seit dem gelange ich immer

wieder (an diesen ort), fahre ich mit der linie 6, nachdem umzug, dort hin in diese andere welt, die es nun noch einmal geworden ist: lebendiger, inzwischen wieder, doch nicht weniger außerhalb des eigentlichen stadt. ein team der stadtreinigung ist nur damit beschäftigt, so scheint es mir, die plaza sauber zu halten. jeden tag shuffle shuffle häusle baue. sie stehen zur lagebesprechung, auf ihre besenstile gestützt, auf dem boden biegt sich die frisur des bekannten internetexperten und ein pferd mit lila flecken wird hier auch spazieren geführt. dann

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die stockholmer allee, die mich immer wieder, ich frage mich wie lange es noch andauern kann, noch einmal ganz aus der welt herauslöst und woanders hinsetzt, während natürlich die schatten auf den innenwänden der straßenbahn wandern, drehen sich draußen auf dem kronsberg die windmühlen.

Die Schweizer Minze blühte bald auf dem Balkon.

und bis fast ganz an den anfang dieser verzettelten aufzeichnungen geht mein eindruck von diesem ort. ich war hier ein einzelner unter gleichen, musste mir einen bart wachsen, die zusammengebissenen zähne zu verbergen, die stunden oft ein einziges gutemienenfeld.

heute fiel mir dann ein stück des weges wieder zu, denn es soll ja mit dem fahrrad gefahren werden. bis bischofshol kommt man eigentlich in der eilenriede. das weiß ich deshalb, weil einer meiner ersten jobs sich in der druckerei der hiesigen zeitung ereignete, wo ich (ich meine für 10,25 DM die stunde) werbekataloge in die bildzeitung legte an der großen maschine. viel hat sich dann ja nicht geändert, so gesehen. auch an diesem haus fährt die linie 6 (damals noch nicht) vorbei.

[zwei wochen später dann]

man fährt einen neuen weg immer nur zwei mal. einmal hin und einmal zurück. so geschehen am letzten freitag, in jedem fall. ausgedehnetes gefühl out-of-city auch jetzt, als ich plötzlich am schlachthof die verwunschene straße entlangfahre, mich hierher verfahren habe, doch die riesenmaschine kennt den weg auch nicht genau denn die durchfahrt zum bischofsholer damm ist mit schranke und kamera gesichert. hoffnungslose bürotürme werden wacker weiter beworben, wer hier einzieht und die hoffnung. die hunde auf dem kronsberg, die deutschland-flaggen an den fahnenmasten in der straße, die mich so sehr an ein traumbild erinnert, in dem es ansonsten von gartnezwergen und model-windmühlen nur so wimmelte. es sind grillen, denke ich auf dem rückweg, als ich an den wiesen entlangfahre, die an 3 wochen im jahr der messeparkplatz sind und weiß sofort, was dies bedeutet.

Das Telefon

meint seit Donnerstag nachmittag es wäre Döhren 11° sonnig. Die Grenzen des Machbaren, so sehen sie aus. Um sechs Uhren soll der Regen über das Land geweht sein, der Wind dann mit 4 Beaufort. Wir werden sehen und Sturm ernten. Im Merzen der Bauer. Manchmal in der Mittagspause fahre ich mit dem Bus über die Brücke fuhr, fast noch weiter bis hin nach Bemerode und nicht nur die eine Station zum hin verlassenen Wohnwagen am verlassenen Hotel, der Buddha grüßt von der Ferne im Industriegebiet, hinter der Tischlerei, zu den großen Parkplätzen hin die nun immer leerer sind zur Messezeiten, die Dohlen umkreisen bereits das Kongresszentrum und suchen die Nistplätze, die Bäume werden angeflogen kommen und auf den Dächern der Messehalle der Wald, wenn hier dann die Tribes wohnen werden, in der parallelen Zeit oder der nahen Zukunft bereits, nicht nur die eine Station, sondern bis zum Rathausplatz, dorthin wo der Penny war, von früher der Penny, ob der noch dort ist, dann weiter vielleicht noch oder aussteigen und eine Wurst zu essen an der Bude wo die große Pommestüte sich selber lecker findet und die Lippen leckt, ein keckes Häubchen Mayonaise auf den blonden Kartoffelfritten, der Wachbeton die eingelassenen Kieselsteine der Kindheit, ist hier eine Bank gewesen, war hier ein Restaurant, es war hier einmal ein zwischen Fall, ich weiß es dunkel. Sich treiben lassen in den Tag hinein (den lieben langen) den viel zu kurzen Tag und dann immer weiter fort, einmal solange noch wir dort, mit dem Bus den umständlicheren Heimweg nehme ich dann und wann.

