werkzeugen

versammelt, geheftet auf
die seiten, wände, ein
langgezogenes eselsohr
zur erinnerung & das
merkwürdige gerät um
wasser abzuwägen, um
wieviel dünner es ist —
im vergleich

ungezählter abwesenheiten
in den dingen, die noch dort.

stumme diener //  offenbar
zwischen nut und federkiel.

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Dies ist ein Rezensions-Gedicht zu Stefan Heuers Gedichtband “werkstatt”, erschienen bei Parasitenpresse.

20150414_155828

Empfangsberichte (1)

radio03

29.3.’15 ca. 21:10 – 0:15 NPO (Niederlande) mit einem Wunschkonzert-Programm auf 747 kHz, danach eine recht sakral anmutende Sendung mit Orgelmusik und eienm Studiogespräch darüber. Mittelwelle jedenfalls heißt “Middengolf” auf Niederländisch.

radio02

31.3. BBC 4, LW 198 kHz, 20:40 – 21.45 ca., nach den Nachrichten um 21:00h ein (wie mir scheint) differenziertes Feature über ein Programm, in dem Sexualstraftäter anderen beim Verständnis ihrer Schuld helfen.
1.4. BBC Radio 4, LW 198 kHz ca. 20:14-21:10: Abspann Letzte Sätze + Abspann der “Archers”, dann Wortsendung und ein Hörspiel. Zeiten notiere ich hier in Ortszeit.

HULLCURVE 2x KURZ

Hull Curve: www.hullcurve.de

(Noch befor wir es ganz erforschen konnten & verstehen ist dieses Medium schon wieder verschwunden, noch befor der erste abendfüllende Experimentalfilm oder zumindest ein Besäufnis an der Bushalte mit einem Nokia 6230i aufgenommen werden konnten, gibt es das nicht mehr. Ungeahnte und unzählige Möglichkeiten bleiben ungenutzt. Diese wären zumindest einmal anzudeuten — wie etwa hier. Fortsetzung folgt schweren Fußes. Hull Curve schreibt man in zwei Worten.)

Kafka war nie in Amerika

“Zum Beispiel Banken. Und wenn die groß geworden sind, so groß, dass sie ein Land überschatten, dann heißt das Land Amerika, und nun wollen wir einmal ein Amerika-Buch begucken, das eigentlich gar keines ist und doch eines ist. Es ist von jenem großen Prosaiker Franz Kafka, auf den immer wieder hinzuweisen das schönste Verdienst Max Brods ist – das Buch heißt ›Amerika‹ (und ist bei Kurt Wolff in München erschienen). Das Werk stammt aus der Zeit vor dem Kriege, Brod sagt in seinem Nachwort, dass es schon viele zarte Lichter des Chaplinschen Humors enthält. Es ist etwas ganz und gar Wunderbares, an innerer Musik und dem Pianissimo der Töne nur noch mit Hamsun zu vergleichen.

(Kurt Tucholsky: Auf dem Nachttisch, 1929)

»Es ist die Photographie meiner Eltern«, sagte Karl. »Nein, ich muß mit den Leuten selbst sprechen.« Die Oberköchin sagte nichts weiter und gab telephonisch in die Portierloge den entsprechenden Befehl, wobei sie 536 als Zimmernummer Karls nannte.

(Franz Kafka: Amerika)

Durch die Verwendung “amerikanischer” und “moderner” Motive wie Automobile, Telefone, Wolkenkratzer oder auch die Photographie als Medium der Erinnerung erschuf Kafka aus Fotos, Träumen und vermutlich Filmaufnahmen eine große, amerikanische Welt, ein Theater mit den Ausmaßen eines Stadions. Selbstverständliche nutzte er Traumbilder, wie hier am Beispiel der Einfahrt in den Hafen von New York zu sehen ist:

