Als es letzten Samstag wieder zu schneien

anfing und die Stadt den Kragen hochschlug während der Besorgungen für das Wochenende usw. usf.

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Heute allerdings in der Mittagspause meiner Arbeit in der Aktiengesellschaft über die verschneite Plaza gestapft und im Schneelicht gebadet, so dass es mir garnicht kalt wurde an den Fingern die die Kamera und das Handy hielten. Die anderen Fotos sind auf Film und der ist noch nicht voll.

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Am Abend trafen wir uns, um in das Möbelhaus zu fahren und Frieden zu finden. Die Expo-Brache hinter der Plaza verwandelte sich zusehends in einen Kaurismäki-Film mit einem blauen, violetten Sonnenuntergang und ganz merkwürdigen Gebäuden um uns herum (keine Fotos davon, es war auch bereits zu dunkel) und dann das blaue Licht durch die großen Fenster, der Blick in die Abenddämmerung. Der Rundgang durch die feilgebotenen Utopien, Köttbullar im Restaurant, einer hockt, meterweit von seiner Familie, in einer der Wohnkulissen und sieht einsam aus. Er könnte eine der Buchatrappen aus dem Regal nehmen und sie aufschlagen, nur um festzustellen, die Seiten sind noch alle leer.

Im Bus, den wir zurück nehmen, sitzt ein Mann mit Down-Syndrom in der letzten Reihe. Er trägt eine blau-rot gestreifte Pudelmütze und steht bei den Stationsansagen immer auf und hält das Handy mit dem ganz hell leuchtenden Display an den Lautsprecher, wohl um eine Aufnahme der Ansage zu machen.

Chicago Lane
Boulevard de Montréal
Messe-Ost, Expo Plaza

Zwischen den Aufnahmen hält er das Display ganz dicht vor seine Augen, vielleicht sieht er nicht gut. Wir steigen aus.

Die Kopie des Films, den wir uns bei Freunden anschauten,

an diesem Sonntag war ein auf DVD kopierter VHS-Mitschnitt aus dem Fernsehen. Die Software zur Digitalisierung hatte wohl eine Normalisierungsfunktion, die nicht abgeschaltet worden war und die bei den wenigen stillen Stellen das Grundrauschen langsam hochgepegelt hatte. Auch waren hier und da VHS-Funken zu sehen, wie sie bei einem wackeligen Scart-Anschluss entstehen können. Ich fand das jedenfalls interessant. Der erste Film, den wir uns anschauten, war „Hasch mich, ich bin der Mörder„ (Ot.: „JO“) mit dem tollen Louis den Funès. Es hatte ja geschneit und wir waren schön über die teilweise vereisten Fußwege gestapft, an der Eisfabrik vorbei und weiter in Richtung Sallstraße.

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Vielleicht, viel leicht, fiel leicht

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käme ich dann auch einmal dazu, die ganzen Sachen diese hingeworfenen Notizen, aus dem Notizbuch aufzuarbeiten und so weiter. Ich hatte sowieso vor, alle einmal abzutippen. Das allerdings wäre ein Stück Arbeit, welches sich nicht an 30 Tagen bewerkstelligen ließe. So. Als ich heute morgen Brötchen holen war: Die Welfen-Torte beim Bäcker an der Ecke war mit einem Union Jack verziert. So macht man es manchmal hier. ALs ich gestern im Handy nach einer Busverbindung zum Küchengarten suchte, schlug es mit „Küchenradio“ vor. Das fand ich schön. „Der Küchengarten im Dorf Linden bei Hannover wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts vom Adelsgeschlecht der Welfen angelegt und ab 1814 von den hannoverschen Königen genutzt.“ Sie holten sich dort Kräuter, um damit zu kochen und später wurde er Beton überzogen. Die Linie 10 quietscht dort um die Kurve, vom Steintor kommend, wo mir am morgen dieses Plakat ins Auge fiel, als ich aus der Bank kam, ebd.

