Fragmente / 1

an dem abend als ich schnell noch mit dem fahrrad zum supermarkt fuhr (vorbei an dem haus in dem wir fast einmal eine wohnung gemietet hätten)(absage im wald im letzten augenblick) nacheinander diese gerüche  (auf dem rückweg, dann): lindenblüten bratwürste brühe ein zweites mal linden(blüte), dann honig.

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Schreib dir einen Brief auf
Schmirgelpapier
auf Sandpapier
auf Backpapier
auf Packpapier auf
Papier mit dem wickelt
der Schlachter die
Koteletts ein.
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Bücher die in der Bahn gelesen werden:

Helmut Kuhn: Gehwegschäden

(Wenn ich mich richtig erinnere, so ein Hipster-Typ mit einer Arbeitermütze in oliv)

Malgorzata Musierowicz: Imieniny

(Wenn ich mich richtig erinnere: Eine Frau mit blond gefärbten Haaren)

Charles Stross: Glashaus

(Wenn ich mich richtig erinnere: Ein dicker Mann mit Latzhose)

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licht gleis hell auf
schiefer bahn
wirklichkeit erscheint
zwecklos zwischen
den ritzen im zaun
den fliegenden
gedanken zufolge

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Nudeln oder Tee

„Ich habe einen riesen Berg Wasser gekocht“ wäre so ein Satz, den die Mutter benutzt hätte, wenn sie aus der Küche heraus uns etwa mitteilen wollte, es gäbe demnächst dann Nudeln oder Tee. Daran musste ich denken, als ich zusätzlich zu Herd und Waschmaschine auch noch den Wasserkocher in Betrieb setzte. Der Herd ist zwar Gold wert, inzwischen, täglich unterschiedlich viel, jedoch nicht gerade leise, wenn er sich selbst mit Umluft auf 275° C hochschaukelt. Er erinnert mich  regelmäßig an das Geräusch, welches etwa auf einer der Nordseefähren, oder einer x-beliebigen anderen Fähre irgendwo auf einem der sieben Weltmeere, bspw. im Passagierraum oder dort, wo die Koffer der Touristen in den großen Regalen liegen, zu hören ist. Ich dachte an diesen oft gesagten, merkwürdigen Satz der Mutter und daran, wie der in ihm enthaltene Widerspruch zugleich faszinierte und verstörte. Die Waschmaschine stampfte und kam langsam in Fahrt, wie auch das Jahr langsam Fahrt aufgenommen hatte, jetzt im Februar, mitsamt der nassen Fracht. Dazu noch der Geschirrspüler und wie gesagt, der Wasserkocher. Mir war, als schwankte der Boden tatsächlich ein wenig und ich, inmitten meiner Küche, befünde mich auf großer Fahrt. Im Küchenradio lief ein japanischer Sender, der alle fünf Minuten einen science-fiction-mäßigen Jingle abließ. Ich verstand kein einziges Wort. Das gefiel mir gut. So fuhren ich und der dampfende Wasserkocher hinaus auf die offene See, wo nur die Möwen um den Schornstein kreisen würden, im süßen Schiffsdiesel-Rauch, mit ihrem Gelächter und ihrem Hunger nach Fisch. Warum stehen an den Stränden keine Schilder, dass die Möwen nicht zu füttern seien? Weil es jeder höchstens einmal probiert. Den Backofen könnte ich auch mal wieder sauber machen mit dem Pommes-Fett. Ich holte schon die Kapern aus dem Kühlschrank und das Glas mit den Sardellen, nun wurde ich ganz und vollends zum Smutje auf Kapernfahrt und die Küche ist die Kombüse.

