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„gehst du steintor?“ „steigen sie aus?“ dann die ansage der nächsten u-bahn, dass hineinklingen des unternetzes in meine wohnung, während ich mit dir telefoniere. muss an eine werbung für einen fernsehfilm denken, „abgrund: die stadt stürzt ein“ oder so. die bedrohung, allgegenwärtige. schnell noch eine kamera aufhängen an jeden baum im park. muss an das lied denken das ich neulich hörte, „sie haben die straßen auf sprengstoff gebaut„. einfach mal hier lustlos ein paar finger auf die tastatur fallen lassen, am vormittag, während sich die zugezogenen vorhänge im luftzug, um nicht wind zu sagen, des geöffneten fensters bewegen. in der u-bahn neulich so viele leute gesehen, die ihre transit-zeit dazu nutzen, fotokopierte texte durchzulesen, ich gehöre dazu. ich gehöre nicht dazu. ich wasche wäsche. ich habe ein t-shirt an, auf welchem, ein fliesenmosaik imitierend, drei segelschiffe abgebildet sind, als subscriptio der name des urlaubsortes, den ich jetzt, im hinabblicken, nur schwerlich entziffern kann und der deshalb an dieser stelle fehlt. muss ja auch nicht jeder wissen wohin die mutter in den urlaub. warum eigentlich nicht. „bevor die glut erlischt“: oder aber: „wirf dich als letztes Scheit“.

Stolz sein.

Trotz alledem. Ich war an einem Ort des Scheiterns. Und auch wenn die Ursache des Schiffbruches nicht in meinen Händen lag, ich das Steuer nicht in der Hand hatte, hier hat sich diese Havarie doch manifestiert, vor Jahren nun bereits. Der Grund dafür ist geheim, und keiner dort weiß darüber, dass ist auch gut so. Die Spitze des Eisbergs, mit dem ich damals kolidierte, trage ich als eisgraue Sträne stets auf meinem Kopf mit mir. Eine Narrenkappe, um die nur Eingeweihte wissen. Eine Tarnkappe, die zu 90% funktioniert. Entschuldige ich mich für die Metaphern, nur so ist es möglich hier darüber zu schreiben.

Bin ich in der Höhle des Löwen gewesen, wo mich keiner mehr kennt, wo sich sonst alle kennen, setzte ich mich an den unteren Schenkel des U, und um Ulm herum setzten sich alle, die sich kennen, die Nachzügler waren gezwungen die Lücke zu schließen.

Was keiner gesehen hat, was unter dem schüchternen Luftholen bei der (übrigens ersten des Seminars!) Wortmeldung, dem krampfenden Speichelsammeln (Tarnkappe), verborgen blieb, war mein Triumph, war die Genugtuung, trotz alledem hier zu sitzen, den äußeren Löwen und inneren Schweinehunden mutig die von grauen Haaren zugehängte Stirn zu bieten. Nobody(!) knows the trouble I’ve seen. Except the unhappy very few.
Tue jeden Tag etwas, wovor du dich fürchtest. Ich habe mein Plansoll bis zum Semesterende übererfüllt, wenn es nach Karmapunkten geht. Es geht aber, in meinem Fall, und das zum Glück, nicht einmal um Creditpoints. Und deshalb morgen gleich weiter mit den Löwen, die hinter Eisbergen auf der Lauer liegen. Bei der Pinguinjagd.

der merkwürdige freitag.

letzte nacht mit offenem fenster geschlafen, schöne luft die hereinkommt, am morgen ist es anders ohne das schnauffen des 128ers (STREIK!) hier an der ecke, dass jaulen des motors, alle 10 minuten in eine andere richtung. wollte das fahrrad dann reparieren und habe bemerkt, dass ich garkeine luftpumpe habe, da konnte ich dann gleich den ganzen tag am besten garnichts machen ausser eine e-mail-adresse einzurichten. aber nicht einmal für mich, obwohl, da sind auch ausreichend vorhanden. es fühlte sich an als könnte ich tatsächlich nichts machen (zu tun wäre wohl genug). auch hier. jedenfalls. und zum mittagessen gab es gebratene wirsingblätter mit couscous, getreu dem motto des jahres. eben dann doch noch einmal, eigentlich warte ich auf einen anruf, wobei ich werde wohl selbst gleich mal, im getränkemarkt gewesen und 2 flaschen wasser vom vulkan gekauft und ausnahmsweise eine cola, die ich sonst eigentlich selten trinke, zu süß. bier ist mein bevorzugter softdrink. auf dem weg nach zurück die neue katze aus dem briefkasten gefischt, der hausobmann bekam noch geld von mir, kurzes gespräch über die mitbewohner die nicht das machen was er wartet, er bietet an mir eine luftpumpe, wenn er sie noch finden sollte, dann im keller gewesen mit einer funzeligen taschenlampe, dort stehen auch noch fahrräder, eines das bräuchte nur neuen schmuck, eine kette für den anfang, und hier um die ecke, am schönen bonifatiusplatz, ist ja diese werkstatt wo die jugendlichen schweißen lernen. feste vornahme fahrräder vordermann. wie ich aber doch das schnauffen vermisse, ich bin ja ständigst in diesen schaukelnden dieselkutschen unterwegs, die neueste generation fährt ja nun schon mit erdgas und hat den motor hochkantig eingebaut hinten im heck. an der neuen arbeitsstelle kreuzen sich mehrere linien, es ist eine freude, alle 5 minuten wieder. es fühlt sich an, denn es fühlt sich ja tatsächlich an, so ein streckennetz, so ein dieselklopfen, erdgasschnauffen, kurvenschaukeln. außer den fahrrädern und den restauflagen befindet sich im keller auch noch ein fernseher, der zumindest als er dort hereingestellt wurde noch funktionierte, selbiges gilt für ein bondwell-laptop mit zwei diskettenlaufwerken (keine festplatte!) und einen alten PC von vergessen mit grandioser 20-MB-HD. auf dem ZDF läuft eine serie mit dialekt, förstern und pfaffen. fehlt nur noch der schimpanse, aber ein schwein spielt eine rolle ersatzweise, ausser krimis können die sonst nichts offenbar. die sehr leichte muse, so leicht ist sie fast magersüchtig. die zeitschriften wiegen 1120 gramm. wir lieben lebensmittel. die küche des hausobmann, was ich sah vom eingang aus, resopal, funktional, arbeiterklasse. ein stuhl wie man sie auf dem sperrmüll findet denn diese mag niemand mehr haben, steht vor einem tisch mit einer kunststoffbeschichteten platte, diese mit dem kaum sichtbaren, hellgrau angedeuteten rautenmuster auf der fläche. das konnte ich nicht sehen von der eingangstür aus, aber erahnen, es ist die wahrheit. und die zikorie sieht das sonnenlicht ja auch erst bei der ernte, schließlich. vielleicht gehe ich gleich noch zum freund k., zu fuß.

