mit geblümten papier
ausgeschlagene
küchentisch schublade:
gummibänder
flaschenöffner. hefte
vollgeschrieben mit
vergossener milch.
Verhinderte Kunst
Last summer’s leftover
caterpillar, now dry in
shoe closet (butterfly
could have caused storm).
Auf der UKW-Antenne
singt die Elster ihr
Morgenlied.
Die Galeria Lunar muss schließen
Das war ein Ort der Hoffnung machte, weitermachen lies, Gegenpol zum Beispiel zum E-Commerce (am Tage die Woche über die Zähne fletschend), der einen, also mich, aber auch immer zwischendurch alleine lies mit der eigenen Unzulänglichkeit. Also auch Ansporn, sich doch noch Abends eine Stunde abzuringen und abseits der Wertschöpfungsketten, in die einen der Alltag legt, etwas Wert-loses zu erbauen, wenn auch nur mit Zeichensätzen. Der mir die von der Lebenswirklichkeit verhinderte Kunst verdeutlichte, die überall lauern kann, die immer eine Möglichkeit ist.
Ich schließe mich gerne diesem Beitrag hier an und sage Danke, Martin und Nils, für die vielen guten Stunden und die vielen schönen Bilder, Musik, (u.s.w.)! Ich weiß, dass es für Euch nicht immer einfach war, „Den Laden am laufen zu halten“, ob kursiv oder nicht, (einer selbst konnte ja immer weg, wenn’s zu bunt wurde), deshalb besonders.
Hier sind ein paar Erinnerungen
Das schöne an Webseiten ist ja: Man kann sie weiterverwenden, auch wenn das Haus, für das sie standen, eingerissen wurde. Es muss nur die Adresse ausgetauscht werden, nicht einmal mehr die Telefonnummer. Fly me to the Moon und was zuletzt stirbt, stirbt am längsten.
drawer. kitchentable.
pointless paper inside,
avoid time. flowers,
straws, going nowhere
yet stovepipe.
a deep
deep fried in the
hinterland of your best
wishes, safe harbour
everyone, left alone.
gallopping fragments of
time. take a deep.
—
Nun schreibe ich Gedichte auch auf English, nachdem vor Jahren/Zehnten bereits ein paar Songtexte entstanden, die hier nicht weiter behandelt werden werden. Warum das gemacht wird ist, dass es diese neue Anwendung für das Smartphone namens plague gibt, auf welcher z.Zt. noch hauptsächlich international getextet wird. Nun handelt es sich leider um die üblichen Bonmots und Albert Einsteins, die man gleich nach unten wischt, nicht etwa weil sie unwahr wären, sondern weil sie zu einfach sind und ganz abgenutzt. Hier Poesie in die Welt zu schicken bedeutet, den Raum des Scheiterns der eigenen Kunst ungeahnt vergrößern zu können. Auch sind die Einschränkungen, die das Medium sich auferlegt hat (140 Zeichen, keine harten Zeilenumbrüche, keine Absätze) eine schöne Formvorgabe. Das Gedicht oben ist eines davon. Eines ist leider schon im digitalen Vergessen verlorengegangen. Das war die englische 140-Z. Version dieses Textes:
—
die butterdose, verkleidete tasse
hinterm haus kaninchen
von der farbe
brauner nasser strandsand
auf der kahlen grünen wiese
dahinter der deich, dahinter
die schöne graue wolke
des ganzen tages
—
Der an einem Morgen der Winterreise vor Weihnachten entstanden ist.
Weitere poetische Praxis ist es ja bereits seit eine Weile, das Tool Pastie zu nutzen um unverhoffte Texte zu deplatzieren. Hier was ich gerade dazu gefunden habe:
Lass die Katzentür blos offen
das bärtige Herz
klebt Dir Prilblumen
an die Therme
—
Oder dieses Haiku o.ä.:
—
train in the distance
dog barking in the moonlight
bark copyright by dog
—
Die sind entweder privat markiert und nur über den Link zu verbreiten, oder sie erscheinen auch in der Timeline zwischen all den Codefragmenten und Wegweisern zu den Hintertüren und ins Darknet. So gelangt das Blog an dieser Stelle auch wieder ein wenig zurück zu der Namensgebenden Idee, die genau auf diese Schnittmengen von Sprache und Code anspielte. Das hiermit, also mit dieser Seite coderwelsh.de, einmal etwas ganz anderes und doch recht betrachtet ziemlich ähnliches geplant war. Dazu schreib ich vielleicht, wenn mir also danach sein sollte und ich die Zeit dazu finde in einem Schuhkarton unten im Regal,
Was allerdings mit dem Haufen Disketten, der hier liegt, noch passieren wird, weiß ich heute noch nicht zu sagen. Dies alles sind Versuche, auch die Sache mit den Disketten, die der „Verhinderten Kunst“ zuzuordnen sein könnten. Was das genau ist weiß ich auch noch nicht, es ist nun erstmal ein ausgedachtes Wort. Dinge, die zu vervollständigen wären, die zuende gedacht werden müssten, was aber nicht gelingen kann, weil die neue bescheuerte Idee schon an der nächsten Straßenecke auf der Lauer liegt und die Zähne fletscht. Weil die Zeit wie immer in Mangelhaft sitzt, neben der Chinesischen Wäscherei. Weil der Alltag zersetzt wird durch die Lohnarbeit für den Hypercommerce, ihm die ganze Rechenleistung zuzuschlagen. So könnte also ein noch zu beschreibender, zu verortender Ausweg gefunden werden und die Hoffnung stirbt zuletzt. 2015 ist übrigens garkein Schaltjahr.
2014 in Bild und Ton
(Wenn die Kamera den Regentropfen an der Scheibe scharfstellt, anstatt.)








