Liegender Akt, in Excel gemalt

Liegender Akt, in Excel gemalt

Habe jetzt das Insta von Jonathan Meese aboniert und heute Morgen im Halbschlaf im Küchenradio einen Beitrag zur digitalen Kunst gehört, und dann kommt leider sowas dabei raus, während ich eigentlich die bedingten Formatierungen für den Redaktionsplan 2026 hintereinander kriegen wollen sollte.

Sie können eine bespielte Diskette mit dem Bild darauf bei mir käuflich erwerben für 1oo Euro und ich male auch noch eine Zahl darauf mit Acrylfarbe. Ist günstiger als ein Meese! Habe noch 10 Disketten über.

Ein größeres Wunder als das Internet

Heute froh über das Radio. Die Vorstellung, dass die Magnetfelder ständig da sind, sie sind nur unsichtbar. Ein größeres Wunder als das Internet — auch viel verlässlicher. Traurig über die Mittelwelle, weil es immer weniger Sender gibt, und sie hier nicht mehr wirklich empfangen werden kann — vermute das die einfältigen Nachbarn einen Rechner im Dauerbetrieb haben, der den Empfang stört.

Dies ist ein kleines Stück Geräusch, welches sich mit dem Radio beschäftigt.

Mit Delphinen schwimmen

Jetzt nachgeschlagen, wer ungefähr Podbielski gewesen ist. Ein weiterer preussischer Generalleutnant, 1870/71 usw., nach denen man in diesem Land nicht müde wird, Straßen zu benennen. Auch immer wieder Hindenburg. Beim willkürlichen Einkategorisieren des Geschriebenen darüber gewundert, dass es zwar eine Kategorie Marcel Proust gibt, in dieser aber bis dato offenbar keine Einträge. Nun also immerhin einmal ein singulärer Eintrag, und dabei wird es wohl bleiben, zähle ich mich doch zu den an Marcel Proust gescheiterten. Also zu den von Marcel Proust sehr gelangweilten. Immer positiv formulieren. Die Mohrenstrasse müsste man ja in Möhrenstrasse umbenennen, das würde auch nicht viel Geld kosten, einen Edding und eine Leiter. Das auf Sleep gestellte Radio ging jedoch soeben aus, während »If you were a sailboat« von Katie Melua läuft, von der ja auch das Lied mit den neun Millionen Fahrrädern in Peking stammt. Ein Schiff wurde ebenfalls nach Podbielski benannt, sie verlegte bspw. ein Unterwasserkabel von Qingdao nach Shanghai. Hanno Podbielski, ohne von und aber, war hingegen Radrennfahrer, was auf der allgemein nur Podbi genannten Podbielskistraße schlecht möglich ist. Sie ist hingegen vielmehr ein glänzendes Beispiel für die von Autofahrenden ausgedachte gefährliche Radverkehrsstrategie in dieser Stadt, die daraus besteht, aschenbahnrote Streifen auf die Straßen zu malen und dann zu erwarten, dass sich alle daran halten werden. Sie halten hingegen darauf oder darauf zu, etwa auf mich und mein Fahrrad.

Da ist sie wieder, die Wut, sie glüht immer noch so schön, dass man die ganze Zeit in das rote Funkeln des knisternden Herzens schauen möchte.

