Kirschblütenzeit

ist ja jetzt wohl, obwohl dieses japanische Fest, vielleicht ist dort länger Winter, was ich nicht glaube, ja erst am 30. Mai ist, also fast schon im Sommer, und die Blüten blüten ja jetzt, auch wenn es vielleicht garkeine sind, die da so kirschblütig blühen zur Zeit. Wie man sich immer in den Worten verheddern kann und es dann ein regelrechtes auseinanderbiegen von Gestrüpp ist, den Satz zu einem zumindest noch annähernd halbwegs passablem Ende zu bekommen. Das sich immer alle treffen wollen, die Bookcrosser und die alle, was soll das, man entreißt den Büchern ja ihre Magie, wenn man um ihre Vorgeschichte weiß, dass macht für mich diesen Reiz aus, etwas in die Welt zu lassen und nicht wissen können an wen es gelangt und dann nach Zeiten eine Mail zu bekommen, dass jmd. das Buch gefunden hat und sich bequemte Nachricht zu geben darüber, in Nagasaki also oder in der Nordstadt. (Flaschenpost). Aber sie müssen sich treffen zum Brunch in so einer !Franchise-Gastronomie. Ich weiß nicht wieso ich Euch so hasse, bzw., oder auch diese Leute die am Sonntag wieder in diesem Café Konditorei dort nähe Sedanstraße waren, diese bessere Gesellschaft, für Künstler halten die sich und sie trinken die Bionade, das offizielle Getränk, richtig schlechte Laune kann man da bekommen bei diesen Leuten. Jedenfalls.

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Wie der in den Text eingebundene Film allerdings, so wie ich finde, neben diesem zweidimensionalen Geschehen auf dem Schirm, in gewisser Weise den Raum vertikal nach hinten zu erweitern scheint, einen Tunnel gräbt aus Bildern, der sich, auf der Oberfläche anfangend, nach hinten ins Unendliche zu erstrecken beginnt. Wahrnehmungsdingsbums. Schön der folgende Satz: „Bewusstsein als eine Art Oszillation des Großhirns im 40-Herz-Rhytmus“ Aufgrund: Der schönen Verwechslung des menschlichen Organs ♥ mit dem Physiker, nach welchem die Schwingungsmesseinheit Hertz benannt. Aber dieses ist Korinthen vor die Perlen zu setzen jedenfalls: Wie allerdings das Gehirn tatsächlich funktioniert, dazu vorhin ein paar Anregungen gefunden in einem bis dato unbekannten Geblogge, hier der Text, aus welchem og. Zitat,: „Dream Machine – kleine Theorie der künstlichen Intelligenz durch Web 2.0“: Dortselbst ein weiterer Bildertunnel, ein Videovortrag von Jeff Hawkins bei den wunderbaren TED-Talks. Töne, im Übrigen, erweitern den Bildschirm Kugelförmig und sich, vom Ort des Geschehens aus in den Raum erstreckend, den Kopf des Betrachters umfangend, sie enden meißtens notwendigerweise an den Wänden und der Zimmerdecke. Schweben aber ca. ½ Meter über dem Boden. Dieser Link wiederum via Tristessedeluxe dem zu danken ist dafür. Fühlte ich mich erinnert an was ich schrieb:,

„As I said, es ist schön so mit offenen Augen, und die Gegend dazu. Es fehlen immerzu die Worte, zu solchen Gelegenheiten. Hätte ich gerne kleine Videokameras in die Linsen implantiert, kleine haptische Empfindungsmesser, [Erfindungsmesser], die wie ein Film über die Haut gelegt wurden, gefühlsecht, von der wundervollen kalten Luft und all diesen Gerüchen , um davon mal garnicht zu sprechen.“

(Dies übrigens, als Nachsatz, ist das wissenschaftliche Nachdenken wie ich es mir wünsche, abseits von diesem ewigen um-den-heißen-Brei-zitieren, diesem „Mit Quellen belegen“, wiss. Diskurs, als wenn man selbst nicht selber denken könnte, alles immer nur noch lauwarm vorgekaut, und dabei immer auf die Grammatik, und die Kommasetzung achten, Klammerzu Doppelpunkt Komma (ein Monster-Smiley)):, und dann mal gute Nacht.

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noch einmal versuchen, in diesem zimmer ohne tageslicht, der tee des tages, dienst oder dienstmerkmal (nicht aktiviert), zettel beschriften mit worten und zeichnungen von fernsprechaparaten, so ist meine arbeit, zuhause habe ich vergessen das fenster zu schließen, (jedoch ist die heizung nicht an), tee kochen dann und anfangen, zu arbeiten. ich tue sie zurück in meine tasche, wie es sich für eine derartige schrift gehört, die katze ist doch sehr zerfleddert schon jetzt vom vielen in der stadt herumtragen in dieser stadt auf den wegen allen. und steige aus dem bus. der fahrer verwechselt wieder zuckerrüben mit menschlichem gemüse heutzutage, ich kann mich kaum konzentrieren, und zu früh ist der bus auch gewesen an der haltestelle ecke kriegerstrasse. ich steige in den bus ein. dann die treppe runter, tür zu, jacke an. hab ich alles dabei?

