geträumt, die ich fütterte, weizenfeldern rechts und links des mittellandkanals. heute nach dem ortstermin ausgedehntes, mehrere sekunden währendes déja vu. station kröpcke – die abfahrende bahn zieht das traumbild hinter sich mit in den tunnel hinein. die tauben pflücken diese letzten unbekannten bilder aus der luft. vögel, die unter der erde fliegen. [6.1.2015]
Author: fabe
[jetzt bereits nachgetragen]
[gestern während der bahnfahrt geschrieben]: am freitag im bahnhof gewesen. presse: wirtschaft und philosophie. hirnforschung. nationalismus (das übliche blut-und-boden gesabber, dem jetzt wieder alle hinterherrennen). die lettre wieder nicht gekauft, edit (toll) und bellatriste (enttäuscht) sind bereits lange gelesen. jinglejangle die münzen in der manteltasche, aber niemand will sie haben. 2001. refugee camp. auf der meile im elysėe, hören die u-bahn unter dem haus fahren.
als ich am 5.1. zur station komme ist das neue jahr schon auf hochtouren, die uhren allerdings um 6 vor 1 stehen still. die ellenbogen noch kuschelweich von den feiertagen — die ersten drei stationen lang. der automat verweigert die herausgabe sowie vorab zahlung. im kröpcke funktioniert.
2014 in Bild und Ton
(Wenn die Kamera den Regentropfen an der Scheibe scharfstellt, anstatt.)
Komm ins Schreiben,
lass die Scherben liegen, kannst sie morgen auch noch aufkehren, mit dem neuen Eisenbesen. Die letzten Tage an die Ordnung gegeben, auch der kleinen Dinge. Jetzt ist es beinahe wieder zu spät. Jetzt ist es wieder ein Text der von der Verhinderung spricht, so ist der Anfang. In jedem Fall wird er heute noch in die Welt gelassen, es kann sein er wächst noch, in den nächsten Tagen, Stunden. Morgen mit dem Rad eine Besorgungstour. Friseur und Baumarkt, mit Zwischenstopp nur über den Tassenladen, ob das wohl gut gehen kann und weiß eigentlich jemand wieviel Uhr es jetzt Indien ist? Auf zum großen Platz in der noch größeren Stadt, dort steht die große Uhr die nur aus Atomen konstruiert wurde und und und und und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . und . geht der Kern wenn er zerfällt in tausend Stücke, sie besteht seit vielen Jahren schon nur noch aus verworrenen Ideen, die zu nichts geführt haben, Gedanken über den Mond in einer Winternacht.
Wir beginnen zu enden, verlassen uns auf alle guten Geister, die schon vorausgegangen, die Lage zu erkundschaften, vorwärts rüclwärts seitwärts gewandt, die Füße gegen den dunklen Himmel gestreckt, so kann es kommen. Das nächste wird ein Schaltjahr, die Hand schon am Knüppel.
Zischen Zwischen und Zwischen.
„Deutschpoeten“ ist ein Wort, das hätten sich jetzt auch die Faschisten ausdenken können. Dies zusammenhanglos vorweg. Am Freitag jedoch lief der lyrische Filter auf Hochtouren, es hätte vieles daraus sein können, was jetzt im Moment versunken ist. Der hier Schreibende als Karrierecoach — schreib doch auf deine Visitenkarte „Rennfahrer und Ufologe“ — der hier Schreibende als Tontechniker: Die Lautsprechermembran aus Wellpappe, mit Kaninchendraht zur Induktion und mindestens Drehstrom! So kann’s gehen: Dem Tag die letzten Zeilen abgepresst, zwischen Zwischen und Zwischen. Der Schwüle Dezember nach der Novemberhitze, der Glasbunker am Rande der Stadt, am Morgen die Taubenschwärme, von Zeichen in der Luft,
[Heute Morgen]

Das war gestern.
Beeindruckend, wenn jmd. das Kaufmannsund einfach so schreiben kann

3 Sekunden
Zusammengeklaubt aus von Hölzchen auf Stöckchen errichteten Laubhütten, die stehen im tiefen, dunklen Wald. Wenn man denn noch davonsprechen kann, vielleicht bei den Geisterbären, wo sie der Erde das Öl erpressen.
Heute für ungefähr 3 Sekunden war alles gut. So lange dauert es im Durchschnitt: 3 Sekunden. Kaum mal länger, aber auch nicht weniger: Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. Dreiundzwanzig. Schlägt Blitz in Holz.
Die Enden der Wurst sind die interessanten Gegenden der Welt. Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Der Stumme Diener scheint. Mond dort mit dem Auto über die Brücke Nachhause fährt. Hierzulande Wasser Luft.
