Heute war wieder Raubtiershow mit Papiertiger.

Nun sind sie alle (wirklich alle?) eingesperrt in die entsprechenden Käfige. Manche fauchen noch etwas hinter den Gittern. Husch husch ins Körbchen. Außerdem: (was noch dazu kommt) wacker ein paar Wackersteine ins Rollen gebracht, um mal tapfer bei der Metapher zu bleiben. Ein wenig Schwierigkeiten, sie auf DIN A4 zurechtzumeißeln, sie in Standard-Fensterumschläge zu verladen. Die Wiegen nicht viel (The hand that rocks). Papier kaum etwas, für gewöhnlich. Die rollen jetzt den Berg herunter, bleibt fraglich, wer sie wieder hinaufbefördern darf. Hier sind Experten gefragt.

Aber genug davon.

Heute ein neues, wiederum schwarz-rotes Notizbuch angefangen. Ein paar Adressen übertragen, ich müsste mich mal wieder melden, bei den alten Freunden. Das Herz an den Dingen gehangen – minutenlang die alte, nun vollgeschriebene Chinakladde (No. 028 363/0) in den Händen halten. Die abgestoßenen Kanten unter dem Daumen befühlen, es aufschlagen und das lange gewachsene, Stück für Stück zusammengekrickelte erste Doppelblatt ansehen. Die Kratzer und Stiftabdrücke auf dem Umschlag ansehen. Sich fragen, wann es soweit war, wann die Grenze zwischen neu und alt. Den Scanner anmachen, das liebgewonnene Stück Papiere, (wiegt ja nicht viel), darauf legen und mit 450 DPI bei 150% Vergrößerung einscannen. Die Spuren der Vergangenheit unter dem Mikroskop. Frage mich, wie wenn ich, bspw., in San Francisco leben würde, und dann, während der alte Scanner sich abrackert möglichst jedes Staubkörnchen einzufangen,

So ein freundliches, kleines Sommererdbeben,

das Regal ein wenig in Schwingung bringen würde, der Scanner, der Seismograph, und alle Hippies würden sagen Groovy!!, mit zwei Ausrufezeichen. Ein freundliches, kleines Sommerbeben, ein Regenschauer, ein plötzlicher, auf der Haut, wie die Haare sich dann aufstellen, ein jedes einzeln. Und Du selbst, Du stehst in diesem Wald sich im Augenblick erhebender Bäume, und was Du davon zu halten hättest. Je suis la, si tu veux. Oder so. Zitterndes Bild von mir selbst, im Sommer, im Herbst, Anfang.

Und dieses ganze Satelitenfoto-Voodoo halte ich im übrigen auch für eine Verschwörung der Tourismus-Industrie (da rauchen die Schlote) mit der weltbekannten Suchmaschine Waschmaschine. Les milles-fleures de ma Jeunesse.

Eine schöner wie die Andere.

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