Vielleicht, viel leicht, fiel leicht

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käme ich dann auch einmal dazu, die ganzen Sachen diese hingeworfenen Notizen, aus dem Notizbuch aufzuarbeiten und so weiter. Ich hatte sowieso vor, alle einmal abzutippen. Das allerdings wäre ein Stück Arbeit, welches sich nicht an 30 Tagen bewerkstelligen ließe. So. Als ich heute morgen Brötchen holen war: Die Welfen-Torte beim Bäcker an der Ecke war mit einem Union Jack verziert. So macht man es manchmal hier. ALs ich gestern im Handy nach einer Busverbindung zum Küchengarten suchte, schlug es mit „Küchenradio“ vor. Das fand ich schön. „Der Küchengarten im Dorf Linden bei Hannover wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts vom Adelsgeschlecht der Welfen angelegt und ab 1814 von den hannoverschen Königen genutzt.“ Sie holten sich dort Kräuter, um damit zu kochen und später wurde er Beton überzogen. Die Linie 10 quietscht dort um die Kurve, vom Steintor kommend, wo mir am morgen dieses Plakat ins Auge fiel, als ich aus der Bank kam, ebd.

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Teile eines Vorhabens

Welches öffentlich sein wird aber dennoch wird es vermutlich nicht sichtbar sein. Es ist eine Verschwendung denn es wird an einen Zaun gehängt mit Wäscheklammern und es bleibt dann dort hängen, außer ich denke daran es wieder abzunehmen. Auf den Disketten ist gespeichert was dann auch abgerufen werden kann. Ich habe dazu auch noch eine andere Idee die eigentlich besser ist dazu aber später mehr. In der letzten Zeit mache ich wieder sehr viel mit Farbe und Papier oder vielmehr Wellpappe weil ich das schön finde. Wie es sich wellt und eigentlich nicht geeignet ist. Soviel. Für jetzt.

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Auf den Disketten ist es gespeichert, aber die Disketten sind mehrfach nicht mehr zu lesen. Zum Einen, weil es schwierig ist, ein Anzeigegerät mit entsprechendem Laufwerk zu finden. Zum Anderen sind sie ausgiebig mit Acrylfarbe bemalt und hinten ist eine Wäscheklammer an sie befestigt. Der vollständige Gebrauch der Kunst würde also ihre  Zerstörung bedeuten. Bei der nächsten Serie werden wir sogar mit dem Ort kommunizieren, an dem es stattfindet, aber für jetzt bin ich schonmal froh mir endlich wieder die Zeit für derartige jedem Zweck entfremdete Dinge zu nehmen.

Es ist noch nicht fertig.

 

Leute könnten sich natürlich auch eine oder mehrere der Disketten mit nachhause nehmen und dort aufbewahren. Das würde mir gut gefallen.

 

Ach die schönen Blumen!

[Nachgetragen aus dem Notizbuch][7.10.] Verschiedene Begebenheiten der letzten zwei Tage. Am Morgen hatte ich mich entschlossen, schnell ein Foto zu machen von dem weggeworfenen Blumenstrauß, der also halb in der Öffnung des Mülleimers am Ausgang der Station Expo Plaza steckte, war gerade mit einem kleinen Bogen umgekehrt und hatte auch die Leute an mir vorbeiziehen lassen, um nicht weiter aufzufallen. Dann stand jedoch die Frau dort und sagte zu mir „Die Blumen!“„Ja die hat jmd. weg geschmissen“„…ach die schönen Blumen!“„können Sie mitnehmen!“ (sie freut sich, nimmt den Strauß) „Oh wie schön, die Blumen!“. Am Fuße der Fußgängerbrücke zwei Feuerwehr-Lastautos. Später am Tag wird ein dicker Feuerwehrmann Holzpaletten aus dem Pavillon holen, die in die Laster verladen werden. Auf der Strecke zum Seiteneingasng wird er die leere „Ameise“ als Roller benutzen und mit Schwung über die Plaza rollern.

15:44 Gänse in der Luft. Ich höre sie nur.

[28.10.] Dann am nächsten Morgen [des 8.10.] sitzt eine Krähe auf dem stacheldrahtgeschützten Metallausleger, an welchem zu meiner Sicherheit eine Kamera hängt und auf den Steinplatz mit den 11 Bäumen glotzt. Krächzt den hohen Nebel an, als wär‘ das alles nichts. Der Pavillon wird in großen Bereichen als eine behelfsmäßige Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Am Wochenende wurde die Zeit umgestellt. Am Abend die beiden im Anzug, beim Bäcker im Supermarkt an der Marienstraße, die ganz offensichtlich zu wenig Zeit haben, denn sie müssen flüstern und grinsen und die Hände in die Anzugjackettaschen stecken und zu dem hinüberschauen, der in hellbeigen, ausgebeulten Hosenbeinen und einem hellgrauen Anorak mit seiner Halbglatze und seinem Leinenbeutel an der Käsetheke steht und viele Fragen zu den Käsesorten hat.

Die Plakate an der Hauswand, sie wurden alle entfernt, es hängen jetzt nur noch ein paar Fetzen dort am grauen Putz.

Hatte ich den Nebel erwähnt?

