an einen großen Platz, der mit Steinplatten ausgelegt war), erinnerte mich an die chinesischen Wasser-Kaligraphen, die dort zu sehen sind, vor einem monumentalen Denkmal, an welches ich wiederum auch auf der Placa de Tetuán in Barcelona denken musste, so geht alles durcheinander und ist in schöner Unordnung, in Barcelona, in diesem Viertel, wohnen auch viele Asiaten, wozu später auch noch etwas gesagt werden soll, aber nicht heute und nicht hier, hier jedenfalls (in dieser Filmszene) sind sie zu sehen, wie sie mit einem breiten Pinsel Schriftzeichen auf den Boden schreiben, die sofort wieder verschwinden, gleich folgt aber das nächste hinterher. Mehr noch als alles andere ist dies ein Zeichen für die Vergänglichkeit und dafür, wie schön es ist, etwas nur um der Handlung willen zu machen, mitnichten folgenlos. An diesem Morgen, kurz nachdem ich aus der Bahn gestiegen war fiel mir noch ein, dass ich Dir noch nichts vom erwarteten Schnee geschrieben hatte und wie es wäre, wenn das die letzten Worte wären, an jemanden, geschrieben z.B. als eine WhatsApp-Nachricht, „Im Radio haben sie gesagt es soll heute schnee geben“.

[Wiedersehen]

###Wie das ist mit dem Wollen, dem Nichts-Wollen und dem nicht wollen und wie sich das zur Ewigkeit verhält (es hilft nichts, wenn man den Bus verpasst hat).
Auf dem Weg nachhause neben dem Eingang der Buchhandlung, die früher einmal Schmorl uv Seefeld war dies der Hintereingang und gegenüber gleich McDonalds, die Straße stinkt nach fritierten Hühnerfüßen.###
Das Schaufenster des Uhrenladens, in dem ich an einem verregneten Sonntagnachmittag um ¼ vor 3 die Uhren photographierte , als wir dort spazieren waren und die Welt noch mehr Zuhause.###Der Pappkarton, in dem das vergoldete
Sparschwein eingepackt war
auf französisch ist es ein vergoldeter Frosch, der holländische Importeur ist durchaus dieser Meinung.

Das Ende hat ein Warten

Godot (Debutalbum)Eine der schönen Sachen beim Schreiben eines Blogs ist ja, dass man auf Veröffentlichungstermine und alles getrost einen feuchten Kehricht krümeln kann und warten, bis der getrocknet ist. Um danach monatelang Katzenfotos ins Internet zu kleben und dann aber endlich mal den einen Beitrag zu schreiben. Der schon monatelang in einer Kopfschublade liegt. Dieser Artikel beschäftigt sich folgerichtig mit einer Platte, die im August 2008 veröffentlicht wurde.

Unbetitelt ist sie das erste Album von Godot und ganz herzzerreissend schön. Das man am liebsten neun Mixtapes machen möchte, um jedes mit einem dieser Stücke anzufangen oder zu beenden. Es handelt sich um eine Platte, bei der ich mich nicht so recht traute, aus dem Zimmer zu gehen um einen Tee zu kochen, als sie das erste mal lief – aus Angst, etwas zu versäumen. Kleine Chansons von der mittelgroßen bis großen Liebe, Gitarre und Gesang ganz klar im Vordergrund, alles weitere wird sich finden. Es gibt auch eine Mundharmonika, gleich im ersten Lied, das sofort so schön schrummelig um die Ecke kommt. Das zweite Stück, „Im Riesenrad“, würde ich zum Beispiel nach „Brouillard“ aus dem Soundtrack zu „Jules et Jim“ spielen, Brel, Townes van Zandt und natürlich eigentlich alle von Omaha Records, Godots Label/Musiknetzwerk würden auch gut dazu passen. Die Lieder handeln von der Hoffnung, der Sehnsucht nach der Ferne und all dem ganzen Zeug und es wird viel Rotwein getrunken.

‘Manchmal ist es besser, einfach taub zu sein, als die Welt mit jedem Atemzug zu fühlen’

Das Alles hat seine Richtigkeit, man fühlte sich vielleicht auch gerne mal wieder so, die Texte helfen ein wenig dabei. An dieser Platte haben außer Jonas von den „Crime Killing Joker Man“ noch Iris am Cello, Julia an der Mandoline und Sylvia auf der Bratsche mitgespielt. Inzwischen ist noch einiges anderes erschienen, dazu später (also in ungefähr zwei Wochen bis drei Jahren) mehr.

Download: „Godot“ (Debutalbum)

Godot bei Myspace

Am selbstgedrehten Morgen

  sitzen sie in der U-Bahn Richtung der Innenstadt, um viertel vor acht und für den guten Start in der grünen Bahn ein grünes Bier dabei mit Limonade. Leer ist sie am morgen des Hl. Abend die Bahn, die Alltagsgesichter liegen in den Betten (liegen sie) oder sitzen an den Frühstückstischen und hören „Last Christmas“ und „Heal the World“ dazu. Drei Raben krähen durch den viel zu warmen grauen Himmel über den Mobilfunkmasten in Richtung wo der Fluss fließt, als ich aus der Bahn aussteige und im Morgen stehe. Später werde ich denken das es eine sehr großstädtische Art ist, die Weihnachtstage anzufangen, indem man am morgen des 24. noch zur Arbeit fährt. Später fahre ich zurück und dann ist die Zeit dazwischen.
Weihnachtsbaum Frohe Weihnachten Weihnacht Postkarte

Alles Gute da draußen & ein schönes Fest!