Ende der Durchsage.

Nur um das Wort

Ich hier testweise unterzubringen, wurde doch gedacht, es würde häufig hier vorkommen und müsse nur ein neuer Beitrag entstehen der auf dem alternden Ego Weihrauch verstreut, deshalb also nur entsteht nun dieser Beitrag zur frühen Abendstunde. Viel nachgedacht über das entstehen einer eigenen Welt in einem eigenen Kopf, viel nachgedacht über das Hineindenken der wichtigen Sachen, Dinge, in diese Projektion, wie es geschafft werden kann, die Wesen dort hineinzusetzen in eine noch zu erbauende, noch nicht fertige, Welt, wie sie dann bestenfalls (und das Bedingung) zu Leben anfangen sollten und wie es bewerkstelligt werden kann, dieses Wort dabei zu vermeiden, gänzlich (noch ist es mir nicht gelungen, wird es?). Wer sich nun bis hierhin durch den Text geschlagen hat. Heute morgen im Verkehrsmittel (das Wort hätte auch benutzt werden können), der Asiate der neben mir gesessen und die ganze Fahrt über in einem Flyer von einem China-Bringdienst gelesen hat. Ist es erlaubt, Asiate zu schreiben oder ist das schon ein Urteil, welches mir nicht zusteht, mir fiele nicht ein warum dem so sein sollte. Bald werden wir alle jeden Tag Sushi essen müssen. Die Fotos hochladen, sie sinnvoll in ein Durcheinander bringen, das alles lesen was die anderen schreiben, dazu noch Einkaufen gehen an einem oder zwei Abenden, dass Fahrrad in die Werkstatt bringen, ein Telefonat führen, letztenendes dann den Fernseher anmachen und dieses Zeug schauen, dabei einschlafen und den ganzen Tag und das ganze bisherige Jahr vergessen.

Erinnere mich an das eine Mal, da kam der Schlaf während eine Reportage lief über die Erde vor 6.000 Jahren, als die Erdplatten jeden Tag woanders anzutreffen waren und die Meere aus Lava waren, das dunkle Zimmer, der Winter vor den geschlossenen Fenstern noch dazu, die dunklen Planeten (es war nicht nur die Erde alleine, auf der die Lava pulsierte in Gesteinsspalten), die sonore Stimme des bekannten Sprechers, der die flüssige Erde erklärte, wie das alles entstand vor ungefähr 7.ooo Jahren, dies alles führte zu einem Traum inmitten der Urzeit, in einem noch viel leereren Universum, als sie heutzutage anzutreffen sind, das alles leerte auch das Herz ganz aus und alle Worte verschwanden daraus und die, da hundertjährige Haus, in dem wir wohnen, verschwand und mit ihm ich.

Ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren

Im Bad das Radio war auf MW gestellt, was ich nicht wusste. Ich drehte über Kopf an der Skala und bekam einen italienischen Sender rein, in schönster Mittelwelle. Gleich war das Radiogefühl da.

Während ich, später den Abend, die Big Bang Theory schaue, versuche ich, herauszufinden, was wohl die angepriesenen Produktplatzierungen sein mögen. Stattdessen fällt mir auf, dass in den Werbeblöcken für drei verschiedene Wodkasorten im High Quality Segment geworben wird. Man kann nicht bedeuten.

Einen langen Text, sagen wir ein Buch, von david-foster-wallaceschen Ausmaßen zu schreiben, würde vor allem auch bedeuten, ständig dem Impuls zu widerstehen, alles gleich ins Netz hineinzuhauen was gerade mal von den Fingertips fällt, wo ja auch diese ganze Informationssauce dranklebt. Beim Lesen von „Unendlicher Spaß“, inzwischen ca. Seite 240 oder so, oft an ein auch recht umfangreiches Buch denken gemusst, nämlich den Ulysses vom Joyce. Hier wie dort ein vielstimmiger Text, der erste große Unterschied (aber vielleicht ist das etwas, wo die beiden Werke letztenendes eine Verbindung herstellen können) ist, dass bei Joyce einer spricht, an einem Tag (von der sehr späten Nacht einmal abgesehen), bei Foster-Wallace hingegen sprechen wirklich sehr viele über mehrere merkwürdig bezeichnete Jahre hinweg. Aber ist es nicht so, dass auch (Wallace macht es ja so) beim Ulysses die Stimmen der Protagonisten in ihrer eigenen Sprache in den inneren Mono- und dann also Dialog hineinreflektieren?

