Ein größeres Wunder als das Internet

Heute froh über das Radio. Die Vorstellung, dass die Magnetfelder ständig da sind, sie sind nur unsichtbar. Ein größeres Wunder als das Internet — auch viel verlässlicher. Traurig über die Mittelwelle, weil es immer weniger Sender gibt, und sie hier nicht mehr wirklich empfangen werden kann — vermute das die einfältigen Nachbarn einen Rechner im Dauerbetrieb haben, der den Empfang stört.

Dies ist ein kleines Stück Geräusch, welches sich mit dem Radio beschäftigt.

Wintersonne

Für die Insel hatte der Wetterdienst in den letzten Jahren immer 16:21 als die Zeit des Sonnenuntergangs angegeben, so die Erinnerung. In Richtung Weststrand laufen, um die Sonne dann über der Nordsee untergehen zu sehen.

Der gedruckte Kalender hingegen gibt für dieses Jahr Sonnenauf- und -untergang mit diesen Daten an:

4.12.: 8:09 / 16:15
5.12.: 8:10 / 16:15
6.12.: 8:11 / 16:15
7.12.: 8:13 / 16:14
8.12.: 8:14 / 16:14
9.12.: 8:15 / 16:14
10.12.: 8:16 / 16:14
11.12.: 8:17 / 16:14
12.12.: 8:18 / 16:14
13.12.: 8:19 / 16:15
14.12.: 8:20 / 16:14
15.12.: 8:20 / 16:14
16.12.: 8:21 / 16:14
17.12.: 8:22 / 16:14
18.12.: 8:23 / 16:15
19.12.: 8:23 / 16:15
20.12.: 8:24 / 16:16
21.12.: 8:24 / 16:16
22.12.: 8:25 / 16:17
23.12.: 8:25 / 16:17
24.12.: 8:26 / 16:18
 

Merkwürdig die Daten für den 12.-14.12., (16:14/16:15/16:14), da ist wohl eine Delle in der Zeit.

Die Sonne geht — mehr oder weniger — zur selben Zeit unter, aber jeweils etwas später auf. Bis zum 21.12. Für welchen Ort aber gelten diese Angaben? Der Wetterdienst gibt für heute diese Daten für die Insel an: 8:46 / 16:12 und für Hannover 8:29 / 16:09 — (Böen 46 km/h / 37 km/h). In der Küche lief zum Frühstück niederländisches Radio.

Es läuft auf Nudeln hinaus.

Es läuft auf Nudeln hinaus. Nach einem Kalender schauen, im großen Supermarkt.
Wenn die Weihenstefan-Werbung einen anschreit, dagegen schreien, egal,
noch ein Verrückter, der zwischen den Süßwaren halblaut „Halt die Schnauze“ ruft.
Eine Fahrradklingel gekauft, belgisches Bier und Erkältungsbalsam.
Eine Zeile aus einem Lied, die im Kopf herumgeht seit Tagen nun

Eine einzelne Gans im Morgenhimmel. Luft anhalten, sich umarmen.
Das Rad macht nicht mehr diese Geräusche, das ist gut.

Seattle Hot Girls

Wir mussten einen Al·go·rith·mus berechnen, wobei mir auffiel, dass wir ja ohne Mund-und-Nasen-Maske viel zu dicht zusammen in der Klasse saßen, woraufhin ich mich bei meinem Sitznachbarn, ich glaube T.W., entschuldigte und sagte ich würde gleich die Maske aufsetzen. Dann fiel mir auf, dass ich die Aufgabe nicht würde lösen können, was mir aber egal war, denn die Zeit der unlösbaren abstrakt-mathematischen Probleme war, soviel wusste ich immerhin noch, endgültig Vergangenheit. Dann sollten wir in einem Eishockeyspiel gegen eine andere Schulauswahl antreten. Schon auf dem Eis mussten wir alle zunächst ausprobieren, ob das mit dem Bremsen noch klappte und nahmen kurzen Anlauf, um dann durch Schrägstellung der Kufen zu bremsen, dass das Eis nur so stob. Das gegnerische Team, stellte sich dann heraus, war aber kurzfristig ausgefallen, deshalb sollten wir gegen ein professionelles Juniorteam aus den U.S.A. antreten, nämlich die Seattle Hot Girls. Die waren auch schon auf dem Eis, sie hatten alle Haarsprayfrisuren, jedenfalls die zwei Frauen, die ich sah, und begannen, sich aufzuwärmen. Ich musste noch die Schlittschuhe anziehen

Natürlich gab es Schwierigkeiten mit den Schnürsenkeln. Die Seattle Hot Girls waren zwischenzeitlich zu einem reinen Männerteam metamorphosiert, und um die Gegner ein wenig in Verlegenheit zu bringen, sangen wir den Refrain des Liedes „Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk“. Dann stakste ich auf dem Kufenschutz am Spielfeldrand herum, und als das Spiel endlich losgeht, habe ich wieder garkeine Schlittschuhe an. [aufgew.].

