Morast & Einzelstück

Hinterfrage Ikonen (zahmer Widerschein)
durch Glasbausteine sickerndes Licht, weit Wunde

Wirklichkeit, Morast & Einzelstück : Auf Kriegsfuß
mit dem Du und Du der Zielvereinbarungen –

Der hässlichste Baum bleibt stehen, wo ich wohn.
Fette die Mango ein dann verwandle Dich
in eine Zeichentrickfigur.

Es gibt Nord, Mitte und Süd

Als ich am Linedener Marktplatz aus dem Bus stieg, regnete es bereits. Ich hatte aber einen Müllsack über das Hemd auf dem Bügel gestülpt und war so, mit Hemd auf dem Bügel im Müllsack, mit der Bahn hierhin gefahren. Dann stand ich, weil noch etwas Zeit war, vor einer Bäckerei unter einer Markise, eingehüllt vom Brötchenduft. Da ist mir eingefallen, dass mich dieser Geruch an die Kindheitsurlaube erinnert, in denen ich am Morgen den weiten Weg von der Ferienwohnung in Norddorf bis zum Café Schult lief, um Brötchen für das Frühstück zu kaufen. Es dürften wohl ca. 150 Meter gewesen sein und der Weg ging durch eine kleine Senke, wobei zur linken Seite eine hohe Mauer aus Natursteinen stand, in deren Fugen das Gras wuchs.

Dann noch kurz N. getroffen. Cappucino im Les Ersatz. N. liest aus einem Artikel eines gemeinsamen Bekannten in einem Stadtmagazin vor. Wir sprechen über die stadtteilinternen Grenzen (es gibt Nord, Mitte und Süd) und wie das alles ist mit den neuen und den alten Einwohnern, den Mietpreisen, dem Fluss usw.

(Nokia 6230i)

Zu Fuß zur Bahnhaltestelle. Linie 10 zum Bahnhof, N. steigt an der Glocksee aus und nimmt den Bus. Die Bahn ist wieder recht voll. Das Buch ist hoffnungslos unter dem Einkauf, Kleiderbügel usw. am Boden des Rucksacks vergraben. Also schreibe ich drei Nachrichten auf dem Handy, während wir durch die Goethestraße ruckeln.

Der Sturm ist schon in der Luft

den ganzen Tag über. Durch den Regen mit dem Fahrrad, zunächst zum großen Supermarkt an der großen Straße, dann auf den Mittwochs-Markt. Verschiedene Gemüse, Eier, Fisch, Kartoffeln (Belana und Süßkartoffeln). Wie anders die Leute hier miteinander sprechen. „Was hat sie jetzt da liegen“ sagt der Händler zu der Kundin und dann zählt sie es ihm auf, sich selbst noch einmal in Erinnerung rufend, was sie jetzt kaufen möchte, „Petersilie hat sie noch da“ , ergänzt er die Aufzählung, die kaufe ich dann auch, glatte. Der noch sanfte, kleine Regen tropft derweil von den Dächern der Stände. Ich möchte kein Foto machen.

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Als ich gestern diesen Artikel las, musste ich beim im Zitat zitierten „salle des pas perdus“ gleich an die Bahnhofshalle im Groninger Bahnhof denken, daran, wie die automatischen Holztüren beim Aufschwingen klingen, wie selten es ist, das es noch Wartehallen gibt. Davon (neben weiteren Fieldrecordings aus dieser Stadt) gibt es eine Aufnahme.

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Neulich, in Oldenburg (Oldb.), saß ich auch in einem Wartesaal, den es in diesem schönen, aus einer anderen Zeit übrig gebliebenen Bahnhof, noch gibt. Charakteristischer Klang in diesem Raum ist das Weiterrücken der Uhrzeiger der großen Uhr über dem Eingang. Davon keine Aufnahme.

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Auf dem Rückweg vom Markt war der Regen dann ein wenig stärker. Später, weil ich keinen Kümmel mehr in der Küche hatte, musste ich noch schnell zu einem weiteren Supermarkt. Hier bereits stärkerer Wind, den ich auf dem Rückweg merke. Der Sturm ist schon in der Luft und wird morgen landen.

