
Neue Heimat
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Pferde sind doch langweilig.
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Rosenberg ist ein Familienname, siehe Rosenberg (Familienname)
Und nach welchem ist nun die Straße benannt in der ich jetzt wohne, nebst dem angrenzenden kleinen Platz?
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[umbrüche]
nicht nur die weite welt befindet sich, auch hier und bei mir und um mich herum ist alles in bewegung begriffen. als wenn das was neues wäre. jedenfalls:
da die wohnungssuche in der zwischenzeit abgeschlossen ist und ich demnächst zwei bahnstationen weiter stadtauswärts, dafür aber mit der liebsten zusammen und ohne die krachmacher über mir wohnen werde, ist es wie bei jedem umzug, man stößt unweigerlich auf die friedhöfe in den kellerräumen und muss sich um den adäquaten umgang mit den altlasten kümmern. für die restauflage der literaturzeitschrift „versschwoerer“, die ich zusammen mit einem freund von 1996 bis 1999 über 15 ausgaben hinweg angefertigt habe, ist mir in den sinn gekommen, sie in den bücherschränken der stadt und sonstwo zu verteilen. ich kann das ja nicht einfach ins altpapier. da steckt zuviel herzblut ♥ drin, immer noch. und das ist auch gut so.
ja, wir haben damals™ fanzine gemacht, wir haben das für uns gemacht, wir haben damit direkt im ersten studiensemester angefangen, denn keiner wollte unsere sachen drucken, also mussten wir das selber machen. windows 3.1 war damals™ das betriebssysten unserer wahl, die festplatte hatte ca. 250MB speicherplatz. und wir haben uns über zusendungen auf diskette gefreut, die mussten wir nicht abtippen. das layout haben wir mit word angefertigt, (danke, kai!), dann entsprechend ausgedruckt, sind dann damit in den copyshop gelaufen. papier. geduldig!

heute hätten wir vermutlich ein blog aufgemacht. mir ist seit 1999 allerdings in dieser stadt weder auf papier noch auf dem bildschirm etwas vergleichbares untergekommen – die bachelor-studentinnen und -en sammeln halt lieber ihre creditpoints.
allerdings waren wir auch dreist. wir haben den untertitel „zeitschrift für neuliteratur“ über 15 ausgaben geführt. der satz war am bauhaus angelehnt (so schräg dran), „arial rounded MT bold“ die verfügbare schrift, die diesem anspruch am nächsten kam. zwar waren auch viele gute sachen dabei, u.a. auch möglicherweise „neuliteratur“: viele texte waren so gerade eben aus nettigkeit druckbar, zuviele auch der besseren texte drehten und wendeten sich um das thema „bushaltestelle im regen“.
was sich auch noch im keller fand war ein ca. 3 meter langer schlauch, derjenige (welcher) heute (gestern) (2.4.*) mit dem sperrmüll abgeholt wurde. den hatte ich mitgenommen, als wir das abbruchhaus der polygram ausgeräumt haben, um für das erste flora-funkhaus verwertbares zu sammeln. 1997. ich kann mich an petja erinnern, der die sirenen abbaute, um sie für eine gorleben-castor-aktion zu verwenden. den sender, für den ich das alles gemacht habe, diesen sender gibt es seit dem 31.3. nicht mehr. und vielleicht gab es dieses radio eigentlich niemals. es war vermutlich nur eine schöne idee, die dann von den ewigen 68ern bewusst an ihr ende gebracht worden ist. sie wollten den mehrtürertod so unbedingt, um sich ja nicht mit der zeit nach ca. 1970 anfreunden zu müssen. meine kleine welt soll nichts erschüttern.. T.S. hat bei der letzten moderation, die über UKW auf den sender ging, geweint. ich hatte auch einen kloß. aber wir machen jetzt was neues, besseres.
ich habe allerdings 12 jahre an, in und mit diesem sender verbracht. ich hatte mit 14 jahren einen funktionsfähigen ukw-sender, den man in einem rucksack herumtragen konnte. ich und mein freund t. haben probeweise einen aircheck von bfbs dort durchlaufen lassen, danach war uns die sache zu heiss. was wir nicht wussten war, dass unser nerd-kumpel, der den sender zusammengeschraubt hatte, unsere kassetten dann trotzdem auf sendung gebracht hatte. (radio yellowsubmarine, es lebe hoch!) bis die post vor der tür stand, die eltern…
so sind die zeit und die brüche in ihrem fadenscheinigen gewand, so ist es bestellt und geliefert. vieles auf einmal, alles gleichzeitig, leben, baustelle.
wer nun gerne per post einige restauflagen-exemplare des „versschwoerer“ bekommen mag, diejenige sende doch bitte einen selbstadressierten und frankierten umschlag an die adresse, die impressum steht. als porto genügen 85 cent (büchersendung groß), dafür suche ich ½ Kg texte aus, solange der vorrat reicht. büchersendungen müssen in einem wiederverschließbarem umschlag versendet werden, dafür gibt es diese metallenen klammern. notfalls müsst ihr nachporto zahlen.
ein paar fragmente der ehem. website sind bei archive.org, viel spass beim stöbern.
*ich habe diesen beitrag gestern (vorgestern) nacht angefangen zu schreiben, wie es so ist, manchmal kommt man nicht zu einem ende. daher diese zeitangaben.
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ich versuche, es zu rekonstruieren,
dieses gefühl, in diesem winter, eine begebenheit von der ich dachte sie notiert zu haben, weil ich es wichtig fand, wie wir beiden kleinen seelen, eng aneinander, neulich dort einkaufen waren in diesem supermarkt und wir hatten hunger. und wie du dann für uns diese tiefgefrorenen königsberger klopse in deiner kleinen küche angefertigt hast (mit reis), danach haben wir ferngesehen, beide unter deiner decke in dem kleinen bett (zwischendurch hast du mit dem besenstil immer wieder an die decke gepocht), um uns herum dieser erbarmungslose winter 08/09, tobt die welt sich immer tiefer in die selbstgemachte krise hinein: wie wir durch die eiseskälte nachhause gestapft sind, wie du mir vorher noch deine handschuhe geliehen hattest, wie du mir wochen vorher von der kleinen katze erzählt hast, die so gerne mit dir in die wohnung gekommen wäre. am nächsten tag die kälte in deiner kleinen wohnung, wir mussten früh aufstehen, weil ich in die hautklinik sollte, allergologie, so sind wir dann wieder durch die minusgrade gelaufen, gefroren.
der winter ist nun immer noch, es wird bald alles anders werden. keine spur vom murmeltier, geschweigedenn seines (sichtbaren) schattens. die äußersten vorgebirge der jahrhunderte sind nunmehr erdrutschgefährdet & lawinengebiet. von der relevanz von rennwagen mal ganz zu schweigen. die zeit selber fällt ja gerade in sich zusammen, sie bröckelt an ihren rändern, niemand weiss wie lang sie noch bestand haben wird.
und was soll gerade ich jetzt noch dazu schreiben.
Seit
Tagen schon will ich der Mutter eine Mail schreiben mit den Fotos von der Wohnungssuche (ein Link zu denen) und die E-Mail-Adresse des Vaters endlich mal erfragen.
…
als ich gestern, zur blauen stunde, durch die südstadt lief schien mir ich zerprünge fast vor sehnsucht.





