im bus sitzend

den ich ich sagte es bereits ich vermissen werde wenn es in die stadtvilla geht also im bus sitzend und jonathan safran foers extremely loud & incredibly close lesend höre ich die vorstadt von lomov und der ja gebürtiger hannoveraner ist und von welchjenigem ich vermute aus einer ähnlichen stadtrandurbanität feld gleich nebenan und roter klinker zu stammen wie ich ich und und ich bin auf seite neun erst aber es ist ein tolles buch und und die musik passt so schön zum busfahren und ich höre die pneumatik stoßweise schnaufen wenn der bus anhält und eine neue verkehrsinsel damit die neuen bewohner des neuen neubaugebietes am rande von arnum sicher über die strasse zu gelangen imstande sind und der lärmschutzwall erschüttet mit der erde aus den baugruben nimmt mir ab sofort ein stück des blickes auf den deister die orte wuchern weiter aus sich heraus und in die felder hinein der lärmschutzwall zunehmend überwuchert ist er am anfang nur ganz wenig aber dort wo sie mit der aufschüttung begannen ist er schon ganz grün mit kraut von dem was dahinter geschieht werde ich nur eventuelle baukräne sehen und betonpumpen mit ihren langen rüsseln und dann wenn die ersten dachstühle ihre rippen entfalten aber dann ist es vielleicht zu spät bereits und ich fahre nicht mehr auf dieser strecke mit dazu passender musik aber ich empfehle ich ich diesen text vielleicht auszudrucken von wegen der augen und und dann stellt sich der fahrkartenentwerter ratternd und schnarrend auf eine neue uhrzeit ein im zwanzigminutentakt

Seit ungefähr 2 Tagen versuche ich, mir einen grünen Tee zu kochen. Immer wieder: Ach ja, grüner Tee! (wenn bspw. ich den leeren Becher, mit dem Teesieb dort herinnen, auf der Waschmaschine stehen sah). Dann Wasserkocher an, Wasser kocht. Ein oder zweimal hab ich heißes Wasser in den Becher gegossen, ohne das sich jedoch Tee im Sieb befunden hätte. Nun ist es aber endlich gelungen.

Nachträgliches

[14.7.]

Sommer. Aus geöffneten Fenstern riecht es nach Buletten. Auf einem Balkon stehen drei zitronengelbe Sonnenschirme. Das Knistern der Grillen, im Weizen, im Wind. Buntes Wassereis am Kiosk.

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Drei Restaurants an der Hildesheimer Straße, auf dem Weg nach Laatzen: Crystal Jade / Donaugrill / Ouzerie Griechische Botschaft.

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Bestimmt 7 Minuten auf dem Balkon gestanden und gehorcht was passiert gerade. Nebenan wurde gesägt oder ähnliches. Die Vögel. Vor dem „Berliner Eck“ werden Tische und Stühle aufgestellt. Am Ende der Straße fährt die Bahn um die Kurve. Eine Sirene. Ein Schmetterling schlägt mit den Flügeln.

[20.7.]

Als ich dort so am Herd stand, und Nudeln kochte, und der Regensommer durch das Fenster wehte, da hab ich mich gefühlt, auch mit dieser spanisch anmutenden Zweckarchitektur die Straße hinunter, zu zwei Seiten, wie in Mexiko, beispielsweise, mit diesem Verkehr und allem.

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Diese transistorische Nüchternheit gefällt mir gut.

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Science Fiction bei Lem: Diese sehr mechanische Utopie, die Ingenieure in ölfleckigen Overals, Kurzwellenfunksignale (Solaris).

[Vergl. hierzu Notizbuch #4, S. 3-7, 9, 11 + 13]

Hier Heute

Winterschlaf, Frühjahrsmüdigkeit, Sommerschwere, Herbsttraurig. Dazwischen aber immer wieder fiebriges Arbeiten, jede freie Minute nutzend, im Bus die Termine Verschiebung hin und her, mit Kunden telefonieren, auch nicht die feine Englische aber was will man machen. Dann dazu: Anfragen von ungefähr, treffen ja gerne wann und wo. Wieso besprechen wir dann, da fällt uns schon was ein. Dann wieder alle Viere von sich (= alle Viren von sich) und den sanften Bilderregen prassel prasselt das Kaminfeuer mit 50Hz. Gedanken zur Zeit. Immerzu ein auf und ab. Es lebe die Deutsche Industrie Norm. Alles klar Herr Kommissar. Ein fröhlicher bunter Frühjahresmorgen war das Heute. Die Penner und Junkies am ZOB halten die gelben Gesichter in die Sonne. In Pattensen summt eine dicke Erdhummel aufgeregt um meinen Hamburger herum.