Der Regen steht diagonal zwischen Meer und Himmel und das Bullauge ist unter Wasser, der Tag ist stürmisch zwischen all den großen Wünschen, die in den Herzen herumgetragen werden. Mit Volldampf geht es Richtung Schalttag, um den Kurs um 0,2425 zu korrigieren, um die sich Papst Gregor XIII oder einer seiner Vasallen verrechnet hatte, Jahre bevor einem seiner Stellvertreter-Nachfolger Kurzwellensender zur Verkündung seiner sog. frohen Botschaft an die ganze Welt und das Universum zur Verfügung standen. Die Verkündung der einigermaßen korrekten Uhrzeit circa alle Stunde einmal ist von großer Bedeutung, ob im Radio oder per Glockenschlag vom Turme herab. Denn wer die endliche Zeit der Menschen kontrolliert, der kann auch das Wesen der Unendlichkeit deuten. Auch für die Schifffahrt, denn nach ihr berechnen wir unseren Standort und unsere Standpunkte, für alle die mit uns auf Kapernfahrt fahren. Einen Bart habe ich bereits und das Holzbein lasse ich mir auch noch wachsen, damit es Wurzeln schlägt wo keine Bäume stehen. Die Passagiere sind missmutige Engländer, die alle naselang it’s teatime rufen und mir ihre Tassen vor die Tülle halten, während ich meine Runde durch’s Kasino mache. Sie lesen in mitgebrachten, Jahre alten Illustrierten, in denen bereits jedes Kreuzworträtsel gelöst ist. Einige handeln noch von Lady Di oder einer gewissen Fergie, den Titelblättern nach. Nudeln mit Kapern-Sardellensauce muss man sich auch erstmal trauen, denen zu servieren. Sie arbeiten im Umspannwerk für den Offshore-Windpark, weit draußen vor den Inseln, der einem englischen Konzern gehört. Hier gibt es kein Internet und die sonstige Unterhaltungsmöglichkeit auf der vierstündigen Überfahrt besteht aus alten Bud Spencer Videotapes, die deutsche Synchronfassung. Die oft besser gelaunten Rückfahrts-Passagiere legen hier und da einen dieser Filme ein und machen sich dann ausführlich über die deutsche Sprache lustig. Glücklicherweise sind diese Meisterwerke der Filmkunst nicht sehr dialoglastig.

Vorgestern Nacht träumte ich, wir wären in Stockholm gewesen und hätten eine Fähre zum Flughafen nehmen sollen. Wir waren auf das falsche Schiff geraten, eine große Passagierfähre mit dem Ziel Kopenhagen, die in einem irrwitzigen Tempo ablegte und haarschaf um die Kaimauern bog, zur Hafenausfahrt hin und dann hinaus auf die See, der Scherengarten war der Einfachheit halber nicht vorhanden und wir alle sehr schnell in Kopenhagen, an der Landungsbrücke stand ein großes Tor, worauf ein Schild befestigt war, auf dem stand KØPENHAGEN geschrieben, genau wie es die Dänen schreiben. Ich wollte ein Foto machen und wir fanden es ganz wunderbar, durch den Zufall mit dem falschen Schiff hier gelandet zu sein. Zwei Wale schwammen im Hafenwasser, es waren nur ihre dunklen Rücken an der Oberfläche zu sehen. Am Morgen fiel mir dann dieser schöne Traum wieder ein, den Kafka in einem der Tagebücher aufgezeichnet hatte und dann später in seinem Roman „Amerika“ verwandte. Damit musste ich diesen Engländern wahrscheinlich nicht kommen.

Ich träume oft von Schiffen, Wasser und so.

Als es letzten Samstag wieder zu schneien

anfing und die Stadt den Kragen hochschlug während der Besorgungen für das Wochenende usw. usf.

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Heute allerdings in der Mittagspause meiner Arbeit in der Aktiengesellschaft über die verschneite Plaza gestapft und im Schneelicht gebadet, so dass es mir garnicht kalt wurde an den Fingern die die Kamera und das Handy hielten. Die anderen Fotos sind auf Film und der ist noch nicht voll.

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Am Abend trafen wir uns, um in das Möbelhaus zu fahren und Frieden zu finden. Die Expo-Brache hinter der Plaza verwandelte sich zusehends in einen Kaurismäki-Film mit einem blauen, violetten Sonnenuntergang und ganz merkwürdigen Gebäuden um uns herum (keine Fotos davon, es war auch bereits zu dunkel) und dann das blaue Licht durch die großen Fenster, der Blick in die Abenddämmerung. Der Rundgang durch die feilgebotenen Utopien, Köttbullar im Restaurant, einer hockt, meterweit von seiner Familie, in einer der Wohnkulissen und sieht einsam aus. Er könnte eine der Buchatrappen aus dem Regal nehmen und sie aufschlagen, nur um festzustellen, die Seiten sind noch alle leer.

