Aus dem Notizbuch***Kopf voll bunter Scherben,…

Aus dem Notizbuch

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Kopf voll bunter Scherben, die ich zusammensetzen zu einem neuen Mosaik beizeiten, damit sie nicht verloren gehen. Die Erinnerung.

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Der Strich unter der Zeile (in dem Buch das ich lese): Wie sich die Zeit, der Moment auf eine vergessene Art und Weise hier manifestiert, im Abrieb des Bleistiftes, wie sich die Nervosität der Hand verbindet mit dem Ruckeln des Busses auf der Straße, wie die Schlaglöcher abgezeichnet werden in dieser unsichtbaren Momentaufnahme. Die Straße in dem Buch (das jemand schrieb vor Zeiten) in dem Bus der fährt durch die Stadt in der ich wohne vorbei an dem Friedhof auf dem die Großeltern liegen, alle jetzt seit letzter Woche [und beim nächsten Weg garnicht mehr daran gedacht], zur Arbeit fährt.

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(Uwe Johnson): schreibt es genau so, er legt die Klammern um eine Aussage, und dann folgt eine Erläuterung. An Stelle eines Kommas setzt er dieses viel gewichtigere und eigentlich ja verbotene Zeichen (): ein, so entsteht eine besondere Beziehung zwischen den Worten, ihre Tragweite bemißt sich neu. [Gedanken zu Johnsons „Mutmaßungen über Jakob“, welches mich in den Augen einiger Mitreisender in den Verkehrsmitteln als Schnösel dastehen läßt da es farblich genauso gestaltet ist wie die Jacke von Aldi die ich für 11,59€ gekauft hatte – Ockerbeige mit schwarzen Absetzern].

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Heute Abend wieder: Arbeiten am Text, der fertig ist, der jetzt noch auskristalisieren muss.

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