Unabhängig voneinander

wird in zwei Texten der Edit 63 Roland Barthes zitiert. Das bereits im Kopf, gleich auch noch in einem Artikel zum Haiku in der Wikipedia. Das ist so ein Name den ich immer wieder gehört habe in all den Jahren. Immerhin dann aber doch noch 17 Silben geschrieben. Der Arbeitszeit abgerungen. http://pastie.org/9085190. Ins pastie.org, diesem Quell nahezu der Poesie.

Ja, erst Ausgabe 63. Das hängt mit den Dicken Schinken zusammen und dieser Sache mit der Zeit.

Nur um das Wort

Ich hier testweise unterzubringen, wurde doch gedacht, es würde häufig hier vorkommen und müsse nur ein neuer Beitrag entstehen der auf dem alternden Ego Weihrauch verstreut, deshalb also nur entsteht nun dieser Beitrag zur frühen Abendstunde. Viel nachgedacht über das entstehen einer eigenen Welt in einem eigenen Kopf, viel nachgedacht über das Hineindenken der wichtigen Sachen, Dinge, in diese Projektion, wie es geschafft werden kann, die Wesen dort hineinzusetzen in eine noch zu erbauende, noch nicht fertige, Welt, wie sie dann bestenfalls (und das Bedingung) zu Leben anfangen sollten und wie es bewerkstelligt werden kann, dieses Wort dabei zu vermeiden, gänzlich (noch ist es mir nicht gelungen, wird es?). Wer sich nun bis hierhin durch den Text geschlagen hat. Heute morgen im Verkehrsmittel (das Wort hätte auch benutzt werden können), der Asiate der neben mir gesessen und die ganze Fahrt über in einem Flyer von einem China-Bringdienst gelesen hat. Ist es erlaubt, Asiate zu schreiben oder ist das schon ein Urteil, welches mir nicht zusteht, mir fiele nicht ein warum dem so sein sollte. Bald werden wir alle jeden Tag Sushi essen müssen. Die Fotos hochladen, sie sinnvoll in ein Durcheinander bringen, das alles lesen was die anderen schreiben, dazu noch Einkaufen gehen an einem oder zwei Abenden, dass Fahrrad in die Werkstatt bringen, ein Telefonat führen, letztenendes dann den Fernseher anmachen und dieses Zeug schauen, dabei einschlafen und den ganzen Tag und das ganze bisherige Jahr vergessen.

Erinnere mich an das eine Mal, da kam der Schlaf während eine Reportage lief über die Erde vor 6.000 Jahren, als die Erdplatten jeden Tag woanders anzutreffen waren und die Meere aus Lava waren, das dunkle Zimmer, der Winter vor den geschlossenen Fenstern noch dazu, die dunklen Planeten (es war nicht nur die Erde alleine, auf der die Lava pulsierte in Gesteinsspalten), die sonore Stimme des bekannten Sprechers, der die flüssige Erde erklärte, wie das alles entstand vor ungefähr 7.ooo Jahren, dies alles führte zu einem Traum inmitten der Urzeit, in einem noch viel leereren Universum, als sie heutzutage anzutreffen sind, das alles leerte auch das Herz ganz aus und alle Worte verschwanden daraus und die, da hundertjährige Haus, in dem wir wohnen, verschwand und mit ihm ich.

Ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren

Im Bad das Radio war auf MW gestellt, was ich nicht wusste. Ich drehte über Kopf an der Skala und bekam einen italienischen Sender rein, in schönster Mittelwelle. Gleich war das Radiogefühl da.

Während ich, später den Abend, die Big Bang Theory schaue, versuche ich, herauszufinden, was wohl die angepriesenen Produktplatzierungen sein mögen. Stattdessen fällt mir auf, dass in den Werbeblöcken für drei verschiedene Wodkasorten im High Quality Segment geworben wird. Man kann nicht bedeuten.

