[eure rätsel]

löse ich im (handumdrehen), im (vorbeigehen), dabei suche ich immer noch: das menschliche gesicht. (meine rätsel) zu lösen: oder auch nicht, im blick zwischen die zeilen, zwischen den stühlen, und. ich wünsche mir zu gründen: das erste gießkannenorchester der alpenmarine. oder einfach nur; etwas das bleibt, etwas das: (nicht umsonst) (einfach nur um die zeit zu vertreiben): in das digitale geschrieben wird. wer vor 1970 geboren wurde kann die 90er (jahre des letzten jahrtausends) nicht verstehen. kann zwar dieses (kurzweilige) vermissen der atombombe bei gleichzeitigem totalem ideologieverlust. aber. ich wurde unter der natoabschirmherrschaft der bombe geboren. any questions?

lass uns nicht von sex reden. der server, auf dem mein blog liegt, zieht gerade um. ich schreibe dieses hier in eine .txt. um himmels willen. ich würde wirklich sehr gerne an gott glauben. ich gäbe beinahe fast naja so mehr oder weniger vielleicht (alles) darum, an gott zu glauben zu können zu dürfen zu wollen. zwischen den zeilen die gespenster. den dielenritzen. hinter dem kühlschrank, unter dem blumentopf auf der fensterbank. in gestalt der motte, die dir entgegenkommt, aus deinem schrank, an einem sonntagvormittag. vergiss mein nicht. stiefmütterchen.

denn jetzt habe ich ein gefühl für die große stadt. für das gestapelte leben, die geister in den zwischenräumen, die auch im bus sitzen, zu einigen tageszeiten, ein ums andere mahl (sich bedienen von den brocken, die zu boden vielen (sie wispern)): wir sind nicht mehr. (sie lügen, und)

(flüstern sie dir, in dein linkes ohr, dir manchmal weh tut, (um nicht zusagen: raunen) wenn du (im bus sitzt, zwischen all diesen hirngespenstern und dir denkst du) (bist der einzige der) du bist im irrtum. in den heizungsrohren (knacken), unter deinen schritten im treppenhaus: das hilflose flackern der neonröhre. der nachtfalter.

flüstern sie dir, in dein linkes ohr: (fortsetzung: folgt):

eure rätsel löse ich im (handumdrehen).

und beständig

auf der suche nach einem anderen leben, welches sich doch schon verbirgt im jetztigen. und immer meinen müssen, es müsste etwas geben das darüber hinausgeht. woanders sein wollen, um des woanders-seins willen und sich einbilden, woanders anders zu sein, sich klarmachen das es nichts ändern würde. heute im bus: interessante menschen, die zwei älteren chinesen beispielsweise, die aussahen als wären sie direkt aus ihrem dorf in den bus hineingefallen (ich übertreibe). der typ mit der lederhose und dem sehr zerknitterten gesicht, ein hippie vielleicht einmal gewesen, mit seinen weissen ohrhörer-kabeln. jetzt ist es halb fünf und es ist dunkel draussen, obwohl auch dies vorbeigehen wird. der gleichmut der grauen wintertage, schwerer nebel. im bus: gedacht wie es wäre, in einem ostblockland zum beispiel in den 80er jahren des vorigen jahrhunderts zu leben, in einer dieser grauen städte mit bitterem wolkenhimmel, der genährt wird aus den schloten der umliegenden industrie. selbst dies als etwas vorgestellt, dass eben mehr ist. und dann denke ich wieder das es doch gut so ist, gehe durch die stadt und die stadt gefällt mir und das alles gefällt mir ganz gut. und es müsste garnicht anders sein, es ist auch nicht banal sondern im gegenteil, fragt man sich dann woher das kommt, sich immer etwas anderes wünschen zu müssen. gewinnspiel-sehnsucht, schon irgendwie. oder kommt das vom vielen lesen und all diesen filmen die man so kennt? urlaub in twin peaks? sich vergegenwärtigen: das vieles, was man meint zu kennen, nur von den bildern davon bekannt ist, es wahrscheinlich nie selbst erlebt wird. denkt man sich ja so, ach ja, texas, komm ich auch nochmal hin, ach ja, die arktis. pustekuchen.

