Prinzessinen & Grafen, Kartoffelmännchen & Pferdemädchen,

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Nach einer wirklich wirklich langen Pause (aber ich bin der Meinung, dieses Buch, Büchersammlung, eignet sich dafür) auf dem Hinweg und dem Rückweg, von und nach Groningen, wieder die Récherche zur Hand genommen und mich letztenendes durch das zähe Ende einer Liebe von Swann gebissen. Ja ich verstehe das schon, ich verstehe den Witz und die Pointe und es ist auch wirklich sehr sophistiocated my arse, aber der Weg zu den bitterbösen, subtilen Anmerkungen zur dort versammelten Gesellschaft von Prinzessinen und Grafen und wer auch immer die Revolution anscheinend leider doch überlebte, er schnörkelt sich doch sehr in eine übersteigerte Verziertheit hinein, bisweilen. Da man ja selber davor nicht gefeit ist, immer, so sigh us und weiter geht es. Nun im Abschnitt Ortsnamen • Namen überhaupt, dessen Name überhaupt ja schon ’ne Wucht ist, wo ich dann wieder beim jungen Protagonisten bin, zunächst in den schönen Ideen fremder Länder, die anhand des Zugfahrplans und der Ortsnamen entstehen, die von der Realität natürlich niemals eingelöst werden können, aber der Trick ist, darauf kommt es garnicht an. Wie schön beleuchtet die Fenster im Hinterhof jetzt gerade sind, wo es wieder dunkel ist bei Zeiten. Oben und unten die beiden Anlichtungen meines Lesezeichens, welches ich gerade benutze. Zettelwirtschaft.

Sonderling 2

Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten, auf dem ich notgedrungen nun bereits seit längerem einen kleinen Stand besitze, an welchem ich Schnürsenkel, Leim und Losnieten um ein weniges feilbiete, heute wieder für die Mitmenschheit die Ohren rot, da sie sich auf die Bühne stellen unter der Erde; Schreiben können sie nicht, aber vorlesen müssen sie es dennoch und sich für verruchte Fotos aufräkeln, die kleinen niedersächsischen Kartoffelmännchen und Pferdemädchen. Als wenn’s kein Morgen gäbe. Und man kennt sie auch noch. So wird es immer sein in Hannover. Geht man dann hin und klatscht sich selbst auf die Schulter. Danke aber nein.

Fragmentarisch

Gestern in der Mittagspause einen Mäusebussard gesehen und einen Storch. Am Abend lief ein Eichhörnchen über die Straße, auf der ich mit dem Fahrrad nachhause fuhr. Gestern eine Aufnahme gemacht von den Zügen, die hier vorbeifahren, denen ich tagaustagein zuhören könnte, zwei Häuserzeilen hinter der Firma die

Den Dienstag am Emmichplatz gewesen, dann mit einer der besten Buslinien, 200, zum Moltkeplatz gefahren. Verschiedene Gerüche von Zitronenseife. Am Treibhaus vorbeigefahren, in Gedanken, die nicht wiederkehren. Dann zu einem Supermarkt gelaufen, es ist warm und vor der Tür liegt ein Hund platt auf dem Boden. Ein Mann kommt aus dem Laden, sagt „Dir ist ja warm, ne?“ zu dem Hund, der ihn nur mit den Augen ansieht, von unten. Fotos gemacht von diesem Hund, Plakaten für politische Vorträge und (unpolitische) Malkurse, einer Schuttrutsche.

Den Mittwoch beinahe in der Maschine eingeschlafen, nur noch die Beine schauen hinaus in die weite Welt.

Den Donnerstag, der Mann in der Bahn, mit seiner Frau als Begleitung, beständig den Kopf schüttelnd, darauf eine Mütze mit Marine-Emblemen.

