3.6., ab 17:56

Als ich an diesem Abend am Jahnplatz aus dem Bus steige, kurvt ein kleines Mädchen auf einem Einrad hin und her auf dem Platz, eine ca. 15-jährige kommt mit zwei ungefähr gleichaltrigen Jungs vom Kiosk an der Ecke, an jeder Hand hat sie einen von Ihnen. Später dann zwei Frauen die sich gegenseitig an Händen halten und in der jeweils anderen jeweils eine Flasche Bier, wie wir auch, auf der langen Bank sitzend, mit 9 auf den Boden rotzenden spanischen Kerlen in Feinripp-Shirts am langen Ende entfernt, in einem Elektro-Rolli fährt ein einziger großer Kopf vorbei an dem Allen.

[Anfänge]

Szenen, die ein Anfang sein könnten: Gestern in der U-Bahn, die Frau mit den kurzen Haaren und diversen Zeichenmappen sowie einem Rucksack, die an der Station Kröpcke hnaus möchte, es zu spät bemerkt und dann stehen auch noch Leute im Weg. Der Mann neben ihr versucht, ihr zu helfen, doch vor beider Augen schließt sich die Tür und geht nicht mehr auf, sie sagt zu ihm dann müsse sie halt an der nächsten Station aussteigen, beide setzen sich nebeneinander- Schweigen. Dann die Station Hauptbahnhof, diesmal öffnen sich beim Aufstehen eine oder zwei der Zeichenmappen, großformatige Bleistiftzeichnungen drohen herauszufallen, der junge Mann ist wieder zur Stelle, hilft ihr, alles zusammen zu halten und bietet auch an, kurz auszusteigen, sie sagt es würde schon gehen und dann ist sie auch schon draußen und die Türen schließen sich.

[12.9.]

Gestern die Kinder auf dem Fußweg, als ich Feierabend mache, die beschließen eine neue Art von Wettrennen zu machen, sie sagt zu dem Jungen „Wer als erster da hinten ankommt hat verloren“. Nach ein paar Schritten drehe ich mich um und sehe, wie sie zuerst in Zeitlupe zu rennen vorgeben und dann das Mädchen versucht, den Jungen hochzuheben und vor sich ins Ziel zu tragen, das aber noch viel zu weit entfernt ist (nämlich eine Streusandkiste) für dieses Vorhaben.