Einen langen Text, sagen wir ein Buch, von david-foster-wallaceschen Ausmaßen zu schreiben, würde vor allem auch bedeuten, ständig dem Impuls zu widerstehen, alles gleich ins Netz hineinzuhauen was gerade mal von den Fingertips fällt, wo ja auch diese ganze Informationssauce dranklebt. Beim Lesen von „Unendlicher Spaß“, inzwischen ca. Seite 240 oder so, oft an ein auch recht umfangreiches Buch denken gemusst, nämlich den Ulysses vom Joyce. Hier wie dort ein vielstimmiger Text, der erste große Unterschied (aber vielleicht ist das etwas, wo die beiden Werke letztenendes eine Verbindung herstellen können) ist, dass bei Joyce einer spricht, an einem Tag (von der sehr späten Nacht einmal abgesehen), bei Foster-Wallace hingegen sprechen wirklich sehr viele über mehrere merkwürdig bezeichnete Jahre hinweg. Aber ist es nicht so, dass auch (Wallace macht es ja so) beim Ulysses die Stimmen der Protagonisten in ihrer eigenen Sprache in den inneren Mono- und dann also Dialog hineinreflektieren?

Mit beiden Texten verhält es sich jedenfalls so, dass sie am besten dann zu lesen sind, wenn von vornherein garnicht erst versucht wird, sie durchschauen zu wollen. So wie mit der Bibel.

Nachdem also den lieben langen ~ die Klicktiefe gemessen wurde, bleibt aus o.g. Gründen nun hier übrig was vom Tage. Aktiviertes Profil: Arbeit. Während der Typ etwas von einem Sichtbarkeitsindex erzählt, versuche ich also, die eigene Sichtbarkeit möglichst gering zu halten und lese Blogartikel in purem RSS. Aktiviertes Profil: Lautlos. Aktiviertes Profil: Abend. Am Morgen in der U-Bahn die Gesichte, wie sie auch auf einer einen Bleistiftstrich imitierenden (eine Verneigung vor der Historie des Phantombildes), unter Zuhilfenahme von Grafiksoftware erstellten (Nicht)-Zeichnung zu sehen sein könnten, die an den Eingangstüren von bspw. Discountsupermärkten angebracht wären. Belohnung 1.000 Euro. Die Alkoholfahne der jungen Dame, die neben mir steht, ist wohl doch zu viel billiges Parfum, dessen Grundsubstanz den gewünschten Duft überlagert. Gegenüber sitzen zwei Angestellte der Verkehrsbetriebe, sie haben Instrumentenkoffer dabei, ein Waldhorn vielleicht (der Eine) und eine Querflöte wohlmöglich (oder eine Klarinette) der Andere. Am Aegi steigen zwei weitere Kollegen dazu, eine scheinbare Trompete und eine weitere Querflöte/Klarinette. Da ich auf den Ohren die eigene Musik und vor den Augen den unendlichen Spaß habe, höre ich nicht, worüber sie sich bedächtig unterhalten mit den Schnauzbärten. Sie stehen dort und nehmen jede Bewegung der Straßenbahn gelassen mit den Beinen wahr; die Instrumententasche des einen ist von der Marke „Jawoll“.

Es ist endlich Schnee gefallen.

In einem Schaufenster gesessen und Bier

getrunken den letzten Samstagabend. Leute kamen und gingen und ein paar von denen kannte ich aber längst nicht alle und vielleicht vom sehen. Nun einmal schaue ich was sich im Speicher gesammelt hat über die Weile. Dann geht es hier weiter. So ist das hier: Der Text ensteht nun Stück für Stück wird aber immer veröffentlicht zwischendurch. Andere Fotografien wären dem vorzuziehen, wollte ich kronologisch sein, was noch nie der Fall gewesen. Kronologie ist eine Menschenerfindung (werden sie fragen: wo ist der Unterschied zu allem Überfluss, zu allem Andern..?) und zwar mit Recht. Den Schlüssel für den Videoupload vergessen. Heute bei der Arbeit gewesen.

Ohne Titel 1 from fabe on Vimeo.

So warten wir bis die Herrschaften Maschinen denn nun einmal sich genötigt fühlen, ihren Aufgaben nachzukommen. Jemand aus dem Netz der Niedersächsischen Landesregierung hat sich heute 5 Minuten lang meine offizielle Seite angesehen. Startseite Projekte Text Print Audio Print Audio Kontakt (unergründliche Pfade). Mit dem demnächst verbotenen Linux, btw.. Revisionen: 19. Ich Morgen allerdings ist auch noch ein Tag, wird gemunkelt.