Die große Hitze scheint vorüber, gut überstanden all das, kleine Ventilatoren am Abend in den Fenstern, der Sturm hat am Kanal eine Weide umgeworfen, als wir den Freitag dort waren, da war sie abgesägt und die Sonne schien mir auf den Nacken zur Seite. Kleine Schwäne am Ufer, die Jungen kommen und vertreiben sie, oder es ist weil an der Brücke gefüttert wird, sie schwimmen dort hin. Dann angelt ein Junge, es wird nicht so recht, zu ungeduldig ist er noch und die Leine verheddert sich in der Uferböschung Gestrupp. Später springen sie von dort aus wo sie sind in das Kanalwasser. Eine Abgrenzung der kleinen Entenbuchtung, die dort ist, ganz von Wasser bedeckt, so sieht es ein wenig aus als würden sie über das Wasser laufen können. Sie sind vom Sommer ganz braungebrannt und den ganzen Tag draußen, dass man froh darüber sein kann. Sehr heiß ist dieser Freitag gewesen, aber es ist eine so trockene Hitze, dass wir es gut draußen aushalten. Vom Freiband kommt die Durchsage das nun geschlossen wird, am Abend um Acht.

Der Samstag auf dem Markt, Stachelbeeren Blaubeeren Johannisbeeren.

Nachher vielleicht einmal die Ton-Aufnahmen von den kürzlich unternommenen Reisen anhören. Es eilt alles nicht so sehr. Es verdichtet sich zuweilen etwas, auch herrscht ein Mangel an Gelegenheit, die Erlebnisse rechtzeitig zu notieren, so gerät vieles in die Vergessenheit. Bunte Träume: Ich bin ein Taucher und soll etwas aus einem versunkenen Frachtkahn bergen, der in der Gracht liegt. Es wird erzählt, dass die Leute noch eine Woche lang dort eingeschlossen waren, aber in einem Raum sich aufhielten, in dem kein Wasser eingedrungen war. Das Dach des Schiffes befindet sich einen Meter unter der Wasseroberfläche. Ich tauche kurz dort hinein und schwimme durch ein Fenster ins Innere, wo ich ein kleines Mädchen treffe, das eine Schatzkiste in den Händen trägt. Sie erzählt mir, dass sie den Sauerstoff, den sie zum Überleben braucht, aus den Geldscheinen bekommt, die in der Kiste sind und hällt sich einen Geldschein vor den Mund, dann bin ich in einem Zug, wir sind in einem Zug, wer auch immer wir jetzt sind, an einem Bahnhofskiosk kaufe ich eine Packung „Chewing Gum“, ich kaufe es auf Französisch, ich nehme also an, wir sind in Frankreich unterwegs und ich sage auch „Schuuing Gomme“, natürlich, mit kaum hörbaren E.

Zuletzt geändert von fabe am 7. Juli 2013 um 10:05

gestern als wir zum kanal fuhren mit dem rad, als wir gerade an der tankstelle waren und den statistik-professor bei seinem aushilfsjob als tankstellenhausmeister ertappt hatten, kam der 121er um die ecke am niedersachsenring und ich dachte gleich; //wie schön, da ist der 121er bus//.

als wir am abend, als das licht schon aus war und das schlafzimmerfenster offen, ,die sekunden zählten, die das gewitter noch entfernt war, erzählst du es wäre schön in einer wohnung zu wohnen, in der man die straßenbahn vorbeifahren hört.

***

Am Morgen beim Systembäcker an der Ecke stehen Handwerker und unterhalten sich über rücksichtslose Politiker-Konvois im Straßenverkehr, //damals, da war Albrecht noch Ministerpräsident, mit drei Limos waren die da unterwegs, als würde die Straße ihnen gehören sachichdir//.

Neuer Leitspruch oben auf dieser Seite:
Die Zeit aus den Fugen zu schreiben.

WÄREND ich sie nämlich über die Rücksichtslosigkeit der Politiker reden höre (und beim Empfang zur großen Messe wird, so ist der Einladung zu entnehmen, wie in jedem Jahr im Kongresszentrum auch ein Fahrerimbiss angeboten, dass alleine genügte schon) fällt mein Blick auf die Schlagziele der heutigen Presse: „Rambo-Raub“ schreibt sie, denn in das Schaufenster des Uhrenladens, in dem ich an einem verregneten Sonntagnachmittag um ¼ vor 3 die Uhren photographierte, die hier als ein wiedererkennbares Zeichen ausgestellt sind, ist – so ist dem Foto zu entnehmen – ein VW-Bus hineingefahren, so wurde der Laden beraubt. So gelangen meine Gedanken, ohne dass ich mich weiter mit dieser Frevelei befasse, zu dem Spaziergang an diesem Sonntagnachmittag, Jahre schon entfernt, und hierhin, und zur Zeit zurück, deshalb.