Mit beiden Texten verhält es sich jedenfalls so, dass sie am besten dann zu lesen sind, wenn von vornherein garnicht erst versucht wird, sie durchschauen zu wollen. So wie mit der Bibel.

Nachdem also den lieben langen ~ die Klicktiefe gemessen wurde, bleibt aus o.g. Gründen nun hier übrig was vom Tage. Aktiviertes Profil: Arbeit. Während der Typ etwas von einem Sichtbarkeitsindex erzählt, versuche ich also, die eigene Sichtbarkeit möglichst gering zu halten und lese Blogartikel in purem RSS. Aktiviertes Profil: Lautlos. Aktiviertes Profil: Abend. Am Morgen in der U-Bahn die Gesichte, wie sie auch auf einer einen Bleistiftstrich imitierenden (eine Verneigung vor der Historie des Phantombildes), unter Zuhilfenahme von Grafiksoftware erstellten (Nicht)-Zeichnung zu sehen sein könnten, die an den Eingangstüren von bspw. Discountsupermärkten angebracht wären. Belohnung 1.000 Euro. Die Alkoholfahne der jungen Dame, die neben mir steht, ist wohl doch zu viel billiges Parfum, dessen Grundsubstanz den gewünschten Duft überlagert. Gegenüber sitzen zwei Angestellte der Verkehrsbetriebe, sie haben Instrumentenkoffer dabei, ein Waldhorn vielleicht (der Eine) und eine Querflöte wohlmöglich (oder eine Klarinette) der Andere. Am Aegi steigen zwei weitere Kollegen dazu, eine scheinbare Trompete und eine weitere Querflöte/Klarinette. Da ich auf den Ohren die eigene Musik und vor den Augen den unendlichen Spaß habe, höre ich nicht, worüber sie sich bedächtig unterhalten mit den Schnauzbärten. Sie stehen dort und nehmen jede Bewegung der Straßenbahn gelassen mit den Beinen wahr; die Instrumententasche des einen ist von der Marke „Jawoll“.

Es ist endlich Schnee gefallen.

In einem Schaufenster gesessen und Bier

getrunken den letzten Samstagabend. Leute kamen und gingen und ein paar von denen kannte ich aber längst nicht alle und vielleicht vom sehen. Nun einmal schaue ich was sich im Speicher gesammelt hat über die Weile. Dann geht es hier weiter. So ist das hier: Der Text ensteht nun Stück für Stück wird aber immer veröffentlicht zwischendurch. Andere Fotografien wären dem vorzuziehen, wollte ich kronologisch sein, was noch nie der Fall gewesen. Kronologie ist eine Menschenerfindung (werden sie fragen: wo ist der Unterschied zu allem Überfluss, zu allem Andern..?) und zwar mit Recht. Den Schlüssel für den Videoupload vergessen. Heute bei der Arbeit gewesen.

Ohne Titel 1 from fabe on Vimeo.

So warten wir bis die Herrschaften Maschinen denn nun einmal sich genötigt fühlen, ihren Aufgaben nachzukommen. Jemand aus dem Netz der Niedersächsischen Landesregierung hat sich heute 5 Minuten lang meine offizielle Seite angesehen. Startseite Projekte Text Print Audio Print Audio Kontakt (unergründliche Pfade). Mit dem demnächst verbotenen Linux, btw.. Revisionen: 19. Ich Morgen allerdings ist auch noch ein Tag, wird gemunkelt.

Der jetzt ist die Wäsche dampft auf dem Stuhl auf dem Balkon als ich sie aufhängen möchte eine SMS erhalten die fast ein kleiner Brief ist (=sein könnte). Die Zelte abbrechen und die Brücken brennen lassen. Am Samstagvormittag sind spärliche Ideen. Am Samstagvormittag geht es dann raus in die kalte Novemberluft und die Temperaturanzeige an der Apotheke an der Ecke zeigt 4 Grad Celsius an, was auch noch nicht gerade viel ist, und am Blumenstand sehen wir einen kleinen Hund, der auf eines der am Boden ausgelegten Adventsgestecke pinkelt und müssen sehr lachen deshalb. Gestern also recht gehabt und heute ist ein weiterer Tag, allerdings schon bald die Sonne wieder unter geht. Der Bart juckt und das Essen in der Pfanne, eine Liste gemacht und Lebkuchen gekauft. Das war eines der Worte: Lebkuchen, ich brachte es überein mit dem Leben und Kuchen und es war dann Kuchen der zum Leben gut ist, Weihnachten jeweils kam eine blecherne Kiste an mit vielen Sorten davon, der Vater macht das Paket auf, trinkt den dunklen Tee aus Assam. Der Fernseher war schwarz/weiß und ein wundervolles Ding, das zu bezaubern vermochte, verglichen dagegen mit heute. Wie kommt jetzt der Fernseher hier rein?