Dann aber, wenn es nach dem frischen Heu riecht, auf der Wiese neben der Autobahn, den ganzen Sommer mit einem einzigen Atemzug ein- (Pause) und wieder ausatmen, während die Enden sich verjüngen, vor Allem, was ihnen widerstrebt. Aber alles fliegt vorbei oder vielmehr sind Gedanken und Ideen, die vorbeitreiben, bei denen gerade eine ausgeblichenes Stück Holz zu greifen ist, auf dem jemand mit einem Messer Kerben und Zeichen eingeschnitten hat, Hebräisch, Runen, Emojis und ein paar Hieroglyphen, vorgestern oder vor einer ½ bis ¾ Ewigkeit. Das sind die Aufzeichnungen, die bleiben, ich lege sie in eine Kiste, wo Deine Kassetten und CDs drin sind, alle in einer falschen Hülle, die steht unter dem Schreibtisch und bleibt auch dort, ich lege sie nebeneinander in ein Regalfach, daneben steht ein Fotoalbum, in das hat jemand lauter Fotos von Kakteen geklebt, mit Fotoecken, vor über zehn Jahren oder sogar zwanzig. Das Fotoalbum ist mit Stoff bezogen. An eine schiffbrüchige Europalette geklammert, sehe ich den nur kurz haltbaren Gedanken bei der Drift durch den Malstrøm of consciousness zu, sie sind dann aufgehende Sonne und aufgehender Mond zur gleichen Zeit. Sie werden hinfortgerissen vom Strudeln der Zeit. Kopftodgeburten, Hirngespinster auf Ginsterwegen und was wenn all diese Dinge mehr als nur ein kurzes Aufflackern wären, das irre Blitzen im Augenwinkel, kein Zwar ohne Aber immer nur weil wer das Wort Systemrelevanz in den Raum spricht, muß sich Fragen nach dem System anhören. Die müssen unanfechtbar sein für das vor Wut wie eine Discokugel glitzernde Herz. Die Zeit — sie ist im Getriebe des Uhrwerks bereits versandet. Alles ist verloren und was bleibt, ist, dem Silberstreifen am Horizont beim verlöschen zuzusehen in 7 Staffeln à 24 Folgen auf Amazon Prime. But that’s fake news und wer an Wunder glaubt, vermag leichter zu schweigen. Frage mich gerade, wieviel 5 Mio Lire 1959 in DM gewesen wären und dazu, wieviel 1959 z. B. ein Bier, ein Pfund Pfifferlinge oder ein Dutzend Austern gekostet haben. Zum Geburtstag, immerhin, an einem Ort der Hoffnung gewesen.

~~~

Revisionen

fabe vor 1 Minute (28. August 2020, 19:39:30)
fabe vor 2 Minuten (28. August 2020, 19:37:41)
fabe vor 4 Minuten (28. August 2020, 19:35:46)
fabe vor 7 Minuten (28. August 2020, 19:32:21)
fabe vor 14 Minuten (28. August 2020, 19:25:53)
fabe vor 14 Minuten (28. August 2020, 19:25:30)
fabe vor 15 Minuten (28. August 2020, 19:24:36)
fabe vor 19 Minuten (28. August 2020, 19:20:03)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 21:00:06)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 20:59:32)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 20:52:22)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 20:51:28)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 20:49:57)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 20:44:35)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 20:05:16)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 19:56:58)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 19:51:57)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 19:49:04)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 19:42:36)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 19:41:39)
fabe vor 3 Wochen (6. August 2020, 19:40:59)
fabe vor 1 Monat (26. Juli 2020, 12:29:04)
fabe vor 1 Monat (26. Juli 2020, 12:27:38)
fabe vor 1 Monat (26. Juli 2020, 12:25:45)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 15:16:39)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 15:14:15)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 15:12:35)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 15:09:17)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 15:01:41)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 14:55:27)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 14:47:46)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 5:44:54)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 5:33:34)
fabe vor 1 Monat (22. Juli 2020, 5:30:16)
fabe vor 1 Monat (20. Juli 2020, 14:33:49)
fabe vor 1 Monat (15. Juli 2020, 20:09:04)
fabe vor 1 Monat (15. Juli 2020, 20:02:01)
fabe vor 1 Monat (15. Juli 2020, 19:59:48)
fabe vor 1 Monat (15. Juli 2020, 19:44:07)
fabe vor 1 Monat (15. Juli 2020, 19:28:24)
fabe vor 1 Monat (15. Juli 2020, 18:23:40)
fabe vor 2 Monaten (14. Juli 2020, 19:36:03)
fabe vor 2 Monaten (14. Juli 2020, 19:33:04)
fabe vor 2 Monaten (14. Juli 2020, 19:26:18)
fabe vor 2 Monaten (10. Juli 2020, 19:38:45)
fabe vor 2 Monaten (10. Juli 2020, 19:38:16)
fabe vor 2 Monaten (10. Juli 2020, 19:24:09)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:43:08)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:41:44)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:18:37)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:18:11)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:15:04)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:14:12)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:11:35)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:09:42)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:03:31)
fabe vor 2 Monaten (9. Juli 2020, 19:02:50)

~~~

Die Möglichkeit, durch ein Maisfeld zu laufen, noch gibt es sie. Jetzt aber taumeln schon die letzten Wespen durch die Luft. Das Ausatmen hat bereits begonnen. Gesprächsmomente in der Kantine, da zeigt die Eine der Anderen auf dem Telephon einen kurzen Film und sagt „ich möchte auch mal mit Delphinen schwimmen“. Später unterhalten sich zwei über die Trockenheit und die leeren Talsperren. Das Wasser würde einfach verdunsten, sagt der Eine, man könne daher vielleicht das Wasser einfrieren, „aber vielleicht kostet das ja auch wieder zu viel Energie“ – der Andere: „glaub ich nicht“. Neben den zwei Mikrowellengeräten, die beide dieselbe falsche Uhrzeit anzeigen, seit einem halben Jahr oder seit dem letzten Stromausfall, liegt die aktuelle Tageszeitung. Im Regionalteil der Kleinstadt, durch die der Bus auch fährt, steht, dass die Firma Exxon das Erdöl-Bohrloch auf dem Feld wieder in Betrieb genommen hat. Die Feuerwehr war ausgerückt, weil Anwohner dachten, dass es brennt. Dabei wurde doch nur, so die Zeitung, „überschüssiges Erdgas“ abgefackelt. Alles CO2, das in den jetzt zu Erdöl gewordenen Dinosauriern gespeichert war und ist, muss wieder an die Luft, bis sie so schön sauerstoffarm ist wie in der Zeit vor dem letzten Meteoriteneinschlag, und wozu den Umweg nehmen und die Brennstoffe für die Heizung verwenden, wenn wir sie einfach so abfackeln können und den Himmel schön hell erleuchten mit einer Feuerkugel in der Nacht.