Der jetzt ist die Wäsche dampft auf dem Stuhl auf dem Balkon als ich sie aufhängen möchte eine SMS erhalten die fast ein kleiner Brief ist (=sein könnte). Die Zelte abbrechen und die Brücken brennen lassen. Am Samstagvormittag sind spärliche Ideen. Am Samstagvormittag geht es dann raus in die kalte Novemberluft und die Temperaturanzeige an der Apotheke an der Ecke zeigt 4 Grad Celsius an, was auch noch nicht gerade viel ist, und am Blumenstand sehen wir einen kleinen Hund, der auf eines der am Boden ausgelegten Adventsgestecke pinkelt und müssen sehr lachen deshalb. Gestern also recht gehabt und heute ist ein weiterer Tag, allerdings schon bald die Sonne wieder unter geht. Der Bart juckt und das Essen in der Pfanne, eine Liste gemacht und Lebkuchen gekauft. Das war eines der Worte: Lebkuchen, ich brachte es überein mit dem Leben und Kuchen und es war dann Kuchen der zum Leben gut ist, Weihnachten jeweils kam eine blecherne Kiste an mit vielen Sorten davon, der Vater macht das Paket auf, trinkt den dunklen Tee aus Assam. Der Fernseher war schwarz/weiß und ein wundervolles Ding, das zu bezaubern vermochte, verglichen dagegen mit heute. Wie kommt jetzt der Fernseher hier rein?

Und nun ist es wieder dunkel. Im Park gewesen zwischen den Birken gestanden, Birkenrinde, Zucker und Teer, die Luft ist der ganze Herbst und an der Ferdinand-Wallbrecht-Strasse die Bäume, sie sind schon ganz ohne Laub.

Birkenrinde

Tage später. Immer noch keine neuen alten Photographien hier eingestellt. Warte auf den Schornsteinfeger, vielleicht bringt der ja einmal Glück. Nachdem es nicht einmal die Winkekatze zu mir geschafft hat, die ich neulich kaufte, obgrund allgemeiner Verplantheit andererseits. Wahrscheinlich hat er wieder keine Leiter dabei, und muss sich eine von mir schnorren. Steht in der Küche. Gestern begonnen, einen Text von einem Freund zu lesen. Titel: Die neue Mobilität. Veränderte Wahrnehmung durch neue Verkehrsmittel in den deutschsprachigen Romanen zwischen 1918 und 1933. Bin schon gespannt was er zur Autojagd im Steppenwolf schreibt, an die ich so oft denken muss, insgeheim, wenn Nachts die Primatenmännchen in ihren motorisierten Prothesen die große Straße mit der Rennbahn verwechseln. Wir müssen die Welt vom Benzingeruch befreien..

Kein bißchen Ruß an den Händen, der Mensch. So wird das nichts. Derweil ist nun bereits der Donnerstag und die Woche vorbeigerauscht. Kann ich hier einen Punkt machen

Notizen zu längst vergangenen Reisen,

die in der Gruppe unternommen wurden, unsere Abschlussfahrt nach Lettland und Estland und Finnland, das wäre auch mal ein Oktavheft wert – kaum Fotos aus der Zeit, wenig Erinnerungen, es war großartig und wir haben sowohl mit Esten als auch mit Russen Wodka getrunken, die Marke mit dem rot gerahmten Etikett und der Fabrik mit den rauchenden Schloten in grau, oder selbstgebrannt, der Feuer fing, wenn man eine Flamme dran hielt. Oder waren es Letten und auch Esten, keine Russen? Überall konnte man holländische Limonade kaufen in bunten Farben, die nach Himbeer (rosa) oder Kiwi (giftgrün) schmeckte und die wir mit Wodka mischten oder auch so tranken. Es gab keine Mobiltelefone und kein Internet und die Welt war riesengroß. Leider keine Notizen zu diesen Unternehmungen, ich dachte ja, dass es eine Leichtigkeit sein würde, später (also jetzt) alles noch zu erinnern, weil es bedeutend war.

