„Das Besetztzeichen war ein Kontrapunkt zu seinen …

„Das Besetztzeichen war ein Kontrapunkt zu seinen
Schritten geworden, ein Metronom, daß in den zufälligen
Geräuschen der Stadt einen stetigen Takt schlug.“

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(paul auster: stadt aus glas (pt IIIIIIIVV)

der tag begann mit bedrückung – wie kann man sein herz nur so sehr an die dinge hängen? wehmut heute morgen als die leute vom fuhramt meine sachen abholten. die alte matratze, den alten schrank den schon meine eltern in der küche stehen hatten. der kaputte klappstuhl und die bilderrahmen waren schon gestern abend weg. es hatte noch jemand etwas hinzugestellt, über nacht.

aber auch freude über die frühlingsluft. austricksen der zeit auf hohem niveau vermittelst vorverlegung einer stunde von sonntag auf heute. in diesem raum, dessen funktion so eng in den mechanismus der zeit eingebunden ist, und in dem sie doch nur durch ziffern und digits stattfindet. mehrfach.

im büro dann zugesehen, wie das obskure gefährt schön langsam aber unaufhaltbar gegen die wand fährt. mit einer gesunden portion autoagression dem versickern von arbeitsleistung der beteiligten zugesehen. ich brauche kein sand mehr sein. der findet auch ohne mich seinen weg. es schon am montag gewusst zu haben, schon am montag bedenken angemeldet zu haben brachte mich in diese merkwürdige position der hysterischen abgestumpftheit.

nicht nachhause gefahren, ein wenig durch die straße gewandert, dönertasche. in linden in der strasse mit der toblerone ein interessantes lokal entdeckt, dass sich „zum lorberg“ nennt. eckhaus rot verputzt mit weissen verzierungsstreifen an der fassade. ein schaukasten des tsv victoria linden an der mauer.

ein wenig in dem kleinen park an der fössestrasse, am küchengarten gesessen weil ich noch zeit hatte. mineralwasser, tuc-cracker und auster: „stadt aus glas“. die hochhäuser, die strassenbahn, ein rettungswagen zusammen mit dem geruch von frühling in mich aufgesogen. gegen ende kommt die geschichte wieder bei dem an, um den es nur scheinbar nicht geht. wie er durch die stadt läuft. wie er im world trade center etwas ißt. ein sandwich.

bei potter angerufen, mich gemeldet mit „guten tag, ist dort paul auster? ich muss unbedingt paul auster sprechen. es ist wichtig.“

danach treffen der wortgewitter-beteiligten bei feinkost lampe. hinterhof, keller, eingang unter dem schild auf dem „Mädchen“ steht.

der lieben oma geht es wirklich schlecht. einer von uns fährt jeden tag ins krankenhaus, auch wenn sie sich am nächsten nicht daran erinnern kann.

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