Diese Woche (also in der letzten)

[Fragment vom 23.8.2015]

an zwei Tagen in der U-Bahn den groben Entwurf für drei Romane notiert. „Solange wir noch Träume haben“ (das wäre dann der Titel des Meta-Romans, der die Adoleszenz der Autorenfigur aufarbeitet, wie es allgemein beliebt ist, Drogengebrauch, Nachtleben, gescheitertes Studium usw. usf.) – endet damit, dass die Autorenfigur erkennt, dass sie nie einen langen Text zum bitteren Ende bringen wird und dazu verdammt ist, auf ewig für den Content-Broker zu schreiben / im Callcenter zu arbeiten. Die langen Texte sind jedenfalls und also gewissermaßen fertig und müssten nur noch geschrieben werden. Aber: es könnte tatsächlich etwas daraus werden. Es sind gute Ideen dabei und schöne Bilder und all sowas, es sind gleich drei Sachen, die eine schon in Kurzform angefangen, die andere seit langem immer vor dem Einschlafen im Kopf und neulich den tatsächlich machbar interessanten Konflikt gefunden, was ganz einfach war und nur ungefähr fünf Sekunden vor dem Einschlafen gebraucht hat. Abgesehen von dem halben Jahr, in dem ich dachte, ich komme nie auf sowas. Folgerichtig dann auch heute in der Nacht (also vor ein paar Tagen) einen Traum gehabt, in welchem ein sehr dicker, sehr böser Mensch sich meines Körpers bemächtigte, indem er dann in meinem Körper (insbesondere: Kopf) drin war und ich merkte, wie ich so anfing wie er zu denken und die Menschen töten wollte. Sein bunter Anzug lag auf dem Boden, denn seinen eigenen Körper gab es nicht mehr. Ich aber wusste, dass es einen Weg gab, mich dieser lästigen Vereinnahme zu entledigen, denn ich müsste nur aufhören damit, an das Töten zu denken, dann würde er ganz von selbst wieder verschwinden. Folgerichtig deshalb, weil es jedenfalls in dem einen Langtext um Träume geht, u.a., und dieser sehr fiese Traum doch dazu geeignet sein (könnte), hier zu Dauerwurst verarbeitet zu werden.

Ein Streichholz angezündet, weil ich den Geruch so gerne hab.
 

[Wer billig kauft sieht sich immer zwei mal im Leben]

Erstsemester Schauspiel rennen schreiend über die Plaza. Gestern abend in der Bahn auf dem Handy Gedichte gelesen aus „Der goldene Fisch„, wie ich immer mehr dazu komme, wieder, aber mit einer ganz anderen Haltung dazu, jetzt, Gedichte zu lesen. Beim einlegen der frisch von Weiß auf Schwarz umlackierten Billy-Böden dann auch noch Reclam-Bände, zweisprachig, von Dickinson und Rimbaud („Une Saison en Enfer“) gefunden. Heute hieße das „Ein Sommer am Ballermann“. Auch den Band von Stefan muss ich noch einmal durchlesen bald, aber das ist ja auf einer Strecke zur Arbeit zu erledigen, oder in einer Mittagspause im Sidney Park.

Da ist der Schlüssel zum Haus der Eltern an Deinem Schlüsselbund,

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Museumsnacht am Samstag, auf dem Weg vom Historischen Museum zum Beginenturm — es sind ja (auch hier, stelle ich erstaunt fest) Touristen in der Stadt, sie sitzen draußen in den Altstadtkneipen und amüsieren sich ganz gut, wie es scheint. Im Landesmuseum gerate ich kurzzeitigst in einen kleinen Taumel zwischen den farbigen Wänden der Kunstsammlung, in die ich von den Brandbildern aus hineingerate, umkreise die Gemälde von Tür zu Tür, Raum zu Raum und gelange tatsächlich zu dem Gefühl des Verlaufen-Seins mitten im Museum, was wirklich ein erstrebenswerter Zustand ist. Später, als wir im Museumshof sitzen und der Welfen bei Pimm’s gedenken, erzählt ein Freund mir, der beruflich viel auf Halbleitern unterwegs ist, ihm wäre ähnliches passiert und sagt dann, er würde gerne mal einen halben freien Regentag hier im Museum verbringen und sich einfach nur die Dinge ansehen.

Dass Du nicht raus kannst aus der engen Haut?

[Die große Hitze der letzten Tage seit Donnerstag ist mit Donnerhall vorbei, seit 2 Stunden. Ich werde mich hüten, hier eine Meinung zum heutigen Referendum in Griechenland hineinzuschreiben.]

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Langsam schleicht der Alltag zurück ins

Leben, schlurft sich rein in die freien Tage, die nach der Reise übrig bleiben, um die ich sehr froh bin. Wenn ich unterwegs gewesen bin, sind die Gedanken noch in einer Zwischenzeit, alles bleibt ein wenig verhangen. Heute die Filme zum Drogeriemarkt gebracht, zwei Schwarzweiß-Filme und zwei Farbfilme. Vorher auf dem Mittwochsmarkt gewesen, auf den wir sonst aufgrund Arbeit nie gehen, trubeliger als der kleine Bauernmarkt am Samstag, weil wir uns hier nicht so richtig auskannten eine schöne andere Sicht auf den wohlbekannten Platz bekommen. Paniertes Schollenfilet mit Kartoffelsalat vom Fischstand gegessen. Die digitalen Fotos befinden sich in der Organisation, werden über diverse Geräte und angemietete Zimmer im Wolkenkuckucksheim verschoben und versammelt bis eines neben dem anderen liegt und ganz ausgebreitet ist. Dabei erstaunliche Funde auf unterschiedlichen Speicherkarten gemacht, es ist alles so schön ungeordnet im digitalen, in den Zwischenräumen.

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