1.) Gestern Nacht eine Geschichte geschrieben über…

1.) Gestern Nacht eine Geschichte geschrieben über 3 Seiten und rund herum 10.000 Worte lang. In eins runter. Dabei eigentlich mit nichts angefangen außer einem bescheuerten Wortspiel. Diese Geschichte ist so ganz anders als das was ich sonst so in letzter Zeit schrieb (und ich glaube das Ideal für mich wäre wohlmöglich eine Mischung aus beidem). Hier werden nicht äußere Zustände beschrieben die auf ein hochsensibles (fragiles) Inneres schließen lassen sondern ich lasse die beiden Kerle tatsächlich selber erzählen, und der sogenannte Held erzählt sogar von sich selbst. Dabei ein so alltägliches Setting wie selten – deutsche Autobahnraststätte im verregneten Sommer. One more Cup of Coffee. Wir werden sehen.

Heute auf dem Rückweg von der Fabrik noch beim Elektrohandel gewesen und einen kleinen Adapter gekauft (der natürlich wieder alles falsch macht) (angewandte Adaptatorik). Danach zu Fuß zur Hauptpost, ein Paket abholen. Vilém Flusser: Medienkultur und dann noch irgendwas mit Dimensionen und Schamanen was die Mutter mitbestellt hatte. Am Hauptbahnhof habe ich dann einen anderen Bus genommen als sonst, der eine ganz andere Route nachhause fuhr durch Straßen die mir fremd vorkamen. Es war schon dunkel draussen, und so konstruierte ich den Weg (den Ort) aus den Schemen und Neonlichtern zusammen, die durch das Dickicht der fremden Augen zu mir durchdrangen. Ich fühlte mich anderswo, sogar: Als jemand anderes. In meiner zumindest etwas skurilen braunen Cordtracht (denn die Hose ist etwas zu kurz) mit dem Buchpaket und der Dokumentenmappe unter dem Arm saß ich in diesem Bus. Dies Gefühl hielt auch noch den ganzen Nachhauseweg (Fußweg) über an denn ich kam von der falschen Seite an und so sah tatsächlich alles anders aus. Mir kam der Gedanke Wer von Identität redet der muß auch vom Ort reden (ich denke oft in imaginären Zitaten, leider).

Aber wie fühlte ich mich? Ich hatte den Text den ich in der Nacht zuvor geschrieben hatte an zwei Literaturwettbewerbe verschickt. Ich hatte ein Buchpaket unter dem Arm, war in braunem Cord (Hose zu kurz) gekleidet und auf der Heimfahrt unterhielten sich direkt neben mir eine Junge Mutter mit ihrer Gymnasiumstochter über irgendwas. Regenwald und Shopping. Gymnasiastinnenthemen halt. Die Freundin hatte einen „NIRVANA“-Aufnäher auf dem Rucksack und ich fragte mich (insgeheim) ob sie den wohl bei H&M gekauft hätte.

Aber ich fühlte mich anderswo. Hier war ich zu meiner eigenen Fiktion geworden. Frei.

2.) seifiges, öliges gelbes regenlicht hier heute nacht (11. januar abends)

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