Im Bus, den wir zurück nehmen, sitzt ein Mann mit Down-Syndrom in der letzten Reihe. Er trägt eine blau-rot gestreifte Pudelmütze und steht bei den Stationsansagen immer auf und hält das Handy mit dem ganz hell leuchtenden Display an den Lautsprecher, wohl um eine Aufnahme der Ansage zu machen.

Chicago Lane
Boulevard de Montréal
Messe-Ost, Expo Plaza

Zwischen den Aufnahmen hält er das Display ganz dicht vor seine Augen, vielleicht sieht er nicht gut. Wir steigen aus.

Zuhause in der erweiterten Realität

Ein paar Häuser in der Stadt müssen ganz den Vögeln gehören, Zuhause in  der erweiterten Realität (Die brennende Schrift an der Wand und all der Mystizismus) im Glasbunker mit Steinen der Weisen. Verätherisches Verhalten der Gespinste im Ginster. Der Pfeffer wächst: Weiterhin auf dem Balkon. Im Unterholz neben den Bahngleisen der Linie 6 — das Gestänge und offenbar ein verrostetes Glatteis-Gerät.

——

Das schöne Urbane, nach der Konsultation mit Dir und geschobenem Rad zum Dönerrestaurant laufen // der erste Tisch im Eingang, es zieht etwas und ich behalte den Mantel an // Pendel nach dem schnellen Essen zurück an den Stadtrand // Abends als ich nachhause fahre schnell noch eine Tüte Milch im Kiosk an der Ecke, der einmal in einer Sendung im Lokalradio mit dem Laden aus “Smoke” verglichen wurde // und da war tatsächlich etwas dran // die Straße // mit all ihren Gestalten.

 

und jetzt fällt mir das wieder ein mit der Geschichte mit den unterschiedlichen Städten, die in einem Haus oder um ein Haus herum aneinander grenzen (wie gesagt bereits schon wieder ein ganzes Buch), würde man (also ich jetzt) es geschickt anfangen und (endlich mal) entsprechend Zeit dafür (aufwenden können). Wieder einmal New York, übrigens, (wo die Frau mit dem roten Rock vor dem Monk’s über die Straße geht) (wieder und wieder und wieder).

——

Das wirklich Schwierigste ist ja aber, die eigene Verletzbarkeit zu beschreiben mit den richtigen Worten.

 

——

 

In Zeichenketten
Mit den selbstgenähten Flügeln
+ rindenlosen
Wurzeln

es soll heute schnee geben

Die beiden Männer, die mir gegenüber in der Bahn sitzen, unterhalten sich, auf Englisch, mit einem weichen, afrikanischen Akzent, über Fussball. Ich weiß nicht, ob es an meiner Ignoranz liegt, dass ich nicht ganz folgen kann. Tue so, als würde ich lesen, schaffe während der Fahrt tatsächlich auch 10 Seiten, während sie die Spieler und das Potential durchgehen. Der eine berichtet, dass es deshalb ein paar unpopuläre Spielerentscheidungen gab, weil der Trainer eine Quote hat und die Religionen berücksichtigen will — oder soll — er sagt, 40% seines Landes, my country sagt er, wäre muslimisch und der Trainer möchte, dass sich das in der Mannschaft widerspiegelt. In dem Gespräch tauchen deutsche Worte auf wie „Mannschaft“ und „zweiter Torwart“, Hamburg und Hannover, plötzlich sind sie bei Boko Haram und, der eine wieder, erzählt, dass sie Boko Haram bekämpfen müssten, dass die nicht ins Land kommen dürften, we have to fight them back, dass der Trainer das deshalb genau richtig machen würde. Wie nah alles beieinander liegt. Der andere leiht sich schnell noch fünf Euro und steigt dann aus, in der Kronsberg Area, wo alles für mich tatsächlich etws schwedisch aussieht, die Häuser haben eine ganz ähnliche Architektur wie in diesem Viertel, das wir gesehen haben, als wir auf dem Kanal entlang gefahren sind, in Stockholm. Ganz ähnliche Architektur wie der Wohnblock, in dem der Kommissar Wallander wohnt, in der einen Verfilmung, der hellgelbe Putz und sich am Abend, auf dem Balkon stehend, mit seinem gelbhaarigen Nachbarn unterhält, der eine Halskrause trägt.

