in dieser woche tatsächlich dazu gekommen, zwei briefe zu schreiben, gegenbewegung. dann das blatt zusammenzufalten, den umschlag zukleben, die adresse darauf schreiben. dann eine briefmarke mit einem clownfisch darauf (80 c), eine briefmarke mit einer rosanen blume (10 c) , eine briefmarke mit einer blauen blume (5 c). gerinnende zeit, langsam auskristallisierend an den rändern, während dieses kurzen vorgangs. das porto ist wieder teurer geworden seit dem letzten brief, so verschenke ich der post nun 3 c mit jedem brief, aber seisdrum, ein anderer weg würde nur zu einer vergrößerung der sammlung von zusatzmarken führen. der eine brief war für k. und lange schon notwendig, das papier mit einem ausdruck dieses beitrags (den geist kannten wir beide einmal) auf der rückseite lag schon mehrere wochen hier bereit und wurde auch nicht besser in der zeit. der andere brief für n. und resultierte aus einer zufälligen begegnung an einem morgen, im bahnhof, er auf dem weg nach antwerpen und in der schlange eines bäckerstandes stehend, ich schnellen schrittes unterwegs, meinen bus zu erreichen. sehr kurze unterhaltung daher nur, während um uns herum die züge angesagt wurden und abgesagt wurden, dass es eine freude war und gegenüber die unermüdlichen zeugen auf seelenrettung aus waren. [13.2.26]
Jetzt
~
beim wertstofhof und trainieren gewesen, einkaufen. hatte ja die pappkiste mit den kabeln und netzteilen bereinigt und die kiste ist jetzt altpapier. »skrivbordslampa« war darauf gedruckt. die hatte ich 2009 in stockholm gekauft und sie steht noch auf dem schreibtisch. die letzten sonnenstrahlen liegen auf dem giebel des hauses hinterhof gegenüber. noch stehen tomatenreste mit zwei verwaisten früchten in der ecke nordbalkon. das war der vorletzte tag, soweit. [30.12.25]
alles was ist ist manisches texteschreiben
auf dem handy im bus. zwei unterhalten sich weil einer den einfall hat sich ein tattoo stechen zu lassen, er wird von seinem freund irgendwie da reingequatscht und hat auch keine rechte idee für ein motiv, dann mach doch so das geburtsdatum von deiner mutter und dann noch was mit familie und christentum oder so, das sieht dann richtig fett aus. der freund ruft dann direkt im studio beim tatöwierer an. wie lange dauert es einen schriftzug, zum beispiel family, zu machen, auf dem oberarm, so in schreibschrift. so schön geschwungen. im briefkasten liegt dann ein jämmerlicher werbebrief von der bank, die adresse angeblich mit der hand geschrieben. du also ich bekomme ja schon fernweh nur weil die haltestelle gorch-fock-straße heißt. der schnee der kommenden nacht hängt schon im schweren himmel, der kanal führt eis, so sagt man wohl. [4.2.26/5.2.26]
ich denke in träumen oder romanen
habe den kalender 2025 fast erledigt und zu kleinholz verarbeitet, listen rausgerissen und als lose blätter in den neuen gelegt.
alles fällt auseinander. träge systeme reagieren immer zu langsam, aber immerhin stehen zwei kannen tee auf dem stövchen in der küche und wenn die dort stehen bleiben können, das wäre doch gut. der anfang ist schon längst wieder vorbei aber eventuell das der winter noch einmal wiederkommt. meinen kragen könnt ihr haben, aber nicht den kopf und die eselsohren.
schneemänner
Schiffnamen 19
Die Krähen versuchen sich unauffällig zu verhalten, ich aber weiß, sie haben einen Plan. Zu dritt sitzen sie auf der Lehne einer Bank, die am Kanal steht. Auf dem Weg sehe ich noch eine weitere Gruppe von dreien, auf dem Schachfeld am Badeplatz sind zwei von ihnen. Wir werden sehen, was passiert.
Heute morgen Schiffe gesehen, die ich noch nicht kenne — Calbe, Mirae, Marlou, Imago. Das erste überholt, die anderen drei entgegenkommend. Es ist nicht leicht, sich die Schiffnamen zu merken, so sage ich sie wie ein Mantra vor mir her, auf dem Fahrrad durch den trüben warmen Morgen radelnd. [25.7.25]
Als dunkel erinnertes Gemurmel jenseits von kommt es uns zu Gehör, das Rauschen in den Muscheln, was nach Meer klingt und doch nur dein eigenes Blut ist, das dir in den Ohren saust. Prompt: Eine Wellhornschnecke liegt an einem Strand an der Nordsee im in der Sonne glitzernden Wasser eines seichten Prils. Foto. Die Zeitungen berichten über entlaufene Alligatoren und erschossene Welse, es muss also Sommer sein. Auch regnet es immerzu. Wir sehen uns später am Kai, wenn wir einen finden in unserer kleinen Stadt, den Schiffen zu winken mit weißen Taschentüchern. Sonst am Kanal. Die Jungen springen von überall ins Wasser von wo sie können.