A room is still a room, even if it smells funny

Als ich von der Straßenbahn-Haltestelle zur Arbeit gehe, fährt durch den Regen hindurch ein LKW die lange Brückenrampe hinunter mit Gischt, aus Helsingborg grüsst die Plane.

Und in den langen Zügen, die aus drei Wagen bestehen, fahre ich morgens zu meiner Arbeitsstelle durch die ½ Stadt und am Abend zurück. Wie eigentümlich das Grau der Tunnelwände ist, es ist kein Ruß, es sieht aus wie solcher, es könnten Gummipartikel sein oder abgelagerter Feinstaub, also doch Ruß, der durch die offenen Eingänge der Stationen von der Stadt hereinweht, zusammen mit den Tauben. Wie lange meine Augen meine Blicke nun schon über diese Wände gleiten, über die Kabelstränge, die sich parallel zu den Gleisen an ihnen entlangziehen und wie meine Augen meine Blicke an manchen Tagen auch ganz aufgerauht sind, abgerieben, vom hinausschauen in das Tunneldunkel, hier und da ein vorbeiziehender Zug in dieselbe Richtung, der sich in einer eleganten geraden Kurve nach links oben oder rechts unten verabschiedet – neulich, als wir im Theater waren, wurde mir berichtet, ich wäre von einer solchen nebenherfahrenden Bahn aus gesehen worden, die Richtung war aber nicht mehr zu erinnern, die Bewegung und die Tageszeit.

[eine von zwei]

eine waschküchennacht im dunkleren teil der stadt, wo die häuser dieser leute stehen, man geht dazu einmal an der reifenfabrik vorbei und geht einmal unter den bahnschienen hindurch, oder fährt, mit dem fahrrad oder bus, an der brache entlang und den laternenmasten aus den filmen, die so leuchten von hoch oben in den nebligen dunst hinab. Wie verschollen liegt der Stadtteil ebd., aber mittendrin doch, das gelbe Licht, leckt über die weißgetünchten Wände, in der einen Straße, hier ist ein anderer Ort, wie ich neulich bereits ~ in einer vorangegangenen verwirbelung der nacht (stechapfelstrudel der dunkelheit) schrieb. ich habe ein kurzes video angefertigt von dem koncert auf dem ich war. vielmehr: vor dem koncert, auf dem ich war, sozusagen, während jemand vorbeischaut und nach dem weg fragt. und nach dem grund.
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auf meiner arbeit unter dem riesenhaften rechenschieber, auch die dicken kabel, auf dem fabrikgebäude der baum wächst ist ein gutes zeichen das hoffnung macht für die zeit die kommt, der wald wird uns wieder über die köpfe wachsen, vor lauter bäumen. und es wird musik dort sein.

Die Laternen

ich züchte weiter an mein Monster. mein Monster schaut stundenlang in abgründe hinein. die augen ganz viereckig geraten. the sun always shines.
    und es ist wieder eine beschreibung eines weges gerworden, wie ich immer wege beschreibe, mit kleinen stücken kreide, die fingerkuppen über den schotter, den sand fahren sie, in der nacht und bei tag, mit geschichten die der regen wegwäscht, die der schnee zudeckt, über die bald bald gras wachsen wird.

