40 Jahre Mond

Am Wochenende die ungeöffneten Briefe nach Farben sortiert, danach verbrannt. Wir feiern dieser Tage: 40 Jahre Erstbesteigung des Mondes, denn seitdem können wir sicher sein das er tatsächlich dort hängt, oder zumindest: Ist es plausibler geworden. Die Wikinger waren aber bereits vor uns dort.

„Einem Schutzmann sagte er einmal, als jener ihn ermahnte wegen des Überquerens einer durch das Rotlicht einer Ampel zeitweilig gesperrten Autostraße: „Ich bin ein literarisch programmierter Mensch und kann nur denjenigen Zeichensystemen mit Respekt begegnen, die ich als sinnvoll erachte“; und ließ den Armen somit stehen wie einst der begossene Pudel unseren Goethes Faust.“

Und als ob wenn das nicht schon genug gewesen wäre, all diese schönen, bunten Träume immerzu: Die Menschen, denen ich dort begegne, als wüssten sie und ich um die Flüchtigkeit dieser wenigen Augenblicke, als würden wir uns seit Jahren bereits kennen, dass man sich vielleicht niemals wiedersieht zwar, in den versunkenen Stunden zuvor und danach. Auf dem Balkon stehen Kürbispflanzen in einem Kübel, die sehr schön gewachsen sind in den letzten Tagen, nachdem sie eigentlich zu spät in die Erde kamen, sowie (in einem anderen Kübel): Kapuzinerkresse.

Orte der Handlung: Generation X (1)

Wie erstaunt ich war, obwohl ich es eigentlich erwartet hatte, doch mit den Zeiten genug Bilder von dort gesehen, oder zumindest von Orten die symbolisch dafür stehen was hier gemeint ist: Wie erstaunt ich war, dass die Bilder von den Orten der Handlung, die ich bei einem großen Anbieter recherchierte, sich so sehr mit den inneren decken, ja fast schon mit ihnen übereinzustimmen scheinen: Die Wüste: Die Geschichtslosigkeit (des Ortes) in Pastell- und Erdtönen: Wieder einmal fällt auf, wie genau Coupland es mit der Gegend nimmt, wie sehr sie für ihn auch eine innere Einstellung wiedergeben kann. Was er im Reportagenband „Amerikanische Polaroids“ (ein paar Jahre später nur) fortführt, ist hier bereits auch schon angelegt, die Suche nach der Identität in einem Land, in dem die Völkerwanderung ganz zum Ende angekommen ist.

„¶It’s a day later (well, actually not even twelve hours later) and the five of us are rattling down Indian Avenue, headed for our afternoon picnic up in the mountains […]“

Douglas Campbell Coupland: „Generation X“,
Time Warner Book Group UK, London 1991, Seite 11.


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„The car rolls along. ¶“Sometimes“, says Claire, as we drive past the I. Magnin where she works, „I develop this weird feeling when I watch these endless waves of gray hair gobbling up the jewels and perfume at work. I feel like I’m watching this enourmous dinner table surrounded by hundreds of greedy little children who are so spoiled, and so impatient, that they can’t even wait for food to be prepared. They have to reach for live animals placed on the table and suck the food right out of them.“ […]“

Douglas Campbell Coupland: „Generation X“,
Time Warner Book Group UK, London 1991, Seite 11-12.


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„I went to work at I. Magnin in Palm Springs California in 1988. I was counter manager for La Prarie and Clinique cosmetics. The store was the newest building in the chain. it opened in 1985 and replaced a rather tired shop worn 1960’s building. The new location was very modern done in soft pastel pinks and mint greens, every morning we would hear the xylaphone chimes (like in Grease at Rydel High School) saying „Good Morning Staff I. Magnin is open for business, have a good day“. The store had a glass sky light over the escalators that brought beautiful natural light into the store.“

http://greenspun.com/bboard/q-and-a-fetch-msg.tcl?msg_id=00BOCc

Desert Fashion Plaza, Ex-Home of I. Magnin

[http://www.flickr.com/photos/mliu92/ / CC BY-NC-SA 2.0]

„But again, the village is not entirely dead. A few people do live here, and these few troopers have a splendid view of the windmil ranch down below them that borders the highway […]“

Douglas Campbell Coupland: „Generation X“,
Time Warner Book Group UK, London 1991, Seite 11.


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„So, after cruising around house-free streets, Claire chooses the corner of Cottonwood and Sapphire Avenues for our picnic, not because there’s anything there (which there isn’t, merely a crumbling asphalt road beeing reclaimed by sage and creosote bushes) but rather because „if you try real hard you can almost feel how optimistic the developers were when they named this place““

Douglas Campbell Coupland: „Generation X“,
Time Warner Book Group UK, London 1991, Seite 18.