Aber von den Krähen steht nichts in der Zeitung.
5 Minusgrade am Morgen
, als ich mit dem Rad zum Termin fahre. An der Vahrenwalder, kurz vor der Hamburger Allee, steht ein Mann im dünnen Jogginganzug auf dem Fußweg, an den nackten Füßen nur Badelatschen. Er steht nur da und bewegt sich nicht.[20.2.21]
You are fired, wird er wohl gesagt haben
Der Morgen des 7. November war der Beginn eines dieser schönen Novembertage mit grauem Himmel und einem Windhauch Nieselregen. Im Park ein Mensch, hört Radio in einer Sprache, die ich nicht verstehe, aber auch nicht muss. Hunde, eine Gruppe von Frauen, die in einer slawischen Sprache sprechen und ernst schauen.Der übliche Donnerstagstermin. Darnach ganz kurz in der einen Kneipe gewesen am halben Kreisel, einen Tisch für morgen Abend zu reservieren.Ein paar Blätter hingen noch an den Bäumen, als ich die Jakobi hinunterfuhr mit dem Fahrrad. Beim Bäcker ein Schokocroissant kaufen. Eine Frau, die kaum noch gehen kann, schiebt einen Einkaufstrolley vor sich her, auf dem sie sich abstützt, bewegt sich schrittweise nur über die Kreuzung, Schritt für Schritt für Schritt. Ein Rollator würde vielleicht besser helfen, aber eigentlich ein Elektro-Rollstuhl. Als ich aus der Bäckerei komme, ist sie immer noch auf der Kreuzung, schiebt den Wagen vor sich her, beide Hände umgreifen die Haltestange, der Wagen wird ein Stück nach vorne geschoben, dann wenige kleine Schritte, die Füße gerade so eben über dem Boden, Schritt für Schritt für Schritt. Am Tag zuvor hatte Amerika wieder den Lügner und Betrüger Donald Trump zum Präsidenten gewählt und am Tag zuvor hatte der zu stille Kanzler den Finanzminister entlassen. You are fired, wird er wohl gesagt haben, oder etwas in der Art. Das Geräusch des nassen Laubs unter den Fahrradreifen, dazu der Geruch der Pilze, die das Laub jetzt schon zu zersetzen begonnen hatten.
Bin ja doch kein Leuchtturmwärter geworden
Der Mann im Spiegel denkt warum ist da Zahnpasta auf dem T-Shirt und macht einen Wasserfleck, der mit dem Handtuch weggerubbelt wird und das T-Shirt hat eine Abbildung von einem pfeiferauchenden Seemann mit Bart und einer Mütze, man sieht die Augen nicht, der Mützenschirm verdeckt sie, manchmal denke ich, das T-Shirt wäre vielleicht ein wenig anmaßend, da ich wenig mit Schifffahrt zu tun habe außer vielleicht mit einer Fähre auf eine Insel zu fahren im Urlaub, aber auf der Insel arbeiten sie auch alle in der Kurverwaltung und kaum jemand fährt zur See, sie tragen gerne Troyer, das ist alles. Ich habe auch ein T-Shirt mit einem Leuchtturm darauf und bin ja doch kein Leuchtturmwärter geworden, die gelbe Farbe ist allerdings bereits etwas porös. Dann auf das Fahrrad und zum Schwimmbad. Dann ins Schwimmbad, schwimme im Springerbecken so hin und wider, es springt ja noch niemand sehr mutiges mit großer Pose 10 m in die Tiefe, oder 7½, oder 5 vielleicht und die Sonne scheint in das von den Wänden blaue Wasser und hinter der Hecke, die vor dem Zaun steht, zieht der Aufbau eines Kanalschiffs vorbei. [25.6.24]
Verteilerkästen (7) – Mittsommer
Kurz darauf sagte ich, jetzt wäre der Zeitpunkt, an dem ich üblicherweise jmd. treffe, und dann war es zwei Minuten später so.
„Wie es ist schon kurz vor 11? Da haben wir ja total die Zeit vergessen, aber zur Entschuldigung, wir haben auch zwei Flaschen Champagner getrunken, aber nur weil der Crêmant alle war.“




