(und während ich den Herr mit seinem furchtbar aufdringlichen Parfum mit viel Nelke seit 3 Stationen ertrage) endlich anfängt zu regnen, gegenüber die zwei Deutschlandfahnen in der Kleingartenkolonie, die statt des Schwarzrotgoldgelb ein Schwarzrotzitronengelb haben und vermutlich in Bangladesh versäumt worden sind. Ein paar Tropfen fallen immerhin durch das geöffnete Kippfenster der Straßenbahn.
Stadt
seit dem gelange ich immer
wieder (an diesen ort), fahre ich mit der linie 6, nachdem umzug, dort hin in diese andere welt, die es nun noch einmal geworden ist: lebendiger, inzwischen wieder, doch nicht weniger außerhalb des eigentlichen stadt. ein team der stadtreinigung ist nur damit beschäftigt, so scheint es mir, die plaza sauber zu halten. jeden tag shuffle shuffle häusle baue. sie stehen zur lagebesprechung, auf ihre besenstile gestützt, auf dem boden biegt sich die frisur des bekannten internetexperten und ein pferd mit lila flecken wird hier auch spazieren geführt. dann
die stockholmer allee, die mich immer wieder, ich frage mich wie lange es noch andauern kann, noch einmal ganz aus der welt herauslöst und woanders hinsetzt, während natürlich die schatten auf den innenwänden der straßenbahn wandern, drehen sich draußen auf dem kronsberg die windmühlen.
Die Schweizer Minze blühte bald auf dem Balkon.
und bis fast ganz an den anfang dieser verzettelten aufzeichnungen geht mein eindruck von diesem ort. ich war hier ein einzelner unter gleichen, musste mir einen bart wachsen, die zusammengebissenen zähne zu verbergen, die stunden oft ein einziges gutemienenfeld.
heute fiel mir dann ein stück des weges wieder zu, denn es soll ja mit dem fahrrad gefahren werden. bis bischofshol kommt man eigentlich in der eilenriede. das weiß ich deshalb, weil einer meiner ersten jobs sich in der druckerei der hiesigen zeitung ereignete, wo ich (ich meine für 10,25 DM die stunde) werbekataloge in die bildzeitung legte an der großen maschine. viel hat sich dann ja nicht geändert, so gesehen. auch an diesem haus fährt die linie 6 (damals noch nicht) vorbei.
[zwei wochen später dann]
man fährt einen neuen weg immer nur zwei mal. einmal hin und einmal zurück. so geschehen am letzten freitag, in jedem fall. ausgedehnetes gefühl out-of-city auch jetzt, als ich plötzlich am schlachthof die verwunschene straße entlangfahre, mich hierher verfahren habe, doch die riesenmaschine kennt den weg auch nicht genau denn die durchfahrt zum bischofsholer damm ist mit schranke und kamera gesichert. hoffnungslose bürotürme werden wacker weiter beworben, wer hier einzieht und die hoffnung. die hunde auf dem kronsberg, die deutschland-flaggen an den fahnenmasten in der straße, die mich so sehr an ein traumbild erinnert, in dem es ansonsten von gartnezwergen und model-windmühlen nur so wimmelte. es sind grillen, denke ich auf dem rückweg, als ich an den wiesen entlangfahre, die an 3 wochen im jahr der messeparkplatz sind und weiß sofort, was dies bedeutet.
Wizard Who May Be Terrified Of men.
In unseren Mittagspausen stehen wir
auf den Parkplätzen in den Ex-Industrie-Gebieten
wo die Rechenzentren ihre Heimat fanden
telefonieren mit dem Versicherungsmakler
und canceln die Altersvorsorge
http://pastie.org/private/jzkde0w2lzevn9tq6vnfkw
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Heute an der gleichen Stelle mit 3 verschiedenen Apparaten 3 verschiedene Fotos gemacht.
Ein schöner lichter Morgen mit einer sonst nicht gefahrenen Strecke auf dem Fahrrad
Wie ich mit großen Touristenaugen alles im Vorbeifahren anschauen kann
~ Straße, Bürgermeister Fink Straße
Während ich am Maschsee vorbeifahre formuliere ich Fragmente von E-Mails
Es sind wilde Gänse am Ufer
http://pastie.org/private/qyiy5rkndkr1ody0nektlw
(Kurze Erinnerungsfetzen, die aus dem Getriebe der Maschine gerettet werden, ehe sie dort nur Schmiermittel werden, oder Sand. An entfernten Orten notierte Fragmente, zusammenhangslose Notizen, all so etwas. Dazu noch das Notizbuch, dazu noch, schon immer das Telefon, neuerdings sogar mit einem tatsächlichen Texteditor, hier noch auf dem alten Gerät diverse unbearbeitete Kürzesttexte, die alle je ein Puzzleteil sein könnten, publish.)