7.9. „Der Wutbürger wartet schon an der Wahlurne“ steht jedenfalls nicht in den Wahlprogramm-Poesien der Zeitschrift, die ich gerade gelesen, steht tatsächlich auf einem überklebten Plakat der Grünen. Dazu Gegreine über die D-Linie von den beleidigten Geldsäcken. Auf dem Weg nach Davenstedt, Bus 120, früher mal 59er. Das gespannte Geflecht der Oberleitungen an der Glocksee-Kreuzung. Die Kette sprang ab, auch der Rahmen gerissen wie gesehen. Der fliegende Holländer ~.

10.9. Der kupferne Regengeruch. Der Wind, der kommt heute auch vom Meer und nach Brötchen riecht. Herbstferien auf der Insel. Hauptsaison Nebensaison Nachsaison.

Das traurige Mädchen in der U-Bahn mit dem bunten Gesicht, steht vor mir in der Tür und muss auch raus an der nächsten Station, sie so viel erwachsener in der Kleidung als ihr Freund in Jogginganzug und Rastas neben ihr steht. Als sie nur drei, vier Schritte nach draußen gemacht haben, greift sie seine Hand und dreht sich nach vorne unter seinem Arm, so dass sie im Endeffekt, seine Hand auf der Schuler, ihn hinter sich herzieht, weg von den Menschen, die an der Fußgängerampel sinnlos warten, die ihre Traurigkeit nicht sehen sollen.

Am Nachmittag lese ich in der Bahn gierig die neue EDIT, die, so ist es immer zu solchen Gelegenheiten, die Textproduktion ankurbelt und die Stimmen lauter werden lässt. Im Drehgelenk steht einer, der hält das dicke Buch „Krabat“ in der Hand, (muss ich an das kleine Theaterstück denken, dass wir auf dem Hohen Meißner aufführten vor langer langer Zeit), die Geschichte mit den Raben und der Kantorka. Auch ist ganz das Auge mit der Musik im Ohr verschmolzen und spielt einen Film ohne Worte (für sich selbst), mit vom Septemberregen beschlagenen Scheiben und einem schmächtigen jungen Mann, der auf wackelnden Beinen den gefalteten Rollstuhl neben sich herschiebt und in die Bahn hinein, in der ihn niemand sehen kann. Der Lesende trägt ein Oberteil unter seinem senfgelben Parka, der den „Rittern vom Nie“ huldigt, da denke ich an ein leider geschlossenes Blog (wieder zurück zum inneren Film), welches eine Kategorie enthielt: „when she was a camera“. Heute am Morgen auch: Der Mann mit der Schirmmütze auf der Steht „Kinderforscher Stadt Laatzen“, vielleicht ja ein Geschenk der Enkel, in der ganzen Merkwürdigkeit. Später, als ich bei den neuen Goncourt einen Bericht über eine Italienreise lese, muss ich an diese Mann denken, dort wird über ein T-Shirt berichtet, über die mögliche Herkunft des T-Shirts, wie es den Besitzer wechselt ein oder zwei oder mehrere Male, vielleicht. Die Tage sind nun deutlich kälter und der Himmel wolkig, seit zwei Tagen regnet es wieder, immer wieder, zwischendurch.

[Unkorrigiert veröffentlicht]

Prinzessinen & Grafen, Kartoffelmännchen & Pferdemädchen,

sonderling1

Nach einer wirklich wirklich langen Pause (aber ich bin der Meinung, dieses Buch, Büchersammlung, eignet sich dafür) auf dem Hinweg und dem Rückweg, von und nach Groningen, wieder die Récherche zur Hand genommen und mich letztenendes durch das zähe Ende einer Liebe von Swann gebissen. Ja ich verstehe das schon, ich verstehe den Witz und die Pointe und es ist auch wirklich sehr sophistiocated my arse, aber der Weg zu den bitterbösen, subtilen Anmerkungen zur dort versammelten Gesellschaft von Prinzessinen und Grafen und wer auch immer die Revolution anscheinend leider doch überlebte, er schnörkelt sich doch sehr in eine übersteigerte Verziertheit hinein, bisweilen. Da man ja selber davor nicht gefeit ist, immer, so sigh us und weiter geht es. Nun im Abschnitt Ortsnamen • Namen überhaupt, dessen Name überhaupt ja schon ’ne Wucht ist, wo ich dann wieder beim jungen Protagonisten bin, zunächst in den schönen Ideen fremder Länder, die anhand des Zugfahrplans und der Ortsnamen entstehen, die von der Realität natürlich niemals eingelöst werden können, aber der Trick ist, darauf kommt es garnicht an. Wie schön beleuchtet die Fenster im Hinterhof jetzt gerade sind, wo es wieder dunkel ist bei Zeiten. Oben und unten die beiden Anlichtungen meines Lesezeichens, welches ich gerade benutze. Zettelwirtschaft.

