Gedichte, vielleicht:

Am aufräumen in der Magnetspur, hier vor Ort. Und Ortnen. Deshalb uncommentiert ein paar, in loser Reihenfolge und ohne herausragende Hintergedanken hier hineingestellt, Gedichte. Eines zunächst aus der Zeit als es noch kälter wurde.

Winter
aufgebäumt.

fordert Tribut ein. der

will seinen zehnten Teil
der Gegenwärtigen

Ich liege im Bett des
Heutigen Tages und
Versuche keine Zeit
Zu verbrauchen.

durch Straßen
fremden Stadt.
Lief.

Begleiterwind
Eckenlicht.

Roch Frühling
Und gelben Lampen.

(erste Version 1995, dies ist eine Überarbeitung von 2005)

Der graumelierte Herr,

auf dem Markt erzählt er jedem von der Suppe die er kocht, die jetzt auch zur Sekunde auf dem Herd steht und leise bruddelt, was dort alles herein erzählt er, Suppe die er kocht für den hungrigen Chinesen bei ihm wohnt. Einmal hat der versucht mit ihm zu reden, hat er gesagt, Chinese, warum bist Du nur so hungrig, geschaut hat der nur, über den Tellerrand, und weiter gelöffelt die dicke dampfende Suppe. Dann hat der graumelierte Herr alle Hoffnung fahren lassen. Wenn die Suppe alle wäre, so würde er gehen, würde er ihn wieder verlassen und sich einen neuen Suppenkoch. An dem anderen Tisch dann sitzen und des anderen essen. Immer dampfen muss der Topf deshalb, damit der hungrige Chinese immer Hunger hat.

Hunger. Das Fahrrad in der Werkstatt. Innenliegend…

Hunger. Das Fahrrad in der Werkstatt. Innenliegendes Beleuchtungskabel. Holländer. Mit dem Jahresgedicht komme ich gut voran, jeden Tag eine Zeile. So war’s ja auch gedacht. Festgestellt das sich in Laufentfernung von meiner Wohnung fünf Buchhandlungen befinden. Die sechste hat wohl kürzlich aufgegeben, oder ist umgezogen, jedenfalls ist dort jetzt Fielmann drin. Ein Geburtstagsgeschenk gekauft, was hier nicht reingeschrieben wird, falls Herr K. heute aus schierer Langeweile doch noch mal wieder hier vorbeischaut. Außerdem: Arno Schmidt: „Nichts ist mir zu klein. Funk=Essays 1“, im Vorbeigehen aus der mängelexemplarischen Kiste gezogen. Arno Schmidt, der Weltbekannte Bananenbaron. Am Lister Platz, der Asphaltverkäufer mit einer Frau aus dem Bäckerladen. Sie hat ihm einen Coffee to go mitgebracht, nun reden sie ein wenig. Die Nachbarwohnung wird renoviert. Habe eine Aufnahme des Geräusch angefertigt. Später. Jetzt: Hunger. Leberwursttoast und Salat.

Der in diesem April in Berlin an Krebs verstorbene…

Der in diesem April in Berlin an Krebs verstorbene Autor Klaus-Dieter Diedrich hat in seinem Krankheitsjahr 2002 (fast) täglich einen Rückblick auf Zeit seine im heimatlichen Biberach verfasst. Da das Manuskript rund 700 Seiten umfassen würden, haben wir uns in Absprache mit seinem Nachlassverwalter für eine Veröffentlichung in Form eines Weblogs entschieden.

(via [ML/NL])

Auf dem Weg zu der Friseurin, der Edeka in der Lei…

Auf dem Weg zu der Friseurin, der Edeka in der Leinaustr., der Berber der davor sitzt, im Regen, ein Mitarbeiter bringt ihm abgelaufene Lebensmittel raus. Auf dem Weg Nachhause, es ist kalt am Kopf, die Haare abgeschnitten. An der Ecke Vahrenwalder, vor dem Fixpunkt liegt einer auf dem Boden, ein anderer kniet daneben. Ich fahre zunächst vorbei, drehe dann aber doch auf der Verkehrsinsel um und fahre zurück, fragen ob ich helfen kann, Krankenwagen oder so. Der am Boden sagt zu dem anderen „Kann ich jetzt mal aufstehen vielleicht wenigstens“, „Nein“ sagt der. Ich drehe wieder um. Hier lag offenbar eine andere Art Notfall vor. Vielleicht hat der ihm Hustensaft geklaut oder so. Zuhause angekommen esse ich die Rote Beete Suppe. Heute mit dem Finanzamt telefoniert.

Draussen vor den Fenstern der Regen. Gestern am Fe…

Draussen vor den Fenstern der Regen. Gestern am Feierabend noch im Baumarkt gewesen, wo ich immer sehr gerne bin. Ich schaue mir dann Sachen an, die ich garnicht brauche und möchte sie sofort mitnehmen, glücklicherweise bin ich mit dem Fahrrad, das erschwert den Transport und hat so manchen Spontankauf verhindert. 2 Holzrahmen 13×18 sowie einen Holzrahmen DIN A4 mitgenommen, Nachfüllpackung Geröll für den Luftentfeuchter. Ein Set Wasserhahnsiebe. Eine Dreiersteckdose (nie genug davon) zu 95 Cent. Im Laden noch daran gedacht, dann aber doch vergessen: Einen Fuchsschwanz zu kaufen. Mittels des Handytelefons bzw. der dort eingebauten Kamera diverse Fotografien angefertigt von Kantholz, Holzplatten, Schubladeneinsätzen und Winkelelementen. Werd ich demnächst besorgen, nun weiss ich die Maße und wieviel Geld es kosten wird. Überall laufen junge Männer mit sperrigen Gegenständen um die Ecken, muss man aufpassen. Mit sperrigen Gedanken sowieso.