[IMGP1747.JPG, IMGP1748.JPG]
[Morgens am 16.1.2014]
Wir mussten dann alle an der Peiner Straße aussteigen, weil kurz vor der Bothmerstraße ein Unfall geschehen war, so lief ich an diesem schönen Morgen von dort aus zur Arbeit, nur zwei Stationen, dass ist leicht zu machen. Es hat mich nicht so sehr interessiert, was dort geschehen war, so sind die Fotos auch im vorbeigehen pasiert, wie die anderen auch. Diese Kamera hat zu viele Körner auf dem Chip, die andere habe ich glorreicherweise displaymäßig zerstört, sie war aber viel besser. Mit dem neuen Handy kann ich noch nicht wirklich gut Fotografieren und glaube auch nicht es je zu können, die Welt wird hier wackelig und unsicher, die Welt fällt mir entgegen.
Das Telefon
meint seit Donnerstag nachmittag es wäre Döhren 11° sonnig. Die Grenzen des Machbaren, so sehen sie aus. Um sechs Uhren soll der Regen über das Land geweht sein, der Wind dann mit 4 Beaufort. Wir werden sehen und Sturm ernten. Im Merzen der Bauer. Manchmal in der Mittagspause fahre ich mit dem Bus über die Brücke fuhr, fast noch weiter bis hin nach Bemerode und nicht nur die eine Station zum hin verlassenen Wohnwagen am verlassenen Hotel, der Buddha grüßt von der Ferne im Industriegebiet, hinter der Tischlerei, zu den großen Parkplätzen hin die nun immer leerer sind zur Messezeiten, die Dohlen umkreisen bereits das Kongresszentrum und suchen die Nistplätze, die Bäume werden angeflogen kommen und auf den Dächern der Messehalle der Wald, wenn hier dann die Tribes wohnen werden, in der parallelen Zeit oder der nahen Zukunft bereits, nicht nur die eine Station, sondern bis zum Rathausplatz, dorthin wo der Penny war, von früher der Penny, ob der noch dort ist, dann weiter vielleicht noch oder aussteigen und eine Wurst zu essen an der Bude wo die große Pommestüte sich selber lecker findet und die Lippen leckt, ein keckes Häubchen Mayonaise auf den blonden Kartoffelfritten, der Wachbeton die eingelassenen Kieselsteine der Kindheit, ist hier eine Bank gewesen, war hier ein Restaurant, es war hier einmal ein zwischen Fall, ich weiß es dunkel. Sich treiben lassen in den Tag hinein (den lieben langen) den viel zu kurzen Tag und dann immer weiter fort, einmal solange noch wir dort, mit dem Bus den umständlicheren Heimweg nehme ich dann und wann.
Ende der Durchsage.
Am Freitag-Morgen sind
zwei der ÜSTRA-Musiker wieder in der Bahn. Der eine hat die Jawoll-Tasche wieder mit sich, er hält sie auf dem Schoß umfasst. Beide sind, dass sehe ich jetzt, schon ganz ergraut. Einer redet mit einem schönen sanften holländischen Akzent. Ich stelle mir vor, wie sie den Bus oder die Straßenbahn gefahren haben. Wie der mit dem holländischen Akzent dann vielleicht so die Stationen angesagt hat, als die Stimme dazu noch nicht aus der Maschine kam.
In der Pause bläst Sturmwind trockenes Laub und Müll in großem Wirbel.
Ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren
Im Bad das Radio war auf MW gestellt, was ich nicht wusste. Ich drehte über Kopf an der Skala und bekam einen italienischen Sender rein, in schönster Mittelwelle. Gleich war das Radiogefühl da.
Während ich, später den Abend, die Big Bang Theory schaue, versuche ich, herauszufinden, was wohl die angepriesenen Produktplatzierungen sein mögen. Stattdessen fällt mir auf, dass in den Werbeblöcken für drei verschiedene Wodkasorten im High Quality Segment geworben wird. Man kann nicht bedeuten.
Einen langen Text, sagen wir ein Buch, von david-foster-wallaceschen Ausmaßen zu schreiben, würde vor allem auch bedeuten, ständig dem Impuls zu widerstehen, alles gleich ins Netz hineinzuhauen was gerade mal von den Fingertips fällt, wo ja auch diese ganze Informationssauce dranklebt. Beim Lesen von „Unendlicher Spaß“, inzwischen ca. Seite 240 oder so, oft an ein auch recht umfangreiches Buch denken gemusst, nämlich den Ulysses vom Joyce. Hier wie dort ein vielstimmiger Text, der erste große Unterschied (aber vielleicht ist das etwas, wo die beiden Werke letztenendes eine Verbindung herstellen können) ist, dass bei Joyce einer spricht, an einem Tag (von der sehr späten Nacht einmal abgesehen), bei Foster-Wallace hingegen sprechen wirklich sehr viele über mehrere merkwürdig bezeichnete Jahre hinweg. Aber ist es nicht so, dass auch (Wallace macht es ja so) beim Ulysses die Stimmen der Protagonisten in ihrer eigenen Sprache in den inneren Mono- und dann also Dialog hineinreflektieren?