Uberreste

Die Bücher in der Bibliothek sind verhüllt mit Leichensackplane, steril und tot. Ein treffendes Bild für den Zustand der Akademie, die Punktezähler züchtet, mehr und mehr, frisches Futter für die Praktikumsstellen in den Werbe- Event- Medien- Coaching- Klima-Agenturen. Über den Aufzügen im Erdgeschoss die Info-Screens, Plasma-Bildschirme auf die nie jemand schaut. Einen Beamer in jedem größeren Hörsaal gibt es bei den Literaturwissenschaften nicht – die Zahlen sprechen für sich. Eine New Corporate Identity hat die Universität zwar, circa alle zwei Jahre gönnt man sich einen neuen Schlauch.

 

Viel Vieles (viel zu Vieles),

Hätte häute eigentlichst ein Referat zum Thema: Intermedialität halten sollen, was nicht zustande kam weil wir für das vorhergehende soviel Zeit, die aber auch notwendig. Verben weglassen immer. Kaum ein bißchen Nervosität, dass jedenfalls gut. Ebenfalls: Byte.fm hat nun auch einen mp3-stream für winamp und Ähnliche. Außerdem ist man dortigerseits auf etwas gestoßen, was hier (und insbesondere hier!) bereits for Jahren Thema war. Aber dadurch wird die Idee ja nicht schlechter. Evolution, Baby!

Letzte Nacht von Hitler geträumt. Zunächst ging es nur darum, ich arbeitete in einem messe-ähnlichen Umgebung [hab mal als Putze auf der CeBIT geputzt, concerning the „McJobbest“ McJobs ever possible ca. 1995] und welche Besen nun am besten fegen, die mit dem beweglichen Gelenk am Fegekopf oder die starren. Holt mich hier raus. Dann PLÖTZLICH fand auf einer Bühne, bunt ausgeleuchtet, eine Rede statt, und wie gesagt siehe Oben. Das Setting verwandelte sich allmählich in eine Bunte-Lichter-Schützenfest-Gegend, jedoch die Nazis hatten ihren neuen Slogan „The Future is Bright“ (auf English!!!) in Lichtern über die Bühne gebracht. Ich war dabei, einen menschenlehren Flur zu bekehren und als ich der Veranstaltung gewahr wurde, versteckte ich mich mit Samtbesen hinter einer milchglasigen Vitrine, wusste ich doch, dass Symetrie in diesen Kreisen hochgeschätzt wird und ich diese durch meine Tätigkeit wohl durchaus stören würde. Dadurch wurde H. misstrauisch, denn ich könnte ja durchaus ein sog. Hinterhalt sein, stieg von der Bühne, ging den Gang entlang, fragte äußerst freundlich was ich hier machte, erstaunlicherweise ohne die sonst üblichen verschluckten Vokale und gedehnten Konsonanten. Ich erklärte ihm kurz die Sachlage, H. grinste und saget „Ja machense ma weiter“. (Klopft jovial auf die Schulter) [Aufgewacht, schweißgeb.].

freude darüber das ich bei sendungen mit namen wie „wir sind viele“,  „ich bin ein star, holt mich hier raus“ dank tocotronic nicht zunächst an den unglaublich erbärmlichen zustand der menschheit im allgemeinen denke sondern an dieses lied. am samstaabend sonntagnacht akute psychose im treppenhaus bis tatütata, habe mir nun einmal diese nummer herausgesucht. als alternative zu den doch recht hilflos agierenden herr- und damschaften ordnungshüter. was ist sonst noch so passiert? freitagnacht unglaublich lange beim k. gesessen, so das samstag eigentlich ein weisser fleck auf dem kalender bedeutet, der tag fand gewissermaßen garnicht statt. auf dem nachhauseweg viele verschiedene filme mit dem handy gemacht weil der himmel so schön war.