In meiner Badewanne sind vorgestern

zwei arme Quitscheentchen aufgrund eines plötzlichen (und für die Entchen total unerklärlichen) Niveauabfalls des Wasserspiegels bis auf unter 0 auf Grund gelaufen. Aus diesem Grunde hier jetzt Live vor Ort des Geschehens: Die armen Entchen. Inder Dunkel Hyde.

Ich war Häute wieder Arbeitslos und habe dennoch sehr viel geschafft. In eine Mail an Herrn K. schrieb ich folgendes um 11 Uhr Fünfundvierzig:

ich habe gerade die aussenwand in der küche mit chlorreiniger behandelt jetzt riecht es hier in der ganzen wohnung nach chlor + ich fühle mich a.) ein wenig schwummrig und b.) sehr sauber obwohl ich mich anstatt zu duschen heute morgen nur ein paar momente auf den balkon gestellt habe. […] dann gehe ich zu conrad und kaufe einen türspion. ich will herausfinden ob der sich als fisheye eignet möglicherweise. dann gehe ich noch zu bauhaus und schaue was bretter kosten – ich will in der küche und im flur boards haben an der wand. und geld einzahlen muss ich auch noch auf der bank, damit ich die überweisungen machen kann.

Das alles klapperte reibungslos. Der Türspion kostet genau 1 Euro Fünfundneunzig und er ist jedes Gramm wert gewesen. Die Photographien die ich damit anfertige sind verschwommen und überzeichnet, gewissermaßen, und sie strahlen dennoch einen gewissen Zauber aus dem man sich schwerlich entziehen kann. Durch das kenntlichmachen der Linse auf den Bildern selbst scheint es, als würden wir von unserem sicheren Platz vor dem Bildschirm aus in eine andere Welt hereinblicken. Der „Türspion“ der plump vor die Linse gehalten wird zum Schlüsselloch in eine andere Realität. Und wenn hier und dort der immer nur für den Moment vorgenommene Anschluß an den geschlossenen Raum der die Umwelt scannenden Kamera nicht ganz abgeschlossen ist dringt das Licht duch die Milimeterbruchteile seitwärts herein und führt zu dem Effekt das das Bild selbst aussieht wie das Auge selbst. Wir sehen also in diesen Photographien (was ja bedeutet eigentlich: LICHTEINGRABUNGEN) den Blick des Menschen hinter dem Apparat und erfahren dadurch Distanz (durch die Kenntlichmachung der Technik) und gleichzeitig Nähe (durch die Kenntlichmachung des Betrachters).

 

 

Ich könnte dazu nun noch ganze Bücher vollschreiben (und zwar nur über diese wenigen Photos), möchte aber auch auf dies Video noch einmal hinweisen, in welchen diese Distanz zu unserer als normal empfundenen Medienrealität nocheinmal extra mit Käse in Erscheinung tritt (in den Arsch). Diese sehr merkwürdige Zurückgenommenheit der Kamera.

PHOTONENTORPEDOS. Als ich mir heute bei den „kleinen Preisen“ meine Tagesration Bier kaufte waren vor mir so junge Schwule (2) die Bier und Chips kaufen wollten und denen die burschikose Verkäuferin die dortigerseits – also an der Kasse – stehengebliebene BioBio-Milch aufzuschwatzen imstande war. „JA geben sie mir die Milch auch noch mit, is egal jetzt“. „Da könnse sich dann ’nen Kakao von machen, wenn’s draußen so kalt ist wird das dann erst so richtig gemütlich!“ [Augenzwinkern in Richtung der beiden und der Kollegin die sich im Hintergrund einen grinst].

Und dies alles obwohl bereits vorher bereits die Worte fielen (wie die Würfel auf samtenem Grund): „Bier und Milch zusammen is Leberverarsche!“.

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