So schweifen die Gedanken weit dahin, ich gelange an die Idee von den Städten, die für uns so lange virtuelle Orte sind, bis wir eine Beziehung zu ihnen haben, entweder weil wir Menschen dort kennen, oder weil wir selbst dort gewesen sind. Neulich schrieb ich in einem Brief darüber, den ich vielleicht noch einmal, in Teilen jedenfalls, hier zitieren könnte. Letztes ist also stärker, am besten funktioniert beides. Das die Beziehung, ich komme zum Beispiel New York, weil mir immer dann New York einfällt, ich kenne sehr flüchtig einen Menschen aus Rochester, Rochester im Staat New York, nicht das Rochester wo Dickens geboren wurde und der „Piano Man“, eines schönen Tages, am Strand lag, jedenfalls. Existiert dieser Ort, soweit ich es weiß, nur dadurch, dass ich von ihm berichtet bekommen habe — sehr viel wurde und wird darüber ständig in allen möglichen Medien gesagt, da weiß man immer nicht so genau, wie es mit dieser sog. Realität bestellt ist. Meine Schwester und einige andere aus der Familie, Freundes- und Bekanntenkreis waren schon dort, aber ich bin mir recht sicher, dass es sich dabei um einen anderen Ort handelt. Ich denke an einen weiteren Ort, von dem ich insbesondere durch meine Abschlussarbeit, die u.a. über einen Dokumentarfilm geschrieben wurde, der in Teilen dort spielt, genauso muss es gesagt werden, einen erzählten Ausschnitt kenne, neben den Bahngleisen und die Rolläden, die am morgen die Augen aufmachen, so ist Mumbai ein großer Slum, was es sicherlich auch ist, aber nicht nur, in welchem Menschen mit geschulterten Bioskopen über die Pipeline-Rohre laufen und eine ganze Kinderschar hinter ihnen her, solche Dinge denkend trat ich aus der U-Bahn, gehe über die Fußgängerbrücke auf die Expo-Plaza — es roch bereits ein wenig nach Schnee — und mir fiel dann der zweite Dokumentarfilm desselben Regisseurs ein, es war Michael Glawogger, (eigentlichfiel mir nicht der Film ein, ich dachte zunächst an meine Erinnerung an diesen Ort, ich erinnerte mich an einen großen Platz, der mit Steinplatten ausgelegt war), erinnerte mich an die chinesischen Wasser-Kaligraphen, die dort zu sehen sind, vor einem monumentalen Denkmal, an welches ich wiederum auch auf der Placa de Tetuán in Barcelona denken musste, so geht alles durcheinander und ist in schöner Unordnung, in Barcelona, in diesem Viertel, wohnen auch viele Asiaten, wozu später auch noch etwas gesagt werden soll, aber nicht heute und nicht hier, hier jedenfalls (in dieser Filmszene) sind sie zu sehen, wie sie mit einem breiten Pinsel Schriftzeichen auf den Boden schreiben, die sofort wieder verschwinden, gleich folgt aber das nächste hinterher. Mehr noch als alles andere ist dies ein Zeichen für die Vergänglichkeit und dafür, wie schön es ist, etwas nur um der Handlung willen zu machen, mitnichten folgenlos. An diesem Morgen, kurz nachdem ich aus der Bahn gestiegen war fiel mir noch ein, dass ich Dir noch nichts vom erwarteten Schnee geschrieben hatte und wie es wäre, wenn das die letzten Worte wären, an jemanden, geschrieben z.B. als eine WhatsApp-Nachricht, „Im Radio haben sie gesagt es soll heute schnee geben“.

Wann ist das passiert,

Wann ist das passiert, dass dieses andere Wesen, dieser andere Mensch, der jetzt ganz Du geworden ist, in Dich hineingekrochen ist und dann, von Innen heraus, in Deinen Körper hineinwuchs? Und mit Deiner Zunge spricht und mit Deinen Händen die Dinge berührt und die Menschen, mit Deinem Kopf denkt, während Du nur noch ganz wenig Raum hast, in Dir selbst.