Und nun ist es wieder dunkel. Im Park gewesen zwischen den Birken gestanden, Birkenrinde, Zucker und Teer, die Luft ist der ganze Herbst und an der Ferdinand-Wallbrecht-Strasse die Bäume, sie sind schon ganz ohne Laub.

Birkenrinde

Tage später. Immer noch keine neuen alten Photographien hier eingestellt. Warte auf den Schornsteinfeger, vielleicht bringt der ja einmal Glück. Nachdem es nicht einmal die Winkekatze zu mir geschafft hat, die ich neulich kaufte, obgrund allgemeiner Verplantheit andererseits. Wahrscheinlich hat er wieder keine Leiter dabei, und muss sich eine von mir schnorren. Steht in der Küche. Gestern begonnen, einen Text von einem Freund zu lesen. Titel: Die neue Mobilität. Veränderte Wahrnehmung durch neue Verkehrsmittel in den deutschsprachigen Romanen zwischen 1918 und 1933. Bin schon gespannt was er zur Autojagd im Steppenwolf schreibt, an die ich so oft denken muss, insgeheim, wenn Nachts die Primatenmännchen in ihren motorisierten Prothesen die große Straße mit der Rennbahn verwechseln. Wir müssen die Welt vom Benzingeruch befreien..

Kein bißchen Ruß an den Händen, der Mensch. So wird das nichts. Derweil ist nun bereits der Donnerstag und die Woche vorbeigerauscht. Kann ich hier einen Punkt machen

Ich bin zu unorganisiert, um unorganisiert leben zu

können und so geht alles einen halben geregelten Gang runter und das Kraut wächst in den Fugen, während der Herr Direktor-Stellvertreter noch mehr Roundup bestellt bei Amazon auf’s Geratewohl. Aufs Dach auf dem der Baum jetzt immer noch wächst steigt er aber nicht, er gibt es den Kindern gerne zum Essen, auf Umwegen zwar, jedoch überdosiert und unverdünnt. So also kommen die Worte zusammen und werden zu Sätzen und die erscheinen auf den Seiten der Bücher und Hefte, die mit unterwegs sind, dort stehen sie dann und stehen für sich. Ist aber schön geworden, Ihr Garten, Herr Weber, wenn man denkt wie das alles aussah hier! Dies nur zur Erklärung. Wir dürfen die Sprache nicht von den Maschinen zerstören lassen: Junge erfolgreiche lachende Frauen mit Laptop Computer.

An manchen und diesen Tagen wächst mir der Bart im Sekundentakt, in 24 Einzelbildern; die spezielle Traurigkeit des vietnamesischen Imbiss »Miss Saigon« mit der Leuchtreklame im Fenster: Mittagessen 4,90€. Auch: das Mädchen in der schwarzen Kleidung, mit dem Blumenstrauß aus dem Supermarkt, auf dem Weg zum Friedhof Seelhorst. Überfüllt mit Text ist der Kopf. Sehnsucht nach

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dem Klang entladener Batterien, die die Musik im Ohr langsamer und langsamer werden lassen, bis schließlich der Motor den Transport des Bandes selbst nicht mehr schafft. Das gibt es nicht mehr. Unter der Knechtschaft von 0 und 1 ist entweder Musik da, oder nicht. Manchmal stelle ich absichtlich einen verrauschten Sender im Radio ein. Natürlich wäre es auch möglich, eine Sammlung von Aufnahmen zu machen, die dann später, wenn es analoges Radio nicht mehr gibt, gehört werden können. Aber es wäre ja nicht dasselbe. Das kann niemals dasselbe sein. Es wäre Simulation.

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Die Grillparty in Andorra, das Orakel von Omaha. Die alte Socke und der McDonalds-Ketchup im Rucksack, als ich zur Arbeit fahre: [an diesem brombeerfarbenen grauen Morgen]. Manchmal stelle ich mir eine Welt vor, in der all das Vergangenheit wäre, zum Beispiel Ketchup in kleinen Plastiktüten, Coca Cola und RTL. Den Fehler wegmachen oben im Kopf.

