Ich höre nämlich gerade

byte.fm, wozu ich die Kollegin Zitronenschnittchen mal gerne zitieren würde, spar ich mir Text: „…eröffnete mit byte.fm. nicht einfach ein weiteres Internetradio (von 3000 in Deutschland), sondern die Moderatorenriege vereint neben ein paar Newcommern z.B. aus den freien Radios (Flora!) das Who-Is-Who der deutschen Radiomoderatoren und der Clublandschaft. Geschäftsführer ist Ruben Jonas Schnell, der seit Jahren als Moderator und Musikspezialist u.a. für den NDR-Nachtclub arbeitet.“

Mit ein wenig Neid im Radiomacherherzen wünsche ich den Kollegen viel Erfolg und vor allem, ganz wichtig bestimmt, Durchhaltevermögen!

Direktlink zum Player (Ein mp3-kompatibler Stream soll in Kürze folgen!)

den kuchen gegessen und müde geworden selbstverständlich. nachher linden dann radio. kneipe mit dem levy möglicherweise wir werden sehen. die herausforderung eine tasse gefüllt trockenen fußes von der tischlerei zum büro zu tragen. gepflückt auf den wogenden teefeldern ostfrieslands.

Hörspiele beim ARD Hörspieltag

Wie bereits im letzten Jahr stellt die ARD auch dieses Jahr die Hörspiele des ARD Online Award zum anhören und abstimmen ins Netz. Unter den Nominierten befinden sich u.a. Andreas Ammer und Ulrich Bassenge, die kenn ich irgendwoher, aber die Anderen sind bestimmt auch gut. Wer außerhalb der Wettbewerbszeit navch Hörspielen im Radio sucht, sollte die Hörspieldatenbank nutzen. (via Das Literaturcafé)

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limmerstraße am vormittag des heutigen. eine weitere filiale dieser kaffeekette, die diesem französischen schriftsteller gehört, hat aufgemacht. aus dem gedächtnis entschwunden: was vorher an dieser stelle sich befand. ein schnäppchenmarkt? ein waschsalon? später (bevor ich in den bus einsteige, der mich nach p. bringt und in welchem sich mitarbeiter des briefzentrums über die restriktive drogenpolitik der bundesregierung (hier: rauchverbot in kneipen mit namen bspw. „der schlesier“ u.a.) ereifern, während sie und ich durch die niedersächsische zuckerrübenregenlandschaft ruckeln) kaufe ich bei einem elektrogrossisten eine sog. wurfantenne. als es ans bezahlen geht, vor mir in der schlange die beiden, die 3 stück partybeleuchtung „magic light sensation“ kaufen, ausführung „yellow“.

meine müdigkeit umfängt mich heute wie ein schützender mantel aus gleichgult.

heute tatsächlich von einem flora kollegen aber ich wusste es ja nicht gewissermaszen also aus versehen eine seelandschaft mit pocahontas und gleichermaßen so hoffe ich zumindest ohne pokemons oder mon chichi oder pokerfaces also von arno schmidt und ohne barbie oder disney oder sonstige geschmacksverstärker aber dann doch total zufällig von wem den ich kenne dieses buch ersteigert und während und während ich noch die mail las erzählt der moderator von der blauen maus auf oder in amrum was jetzt egal ist und da war ich auch schon

Das Denken

Heute für die nächste Woertersee-Sendung ein Interview mit Yukio van Maren King gemacht. Beim schneiden fiel mir auf, wie sehr sich das Denken in den Worten wiederfinden kann, wie sich dort der Gedanke, um den es geht, langsam herauskristalisiert, dieser Prozeß des Worte-Findens gekennzeichnet durch die Ähs und Pausen, ausprobieren von Worten, bis sich das richtige Wort ergibt. Ich mag soetwas, denn es zeigt mir, dass sich mein Gesprächspartner  darum bemüht, das Richtige zu sagen, dass ihm etwas an dem liegt, was er formulieren möchte. Das es ihm ernst ist mit der Sache, um die es geht.

Alles rausgeschnitten, so gut es ging. Im Radio zählen die Ergebnisse. Die Pausen und kleinen Versprecher, die Denklaute die im Ton bleiben, sie haben rein symbolischen Charakter. Aber sie bedeuten genau das Oben beschriebene. Rezeptionsästhetisch.

Petja, Deine rote Fahne kann man von überall sehen!

Meine erste Erinnerung an Petja ist, als wir, zusammen mit einigen anderen, das alte Polygramm-Haus in Hannover, welches abgerissen werden sollte, für den Bau des Funkhauses „ausschlachten“ durften. Wie er dort die Feuersirenen abgebaut hat, und mir erzählt hat, dass er die im Wendland benutzen möchte, „was meinst Du was da los ist, wenn Du die auf dem Feld anmachst!“. Wir haben dort, ich weiß es noch, aus dem Aufnahmeraum fürs Orchester, die Trennscheiben zum Mischraum abgebaut. Sie verbinden heute die zwei Studios bei radio flora ((. mit dem dazwischen liegenden Sprechraum.

Petja war engagiert für das Gute, ein Mensch der sich nicht verbiegen ließ, der sich mit Enthusiasmus und Freude und Intelligenz für seine Ideen einsetzte. Flora-Gründungsmitglied und lange Zeit die Gute Seele des Senders, wenn ich es so nennen darf. Ich hatte mit ihm insbesondere in seiner Eigenschaft als Sendetechniker zu tun, als jemanden, der Probleme nebenher bewältigte, und dabei noch Wissen vermitteln konnte, Sachen die ich mir gemerkt habe. Mitten in der Nacht konnte man ihn auf dem Handy anrufen, „Petja, wir kriegen das Nachtprogramm nicht gestartet, was sollen wir machen?“ und manchmal ist er dann sogar noch in den Sender geradelt. Dabei war er immer bestimmt, aber sehr respektvoll gegenüber jedem.
In letzter Zeit war es still um ihn geworden, er war schon seit längerem nicht mehr aktiv dabei, aus gesundheitlichen Gründen. Der Diensthabende Techniker sagte heute zu mir: „Immer sind es die Guten, die Sterben.“, und so scheint es leider zu sein. Ich habe heute, einige Stunden vor der Sendung, mal wieder, im Internet davon erfahren, und musste schwer schlucken. Jetzt, während ich dieses hier schreibe, merke ich erst, wie wichtig er auch mir gewesen ist. Wie er mir oft geholfen hat, dass er mit „Schuld“ ist daran, dass ich das immer noch mache. Und machen kann.
Im Funkhaus, am schwarzen Brett, hängt ein Ausdruck eine Fotos, vom Schornstein der ehemaligen Bettfedernfabrik, auf deren Gelände sich der Sender befindet. Daran befestigt ist eine Fahne, und darunter steht der Satz: „Petja, Deine rote Fahne kann man von überall sehen!“.

Gestern, vier Stunden Sitzung, wörtlich. Aber ich weiß doch auch nicht was jetzt richtig sein soll. So einfach ist das nicht mehr. Kurz versucht gewesen mich zu enthalten. Dann doch zu einem Entschluß gekommen. Dem knurrenden Bauch Gehör. Mit dem Ergebnis ist jetzt aber wohl keiner so richtig froh, weder noch. Ich denke mal in zwei Jahren macht der Letzte das Licht aus und das war’s dann.