Etwas auf Seidenpapier

auszudrucken, so wie ich es neulich versucht habe, funktioniert nicht wirklich und es geht möglicherweise der Drucker dabei kaputt. Dieser Artikel hat mich inspiriert, auch mal so etwas zu machen und einmal für 30 Tage jeden Tag etwas zu schreiben. Zum einen kann ich so vielleicht wieder eine bessere Routine etablieren, was diese Sachen betrifft. Zum anderen, weil viele Dinge, die dort stehen, auch meiner Beobachtung entsprechen. Unter natürlich ganz anderen Vorraussetzungen. Schließlich gibt es mir die Möglichkeit, entschuldigterweise Texte, die morgens oder abends auf dem Taschengerät in der U-Bahn entstehen, hier wie sie sind zu veröffentlichen, wie bereits neulich einmal exemplarisch geschehen.

Kuck mal ich hab ein Bild gefunden das ich hier einfach dazu mache!

„When you write and publish every day, you’ll lose lots of subscribers. […] what publishing one essay every day does is that it kicks out the folks who are not really interested in the stuff you say.“ Abgesehen von dem merkwürdigen Gebrauch des Wortes Essay im zitierten Text – diese Gefahr besteht tatsächlich ja nicht, denn durch das Beharren auf der eigenen Langweiligkeit und Kauzigkeit und Experimentierfreude ist das „Ausfiltern“ längst zu genüge erledigt. Auch hatte ich nie das Problem, zu sehr an einer festen Form zu hängen – Gegenteil, eher. Aber ich liebe diese wahnwitzige Verzettelung, die hier über die Jahre Möglich geworden ist. Denn das hab ich festgestellt: „When you write a lot […] you’ll create an abundance mindset. Where there’s plenty of everything“, definitiv. Die kreative Praxis ist der Ursprung weiterer verstiegener Projekte und Werke, es führt eins zum anderen. Mein Kopf nämlich ist übervoll mit Ideen für Texte, die noch zu schreiben wären, und nicht nur mit Ideen für Texte, auch für alle möglichen anderen Dinge. Es ist eine unglaubliche Fülle an Gedanken und Ideen und ein schier unerschöpfliches Reservoir an Dingen, die mich interessieren, was ich mit mir herumtrage und was hier und da mal überschwappt oder überschnappt. Manchmal muss dann halt auch der Drucker repariert werden, wobei ich nicht weiß, ob ich das wirklich kann.

Versuchsaufbau

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Wenn ich auf der Mittelwelle war, hatte ich die Mitschnitte immer mit dem laufenden PC gemacht, was so lange gut ging, bis ich mir einen neuen PC zulegte, der den Mittelwellenempfang tatsächlich erheblich stört. Jetzt höre ich dann Mittelwellenradio, wenn der PC aus ist — was mir eigentlich noch besser gefällt. Es gibt genug andere Dinge. Um aber dennoch einen digitalen Aircheck anfertigen zu können, habe ich mir diesen Versuchsaufbau überlegt:

Es gibt das kleine Kofferradio*, Das ist genau richtig dafür. Aus dem Kopfhörerausgang geht, mit einem Mono-zu-Stereo-Adapter versehen, das Signal zum Line-In des Zoom Digitalrecorders. Wenn der Adapter vor dem Line-In hängt, funktioniert es nicht, dann wird das Signal nur auf einem Kanal aufgezeichnet. Die Lautstärke des Radios steht auf 2. Am Digitalrecorder kann das Eingangssignal gepegelt werden, momentan passt es. Damit ich auch noch Radio hören kann, habe ich an den Ausgang vom Recorder den kleinen Batteriebetriebenen Reiselautsprecher gehängt.

Damit habe ich den vorletzten Seewetterbericht, den der Deutschlandfunk über Mittelwelle 1269 KHz ausstrahlte, aufgezeichnet. Der Sender wurde am 31.12.2015 abgestellt — dazu wird später noch mehr zu sagen sein. Dieser Versuchsaufbau funktioniert ganz wunderbar und ich kann damit eigentlich alles aufnehmen, was das Radio empfängt.

*(es war das letzte Geschenk für Deine Oma)

Teile eines Vorhabens

Welches öffentlich sein wird aber dennoch wird es vermutlich nicht sichtbar sein. Es ist eine Verschwendung denn es wird an einen Zaun gehängt mit Wäscheklammern und es bleibt dann dort hängen, außer ich denke daran es wieder abzunehmen. Auf den Disketten ist gespeichert was dann auch abgerufen werden kann. Ich habe dazu auch noch eine andere Idee die eigentlich besser ist dazu aber später mehr. In der letzten Zeit mache ich wieder sehr viel mit Farbe und Papier oder vielmehr Wellpappe weil ich das schön finde. Wie es sich wellt und eigentlich nicht geeignet ist. Soviel. Für jetzt.

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Auf den Disketten ist es gespeichert, aber die Disketten sind mehrfach nicht mehr zu lesen. Zum Einen, weil es schwierig ist, ein Anzeigegerät mit entsprechendem Laufwerk zu finden. Zum Anderen sind sie ausgiebig mit Acrylfarbe bemalt und hinten ist eine Wäscheklammer an sie befestigt. Der vollständige Gebrauch der Kunst würde also ihre  Zerstörung bedeuten. Bei der nächsten Serie werden wir sogar mit dem Ort kommunizieren, an dem es stattfindet, aber für jetzt bin ich schonmal froh mir endlich wieder die Zeit für derartige jedem Zweck entfremdete Dinge zu nehmen.

Es ist noch nicht fertig.

 

Leute könnten sich natürlich auch eine oder mehrere der Disketten mit nachhause nehmen und dort aufbewahren. Das würde mir gut gefallen.

 

Kann Teile von Text enthalten

In der Silvesternacht war der Bus plötzlich voll mit einer Horde stinkender, richtungslos berauschter junger Menschen. Eine von ihnen kotzte an einer Haltestelle aus der Tür des  haltenden Busses. Ein anderer, der an der falschen Station ausgestiegen war, stieg mit dem Kopf vorran wieder ein und bekam beide Flügel der sich schließenden Tür gleichzeitig gegen den Kopf gehauen. Die weise Tür (zu seinem Glück) öffnete sich, erschrocken vor der besoffenen Torheit, sofort wieder.

Der Mann auf dem Fahrrad, der über die verschneite Plaza fährt und in jeden Mülleimer schaut. Bilder von großer Einsamkeit.

Heute saß neben mir in der Bahn eine Frau, die sich sehr genau die Todesanzeigen in der Hannoverschen Allgemeinen anschaute, auf ihrem Tablet.

Die Elster, die Krähe, der Schnee. Die verlorene Papiertüte mit dem Pausenbrötchen.