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Quarterpounder – Brood

Weil der ausgedachte Mensch, der ich bin und der dieses Blog schreibt, ein neugieriger Mensch ist, sucht er manchmal im Internet nach alten Freunden, die tw. ebenfalls ausgedacht sind. In diesem Fall 1.) mit Erfolg und machen sie 2.) immer noch ganz wunderbare Musik. Die passende Schublade wäre Jazzmusik, das aber ist eigentlich egal. Ich kenne mich sowieso nicht mit Musik aus und schon garnicht mit Jazz.

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Foto © Quarterpounder

Die ersten vier Stücke fließen fast schon ineinander wie die vorbeiziehenden Gegenstände einer Landschaft, sagen wir auf einer Schifffahrt auf einem Fluss oder an einer Küste entlang. Mit den offenen Räumen, die die Klarinette gleich im ersten Stück  beschreibt. dann die Trompete (die eine Posaune ist), all die verschachtelten Sätze die einfach erscheinen im auf und ab der Melodien. Der Kontrabass redet mit und fügt eine Ecke ein und eine Kante, verbindet Rhythmus und Melodie, das Schlagzeugbecken ist die Oberleitung, das Schlagzeug zählt die Worte ab und nach. Jetzt kommt wer und sagt, Schiffe hätten keine Oberleitung. Das ist zu kurz gedacht.

Denn wie alle Musik höre ich Quarterpounders „Brood“ vor allem in der U- bzw. Straßenbahn, je nach dem auf welchem Teil der Strecke. Manchmal scheint es mir zu schnöde, die Musik gegen die Invasion und das Geplapper der Perlenbeohrringten zu setzen, die mit mir in der Bahn unterwegs sind, ein wenig so, wie es mir manchmal eskapistisch vorkommt, das Foto von diesem Viertel am Meer als Monitor-Hintergrundbild auf der Arbeit in der Aktiengesellschaft zu haben. Aber so ist nun einmal das Leben im Spannungsfeld von Kapital und Kunst und was sollte uns retten wenn nicht die Poesie und die Lieder. Bei „We’re Not Here To Save You“ geht es richtig los und rund. Und dann bald kommt die Ente und beginnt einen Satz mit und, mit dem Stück „Irk“ und dem Beginn der 2. Seite der LP, hätte ich das Album auf Vinyl. Was durchaus möglich wäre, denn Quarterpounder machen auch Platten, was ich natürlich toll finde. Sie erinnern mich ein wenig an das Arte Quartett mit Pierre Favre, aber eher sind es die nach oben hin ausgestreckten Himmel, die ich mir vorstelle, die hoffnungsvolle Abgeklärtheit, die hier und da hörbar wird und das beharren auf einem Thema, immer wieder. Jetzt tue ich so, als würde ich was von Jazz verstehen, was ich nicht tue. Deshalb wäre es am besten die Musik selber zu hören, vermutlich. Siehe weiter oben.

Die Band:

Anders Bast: Tenorsaxophon, Bassklarinette
Petter Hängsel: Posaune
Mathias Wedeken: Kontrabass
Rasmus Lund: Schlagwerk

quarterpounder.net/

Etwas auf Seidenpapier

auszudrucken, so wie ich es neulich versucht habe, funktioniert nicht wirklich und es geht möglicherweise der Drucker dabei kaputt. Dieser Artikel hat mich inspiriert, auch mal so etwas zu machen und einmal für 30 Tage jeden Tag etwas zu schreiben. Zum einen kann ich so vielleicht wieder eine bessere Routine etablieren, was diese Sachen betrifft. Zum anderen, weil viele Dinge, die dort stehen, auch meiner Beobachtung entsprechen. Unter natürlich ganz anderen Vorraussetzungen. Schließlich gibt es mir die Möglichkeit, entschuldigterweise Texte, die morgens oder abends auf dem Taschengerät in der U-Bahn entstehen, hier wie sie sind zu veröffentlichen, wie bereits neulich einmal exemplarisch geschehen.

Kuck mal ich hab ein Bild gefunden das ich hier einfach dazu mache!