Schiffnamen (4)

2.11., morgens: Eider, Tara, Bizon-82, Mississippi
3.11., morgens: Charon, Bienenbüttel(?)
5.11., morgens: Lijia(?), Saturnus, Arcturus, Meggy
6.11., Nachmittag: Stadt Lindenfels

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Es ist jetzt dunkel abends, die Namen sind nicht zu erkennen. Viele Schiffe haben Licht auf Deck. Am Kanal gibt es keine Straßenlaternen. Viele dieser neuen Radbeleuchtungen sind zu hell.
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11.11., morgens: Lagda(?), Polaris, abends: Tara, angetäut am Listholze.
12.11., morgens: Ikaros (überholt), Tom Burmester (von Ost nach West), Laura am Listholze. Abends: Athena (am Listholze festgemacht).

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Fahrradfahren am Morgen und am Abend. Dann riecht es von den Schrebergärten auch nach Feuer im Ofen, am Abend vom Wagenplatz nach Möbellack im Feuer, oder Spanplatte, vielleicht, vom kalten Wind die Tränen.
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Heute am Abend die Gänse auf dem Feld mit der Wintersaat, die gerade aufkeimt. Athena liegt vor der Brücke am Listholze, aus der tschechischen Republik, in der Kombüse steht ein Topf mit Erbsensuppe auf dem Herd, der Duft von Erbsensuppe und Speck liegt in der Abenddämmerung. Überall sind die anderen Leben.
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13.11., morgens: Amber

19.11.: BM-5241, Heinrich
20.11.: Pollux, Stanley

26.11., morgens: Labe 15, Annegret. Abends Oberon (angetäut am Listholze)
27.11., morgens: Oberon (angetäut am Listholze). Abends: Fossa (von West nach Ost), Oliwia (angetäut am Listholze)

30.11., Muflon-65

Hunde und ihre Besitzer

Die Idee gehabt, sich in die Fußgängerzone zu setzen, mit einer Zeitung mit Kucklöchern, um bspw. unauffällig Hunde und ihre Besitzer beobachten zu können.

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Am Montag sehe ich auf der Kreisstraße einen Laubhäcksler, der als Anhänger hinterhergezogen wird. Gleich die Szene aus „Fargo“ präsent.

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Ich sage zum Koch, dass ich heute mal zwei Scheiben Käse nehme statt Käse & Marmelade, er sagt Leben am Limit, und sofort muss ich mich an den Käse-Sketch erinnern, den mein Klassen- und Englischlehrer Chris L. zusammen mit meinem Mathelehrer Peter B. bei einer Fasching-Feier aufgeführt hat. Der Käse-Sketch ging ungefähr so, das einer der beiden, kostümiert mit einer abgewetzten Jeansjacke und einem aufgepunkteten Stoppelbart, einen Käse-Abhängigen mimte, der einem Interviewer (das war mein Klassenlehrer) erzählte, wie er erst mit dem harmlosen Zeug, wie Gouda und Butterkäse, angefangen hat, bis er schließlich und konsequent bei Roquefort und Ziegenkäse gelandet ist.
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Spatzen sitzen nicht auf Dächern, aber in Hecken, am Morgen zwitschern sie alle gemeinsam an verschiedenen Stellen, so am Hundeweg und hinten an der Mühle, aber auch dazwischen noch bei anderen Gelegenheiten.

Wenn es den Mond nicht geben würde

Durch eine direkt über dem Boden beginnende Regenwolke zur Arbeit gefahren mit dem Rad, am Morgen. Feinster Niesel. Die Schafe hat es nicht interressiert. In der Mittagspause die folgenden Sätze von einem der Nachbartische in der Kantine (es geht in dem Gespräch um den Sinn des Lebens, was Leben eigentlich ist (als Beispiel für einen Grenzbereich werden Ameisen genannt), Astrophysik, wie alles zusammenhängt und so weiter): denn „Alleine wenn es den Mond nicht geben würde, was dann mit der Erde wäre“ und „wir auf der Erde haben ja das Problem, dass wir die Lichtgeschwindigkeit haben“.

Allerdings.