Der Koch stellt jeden Tag, in einiger Entfernung von der Tür, die von der Kantine aus nach draußen führt, einen Teller mit aufgeschnittenen Früchten raus, die er nicht mehr verwenden kann. So fliegen die Wespen dorthin und bleiben der Küche fern. Auch die Grillen werden nun leiser und hören langsam auf zu fiedeln. Auf dem Schotterweg hinter der Lagerhalle haben Ameisen eine Straße angelegt, die an einen winzigen Canyon erinnert. In der Nacht die Idee, dass sie, einem höheren Plan folgend, das Erdreich unter der Halle langsam, langsam, sehr langsam abtragen, um sie letztenendes im Boden versinken zu lassen. Jedes einzelne Sandkorn verteilen sie großflächig über die umliegenden Felder. Niemand bemerkt irgendetwas und dann ist es zu spät.

Tags drauf nochmal genauer hingeschaut. Es sind insgesamt 11 derartige Transportwege vorhanden. Was ich gesehen habe.

~~~

Vor drei Tagen der erste Sturm.

Ich hatte die Vermutung, besser: Befürchtung, dass die Sofortbild-Kamera, die ich wirklich sehr gerne habe, durch

einen kleinen Umfall, den ich irgendwann im Frühjahr des Jahres ertrug, einen Schaden bekommen haben könnte, der – im Gegensatz zu dem Schaden, den ich selber im Zuge dieser Angelegenheit mit mir nahm – nicht durch ein wenig Keramik und UV-Licht aus der Welt zu schaffen wäre. Obschon sie auf der einen von vier Einstellungen immer noch Fotos mit Sichtbarkeit ausfertigte, gab es Bilder, die bei mir Zweifel hatten aufkommen lassen. Jedoch: Neulich nahm ich allen Mut, der dafür notwendig war, zusammen und fertigte testweise auf jeder Einstellung ein Foto an, mit einem Resultat und diese Fotos sind hier, in einer Übertragung ins digitale Format, nun sichtbar.

Eine weitere Erkenntnis, die ich dabei hatte: Der (übrigens mechanische) Zähler zählt nach unten und zeigt die verbleibenden Bilder an. Ich schreibe das hier auf, um es mir zu merken. Es sind jetzt noch drei schwarzweiße Fotografien verfügbar. Ich denke schon eine ganze Weile, also bereits mehrere Tage, darüber nach, wie ich diese drei Bilder so fotografieren kann, dass es gut ist. Es hätte dazu ein paar Gelegenheiten gegeben, jedoch hatte ich dann am Morgen den Fotoapparat nicht in den Rucksack gelegt, oder aber ich hatte den Fotoapparat dabei, jedoch keine Zeit, für das Motiv aus der Bahn auszusteigen oder es gab sogar garkein Motiv, denn das man jeden Tag dieselbe die gleiche Bahnstrecke entlangfährt, bedeutet ja noch lange nicht, dass an jedem Tag dieselben Bilder ebd. gemacht werden könnten: eher im Gegenteil: Ein Bild, dass an dem einen Tag aufgenommen werden könnte, kann am darauffolgenden (und sogar für alle Ewigkeit) bereits verloren sein (das ist tatsächlich immer der Fall) und handelte es sich nur um die Fotografie eines Baumes oder eines Papierkorbs am Wegesrand.#

Groovy kind ov lov.

Unschlüssig darüber,

was die nächsten Schritte sein könnten. Welche der herumspukenden Ideen sollte näher betrachtet und vielleicht zu einem dieser auf lange Zeit nicht fertiggestellten Projekte werden? Für welches Hirngespinst lohnt es sich, die Geisterfalle aufzustellen? Vielleicht besser, ersteinmal ein paar Sachen, die zu 95% durch sind, abzuschlie0en oder für beendet zu denken? Vielleicht ist es so, weil mir dann immer noch einfällt, wie es besser sein könnte, dabei kann ich das ja alles noch bei der Version 2 machen. Langen Brief von K. erhalten, vielleicht schreibe ich ihm noch zurück, gleich, ich könnte auch eine schnelle Postkarte schreiben, die zumindest werden aus der Lamäng erstellt und verschicken sich dann auch stetig. Nicht wie etwa diese Disketten, die fertig sind und eigentlich nur an den nächstbesten Maschendrahtzaun gehängt werden müssten.

Ich dachte etwa, ich müsste es erklären und doch noch einen Link verstecken an irgendeiner Stelle, aber wozu denn. Ich schrieb bereits hier und da dazun etwas, dass kann genügen, bitteschön. Vielleicht dass ich es noch einmal in einen kurzen Text zusammenfasse, wenn die Dinger aufgehängt sind und das war es dann damit. Es sind aber auch Schnurchelfallen, einmal ausgelegt ist es sehr schwierig, sie jemals wieder zu bekommen.