„When you write and publish every day, you’ll lose lots of subscribers. […] what publishing one essay every day does is that it kicks out the folks who are not really interested in the stuff you say.“ Abgesehen von dem merkwürdigen Gebrauch des Wortes Essay im zitierten Text – diese Gefahr besteht tatsächlich ja nicht, denn durch das Beharren auf der eigenen Langweiligkeit und Kauzigkeit und Experimentierfreude ist das „Ausfiltern“ längst zu genüge erledigt. Auch hatte ich nie das Problem, zu sehr an einer festen Form zu hängen – Gegenteil, eher. Aber ich liebe diese wahnwitzige Verzettelung, die hier über die Jahre Möglich geworden ist. Denn das hab ich festgestellt: „When you write a lot […] you’ll create an abundance mindset. Where there’s plenty of everything“, definitiv. Die kreative Praxis ist der Ursprung weiterer verstiegener Projekte und Werke, es führt eins zum anderen. Mein Kopf nämlich ist übervoll mit Ideen für Texte, die noch zu schreiben wären, und nicht nur mit Ideen für Texte, auch für alle möglichen anderen Dinge. Es ist eine unglaubliche Fülle an Gedanken und Ideen und ein schier unerschöpfliches Reservoir an Dingen, die mich interessieren, was ich mit mir herumtrage und was hier und da mal überschwappt oder überschnappt. Manchmal muss dann halt auch der Drucker repariert werden, wobei ich nicht weiß, ob ich das wirklich kann.

Versuchsaufbau

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Wenn ich auf der Mittelwelle war, hatte ich die Mitschnitte immer mit dem laufenden PC gemacht, was so lange gut ging, bis ich mir einen neuen PC zulegte, der den Mittelwellenempfang tatsächlich erheblich stört. Jetzt höre ich dann Mittelwellenradio, wenn der PC aus ist — was mir eigentlich noch besser gefällt. Es gibt genug andere Dinge. Um aber dennoch einen digitalen Aircheck anfertigen zu können, habe ich mir diesen Versuchsaufbau überlegt:

Es gibt das kleine Kofferradio*, Das ist genau richtig dafür. Aus dem Kopfhörerausgang geht, mit einem Mono-zu-Stereo-Adapter versehen, das Signal zum Line-In des Zoom Digitalrecorders. Wenn der Adapter vor dem Line-In hängt, funktioniert es nicht, dann wird das Signal nur auf einem Kanal aufgezeichnet. Die Lautstärke des Radios steht auf 2. Am Digitalrecorder kann das Eingangssignal gepegelt werden, momentan passt es. Damit ich auch noch Radio hören kann, habe ich an den Ausgang vom Recorder den kleinen Batteriebetriebenen Reiselautsprecher gehängt.

Damit habe ich den vorletzten Seewetterbericht, den der Deutschlandfunk über Mittelwelle 1269 KHz ausstrahlte, aufgezeichnet. Der Sender wurde am 31.12.2015 abgestellt — dazu wird später noch mehr zu sagen sein. Dieser Versuchsaufbau funktioniert ganz wunderbar und ich kann damit eigentlich alles aufnehmen, was das Radio empfängt.

*(es war das letzte Geschenk für Deine Oma)

Teile eines Vorhabens

Welches öffentlich sein wird aber dennoch wird es vermutlich nicht sichtbar sein. Es ist eine Verschwendung denn es wird an einen Zaun gehängt mit Wäscheklammern und es bleibt dann dort hängen, außer ich denke daran es wieder abzunehmen. Auf den Disketten ist gespeichert was dann auch abgerufen werden kann. Ich habe dazu auch noch eine andere Idee die eigentlich besser ist dazu aber später mehr. In der letzten Zeit mache ich wieder sehr viel mit Farbe und Papier oder vielmehr Wellpappe weil ich das schön finde. Wie es sich wellt und eigentlich nicht geeignet ist. Soviel. Für jetzt.