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Der erfundene Satz, 11

„Wenn dann einmal Besuch im Bureau war, ließen die Kollegen die Fernsprecher an den leeren Tischen mit Hilfe des Hausrufs klingeln, eine Atmospäre der Geschäftigkeit dem ahnungslosen Besucher vorzugaukeln und so das Direktorium im Kampfe gegen den drohenden Bankrott zu bestärken.“

Aus: Vladímír Schztončz: „Die Rückwärtsakrobatik des Monsieur Goldesfinger“ Verlagsgesellschaft Roggenhausen & Cie., Wien 1985

Generation X

Douglas Campbell Coupland: „Generation X“,
Time Warner Book Group UK, London 1991, Seite 3.

neulich wurde ich von einer arbeitsfreundin der liebsten, diejenige fotografin ist,  aufgenommen. wie ich in meinem lieblingsbuch lese. dies allerdings war bereits eine schwere entscheidung, die ich niemandem wünsche. ich pendelte ja zwischen auster und coupland und irgendwem abgefahrenen unbekannten total coolen, (meine reputation in der aussenwirkung erheblich zu steigern). war dann aber ehrlich und entschied mich für den bestseller, der mir zur stichwortgabe „lieblingsbuch“ als erstes in den sinn gekommen war.

und jetzt lese ich das nach jahren wieder, zum ersten mal in der sprache in der es verfasst wurde und habe dazu einiges aufzuschreiben.

wie weit weg das inzwischen ist: wie merkwürdig, dass hier (und als ich das erstmalig las gerade eben erst) dieses internet noch garkein thema war: wie sehr aus einer anderen zeit es deshalb wirkt, bereits nach den ersten seiten, dies aber wohl dem eindruck geschuldet den ich noch von den jüngsten werken couplands im gedächtnis habe. wie ich mich damals, themenkreis literatur und identität/projektion, dort gut aufgehoben gefühlt habe, zwischen den zeilen: zwischen den begleitenden copy-art mäßigen grafiken, den neologismen, die in der art von lexika-einträgen begleitend aufgeführt werden. wie wahr das alles geworden ist. wie das damals war:

& wie ich immer noch ich selbst bin und dennoch wer ganz anderes: als ich einmal nachtwächter auf der cebit war dachte ich auch, dass dies das perfekte beispiel für einen dieser mcjobs wäre: der schlechtbezahlteste, mieseste job auf der weltgrößten *fucking* cutting edge computermesse der welt, in der durchschnittlauchsten metropole vom kompletten lonely planet.

und das ist nun also mein lieblingsbuch: auch deshalb, weil ich (u.a. in meiner mir gesellschaftlich zugedachten rolle als guter gymnasiast) zuvor natürlich vorzugsweise kafka-lesend versuchsweise stoisch in erscheinung zu treten mich bemühte: und herr coupland mir die tür aufstieß zu einer ganz anderen art von literaturen, die ich so nicht kannte, in der markennamen, fernsehen und marilyn monroe ganz selbstverständlich und selbstbewusst auftraten: die mich seitdem.

meine bis zur wand unter dem schreibtisch ausgestreckten füße (während ich dies hier niederschreibe:) sind angetan mit dem uniformen schuhwerk aller berufsjungendlichen der westlichen welt; chucks converse. made in vietnam.

[Das ist nicht die Sonne die untergeht, sondern die Erde, die sich dreht]

Wirklich schon wieder ein Jahr…

Bald ist ja schon wieder (#) Schreibschulenwettlesen in Klagenfurt. Und zwar vom 24. bis 28. Juni , was ich hier deshalb so fett hinschreibe weil die Leute die diese Internetseite dort machen offenbar davon ausgehen, dass eh alle das rot im Kalender stehen haben. Jedenfalls steht es nicht etwa an exponierter Stelle (hier ganz unten), dabei muss man das doch wissen für die Urlaubsplanung und um genügend Eimer gelber Farbe bereitzustellen. Interessant wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Berichterstattung zur Literatur und dem Internet.

(Via Gedankenträger (das nochmal nachlesen!) und das wiederum via mek)

Die Wogen glätten sich, (nur sehr sehr langsam jedoch: Es war ein großer Stein der vom Himmel fiel). Noch komme ich zu nichts weiter als der lieben Arbeit (tagein, tagaus) und dem Stückweisen entleeren der Behältnisse. Gestern auf der Suche nach meinem (oder: einem meiner (oder besser noch: dem mit dem eine Reihe von ebensolchen begann)) Lieblingsbuch fast alle Bücher ausgepackt und unsortiert in das Regal sortiert. Ich sollte lesenderweise mit ebd. fotografiert werden, was dann auch genau so passierte. (Ach ach ach, ach ach, ach ach), in der Zwischenzeit, nun auch bereits mehr als eine Woche her wieder, in Stockholm gewesen, wozu auch noch einiges zu sagen wäre. Stadt auf und in Granit. Außerdem wäre herauszufinden, ob man von unserem Badezimmer aus in die Unendlichkeit blicken kann. Später dann. Heute wendet sich der Blick zunächst nach Innen, nur zur Kontrolle.

es =

eine große chance gewesen, (= es war eine große chance), alles inbegriffen. so sitze ich nun einmal hier, waid abgeschlagen, und ich. habe die bodenbelege gesammelt, an dieser stelle, backbord steuerbored, steernzaichen vague, all incl. und dann mal gute nacht ihr monster chen. ich muss dringend zum friseur.