Schiffnamen (3)

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21.9., morgens: Arcturus, Alinda am Abend
24.9. morgens: Tom Burmester (Ost nach West)

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30.9. morgens: Leonore (Ost nach West)
1.10., morgens: Sanjia, Dettmer-Tank-126 (Ost nach West)
abends: Nawatrans 23(?) und Labe 3, festgemacht vor der Brücke am Listholze.
2.10., morgens: Bonata (Ost nach West), Catharina, Nawatrans 1, Elistha (West nach Ost, überh.)

Labe 3 liegt vor den Wohnhäusern, die direkt am Kanal stehen, und das tuckernde Rußherz schickt einige kleine Rauchwölkchen zum Gruße auf die Balkone in der Oktobersonne.

Die Mädchen tanzen zu ihrer Musik auf dem Weg zur Schule. Sie sind in der Dämmerung, die Luft ist kalt und der Herbst hängt den Blättern an.

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5.10. am Abend: Kronos (westwärts) und Ares (ostwärts) — der Kriegsgott und der Hüter der Zeiten ziehen aneinander vorbei, kurz bevor ich Kronos überhole (also Lichtgeschwindigkeit erlange auf dem) scheppernden Rad, gebaut in einem untergegangenen Land. (Auch das andere Land ist untergegangen — aber als Sieger.)

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12.10. am Morgen: Desafio (von Ost nach West), Kim und Bizon-O-167 ostwärts, beide überholt.
15.10. am Abend Allessandro (westwärts) überholt, Ostmark liegt vertäut östlich vor der Brücke zwischen Am Listholze und Holzwiesen.
16.10. am Morgen liegt Ostmark weiter angetäut. Am Abend dann Bizon-O-167 (Richtung Westen) überholt.

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19.10. am Morgen: Lisa R. Am Abend: Luckau, Tara und Laura festgemacht vor der Brücke am Listholze
20.10. am Morgen: Tara legt ab, als ich vorbeifahre. Abends: Devanto, Stadt Lindenfels.
22.10. morgens: Cetera (Ost nach West), abends dann Polestar und Taurus von West nach Ost
23.10.: Mercator, morgens, Ost nach West

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26.10.: Jacoba, Tramp sowie C.H. (auf dem Rad) (von Ost nach West am Morgen), Undine von West nach Ost am Abend (überh.)
27.10.: Ambulant, Ost nach West am Morgen
28.10.: am Morgen: Veronia (West nach Ost, überholt) und Luv, Lyda (Ost nach West)

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Ich hörte nur meinen Namen und hielt gleich an, um mich umzuschauen, wer mich da gerade gegrüßt hatte. Konnte ich nicht erkennen, aber er drehte auch gerade das Rad, um die paar Meter zurück zu fahren. Es war kurz hinter der Noltemeyer. Schnelles gegenseitiges Nachzählen der Tassen im Schrank, ob sie noch alle vorhanden wären, trotz Pandemie. C.H. hat mit mir im Studentinwohnheim gewohnt — von den Sprüngen in den Schüsseln des anderen haben wir beide eine gewisse Ahnung, deshalb. Vielleicht auch nicht. Das letzte Mal haben wir uns gesehen im März des letzten Jahres, bei einem wundervollen Wohnzimmerkonzert der Gruppe Faya, auf welches K. uns mitgenommen hatte.

Das ist alles unglaublich lange her.

Der 2. Fiebertag

nun schon in diesem Herbst, diesen 2. November, 20 Grad heute, den Weg zur Arbeit in Hemd und T-Shirt, auf dem Fahrrad, und zwar zwischen 7 Uhr und 8 Uhr am Morgen — als würde ich noch unter einer zu warmen Decke schlafen, der Wind kommt aus irgendeiner weit entfernten Wüste wohl, die Luft fällt schwer zu atmen. Am Mittag der Wirtschaftsweg in das Wäldchen hinter der Lagerhalle, Traktorspuren, ein Portal nach wohin genau, jedenfalls Weg von hier, das vorletzte Laub an den Bäumen im grellen, warmen Licht. Abends steht stürmischer Wind schräg in der Luft, dennoch am See das Tuch vom Hals genommen und das Hemd ausgezogen, fieberndes Wetter, Blätter fliegen entgegen, ein Vogel, eine Fledermaus und auf einer Parkbank flüstern Jemande leise in die Schatten hinein. Regen am Kanal, leichtes Sprühen nur, der warme Wind bleibt und die Schiffe sind im Dunkeln, ich kann ihre Namen jetzt nicht lesen.

Gestern am Morgen Gänse in der Luft. DIe Gedanken sind bei ihnen am Himmel, sie fliegen dann einen Moment mit, ganz froh über den langen Flug, vielleicht aber überwintern sie auch im Norden, wie wir.