dunstig

war die flusslandschaft (allerdings ohne pocahontas) davor, als ich den sender verlies. das helle grün saturiert sich nun zusehends, dass macht auch der (schöne regen) in den letzten zwei tagen. die katze auf dem hof der faust, die sich durch mein in langen jahren der katzen-bekanntschaft erprobtes vogel-gemecker imitierendes geschnalze zu einem innehalten veranlasst sah offenbar. kurz darauf: das in flohmarkt-kleidung gewandete kind, 2 bananen kisten vor sich hertragend, und (einen aus einer der kisten herausragenden, unbemerkt, roten faden) hinter sich ~. währenddessen: ein stiller moment des friedens mit mir und mit mir in dieser welt, als ich gustavs „genua“ spielte und die regie 2 kurz verlies, sich ein echo ergab aus den boxen des radios im sender-foyer (welches vom funkturm in misburg zu uns gelangt) und dem signal der monitor-boxen in der regie. gefühlte zeit. schall und rauch und alles ist fließt.

jedenfalls, der vom fluß aufsteigende nebel, die geparkten straßenbahnen dortherin im gelben laternenlicht, ach, man muss auch nicht alles immer fotografieren können.

Elfriede Jelinek über das Verlies:

Hier gilt das Wort das Vaters, der sogar schon Großvater ist, nichts besonderes, es gibt Väter und Großväter sogar in einer Person, es gibt ja auch die hl. Dreifaltigkeit, einen in drei Personen, hier haben wir einen Gottvater, der alle Personen ist und alles Sprechen (mit Ausnahme des Fernsehapparats und des Radios, welche unten gestattet waren) erledigt. Keine Stäbe, keine Gitterstäbe hier vorhanden. Es ist also nicht einmal möglich, zwischen etwas, durch das man hindurchschauen kann, auch keine Welt zu sehen.

es ist nicht verwerflich,

mit sich selbst zu sprechen. 90% jedweder kommunikation geschieht in uns und mit uns selbst. manche menschen machen es laut, zumeißt zu ihrem nachteil (=zum nachteil ihres gesellschaftlichen ansehens). der plural allerdings ist hier. der trenchcoatmann auch. ihn sah ich am abend des tages als ich die frau der die zeit verloren ging wieder einmal an ihr vorbeifuhr. so ein blog zu führen bedeutet ja auch nur monologisieren auf (zumindest technisch) hohem niveau.

Kurze Werbeunterbrechung

Hier weise ich auf dieses Stück hin nach dem Buch nach dem Film wo dieser Jack Nicholson mitspielt. Hier aber nicht, dafür jemand anders den ich kenne. Es ist das erste mal, dass sich das Theater Vinolentia einem ernsten Stück widmet, man darf dann also gespannt sein. Gespielt wird in der Hinterbühne, der Warenannahme, im Theatersaal der FH und im FZH Lister Turm. Karten und weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Theaters:

theater-vinolentia.de