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Auf den Disketten ist es gespeichert, aber die Disketten sind mehrfach nicht mehr zu lesen. Zum Einen, weil es schwierig ist, ein Anzeigegerät mit entsprechendem Laufwerk zu finden. Zum Anderen sind sie ausgiebig mit Acrylfarbe bemalt und hinten ist eine Wäscheklammer an sie befestigt. Der vollständige Gebrauch der Kunst würde also ihre  Zerstörung bedeuten. Bei der nächsten Serie werden wir sogar mit dem Ort kommunizieren, an dem es stattfindet, aber für jetzt bin ich schonmal froh mir endlich wieder die Zeit für derartige jedem Zweck entfremdete Dinge zu nehmen.

Es ist noch nicht fertig.

 

Leute könnten sich natürlich auch eine oder mehrere der Disketten mit nachhause nehmen und dort aufbewahren. Das würde mir gut gefallen.

 

Kann Teile von Text enthalten

In der Silvesternacht war der Bus plötzlich voll mit einer Horde stinkender, richtungslos berauschter junger Menschen. Eine von ihnen kotzte an einer Haltestelle aus der Tür des  haltenden Busses. Ein anderer, der an der falschen Station ausgestiegen war, stieg mit dem Kopf vorran wieder ein und bekam beide Flügel der sich schließenden Tür gleichzeitig gegen den Kopf gehauen. Die weise Tür (zu seinem Glück) öffnete sich, erschrocken vor der besoffenen Torheit, sofort wieder.

Der Mann auf dem Fahrrad, der über die verschneite Plaza fährt und in jeden Mülleimer schaut. Bilder von großer Einsamkeit.

Heute saß neben mir in der Bahn eine Frau, die sich sehr genau die Todesanzeigen in der Hannoverschen Allgemeinen anschaute, auf ihrem Tablet.

Die Elster, die Krähe, der Schnee. Die verlorene Papiertüte mit dem Pausenbrötchen.

 

Ach die schönen Blumen!

[Nachgetragen aus dem Notizbuch][7.10.] Verschiedene Begebenheiten der letzten zwei Tage. Am Morgen hatte ich mich entschlossen, schnell ein Foto zu machen von dem weggeworfenen Blumenstrauß, der also halb in der Öffnung des Mülleimers am Ausgang der Station Expo Plaza steckte, war gerade mit einem kleinen Bogen umgekehrt und hatte auch die Leute an mir vorbeiziehen lassen, um nicht weiter aufzufallen. Dann stand jedoch die Frau dort und sagte zu mir „Die Blumen!“ — „Ja die hat jmd. weg geschmissen“ — „…ach die schönen Blumen!“ — „können Sie mitnehmen!“ (sie freut sich, nimmt den Strauß) „Oh wie schön, die Blumen!“. Am Fuße der Fußgängerbrücke zwei Feuerwehr-Lastautos. Später am Tag wird ein dicker Feuerwehrmann Holzpaletten aus dem Pavillon holen, die in die Laster verladen werden. Auf der Strecke zum Seiteneingasng wird er die leere „Ameise“ als Roller benutzen und mit Schwung über die Plaza rollern.

15:44 Gänse in der Luft. Ich höre sie nur.

[28.10.] Dann am nächsten Morgen [des 8.10.] sitzt eine Krähe auf dem stacheldrahtgeschützten Metallausleger, an welchem zu meiner Sicherheit eine Kamera hängt und auf den Steinplatz mit den 11 Bäumen glotzt. Krächzt den hohen Nebel an, als wär‘ das alles nichts. Der Pavillon wird in großen Bereichen als eine behelfsmäßige Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Am Wochenende wurde die Zeit umgestellt. Am Abend die beiden im Anzug, beim Bäcker im Supermarkt an der Marienstraße, die ganz offensichtlich zu wenig Zeit haben, denn sie müssen flüstern und grinsen und die Hände in die Anzugjackettaschen stecken und zu dem hinüberschauen, der in hellbeigen, ausgebeulten Hosenbeinen und einem hellgrauen Anorak mit seiner Halbglatze und seinem Leinenbeutel an der Käsetheke steht und viele Fragen zu den Käsesorten hat.

Die Plakate an der Hauswand, sie wurden alle entfernt, es hängen jetzt nur noch ein paar Fetzen dort am grauen Putz.

Hatte ich den Nebel erwähnt?