Sonderling 2

Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten, auf dem ich notgedrungen nun bereits seit längerem einen kleinen Stand besitze, an welchem ich Schnürsenkel, Leim und Losnieten um ein weniges feilbiete, heute wieder für die Mitmenschheit die Ohren rot, da sie sich auf die Bühne stellen unter der Erde; Schreiben können sie nicht, aber vorlesen müssen sie es dennoch und sich für verruchte Fotos aufräkeln, die kleinen niedersächsischen Kartoffelmännchen und Pferdemädchen. Als wenn’s kein Morgen gäbe. Und man kennt sie auch noch. So wird es immer sein in Hannover. Geht man dann hin und klatscht sich selbst auf die Schulter. Danke aber nein.

Hier lese ich die Tage

, mit dem gefilterten Auge, mit dem unbewussten Auge, mit dem Auge das zur Seite blickt und schweigt. Hier könnte auch gewohnt werden, ein improvisiertes Leben durch die Zeiten hindurch, so wie ich es ein wenig erinnere von gegenüber der Straße, ein wenig weiter die Straße hoch noch, wo die Fabriketagen neue Umfunktionen bekamen, vor Jahren, Jahrzehnten fast schon. Die Stadt ist also so sehr in mir, dass ich das alles weiß, so sehr, dass es kaum mehr eine Straße gibt, zumindest für die zweitbreitesten lässt sich das sagen, zu der mir nicht etwas einfallen könnte, vielleicht werde ich mich einmal darauf verlegen für eine Weile, mir das aus den Fingern zu schreiben, was mir zu den Orten der Stadt einfällt. Und doch entdeckt sich immer noch Neues, z.B. — das bedeutet aber immer gleich, an eine Transformation dessen zu denken, was vorgefunden wird. An eine weniger zweckmäßige Verortung, mit lauten Bäumen auf den Dächern. Gestern die ISS gesehen, die am Abendhimmel vorüberzog. In der Nacht dann wieder ein gewaltiges Donnern und Blitzen, Donnern und Blitzen. Den Schreibtisch könnte ich auch mal wieder aufräumen. Letzte Dienstbesprechung. Morgen in der ersten Stunde Bildinterpretation. Heute M. getroffen, in der deshalb etwas längeren Mittagspause. Zufällig einen unbekannten Musiker gesehen, der ein wenig desorientiert durch die Passerelle ging, mit Sonnenbrille auf. Im Café dann ein Akkordeonspieler. Wir trinken vermutlich auf Milch, Sahne und Crushed Ice basierende Kaltgetränke, meines mit Café, M. hat ein Glas dessen Inhalt Banane und Blaubeeren enthält, resp. Blueberry Banana, was natürlich nicht dasselbe sein kann. Am Nebentisch unterhalten sich zwei Mädchen über Abstufungen der Eifersucht, die sie gut finden oder nicht, bei sich selbst und anderen, bevor sie sich der höherer Kaffeesatzleserei zuwenden, also den Mathe-Hausarbeiten.

Ein Hund liegt platt auf dem Boden vor dem Supermarkt-Eingang

Jetzt könnte ich einen Brief weiterschreiben oder einen neuen beginnen oder ich könnte auch neue Musik auf das alte Telefon laden oder jungen Wein in alte Schläuche füllen, for whatever that means, oder die Aufnahmen anhören, oder ich warte einfach. Darauf das die Zeit vergeht. Man sollte sich hüten, der Annahme zu verfallen, dass sie das von selber tun würde. Das ist nämlich nicht so. Schließlich fällt auch niemand einen Baum, ohne hinzusehen. Ein Bild würde garnichts sagen, hätten wir die Worte nicht. So lässt der Text weiter auf sich warten, die Alben der Reisen nun auch endlich angelegt. Links liegen lassen. Später einmal, später dann.

