Soeben die Glühbirne der Schreibtischlampe ausgewechselt

da diese ausgebrannt war, so wie Mancheiner auch als schwarzer, nasser Docht durch diese Tage geht. Nun fließt die weiße Lichtmilch auf die Tasten und spiegelt sich in dem Rest Kaffee, der vom Morgen noch hier steht, als wäre nichts gewesen, läuft „Wild Horses“ im Radio und draußen im Nachbargarten lief vorhin ganz vorsichtig der kleine Hund der ungeheuerlichen Nachbarin über die Wiese, es sah aus, als wäre er geschoren worden und doch war ihm die Hitze fremd und drängte von allen Seiten gegen den kleinen Hund, ich konnte es ganz klar erkennen. Die kläglichen, kaum noch als Argument erkennbaren, letzten Rechtfertigungen der durch ihre Preussigkeit sich beständig verdächtig machenden Kollegen, es habe bereits früher warme Sommer gegeben und es werde auch wieder einmal verregnete Sommer geben, die auf Ignoranz jetzt doch weiter beharren müssen und sich angesichts der schwindenden Gletscher das kohlerabenschwarze Herz aussichtslos zu erleichtern suchen.

Auf dem Nachhauseweg sah ich gestern, dass jmd. einen Vers von Nirvana an die Wand neben dem Eingang des Seniorenheims der Arbeiterwohlfahrt gesachrieben hat. Nachts, wenn das Blut zurück in die Körper fließt, dann können wir kurz innehalten und die Zeit hakt für einen Moment, so wie der Wecker, bei dem die Batterie zu Ende war und der seit Wochen nun bereits die immergleiche Bewegung mit dem Sekundenzeiger vollzieht, weil es nicht anders geht.

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