die sich überlagernden ebenen

dieser vielschichtigkeit, und, hier schichten sie sich, auf meinem bildschirm, tatsächlich uebereinander. schöne neue welt, welcome! solang das kleine kleine (x) in der rechten oberen ecke. ich aber nun hier anwesend, bin: und: die texte überrollen mich, erscheinen und überlagern sich, bilden. geflechte und texturen, ich der verknotete knoten, dort in zwischen. auswegslos eingebunden gulliver zwerg immer der nase nach auf den schultern von riesen. im auge des betrachters = im bauch des walfisch, valencia, die lichtdurchflutete!

(=erinnerungen an bessere zeiten, an anderen orten)

Das Tool* macht einen Warnton

, wenn die Texterkennung einen Buchstaben lernen möchte, der klingt wie mein Handy klingelt, was mich zunächst sehr irritierte, sehr irritierte. Eine merkwürdige Abstraktion, wenn die Untertitel von einer DVD rausgezogen werden, und ich nur den blanken Text vor mir vorbeiziehen sehe, insbesondere bei dem Film, den ich nun zum 4ten oder 5ten Male sehe. Das Handy klingelt, wir sind nun im mexikanischen Spanisch und es geht um die é, ó und ú – Buchstaben, sie erscheinen im roten Kasten, der Text nun vollständig seiner Sinnhaftigkeit beraubt, allein der Akzent verweist noch sehr grob auf den Sprachraum, der Rauch und das Feuer dazugehörig. So ist es gelernt. Wenn die Textfragmente erscheinen, in dieser technischen Umgebung, ohne die Gesichter dazu, ohne die dazugehörigen Bilder, die der Film so schön vermittelt, der Timecode gibt einen weiteren Anhaltspunkt wo wir uns befinden in der Filmzeit, in der erzählten Zeit. Bombay oder Mexico City, Moskau oder New York.

Und dazu, soll dies jetzt mein Leben sein, nach den Tagen mit der Arbeit, oder zumindest nach dem Sitzen vor dem Schirm, sich noch aufzuraffen am Abend und zur Mindesthaltbarkeit noch zwei Stunden hinzuzuarbeiten, mich in den Dschungel, das Dickicht der Bedeutungen von Allem noch einmal hineinzuwagen, wenn ich vielleicht doch. Besser? Wäre es besser? Allerdings erwacht auch dieses Gestrüpp am Abend erst zu wildem Leben, wenn das Licht zur Ausnahme und ergebenem Gastgeber der Schatten wird. Es ist nun wohl mein Leben, z. Zt.

Entschuldigen Sie bitte, ich hatte einen Weißclown zum Abendessen. Mit gebratenem Reis anbei zur Dekoration. *Und keine Eier.

die leerzeiten

des briefkastens an der ecke bei der arbeit sind 13:45, 14:30, 16:00 sowie 18:00 und davor bestimmt auch noch mal, dass habe ich nun vergessen auf dem kurzen weg von dort nach hierher zurück. das café an der (anderen) ecke (gegenüber) mittagstischbetriebsam schwatzhaft, in der lauen luft mit jacken an sitzen unter einem schirm ein sehr dicker mann und ein mann mit einem sehr langen bart. teenager belächeln sie.

Vor einer Weile

gerade eben um 3 Uhren herum, kurz hier im Wald gewesen. Es ist schon Bärlauch, und ich werde in näherer Zukunft einmal eine bis 3 Stunden dort verbringen wollen, um bewegte Bilder zu sammeln, denn überhaupt muss man sich mal mehr der Filmkunst zuwenden, sie ist eine schmählich vernachlässigte Disziplin in diesen Tagen. Von der Hochschule dringt ein die Künstlermähne über der Klaviatur (des Kreises) schüttelndes Crescendo durch den Straßengeräusch an meine Ohren, jedoch das Freejazz-Studium beginnt bereits mich zu langweilen, dabei sind wir gerade erst bei D-Dur. Und das Alphabet hat aber so viele Buchstaben.

[Aus dem Notizbuch]

31.1. Der Mann der in den Bus einsteigt hat eine Brille so blau wie das Gelb in den schwedischen Filmen. Das Lumpenpaar hat den Weinkeller mitgebracht jedenfalls riechen sie so sie zeigt ihm das Geschwür an der Lippe

„Kuck mal das ist ganz schwarz“
„Wo denn“

ich steige am Steintor aus einen halben Liter Listerine kaufen.

***
Später am Tag: Während ich mich über die Hilfiger-Jacke die er trägt beschäme, irgendwie, geht sein Handy an, Klingelton „Barbara Ann“ und ich denke wie es mich nerven würde, immer nur den Anfang eines Liedes zu hören. Draußen an der Haltestelle sehe ich den Mann mit der blauen Brille wieder. Im Hauptbahnhof ein Typ mit Trainingshose, der die Leine seines Kampfhundes um seinen Armstumpf geschlungen hat.

[Vgl. hierzu Notizbuch #4, Eintrag v. 31.1.2008, S. 80ff]

Und

Vorgestern im Übrigen die Frau, der die Zeit verlorenging, wieder einmal im Park stehen sehen (stand sie dort): Murmelnd, wie um sich selbst zu beschwören, jetzt nicht weiter zu gehen (oder jetzt stehenzubleiben), in der dunklen Laternennacht gelbes Licht,