Zettel

Ich sagte es Andernorts, eigentlich mag ich nicht. Hier Zetteln sich die Stapel einen Marathonlauf an, die müssten mal einsortiert werden in diesen großen Kasten, auch das Notizbuch, auf der Speicherkarte sind auch noch Bilder die. Über den Dächern von Linden. Auf einem Zettel steht etwas, auf einem anderen die Dinge die zu erledigen wären für die Homepage einer befreundeten Künstlernatur. Dann: 17:58, was nicht wichtig, sondern was wichtig wäre steht auf der anderen Seite. Vielleicht schreibe ich zunächst einmal alle Zettel ins Notizbuch rein, dann liegen sie hier nicht mehr vorwurfsvoll. Um 20:30 bis nach 20:40 am heutigen Abend standen die Sonnenstrahlen direkt auf dem Wetterhahn der Apostelkirche, den ich von hier aus sehen kann. Kurz davor ein Unwetter. Heute am Tage das vermutlich allerletze mal in einer Seminarsitzung am IJK gewesen. Also, ich mache dann mal die Klappe zu hier.

s tut mir leid,

aber s muss einmal aufgeräumt werden, zusammengestrichen wie das letzte bißchen mager riene auf dem graubrot, damit etwas übrigbleibt, mit dem eisenbesen gehe ich also heute und morgen auch noch wohlmöglich durch das stromland und schmeisse alles raus was mir zeit zu rauben erscheint, reisse dämme ein und lass das meer volllaufen. auf der rechten seite bleiben sie weiterhin bestehen, da bestehe ich drauf dankesehr.

vorhin

im copyshop; die alte dame im naturgefärbten kleid, mit bienenwachsimprägnierten band an der brille; die ihre schreibunten flyer zum thema transzendentale meditation versehentlich an den s/w-drucker schickte; der copyshop-betreiber, der ihr die sache mit der dateigröße zu erklären versuchte und zwar wirklich gut, aber nicht herablassend; ausgedruckt liegt es auf dem schreibtisch und kann mir nicht das wochenende vermiesen; nachher wieder das grüne licht, die geräuschkulisse der massen, die in mein zimmer projiziert werden; es lebe das punktkomma! hail hail!

Das ich hier so wenig schreibe

in der letzten Zeit. Liegt zum einen an einer gewissen Unlustigkeit (meinerseits), die Dinge und Alles anbetriffts. Ich habe mir neulich vorgestern einen Plan gemacht, was meine Beschäftigung mit dieser digitalen Wunderkiste und den Produkten, die dabei entstehen sollen, angeht. Dieses Blog hier kommt darin garnicht vor und für alles andere fehlt mir die Muse weil. Zum anderen liegt es an den Anforderungen der institutionalisierten Wissenschaft, die mir gerade viel Zeit abverlangen. Zumindest hier gibt es aber Ergebnisse: Mein Essay/whatsover zum Thema „Intermedialität in der digitalen Literatur“ ist ab gerade eben auf teildesexperiments onlinigerseits verfügbar. To whom it may concern.

mein schreiben in das netz

an allen vielfältigen stellen, an denen es passiert, ist ein einziger großer zettelkasten, der sich selbst vor dem spiegel ansieht, und er schüttelt verwundert mit den köpfen, manchmal. heute am morgen zu einer für mich ungewöhnlichen zeit aufgestanden und nach nienburg/weser gefahren. all das hat mir wohl getan heute: der wenige schlaf in der letzten nacht, ich konnte nicht aufhören mir dinge auszudenken, das frühere aufstehen (als sonst), das fahren durch die nebeligen wiesen am morgen, im zug, in dem ich eigentlich etwas über dokumentarfilme lesen wollte, aber dann immerzu nur aus dem fenster sehen konnte, auch die anerkennung, (=) meiner augenblicke, die in worte zu fassen ich imstande bin, in leeren räumen zukünftiges zu sehen auch, dass gefühl dazu zu gehören, all diese möglichkeiten, eine ganz andere art von, die aber trotzdem dazugehört. ich weiss auch: ich bin einmal auf dieses gefühl hereingefallen, es passiert nicht noch einmal. Fehler: Server nicht gefunden. diese kabelschleife auf dem foto mit der oberleitung ist natürlich selbstverständlich ein violinschlüssel, mit dem bekommt man jede geige auf. ach all diese ideen immerzu, und die zeit immerzu, die man nicht hat, die ich nicht habe, aber hätte man ich die ideen hätte man ich die zeit? dazu? neulich als ich mit dem prinz von eritrea und dem kometenentdecker levy am runden tisch gesessen. vielleicht ist ja keiner der beiden schädel der von schiller, was dann? ein violinschlüssel, der sich aus der materie heraus selbst dort manifestiert hat. das sog. lyrische ich wünscht nun eine gute nacht,

vorher sollte aber noch erwähnt werden: der nebel über der weser, und wie er das gegenüberliegende ufer im unklaren lies, über seine bestimmung, wie er sich lichtete. der nebel. das verständnis für diese landschaft, die, wie wir alle auch, zu mindestens 70% aus wasser besteht, auch wenn man ich das nicht immer gleich sieht. und wie das alles zusammenhängt mit den ungezählten bilden (ikon und index) die ich gesehen habe, [hierzu gibt es einen text der in der zukunft und gleichzeitig in der vergangenheit verborgen ist], mit denen mein gedächtnis programiert wird, beständig, mein linear strukturiertes, literarisch-geschichtlich orientiertes westliche – hemisphäre – gedächtnis – gehirn, prozessiert all diese bilder, es wird umprogramiert, es ist nun offenbar: ein partikelschwarm, man ich also dementsprechend auch, nebel, aber (so einfach) = (das alles nicht).:

“Wisse, wir alle sind nur Maiglöckchen auf den Flügeln des universellen Frosches”

als ich aus dem bus ausstieg, gegen mittag, an der haltestelle musikhochschule, war die luft, vom nahen stadtwald her, übersättigt mit chlorophyll. chlorophyll. mein schreiben in das netz, an allen vielfältigen stellen, an denen es passiert, ist ein einziger großer zettelkasten, der sich selbst vor dem spiegel ansieht, und er schüttelt verwundert mit den köpfen manchmal.