Alles Mögliche

[Vorgestern] in der Akademie den ersten Kontakt mit Luhmann gehabt, wenn es nach mir geht auch den letzten. Aber ich vermute Schrägstrich befürchte das tut es nicht. Ich finde dieses wunderbar aufgeblasene Zitat jetzt leider nicht, eine Suche nach Worthülsen im Internet. Und die Damen und Herr Komilitonen hielten es auch diesmal nicht für notwendig, ein Handout auszuverteilen.

[VorVorgestern] Nach langem Abend an der Weser spazieren gewesert. Richtung Cornflakes-Fabrik, unter der Brücke hindurch, eine trostlose Hafenlandschaft, aus einem Gebäude schallt die Probe einer Rockband zum riesigen Bunker am anderen Ufer hinüber.
Am Nachmittag Geburtstagsfeierlichkeit, zu der ich nicht so recht einen Zugang fand. Früher Aufbruch. Voller Zug. Neben einer älteren Dame und gegenüber einem Russlanddeutschen gesessen, derjenige in den Kragen seiner Daunenjacke zweisprach. Hier befand sich vermutlicherweise die Sprechanlage seines Gerätes. Danach pulte er sich an seinen Fingernägeln herum.

Dann ein partieller Stromausfall im Zug, das Licht geht nicht mehr, flackert nur noch die Anzeige wo es als nächstes hingeht. Leider konnte man trotzdem nicht mehr hinter den Fenstern erkennen. Dennoch, dieser dunkle, sehr volle Zug, und dazu diese Musik, die, und überhaupt diese wundervolle Netlabel-Musik immer beim Zugfahren, wie gut diese Musik zu diesem Zustand des Dazwischenseins passt, sich an die vorbeiziehenden Oberleitungen anschmiegt, mit den Windrädern durch den tiefgehängten norddeutschen Himmel wirbelt, Scheissekacke! Ich beendete, der Situation durchaus angemessen und pragmatisch, meine Lektüre von „Everything is Illuminated“, ich finde das Buch allerdings nicht so stark wie das Nachfolgende (davor gelesen), aber vielleicht war ich dort auch meiner Schwäche die Buchgrenzen überschreitender Literatur gegenüber obsessen. Whatsoever. Es gibt ja einen Film, verdammt! Im Hauptbahnhof Hannover in die U-Bahn umgestiegen. Die vier wie orthodoxe Juden gekleideten Mitreisenden in der Linie 3 Richtung Altwarmbüchen nicht weiter beachtet.

Ich könnte noch so viel schreiben, allein die Zeit.

über die vorteile einer braunen cordjacke

nacher werde ich in den baumarkt gehen und eine unterlegscheibe kaufen für mein fahrrad, denn die sache ist diese, das ventil ist ein wenig in die felge eingesunken und deshalb (so hoffe ich) kann ich das hintere rad nicht mehr vernünftigerweise aufpumpen was insbesondere dann von nachteil ist, man denke nur daran mit einem sechserträger mineralwasser (á 1,5 liter, die flasche, macht summasummarum 9 kilogramm) hinten auf dem gebäckträger und kopfsteinpflaster, diese unterlegscheibe werde ich zwischen ventilhalterung und felge platzieren und so so ist zu hoffen. der baumarkt wird mir gut gefallen, wie der baumarkt mir immer gut gefällt, es wird nach holz riechen und es wird diese dinge zu kaufen geben die es nur dort und nirgendwo sonst zu kaufen geben wird, noch nicht einmal bei kaufland bspw., und ich werde möglicherweise nur die unterlegscheibe für meine fahrradfelge (hinterrad) kaufen aber es mir nicht nehmen lassen noch einmal durch die gänge zu schlendern, sämtliche überwachungskameras auf mich gerichtet, weil ich mich so verdächtige und das ist ja jetzt nicht mehr erlaubt, möglicherweise werde ich dabei sogar das lied „the baumarkt nation“ von dbzwovier hören.

wenn man so berühmt ist wie ich ist es gewiszermaszen unumgänglich sich eine entsprechende tarnung zu überlegen möchte man bspw. unbehelligt mit dem bus zur arbeit fahren und in meinem fall handelt es sich bei der tarnung um eine braune cordjacke, die mir nun bereits seit längerem gute dienste leistet. sie sieht so unscheinbar aus das mir niemand glaubt das ich so berühmt bin, selbst nicht wenn ich den leuten meinen personalausweis zeige mit meinem foto drin glauben sie alle es ist eine fälschung und haben mich sogar einmal fast ins gefängnis gesteckt deswegen betruges. ich ziehe es dennoch vor inkognito zu bleiben im bus auf dem weg zur arbeit beispielsweise. auf der arbeit selber weis auch keiner das ich so sehr berühmt bin, weil ich meine jacke niemals ausziehe, selbst am schönsten sommertage niemals.

nachher werde ich mich in der akademie langweilen bei einem vermutlich wieder einmal schlecht vorbereiteten vortrage über emblematik, es wäre jedoch vermutbar als unverschämt anzusehen würde ich mir stattdessen kopfhörer aufsetzen und bspw. das lied „die akademie“ von dbzwovier hören. denn auch hier kennt mich keiner. warum eigentlich schmeckt der käse auf meinem pausenbrot nach zitrone?