als beispiel: heute auf dem weihnachtsmarkt (dem gegenüber ich dieses jahr, auch der veranstaltung um die marktkirche herum, versöhnlich gegenüberstehe, wie ich vieles inzwischen entspannter sehe und mich einfach freue die menschen zu sehen, wie sie sich treffen, wie dort etwas ist was halt nicht, wie oft bemäkelt und bemängelt, sich um kommerz dreht sondern was mit dem leben in der großen stadt, mit allem was dazu gehört, zu tun hat, hinzu kommt, dass ich gestern aus purem zufall die eltern eben dort getroffen habe, vor dem historischen museum, ich war gerade in richtung ballhof unterwegs und danach zum bürgerradio-stammtisch im café konrad): gedacht, wenn ich ein japanischer tourist wäre und es mich gerade nach hannover getragen hätte, ich wäre sehr begeistert und hätte sehr viel zu erzählen, im wohnzimmer mit den wänden aus papier. ich habe mich also wieder ein wenig vorgewagt, die innere imigration ein stückweit, eine kleine weile, hinter mir. nach all den jahren und trotz alledem, oder gerade deswegen. ich bin jetzt hier, und überall ist es besser, wo wir nicht sind, und weiter vorwärts auf dem weg nach westen und ob ich angst habe, fragst du, natürlich habe ich angst, aber das ist ja ganz normal.

und nicht weiter schlimm. und ich kann ja denken ich wäre ein japanischer tourist auf europareise, und es wird auch funktionieren, eine strecke des weges, ein stückchen weiter nur noch, den fluß hinunter und hinaus aufs offene meer. und ich schenke dir zu weihnachten die ersten beiden becher unseres gemeinsamen geschirrs, indisch blau, das werden wir dann mit uns herumtragen, ein leben lang, zwei dicke kaltblütige brauereipferde, die eine schwere kutsche ziehen können.

in der zwischenzeit

ich bemerke, wie ich mich beständig verändere, jeden tag und wieder und wieder. dies ist von aussen also überhaupt nicht zu sehen. stand am tag der dt. einheit bei rossmann vor dem deo-regal und überlegte, CD duftneutral zu kaufen. um noch ein wenig mehr zu verschwinden. schreibe jedoch tagtäglich in mein notizbuch; sehr interessante dinge im übrigen. ich lege zeugnis ab: vor dem penny am steintor am abend, die malergesellen in dreierreihe, jeder eine flasche bier vor sich hertragend. ich glaube das war an dem abend an dem ich coupland im bus nachhause gesehen habe. wie dem auch sei. heute in der bibliothek gewesen, es ist studienbeginn, hätte ich es vorher gewusst, ein anderer tag wäre meiner wahl gewesen. an der einfahrt zum conticampus, wo mikroklimatisch veranlasst immer ein beträchtlicher wind ist, beratschlagen von der großen stadt noch nicht abgeschliffene dialekte aus den südlichen bundesländern, in welchem stockwerk sich wohl raum 003 befinden möge. junge akademiker, die mit freudigen gesichtern vor dem großen hörsaal stehen und auf den beginn des lebens warten. das werden sie euch schon austreiben. erinnere ich mich wie ich selbst, in der zweiten hälfte der 90er jahre, dort anfing? zu ungefähr gleichen teile: mitleid über den irrtum, in welchem sie sich befinden und neid über die schier unendlich zählenden möglichkeiten, die dort gewissermaßen von den bäumen herunterhängen. mitneid im garten von gut und böse.

im eingangsbereich der bibliothek, der mann von „wach & schließ“ in seiner polyesther-uniform, dem das hier beständig ein- und -aus und insbes. nach oben strebende vitale elend seine ganze würde doch nicht hat nehmen können. ein wenig fadenscheinig ist sie nur geworden, über die jahre. die würde, nicht die uniform.