Aufgegangen mitgefangen. Das ist aber komisches Zeug was Du da wieder redest. Mach doch eine Weile aus dem blauen Himmel und häng sie Dir ins Haus. Pass nur auf das sie nicht so lange tropft. Aufblüht der Regenschirm.
Mshp
Robert Müller studierte an der Universität Wien Germanistik und Philologie, ehe er nach Amerika ging und dort bis 1911 als Cowboy, Matrose, Zeitungsverkäufer und Reporter lebte. Sein belgischer Großvater war, nachdem er im Auftrag des Königs versucht hatte die Sandwichinseln zu kaufen, irgendwie hängen geblieben in Kalifornien. Auf der Rückreise wurde er durch sein Verhalten im Zug auffällig und deswegen zunächst in eine Anstalt für Geisteskranke eingewiesen, schließlich seinen westgalizischen Verwandten übergeben, die ihn der Obhut eines russisch-polnischen Wunderrabbis übergaben, an dessen Hof er Jahre später von einem der Onkel Roths ausfindig gemacht wurde, der den Vater als sehr schön, unaufhörlich lachend und völlig unzurechnungsfähig beschrieb. In Anbetracht all dieser Fakten habe ich meinerseitz Salz gestreut auf Vonwegen und in Überwunden ist es versickert, der Vergangenheit hinterhergelaufen, aus der die Gespenster gemacht sind die Du angerufen hast mithilfe Zellophans, durchscheinend und Transparent, auf geschrieben steht:
„Gegen die Widerbevölkerung der Wüste!“
Deine diaphane Welt der verschiedenen Ebenen wie sie in den Angeln hängt und aus dem Leim gerät, Nut und Feder, Nut und Feder, auf dem Balken sitzt er, genutet und gefedert, die Dachlatten im Oberstübchen die Tassen im Schrank, die Queen kommt zum Tee vorbei, um 5 Uhren Morgen ganz und der Schuster der schottische bei seinen Leisten. Diese Zeit: ist lang vorbei. Von damals muss ich noch an einer Stelle im Herzen die goldumrandete Karte von Johnny Schmitten aufbewahrt haben, ein wenig zerknickt bereits seitdem, aber immer noch lesbar Name, Funktion, Fernruf: 61211. Die Nummer war stets weitergereicht worden an den Nachmieter der Wohnung, daher die Kürze. Ich erinnere mich auch an eine Zeit, in der die Telefonnummern nach Stadtteilen zuordnebar waren, bis die singenden Drähte den privaten Wegelagerern in die Hände fielen, welche sich als allererstes die Rufnummernmitnahme ausdachten, um der Verwirrung halber. Durch die Straßen der Stadt lief ich gestern Abend, hatte Tee gekauft und Shortbread im kleinen Asia-Laden mit gemischtem europäischen Zusatzangebot, hinten an der Vahrenwalder. Vor dem Café Buntekuh stand der livrierte Portier und versuchte die Kundschaft ins Etablissement zu bugsieren: „Hereinspatziert hereinspatziert die bunten Vögel! Wir werden Ihre künsten Erwartungen übersteigen, nur um dann stehenzubleiben auf dem Vorgebirge der Jahrhunderte und hier, direkt an Ort und Stelle, eine Windmühle zu errichten zu Ehren des großen Kastillianers, der sich nachher dann vielleicht auch noch blicken lassen wird in unserem Etablissement, verehrte Nachtvögel und Zitronenfalter, hereinspatziert!“, usw., usf., a.a.O.
Dora Emon, el Gato cósmico
Die Neuentdeckung dieser Woche ist Dora Emon, el Gato cósmico. Wie dem Netz zu entnehmen ist, läuft diese Serie bereits seit 20 Jahren. Dora, die außerirdische Katze, hilft ihren Freunden dabei, sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Dabei passiert es anscheinend oft, dass die Alien-Technologie nicht so ganz die richtige Lösung ist, jedenfalls nicht wenn sie zu oft, bzw. ohne vorher über die Konsequenzen nachzudenken, angewandt wird.
Diese Situation ist ja aus vielen Serien mit einem ähnlichen Plott bekannt. Siehe „Bezaubernde Jeanie“, „Sabrina“ und so weiter. Die Kapitel werden oft durch Zwischenbilder mit japanischen Schriftzeichen eingeleitet. Neben der wundervoll gezeichneten, hellblauen Katze ist es ganz toll zu sehen, wie für el Gato cósmico das Glas tendenziell immer eher halb voll ist und dann überschwappt. In einem Comicladen am Passeig de Sant Joan habe ich mir eine Tasse gekauft. Die T-Shirts gab es leider nur in Kindergrößen.