Im Drogeriemarkt, am Abend, der Rollstuhlfahrer, der sich vordrängelt und sich gleich entschuldigt, sich ja aber doch jetzt vorgedrängelt hat, das kleine Kind fragt die Mutter „Mama was hat der Mann?“ und der Mann sagt „Weißte was mit mir passiert ist? Ich bin bei Rot über die Straße gegangen, weil ich dachte ich müsste nicht kucken und kann das machen. Das ist mit mir passiert. Und dann ist ein Lastauto gekommen und hat mich umgefahren, das hab ich nicht gesehen, deshalb darf man nie bei Rot über die Ampel gehen!“.

Immer und immer wieder: Stockholmer Allee, der Blick über den Kronsberg, die Windräder, der Blick nach Innen (der Blick zurück: in der Wohnung meiner Oma, Schlafzimmerfenster im 7. Stock, sie zeigt mir jedesmal wo der Kronsberg ist, daneben der Türm der Messe mit dem stilisierten Neon-Hermeskopf oben auf der Spitze und der Schnellweg am Abend mit den vorbeifahrenden Autos, auf dem mein Vater immer noch einmal die Lichthupe betätigt hat, weil wir wussten, dass sie jetzt am Fenster steht), der Blick, weil des Name das bewirkt, nach Schweden, also in Richtung der Vorstellung, die es davon gibt, die Gedanken, die nacheinander angehen, die inneren Bilder der anderen Sehnsuchtsorte, die nur in der Vorstellung existieren, wie die Lichter einer Kette, die anderen Leben, die vielleicht doch möglich wären, die am Abend hinter den erleuchteten Fenstern passieren (und wenn dort nur jemand fernsieht). Am Mittwoch Abend aber beim Friseur gewesen und dann zusammen die Lister Meile hinunter gelaufen, der Mann im Dönerladen an der Kreuzung Lister Meile / Wedekindstraße / Celler Straße, wo wir zu Abend essen, spendiert uns noch einen Tee als ich gerade zahlen möchte, wir sollten doch noch Tee trinken, er habe gerade welchen gemacht, dann trinken wir noch Tee und die Puzzleteile schieben sich wieder ein wenig näher aneinander und die Stadt ist freundlich zu Dir und mir im frühen Herbst, an einem Abend um kurz vor sieben.

Hab Herz und Taschen voller Kastanien, auf dem Friedhof gesammelt und vor dem Hotel, zwei auf das Grab hingelegt, eine für Dich und eine für mich.

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7.9. „Der Wutbürger wartet schon an der Wahlurne“ steht jedenfalls nicht in den Wahlprogramm-Poesien der Zeitschrift, die ich gerade gelesen, steht tatsächlich auf einem überklebten Plakat der Grünen. Dazu Gegreine über die D-Linie von den beleidigten Geldsäcken. Auf dem Weg nach Davenstedt, Bus 120, früher mal 59er. Das gespannte Geflecht der Oberleitungen an der Glocksee-Kreuzung. Die Kette sprang ab, auch der Rahmen gerissen wie gesehen. Der fliegende Holländer ~.

10.9. Der kupferne Regengeruch. Der Wind, der kommt heute auch vom Meer und nach Brötchen riecht. Herbstferien auf der Insel. Hauptsaison Nebensaison Nachsaison.

Das traurige Mädchen in der U-Bahn mit dem bunten Gesicht, steht vor mir in der Tür und muss auch raus an der nächsten Station, sie so viel erwachsener in der Kleidung als ihr Freund in Jogginganzug und Rastas neben ihr steht. Als sie nur drei, vier Schritte nach draußen gemacht haben, greift sie seine Hand und dreht sich nach vorne unter seinem Arm, so dass sie im Endeffekt, seine Hand auf der Schuler, ihn hinter sich herzieht, weg von den Menschen, die an der Fußgängerampel sinnlos warten, die ihre Traurigkeit nicht sehen sollen.