Fragmentarisch

Gestern in der Mittagspause einen Mäusebussard gesehen und einen Storch. Am Abend lief ein Eichhörnchen über die Straße, auf der ich mit dem Fahrrad nachhause fuhr. Gestern eine Aufnahme gemacht von den Zügen, die hier vorbeifahren, denen ich tagaustagein zuhören könnte, zwei Häuserzeilen hinter der Firma die

Den Dienstag am Emmichplatz gewesen, dann mit einer der besten Buslinien, 200, zum Moltkeplatz gefahren. Verschiedene Gerüche von Zitronenseife. Am Treibhaus vorbeigefahren, in Gedanken, die nicht wiederkehren. Dann zu einem Supermarkt gelaufen, es ist warm und vor der Tür liegt ein Hund platt auf dem Boden. Ein Mann kommt aus dem Laden, sagt „Dir ist ja warm, ne?“ zu dem Hund, der ihn nur mit den Augen ansieht, von unten. Fotos gemacht von diesem Hund, Plakaten für politische Vorträge und (unpolitische) Malkurse, einer Schuttrutsche.

Den Mittwoch beinahe in der Maschine eingeschlafen, nur noch die Beine schauen hinaus in die weite Welt.

Den Donnerstag, der Mann in der Bahn, mit seiner Frau als Begleitung, beständig den Kopf schüttelnd, darauf eine Mütze mit Marine-Emblemen.

Die große Hitze scheint vorüber, gut überstanden all das, kleine Ventilatoren am Abend in den Fenstern, der Sturm hat am Kanal eine Weide umgeworfen, als wir den Freitag dort waren, da war sie abgesägt und die Sonne schien mir auf den Nacken zur Seite. Kleine Schwäne am Ufer, die Jungen kommen und vertreiben sie, oder es ist weil an der Brücke gefüttert wird, sie schwimmen dort hin. Dann angelt ein Junge, es wird nicht so recht, zu ungeduldig ist er noch und die Leine verheddert sich in der Uferböschung Gestrupp. Später springen sie von dort aus wo sie sind in das Kanalwasser. Eine Abgrenzung der kleinen Entenbuchtung, die dort ist, ganz von Wasser bedeckt, so sieht es ein wenig aus als würden sie über das Wasser laufen können. Sie sind vom Sommer ganz braungebrannt und den ganzen Tag draußen, dass man froh darüber sein kann. Sehr heiß ist dieser Freitag gewesen, aber es ist eine so trockene Hitze, dass wir es gut draußen aushalten. Vom Freiband kommt die Durchsage das nun geschlossen wird, am Abend um Acht.

Der Samstag auf dem Markt, Stachelbeeren Blaubeeren Johannisbeeren.

Nachher vielleicht einmal die Ton-Aufnahmen von den kürzlich unternommenen Reisen anhören. Es eilt alles nicht so sehr. Es verdichtet sich zuweilen etwas, auch herrscht ein Mangel an Gelegenheit, die Erlebnisse rechtzeitig zu notieren, so gerät vieles in die Vergessenheit. Bunte Träume: Ich bin ein Taucher und soll etwas aus einem versunkenen Frachtkahn bergen, der in der Gracht liegt. Es wird erzählt, dass die Leute noch eine Woche lang dort eingeschlossen waren, aber in einem Raum sich aufhielten, in dem kein Wasser eingedrungen war. Das Dach des Schiffes befindet sich einen Meter unter der Wasseroberfläche. Ich tauche kurz dort hinein und schwimme durch ein Fenster ins Innere, wo ich ein kleines Mädchen treffe, das eine Schatzkiste in den Händen trägt. Sie erzählt mir, dass sie den Sauerstoff, den sie zum Überleben braucht, aus den Geldscheinen bekommt, die in der Kiste sind und hällt sich einen Geldschein vor den Mund, dann bin ich in einem Zug, wir sind in einem Zug, wer auch immer wir jetzt sind, an einem Bahnhofskiosk kaufe ich eine Packung „Chewing Gum“, ich kaufe es auf Französisch, ich nehme also an, wir sind in Frankreich unterwegs und ich sage auch „Schuuing Gomme“, natürlich, mit kaum hörbaren E.