2996 + 1

„The next Time I heard his voice was when I came home from school the next day. We were let out early because of what happened. I wasn’t even a little bit panicky, because both Mom and Dad worked in midtown, and Grandma didn’t work, obviously, so everyone i loved was safe.“

(Jonathan Safran Foer: „Extremly loud & incredibly close“)

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im bus sitzend

den ich ich sagte es bereits ich vermissen werde wenn es in die stadtvilla geht also im bus sitzend und jonathan safran foers extremely loud & incredibly close lesend höre ich die vorstadt von lomov und der ja gebürtiger hannoveraner ist und von welchjenigem ich vermute aus einer ähnlichen stadtrandurbanität feld gleich nebenan und roter klinker zu stammen wie ich ich und und ich bin auf seite neun erst aber es ist ein tolles buch und und die musik passt so schön zum busfahren und ich höre die pneumatik stoßweise schnaufen wenn der bus anhält und eine neue verkehrsinsel damit die neuen bewohner des neuen neubaugebietes am rande von arnum sicher über die strasse zu gelangen imstande sind und der lärmschutzwall erschüttet mit der erde aus den baugruben nimmt mir ab sofort ein stück des blickes auf den deister die orte wuchern weiter aus sich heraus und in die felder hinein der lärmschutzwall zunehmend überwuchert ist er am anfang nur ganz wenig aber dort wo sie mit der aufschüttung begannen ist er schon ganz grün mit kraut von dem was dahinter geschieht werde ich nur eventuelle baukräne sehen und betonpumpen mit ihren langen rüsseln und dann wenn die ersten dachstühle ihre rippen entfalten aber dann ist es vielleicht zu spät bereits und ich fahre nicht mehr auf dieser strecke mit dazu passender musik aber ich empfehle ich ich diesen text vielleicht auszudrucken von wegen der augen und und dann stellt sich der fahrkartenentwerter ratternd und schnarrend auf eine neue uhrzeit ein im zwanzigminutentakt

Petja, Deine rote Fahne kann man von überall sehen!

Meine erste Erinnerung an Petja ist, als wir, zusammen mit einigen anderen, das alte Polygramm-Haus in Hannover, welches abgerissen werden sollte, für den Bau des Funkhauses „ausschlachten“ durften. Wie er dort die Feuersirenen abgebaut hat, und mir erzählt hat, dass er die im Wendland benutzen möchte, „was meinst Du was da los ist, wenn Du die auf dem Feld anmachst!“. Wir haben dort, ich weiß es noch, aus dem Aufnahmeraum fürs Orchester, die Trennscheiben zum Mischraum abgebaut. Sie verbinden heute die zwei Studios bei radio flora ((. mit dem dazwischen liegenden Sprechraum.

Petja war engagiert für das Gute, ein Mensch der sich nicht verbiegen ließ, der sich mit Enthusiasmus und Freude und Intelligenz für seine Ideen einsetzte. Flora-Gründungsmitglied und lange Zeit die Gute Seele des Senders, wenn ich es so nennen darf. Ich hatte mit ihm insbesondere in seiner Eigenschaft als Sendetechniker zu tun, als jemanden, der Probleme nebenher bewältigte, und dabei noch Wissen vermitteln konnte, Sachen die ich mir gemerkt habe. Mitten in der Nacht konnte man ihn auf dem Handy anrufen, „Petja, wir kriegen das Nachtprogramm nicht gestartet, was sollen wir machen?“ und manchmal ist er dann sogar noch in den Sender geradelt. Dabei war er immer bestimmt, aber sehr respektvoll gegenüber jedem.
In letzter Zeit war es still um ihn geworden, er war schon seit längerem nicht mehr aktiv dabei, aus gesundheitlichen Gründen. Der Diensthabende Techniker sagte heute zu mir: „Immer sind es die Guten, die Sterben.“, und so scheint es leider zu sein. Ich habe heute, einige Stunden vor der Sendung, mal wieder, im Internet davon erfahren, und musste schwer schlucken. Jetzt, während ich dieses hier schreibe, merke ich erst, wie wichtig er auch mir gewesen ist. Wie er mir oft geholfen hat, dass er mit „Schuld“ ist daran, dass ich das immer noch mache. Und machen kann.
Im Funkhaus, am schwarzen Brett, hängt ein Ausdruck eine Fotos, vom Schornstein der ehemaligen Bettfedernfabrik, auf deren Gelände sich der Sender befindet. Daran befestigt ist eine Fahne, und darunter steht der Satz: „Petja, Deine rote Fahne kann man von überall sehen!“.

Die Frau, der die Zeit verlorenging. Immer treffe ich sie im Park. Die Geschehnisse, sie dringen in Höchstgeschwindigkeit um sie herum, während sie, nicht anders kann, und einfach dort steht. Heute hatte sie einen Regenschirm dabei, immerhin. Ich hoffe ich kann dem Drang, sie anzusprechen, und sie wohlmöglich damit unnötig zu erschrecken, weiterhin wiederstehen.

In's Kino könnte ich auch mal wieder

in einer Abgabestelle für vernachlässigte Tiere, die ich näher inspizieren wollte, stieß ich erschrocken auf Penner, die da schliefen.

Hier allerdings, jetzt gerade, nur verschwommene Erinnerung an einen Gegenbesuch bei einem Austauschschüler, 12 Jahre müsste ich gewesen sein, vielleicht. Brüssel ist für mich grün und grau, verregnet. Ein Ausflug ins Schwimmbad, Zelten im Garten der Diplomatenvilla. Er, also ungefähr mein Alter, sang hier und da das Lied „Wir wolln unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben“