Hier Heute

Winterschlaf, Frühjahrsmüdigkeit, Sommerschwere, Herbsttraurig. Dazwischen aber immer wieder fiebriges Arbeiten, jede freie Minute nutzend, im Bus die Termine Verschiebung hin und her, mit Kunden telefonieren, auch nicht die feine Englische aber was will man machen. Dann dazu: Anfragen von ungefähr, treffen ja gerne wann und wo. Wieso besprechen wir dann, da fällt uns schon was ein. Dann wieder alle Viere von sich (= alle Viren von sich) und den sanften Bilderregen prassel prasselt das Kaminfeuer mit 50Hz. Gedanken zur Zeit. Immerzu ein auf und ab. Es lebe die Deutsche Industrie Norm. Alles klar Herr Kommissar. Ein fröhlicher bunter Frühjahresmorgen war das Heute. Die Penner und Junkies am ZOB halten die gelben Gesichter in die Sonne. In Pattensen summt eine dicke Erdhummel aufgeregt um meinen Hamburger herum.

im bus

ich fahre so gerne im bus, heute der 200er (132er), von der jakobistrasse zum königsworther platz. einer der neuen busse. dabei höre ich 1.) zunächst den langweiligen spanischkurs der aber die grundvokabeln fest in die hirnwindungen eincementiert und 2.) fred frith. auf den gedanken gekommen das der begriff „pop-literatur“ für die von stufenbarrens und von langeweiles geradezu vermessen ist. „lifestyle-literatur“. das machen die. bücher die man in den keller stellen und dann vergessen kann, wie ausrangierte möbel. währenddessen blättere ich im kleinen IKEA der heute im kasten lag. muss mich mal wirklich um die bonsai-pflege kümmern. auch gut ist übrigens das rebel-art blog.

Mein Vater

hatte mal eine orangene Ente. Als Autoradio war da ein Sony Weltempfänger stets vorhanden, Batteriebetrieben und spritzwassergeschützt. Oliv grün. Die Ente hatte (selbstverständlich) ein aufklappbares Dach, welches einmal von Räubern aufgeschlitzt wurde (die zwei Flaschen Bier und einen Schraubenschlüssel stahlen). Und die runden Scheinwerfer der ersten Entengeneration, worauf mein Vater, ich weiß es, sehr stolz war. Wenn er beim fahren in der Stadt anderen Entenfahrern entgegenkam (oder ähnliches)(oder sie ihm), so grüßten sie sich mit dem Victory-Handgruß. Ich war stolz auf meinen Vater und die orangene Ente.

Das Lied schläft in der Maschine.

Ich nehme den Bus um 19 Uhr an der Jakobistraße,

Ich nehme den Bus um 19 Uhr an der Jakobistraße, dann habe ich noch Zeit. Heute ist mir so zumute, nach einem Alfred-Jodokus-Kwak-Marathon, schön auf eine lange Strecke eintauchen in das holländische Wasserland, gezeichnet von emsigen japanischen Animatorenhänden. Habe ja aber eine Verabredung mit Gänsen schon. Paris ist so weit weg. Originalsprache nicht über Satellit. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe hier haben neue Omnibusse beschafft, der Motorblock im Heck vertikal eingebaut, und die hintere Rückbank so merkwürdig dreisitzig daneben. Nun regnet es. Meine mich zu erinnern das letztes Jahr, in Spanien, wir mit einem ebensolchen Bus gefahren sind, diese schöne Straße entlang mit der durchgehenden „Verkehrsinsel“ in der Mitte, ein kleiner Park jeweils von Kreuzung zu Kreuzung. Palmen mit Stamm und die eher buschigen, bei denen die Wedel kurz über dem Boden anfangen, Oleander. Eine dieser großen Straßen, die zum Hafen führen, die Avinguda del Port, vermutlich, oder die Ave de Francia. Der Bus war rot. Als meinen Standardstandort festlegen. Architektur fotografierte er fortan konsequent im Portrait-Modus, während für Gesichter das linierte Display, welches bei der Ablichtung von Gebäuden für die richtige Portionierung sorgen sollte, eingestellt wurde. Morgen soll das Wetter aber wieder schöner werden. Der durchsichtige Regenschirm mit den roten Herzen darauf, im Schaufenster der Fahrschule, in der gegenüberliegenden Ecke die Schaufensterpuppe in Polizeiuniform. Sonnenbrille.