TOCOTRONIC!

das letzte mal war ich 1997 bei einem ihrer konzerte, auf dem allerverregnetsten roskilde-festival überhaupt. es gibt einen bootleg davon, bei „letztes jahr im sommer“ kann man mich mitsingen hören (wenn man mich kennt…), und auf diesem foto sind meine haare drauf. die vorderen roten in der mitte. lang her.

gestern also im capitol. zum heulen schön. konsequent bei einer sache bleiben, auch einen holzweg bis zum bitteren ende. und weitere solcher sätze, die ich hier nicht hinschreibe.

(Tocotronic: Let there be Rock)

in diesen tagen voller zurückgezogenheit, wie sollte, wie könnte ich es anders nennen. bevor die sonne hinter den hässlichen häusern verschwindet, noch einmal drei schritte wagen, auf den unbeständigen füßen. nur einmal um die ecke schauen. schauen. hören. schließlich noch einmal am bonifatiusplatz gewesen, ein anderes publikum dort, wie sich der platz verändert und. auf dem bolzplatz wird gekickt, aus der schule kommen töne (von einem blasinstrument, saxophon  vielleicht und). ein auto startet, ein kind quengelt. blaue stunde. ich selbst, ich habe hier nicht mehr viel zu schaffen.

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Now playing: Archive – Fuck U
via FoxyTunes

Eleanor Rigby

Jeremy asked, „How many people with MS does it take to put in a light bulb?“
Ken didn’t know how many.
„Five million – one person to do it, and four million nine hundred and ninety-nine thousand nine hundred and ninety-nine to write depressing on-line web logs.“

(Douglas Coupland: „Eleanor Rigby“, P. 110)

The Beatles – All the lonely People (Eleanor Rigby) (MP3)

Idee für ein Video zu einem Musikstück,

welches vielleicht auch mit meinen begrenzten technischen und könnerischen Fähigkeiten zu bewerkstelligen (in diesem Zusammenhang ein gutes Wort) ist und gleichzeitig auch vielleicht etwas für neuere Klanglichkeiten: Versatzstücke von Dingen in Bewegung, von nahem (aber bitte mit Stativ) aufgenommen, so beispielsweise ein sich drehender Plattenteller (Tapedeck), Drucker, Scanner, Bleistiftanspitzer, Tesafilmabroller, Locher. Dazu oder vielleicht auch unabhängig davon, möglicherweise diese sich auf einer Drehscheibe rotierenden Schmuckstücke usw. in den Shoppingkanälen. Auch (Sound): Waschmaschine, Regulatoruhr, Metronom, Wecker (Sekundenzeiger), knackendes Heizungsrohr

im bus sitzend

den ich ich sagte es bereits ich vermissen werde wenn es in die stadtvilla geht also im bus sitzend und jonathan safran foers extremely loud & incredibly close lesend höre ich die vorstadt von lomov und der ja gebürtiger hannoveraner ist und von welchjenigem ich vermute aus einer ähnlichen stadtrandurbanität feld gleich nebenan und roter klinker zu stammen wie ich ich und und ich bin auf seite neun erst aber es ist ein tolles buch und und die musik passt so schön zum busfahren und ich höre die pneumatik stoßweise schnaufen wenn der bus anhält und eine neue verkehrsinsel damit die neuen bewohner des neuen neubaugebietes am rande von arnum sicher über die strasse zu gelangen imstande sind und der lärmschutzwall erschüttet mit der erde aus den baugruben nimmt mir ab sofort ein stück des blickes auf den deister die orte wuchern weiter aus sich heraus und in die felder hinein der lärmschutzwall zunehmend überwuchert ist er am anfang nur ganz wenig aber dort wo sie mit der aufschüttung begannen ist er schon ganz grün mit kraut von dem was dahinter geschieht werde ich nur eventuelle baukräne sehen und betonpumpen mit ihren langen rüsseln und dann wenn die ersten dachstühle ihre rippen entfalten aber dann ist es vielleicht zu spät bereits und ich fahre nicht mehr auf dieser strecke mit dazu passender musik aber ich empfehle ich ich diesen text vielleicht auszudrucken von wegen der augen und und dann stellt sich der fahrkartenentwerter ratternd und schnarrend auf eine neue uhrzeit ein im zwanzigminutentakt

oeffentlichkeitsarbeit

scan.jpgthe nylon standard haben nun einen diskettenflyer angefertigt welcher der ankurbelung der ströme des schnöden mammon direkt in die kassen des künstlerkollektiv dienlich sein soll er wird in geringer stückzahl verteilt und wer ein exemplar ergattern kann sollte sich besser glücklich schätzen denn es wird in nicht allzuferner zukunft höchste preise bei onlineauktionen liefern so die schätzungen von branchen experten