Alles alles

Wann werde ich die Zeit finden, die keep news aus dem RSS-Reader abzuarbeiten, z.Zt. habe ich ja nicht einmal dies. für die groß/kleinschreibung. bin angefüllt mit texten, und möchte eigentlich so viel, viel zu vieles vermutlich, mal wieder. gestern nach einer langen zeit wieder einmal ein referat gehalten in der akademie, trotz aller kritik, ich bin ein ganz klein wenig wieder versöhnt mit dem allen dort. dieser merkwürdige zustand, in den ich verfalle, sobald ich so etwas mache, trance, ich höre mich selber reden, habe mich aber dabei innerlich zurückgezogen ca. 10 centimeter hinter meine augen, höre mich selber reden, automatisch, so das ich beim besten willen nicht danach sagen kann, ob es gut war. meine schüchternheit wird mir oft als arroganz gedeutet, dieses ist mir aber egal, in der zwischenzeit. lass die leute denken. schreiben ist um ein vielfaches einfacher. ein dann doch relativ erfolgreiches semester abgeliefert, ich, der ewige student, aber ich habe gute gründe, die hier nur angedeutet, aber mit brief und siegel versehen sind. nun muss ich noch zwei hausarbeiten schreiben, dann ist die germanistik endlich scheinfrei und ich kann mich, wenn auch nicht voll und ganz, so aber doch in der zeit die mir neben den jobs bleibt, meiner supertollen magisterarbeit widmen. aus welcher ich freilich auch mutwillig excerptieren werde, zumindest was den einen abzuliefernden text anbetrifft.

auf dem nachhauseweg, station steintor, gerade vorhin, eine fröhliche zusammenkunft crackrauchender junkies auf den oberen stufen des treppenaufgangs. sie hatten sogar eine grosse thermoskanne glühwein auf dem geländer stehen. kann auch sein das es nur shit war.

zuvor einen vortrag, wenn man so will, zu markers „sans soleil“ gehört, der leider das, was ich mir gestern während des anschauens notierte, um keine erkenntnis zu bereichern vermochte. arroganz? ja bitte, in diesem fall, gerne. ich bin da ja eh der alte übriggebliebene mit dem bart und der cordjacke vom aldimarkt, also.

beim heute wiederholten ansehen dieses schönen dokumentarfilms(!), währenddessen leider der gitarrenverstärker, welchjeniger für den ton zuständig(!), ein bis zweimal aufgab, über eine der ersten szenen gestolpert, in welcher ein betrunkener koreanischer exilant auf einer kreuzung in den suburbs von tokyo den verkehr zu regeln sich anschickt,

und gleich an das krakeelen gestern denken müssen, um acht uhr am abend, hier vom balkon herunter, spielte sich ähnliches ab.

habe übrigens meine geschichte innenohr bei der berliner (in berlin erscheinenden) literaturzeitschrift katze untergebracht.

im schluss von „sans soleil“ heißt es:

„Eines Tages wird die Poesie von allen gemacht werden“

„I wonder how people remember who don’t film, don’t photograph, don’t tape, how has mankind managed to remember? I know it wrote the Bible. The new Bible would be an eternal magnetic Tape of the time that will have to re-read itself constantly just to know it existed“

(Chris Marker: „Sans Soleil“ (1983), ca. 1h 26′ 41“, VHS Copy UK)

Die alte Frau

mit dem Dalmatiner-Hund, eben ging sie unter meinem Balkon entlang, wie, so meine ich, an jedem Abend um kurz vor 11. Langsam gehen sie und Hund, beschwerlich ist der gepunktete Gang, die alten Knochen, und sie, gebeugt von Einsamkeit. Der Hund wittert den stärkeren Verkehr an der Kreuzung, schaut zu ihr auf, geht ein Stück näher an sie ran. Es ist wieder etwas kälter geworden.

freude darüber das ich bei sendungen mit namen wie „wir sind viele“,  „ich bin ein star, holt mich hier raus“ dank tocotronic nicht zunächst an den unglaublich erbärmlichen zustand der menschheit im allgemeinen denke sondern an dieses lied. am samstaabend sonntagnacht akute psychose im treppenhaus bis tatütata, habe mir nun einmal diese nummer herausgesucht. als alternative zu den doch recht hilflos agierenden herr- und damschaften ordnungshüter. was ist sonst noch so passiert? freitagnacht unglaublich lange beim k. gesessen, so das samstag eigentlich ein weisser fleck auf dem kalender bedeutet, der tag fand gewissermaßen garnicht statt. auf dem nachhauseweg viele verschiedene filme mit dem handy gemacht weil der himmel so schön war.