*** Riding on Timelines ***

Der Pappkarton, in dem das vergoldete
Sparschwein eingepackt war
das ich dann letztenendes kaufte
(das kleine, das große war aus)

riecht nach jasmin

und ich sammele darin klopapier-innenrollen
(auf die es aufgewickelt ist)
zum kerzengießen

in einer fernen, besseren zukunft
ohne elektrisches licht

wohlmöglich

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Stories & Places finde ich schön, obschon ich mir eine Möglichkeit wünschte, auch einen Weg dort abbilden zu können. Denn es ist der Entstehung dieser merkwürdigen Texte, die ich hier schreibe und die sich keinem Genre geben, geschuldet, das sie unterwegs entstehen, zumindest in ihren Ursprüngen, und vom transitenen Dasein handeln, zumindest im kleinen, zumeist, also in der U-Bahn dieser Stadt (über die ich, wie richtig bemerkt wurde, sehr viel schreibe in letzter Zeit, aber auch dies, man nimmt was man kriegt und schreibt auf alles was aus Papier ist oder ein Eingabefeld hat) und in letzter Zeit denke ich auch oft darüber nach, wie dieser Zustand ist und wie auch Städte fragmenten sind, wenn sie unter der oberen Schicht durchquert werden, so wird aber doch eigentlich (und das ist genau richtig so) die U-Bahn auch zum Gesicht einer Stadt, das sich mir zeigt, mit der gleichen Bemalung bei Tag und bei Nacht)

[<-Sonntag][Dienstag->] Nun ist der Regen wieder und die schöne Kälte ist vorbeigezogen, auch diesmal ist leider nicht alles festgefroren wie es zu erhoffen wäre, Salz und Pflug tun es. [Donnerstag->] Gestern am Feierabend noch aus Mandarinenkisten ein Vogelhäuschen gebaut. Es sieht aus wie eine Vogelbushaltestelle, in etwa. Aber die Ringeltauben mögen es nicht sehr gerne, es nimmt ihnen zu sehr die Sicht. Auf dem Weg nachhause neben dem Eingang der Buchhandlung, die früher einmal Schmorl uv Seefeld war (und die zur Hintertür hin, ich habe ein Foto gemacht während daneben ein Punk aus Scheißegalien saß und inbrünstig den „Goldenen Reiter“ gegeben hat, damals jedenfalls noch diesen vertrauten Schriftzug an der Fassade lug und trug) einen Mantel auf dem Boden liegen gesehen aus Kunsteichhörnchen, mit dem jmd. seine Habe abgedeckt vor dem Schnee. Im ersten Stock jedenfalls hat sich jetzt auch einer der Caféläden breitgemacht, dieser amerikanischen Kette. So sind die Leute. In der Bahn sitzt eine Frau, die hat eine Jutetasche dabei, ein Denkmal abgebildet auf einer Düne, ich kenne es und habe gleich wieder das Fernweh, unvermittelt und für das Fernweh ist immer Zeit, zwischen zwei Stationen und einem Absatz im Korrektorat.

welches gehört nicht in die reihe?
beige | beistrich | beischlaf | abstrich

[<-Dienstag] Der Mann der mit einem kaputten Gesicht in der U-Bahn sitzt, der ganz traurig schaut, dabei gleichzeitig ein wenig fürchterlich, dass man sich nicht traut in seine Richtung zu sehen. Wie schlimm das ist, ich weiß ja wo er jetzt hinfährt, in dieser Linie in dieser Richtung, [~]. Zuvor weil immer alles so eng beieinander gedrängt passieren muss in den Flaschenhälsen, die man Tage nennt, der Mann der mir die Haare schneidet mit der neu geschliffenen Schere dicht an dicht, den Fön hält er an den Kopf das der ganz heiz wird, und ich kam raus aus dem Laden und bin in den Plattenladen neben an gegangen und habe mir die Platte einer uralten Boygroup gekauft mit grauen Haaren so wie selbst, sie auf das Telefon aufzpielen und auf der Arbeit zu hören während ich am GIT rüttel und mir also überlege ob ich so leben will. [<-a.a.O., Montag] gerade blitzt es draußen und gleich kommt also das erste gewitter des jahres, sturm ist.

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Mann in Jeans mit hellem Hemd und Bart meets
pretty woman browsing on laptop. Hot <3.

So sind die Texte zZt denn sie sind abgespart von den Minuten, den Zwischenzeiten, weithin. Wir legen gemeinsam einen großen Schalter um, es ist sehr anstrengend, doch wir sitzen am längeren Hebel am Ufer des Flusses.

das gedeihen in der täglichen müdigkeit,
der schatten der nacht die unsere geschichten bedeutet.
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