Mit beiden Texten verhält es sich jedenfalls so, dass sie am besten dann zu lesen sind, wenn von vornherein garnicht erst versucht wird, sie durchschauen zu wollen. So wie mit der Bibel.
Nachdem also den lieben langen ~ die Klicktiefe gemessen wurde, bleibt aus o.g. Gründen nun hier übrig was vom Tage. Aktiviertes Profil: Arbeit. Während der Typ etwas von einem Sichtbarkeitsindex erzählt, versuche ich also, die eigene Sichtbarkeit möglichst gering zu halten und lese Blogartikel in purem RSS. Aktiviertes Profil: Lautlos. Aktiviertes Profil: Abend. Am Morgen in der U-Bahn die Gesichte, wie sie auch auf einer einen Bleistiftstrich imitierenden (eine Verneigung vor der Historie des Phantombildes), unter Zuhilfenahme von Grafiksoftware erstellten (Nicht)-Zeichnung zu sehen sein könnten, die an den Eingangstüren von bspw. Discountsupermärkten angebracht wären. Belohnung 1.000 Euro. Die Alkoholfahne der jungen Dame, die neben mir steht, ist wohl doch zu viel billiges Parfum, dessen Grundsubstanz den gewünschten Duft überlagert. Gegenüber sitzen zwei Angestellte der Verkehrsbetriebe, sie haben Instrumentenkoffer dabei, ein Waldhorn vielleicht (der Eine) und eine Querflöte wohlmöglich (oder eine Klarinette) der Andere. Am Aegi steigen zwei weitere Kollegen dazu, eine scheinbare Trompete und eine weitere Querflöte/Klarinette. Da ich auf den Ohren die eigene Musik und vor den Augen den unendlichen Spaß habe, höre ich nicht, worüber sie sich bedächtig unterhalten mit den Schnauzbärten. Sie stehen dort und nehmen jede Bewegung der Straßenbahn gelassen mit den Beinen wahr; die Instrumententasche des einen ist von der Marke „Jawoll“.
Es ist endlich Schnee gefallen.
12 Tage alt das Jahr,
oder 13, oder 14. Die ungelesen Texte stapeln sich auf den Tischen im Zimmer verteilt sind, im Kopf das noch mehr. Die Kohlsuppe dampft die Luft an auf dem Herd der Küche, draußen zart eine Deutung von Winter in der Luft. Keine Hunde im Park und 3 Fächer frei Packstation, die Sonntage umrunden den geschlossenen Supermarkt (zwei und ebenfalls zwei) und die Tankstelle immer offen ist. Eine Taube sitzt auf dem Schorn~. Wenigstens im Fernsehen gibt es Schnee und ein Anfang wird.
Am 1. gleich in einem Hotel aufgewacht, später mit dem Zug Nachhause in das helle neue noch ganz flache Jahr, an diesem Nachmittag zumindest, RE 4419, die schöne Strecke, noch sind die Fotos auf der Kamera, in diesem Rhythmus geht es weiter wieder, wie zuletzt noch.
Wenn die Menschen bitte aufhören würden, neben mir in der U-Bahn auf Tablets Jump’n’Run spiele zu spielen, das bewegt sich genau am Grenzbereich meines Sichtfeldes, da wo die Reflexe den Lichtschalter haben, junger Mann mit der Wellensteynjacke. Du Teerklumpen am Nordseestrand.
Das Foto, das ich nicht mache,
vom kalten Wind und davon, wie die Stadt von meinen Schultern fällt, an diesem merkwürdigen Ort, einer vergessenen Flucht auf die Weiden, Im kleinen Freien. auch nicht von der Krähe, die sich aus dem kahlen Baumwipfel steil hinunterfallen lässt, dem Bussard, der dahinter in Richtung der Heuwiesen fliegt. Die Stadt, die verschwindet und mit ihr die Amazonen auf Drohnen, die sie durch die Wolken steuern, die wir mit Worthülsen füllen, Trugbildern und Kuckuckseieruhren, die Zeitmesser uns zu schlitzen. Das Foto das ich nicht gemacht habe von der Wäscheklammer, die ich an den Weide-Stacheldraht geklemmt habe, im Sommer im Sommer, vor Wochen und Monaten. Sie ist noch dort. Am Abend gehe ich, den ungenutzten Schirm in der Hand, durch den Regen, fahre ich mit der U-Bahn in die Stadt hinein und lasse mir von einer Chinesin die Haare schneiden, die Ling heißt. Freitag soll es Schnee geben.