Am Nachmittag lese ich in der Bahn gierig die neue EDIT, die, so ist es immer zu solchen Gelegenheiten, die Textproduktion ankurbelt und die Stimmen lauter werden lässt. Im Drehgelenk steht einer, der hält das dicke Buch „Krabat“ in der Hand, (muss ich an das kleine Theaterstück denken, dass wir auf dem Hohen Meißner aufführten vor langer langer Zeit), die Geschichte mit den Raben und der Kantorka. Auch ist ganz das Auge mit der Musik im Ohr verschmolzen und spielt einen Film ohne Worte (für sich selbst), mit vom Septemberregen beschlagenen Scheiben und einem schmächtigen jungen Mann, der auf wackelnden Beinen den gefalteten Rollstuhl neben sich herschiebt und in die Bahn hinein, in der ihn niemand sehen kann. Der Lesende trägt ein Oberteil unter seinem senfgelben Parka, der den „Rittern vom Nie“ huldigt, da denke ich an ein leider geschlossenes Blog (wieder zurück zum inneren Film), welches eine Kategorie enthielt: „when she was a camera“. Heute am Morgen auch: Der Mann mit der Schirmmütze auf der Steht „Kinderforscher Stadt Laatzen“, vielleicht ja ein Geschenk der Enkel, in der ganzen Merkwürdigkeit. Später, als ich bei den neuen Goncourt einen Bericht über eine Italienreise lese, muss ich an diese Mann denken, dort wird über ein T-Shirt berichtet, über die mögliche Herkunft des T-Shirts, wie es den Besitzer wechselt ein oder zwei oder mehrere Male, vielleicht. Die Tage sind nun deutlich kälter und der Himmel wolkig, seit zwei Tagen regnet es wieder, immer wieder, zwischendurch.

[Unkorrigiert veröffentlicht]

Hier lese ich die Tage

, mit dem gefilterten Auge, mit dem unbewussten Auge, mit dem Auge das zur Seite blickt und schweigt. Hier könnte auch gewohnt werden, ein improvisiertes Leben durch die Zeiten hindurch, so wie ich es ein wenig erinnere von gegenüber der Straße, ein wenig weiter die Straße hoch noch, wo die Fabriketagen neue Umfunktionen bekamen, vor Jahren, Jahrzehnten fast schon. Die Stadt ist also so sehr in mir, dass ich das alles weiß, so sehr, dass es kaum mehr eine Straße gibt, zumindest für die zweitbreitesten lässt sich das sagen, zu der mir nicht etwas einfallen könnte, vielleicht werde ich mich einmal darauf verlegen für eine Weile, mir das aus den Fingern zu schreiben, was mir zu den Orten der Stadt einfällt. Und doch entdeckt sich immer noch Neues, z.B. — das bedeutet aber immer gleich, an eine Transformation dessen zu denken, was vorgefunden wird. An eine weniger zweckmäßige Verortung, mit lauten Bäumen auf den Dächern. Gestern die ISS gesehen, die am Abendhimmel vorüberzog. In der Nacht dann wieder ein gewaltiges Donnern und Blitzen, Donnern und Blitzen. Den Schreibtisch könnte ich auch mal wieder aufräumen. Letzte Dienstbesprechung. Morgen in der ersten Stunde Bildinterpretation. Heute M. getroffen, in der deshalb etwas längeren Mittagspause. Zufällig einen unbekannten Musiker gesehen, der ein wenig desorientiert durch die Passerelle ging, mit Sonnenbrille auf. Im Café dann ein Akkordeonspieler. Wir trinken vermutlich auf Milch, Sahne und Crushed Ice basierende Kaltgetränke, meines mit Café, M. hat ein Glas dessen Inhalt Banane und Blaubeeren enthält, resp. Blueberry Banana, was natürlich nicht dasselbe sein kann. Am Nebentisch unterhalten sich zwei Mädchen über Abstufungen der Eifersucht, die sie gut finden oder nicht, bei sich selbst und anderen, bevor sie sich der höherer Kaffeesatzleserei zuwenden, also den Mathe-Hausarbeiten.

Ein Hund liegt platt auf dem Boden vor dem Supermarkt-Eingang

Jetzt könnte ich einen Brief weiterschreiben oder einen neuen beginnen oder ich könnte auch neue Musik auf das alte Telefon laden oder jungen Wein in alte Schläuche füllen, for whatever that means, oder die Aufnahmen anhören, oder ich warte einfach. Darauf das die Zeit vergeht. Man sollte sich hüten, der Annahme zu verfallen, dass sie das von selber tun würde. Das ist nämlich nicht so. Schließlich fällt auch niemand einen Baum, ohne hinzusehen. Ein Bild würde garnichts sagen, hätten wir die Worte nicht. So lässt der Text weiter auf sich warten, die Alben der Reisen nun auch endlich angelegt. Links liegen lassen. Später einmal, später dann.