Vor den drei Fenstern des Zimmers sah er die Wellen des Meeres, und bei Betrachtung ihrer fröhlichen Bewegung schlug ihm das Herz, als hätte er nicht fünf lange Tage das Meer ununterbrochen gesehen. Große Schiffe kreuzten gegenseitig ihre Wege und gaben dem Wellengang nur so weit nach, als es ihre Schwere erlaubte. Wenn man die Augen klein machte, schienen diese Schiffe vor lauter Schwere zu schwanken. Auf ihren Masten trugen sie schmale, aber lange Flaggen, die zwar durch die Fahrt gestrafft wurden, trotzdem aber noch hin und her zappelten. Wahrscheinlich von Kriegsschiffen her erklangen Salutschüsse, die Kanonenrohre eines solchen nicht allzuweit vorüberfahrenden Schiffes, strahlend mit dem Reflex ihres Stahlmantels, waren wie gehätschelt von der sicheren, glatten und doch nicht waagrechten Fahrt. Die kleinen Schiffchen und Boote konnte man, wenigstens von der Tür aus, nur in der Ferne beobachten, wie sie in Mengen in die Öffnungen zwischen den großen Schiffen einliefen. Hinter alledem aber stand New York und sah Karl mit hunderttausend Fenstern seiner Wolkenkratzer an. Ja, in diesem Zimmer wußte man, wo man war.

(Franz Kafka: Amerika)

Ich wußte zuerst nicht eigentlich, wo ich war, erst als ich mich einmal zufällig erhob, sah ich links von mir und rechts hinter mir das weite, klar umschriebene Meer, mit vielen reihenweise aufgestellten, fest verankerten Kriegsschiffen. Rechts sah man New York, wir waren im Hafen von New York. Der Himmel war grau, aber gleichmäßig hell. Ich drehte mich, frei der Luft von allen Seiten ausgesetzt, auf meinem Platze hin und her, um alles sehn zu können. Gegen New York zu ging der Blick ein wenig in die Tiefe, gegen das Meer zu ging er empor. Nun bemerkte ich auch, daß das Wasser neben uns hohe Wellen schlug und ein ungeheuer fremdländischer Verkehr sich auf ihm abwickelte. In Erinnerung ist mir nur, daß statt unserer Flöße lange Stämme zu einem riesigen runden Bündel zusammengeschnürt waren, das in der Fahrt immer wieder mit der Schnittfläche je nach der Höhe der Wellen mehr oder weniger auftauchte und dabei auch noch der Länge nach sich in dem Wasser wälzte.

Franz Kafka, Tagebucheintrag vom 11. September 1912

The Nylon Standard

War und ist vielleicht noch immer der Name, unter dem ich Sounddateien, Musik, Klänge, wie man es immer nennen möchte, veröffentlicht habe. Es gab dazu eine eigene Seite und diverse Auslagerungen bei unterschiedlichsten Anbietern für so etwas, z.B. Myspace, Soundcloud, etc.

Die Domain für das Projekt ist lange gekündigt, das Blog liegt hier noch in einem verwaisten Unterverzeichnis. Der vollständigkeit halber und weil ich einfach nichts wegschmeißen kann, werden unter dem Stichwort “The Nylon Standard” einige Einträge daraus — inkl. Verweise auf die Klangerzeugnisse — aufbewahrt.

Die Soundcloud-Seite wird vermutlich bleiben, alles andere vermutlich eher nicht.

Initialer Text zur Seite www.the-nylon-standard.de

Über diese Seite

 

Lumumba squad. Summa Sumarum Lirum Larum Löffelstiel. Damm Dasela Dusela Dimm (Bamm Dasela Bumm). Doktrin Dioptrin Dogma Oligarchie Hilversum. Summa Dogma, Damm Bumm (Larum Larum), Sirconflex negativ Abrakadabra was raschelt im Stroh! Nebenan auf dem Bild ein typisches Musikinstrument welches Verwendung und Verwindung findet (so es sie sucht). Nebst Blechkeksdosendeckeln, Chinesischen Wunderheilerkugeln, Alufolie (siehe Abbildung dort an der Seite auch), Draht und Obstkisten sowie noch anderem. Ein Computer bspw.

THE NYLON STANDARD is a tale of tow cities: New York and London (that makes the word of: NYlon). It’s about the capital city of all the W’s. The Newspaper of this imaginotory Town of Nylon. Metropolis (as mentioned in Fritz Lang’s “Metropolis” and in “Superman”). Nevermind. Blaze of Glory. A Superstar (that’s what you are),hilversum hilversum rex!

THE NYLON STANDARD ist die Geschichte von zweier Städte: New York und London (das macht das Wort von “NYlon”. “NYlon” war und ist die Hauptstadt der 3 Ws, denn hier sind die meißten Zugänge (gewesen) (dereinst). Metropolis (Wie in dem Film von Fritz Lang erwähnt sowie in “Superman”). Hilversum hingegen liegt am Meer.