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Immer wieder irrlichternde Gedanken im Kopf, wie ein freieres Leben, welches sich ja gerade zeitlich begrenzt zwar ereignet, vielleicht doch möglich sein könnte. Dann sitzt man jedoch am Morgen in der Küche und hört in der Presseschau, wie die Journallie die Agenda-Kosmetik des Schulzen kommentiert und bereits diese lachhaften Wiedergutmachungsversuche, ganz im Sinne der neoliberalen Pest, wegzuargumentieren versucht. Da ist wieder die ewige 40-Stunden-Woche, die wir alle in Zukunft damit verbringen werden, die Robotergetriebe schön zu ölen. Kurze Verzweiflung über all die Dummheit, deren einziger Sinn es ist, das Leben der vielen schwerer zu machen. Die Deutsche Bank werden sie auch retten, nach der Bundestagswahl, weil Systemrelevant etc. pp., denn da gelten die Marktgesetze dann bekanntlich plötzlich nicht mehr.

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Was solls. Den Tag dann hauptsächlich damit verbracht, eine schöne Suppe mit Rindfleisch zu kochen. Ich hatte noch eine eingefrorene Beinscheibe im Kühlschrank. Dabei zurerst die Sendung Brüssel Zentral, dann La France en Duo und dann sogar Urban Landmusik gehört, weil heute einer der Tage war, an dem mir Country-Musik gefällt. Die Wäsche hängt auch nicht mehr auf dem Balkon, der Sturm kann dann meinetwegen kommen.

Empfangsbericht (7)

27.1.2017

Ca. 20:25-21:04 Ukrainisches Radio

Radio Ukraine sendet lt. Wikipedia nicht mehr auf der Mittelwelle. Ich habe einen Sender auf ca. 570 kHz gehört, der sich nach der Senderkennung wohl „Ukrainisches Radio“ nennt. Ca. 570 kHz. Merkwürdig. Hier jedenfalls eine Senderkennung(?), vielleicht finde ich noch heraus, was das für ein Sender ist.

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UPDATE 19.2.2017 Hier wird 2014 von einem „Ukrainskoe Radio“ auf der 549 kHz berichtet. Auf dieser Seite steht vermutlich (ich spreche kein Polnisch), dass der Sender in Brovary, Ukraine steht und mit 150 kW sendet.

Ca. 21:06-22:33 Jil FM.

Wie schon in Empfangsbericht (2) ist nicht klar, ob es die Frquenz MW 531 kHz, Sender Ain Beida mit 600 kW ist, oder die 549 kHz, Sender Les Trembles, der ebenfalls mit starken 600 kW bis nach Norddeutschland sendet. Mein Empfangsgerät lässt es nicht zu, die genauen Frequenzen von der Skala abzulesen, so dass ich jeweils das Internet zu Rate ziehen muss. Ich werde mir keinen Weltempfänger mit Digitalanzeige anschaffen, weil es mir darum nicht geht. Es geht darum, nicht genau zu wissen, wo ich mich befinde. Es geht darum, wie schön es ist, das ein Radiosender, der etwa in Nordafrika steht oder in Schottland, bis zu meinem kleinen Radiogerät senden kann. Das manchmal sogar 20 kW aus der Provinz Limburg bis zu mir ins Skriptorium senden können. Zehn Wasserkocher lassen sich mit 20 kW betreiben. Wie einfach das ist.

Notiert habe ich auch, dass ab Minute 57 der Aufnahme zu hören ist, wie die Waschmaschine im Schleudergang den Empfang stört. Hinzu kam auch kurz die Beleuchtung im Badezimmer. Hier ist ein Trafo eingebaut, der den Empfang ebenfalls stört.

Senderkennung Jil FM

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Die Stadt kommt ganz zu sich

Schönes Nieselregenwetter heute, mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Die Stadt kommt ganz zu sich bei dieer Witterung, mit ihrer ganzen wunderbaren Ungemachtheit. In der letzten Zeit hat sich die Sicht auf all das noch einmal geändert. Häuser und Straßen erscheinen oft größer, fremder und abweisender, aber der Blick auf diese altbekannten Gebäude und Wege ist ein interessierter. Dazu heute ein Erlebnis von etwas Unbekanntem gehabt, in einer Straße gewesen, in der ich sonst nie bin, obwohl sie auf einen Platz mündet, den ich des öfteren überquere. Das war in Linden. Heute Abend geht es noch einmal in diese Richtung, aber nicht ganz so weit, dafür mehr nach rechts, an der Leine entlang.