Wann genau war das in der Zeit, in der wir uns noch kannten und bis wir uns mal wieder getroffen haben. Die bange Frage dabei, ob es Dir mit mir genauso gehen könnte.

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Mshp

Robert Müller studierte an der Universität Wien Germanistik und Philologie, ehe er nach Amerika ging und dort bis 1911 als Cowboy, Matrose, Zeitungsverkäufer und Reporter lebte. Sein belgischer Großvater war, nachdem er im Auftrag des Königs versucht hatte die Sandwichinseln zu kaufen, irgendwie hängen geblieben in Kalifornien. Auf der Rückreise wurde er durch sein Verhalten im Zug auffällig und deswegen zunächst in eine Anstalt für Geisteskranke eingewiesen, schließlich seinen westgalizischen Verwandten übergeben, die ihn der Obhut eines russisch-polnischen Wunderrabbis übergaben, an dessen Hof er Jahre später von einem der Onkel Roths ausfindig gemacht wurde, der den Vater als sehr schön, unaufhörlich lachend und völlig unzurechnungsfähig beschrieb. In Anbetracht all dieser Fakten habe ich meinerseitz Salz gestreut auf Vonwegen und in Überwunden ist es versickert, der Vergangenheit hinterhergelaufen, aus der die Gespenster gemacht sind die Du angerufen hast mithilfe Zellophans, durchscheinend und Transparent, auf geschrieben steht:

„Gegen die Widerbevölkerung der Wüste!“

Deine diaphane Welt der verschiedenen Ebenen wie sie in den Angeln hängt und aus dem Leim gerät, Nut und Feder, Nut und Feder, auf dem Balken sitzt er, genutet und gefedert, die Dachlatten im Oberstübchen die Tassen im Schrank, die Queen kommt zum Tee vorbei, um 5 Uhren Morgen ganz und der Schuster der schottische bei seinen Leisten. Diese Zeit: ist lang vorbei. Von damals muss ich noch an einer Stelle im Herzen die goldumrandete Karte von Johnny Schmitten aufbewahrt haben, ein wenig zerknickt bereits seitdem, aber immer noch lesbar Name, Funktion, Fernruf: 61211. Die Nummer war stets weitergereicht worden an den Nachmieter der Wohnung, daher die Kürze. Ich erinnere mich auch an eine Zeit, in der die Telefonnummern nach Stadtteilen zuordnebar waren, bis die singenden Drähte den privaten Wegelagerern in die Hände fielen, welche sich als allererstes die Rufnummernmitnahme ausdachten, um der Verwirrung halber. Durch die Straßen der Stadt lief ich gestern Abend, hatte Tee gekauft und Shortbread im kleinen Asia-Laden mit gemischtem europäischen Zusatzangebot, hinten an der Vahrenwalder. Vor dem Café Buntekuh stand der livrierte Portier und versuchte die Kundschaft ins Etablissement zu bugsieren: „Hereinspatziert hereinspatziert die bunten Vögel! Wir werden Ihre künsten Erwartungen übersteigen, nur um dann stehenzubleiben auf dem Vorgebirge der Jahrhunderte und hier, direkt an Ort und Stelle, eine Windmühle zu errichten zu Ehren des großen Kastillianers, der sich nachher dann vielleicht auch noch blicken lassen wird in unserem Etablissement, verehrte Nachtvögel und Zitronenfalter, hereinspatziert!“, usw., usf., a.a.O.

Das Foto, das ich nicht mache,

vom kalten Wind und davon, wie die Stadt von meinen Schultern fällt, an diesem merkwürdigen Ort, einer vergessenen Flucht auf die Weiden, Im kleinen Freien. auch nicht von der Krähe, die sich aus dem kahlen Baumwipfel steil hinunterfallen lässt, dem Bussard, der dahinter in Richtung der Heuwiesen fliegt. Die Stadt, die verschwindet und mit ihr die Amazonen auf Drohnen, die sie durch die Wolken steuern, die wir mit Worthülsen füllen, Trugbildern und Kuckuckseieruhren, die Zeitmesser uns zu schlitzen. Das Foto das ich nicht gemacht habe von der Wäscheklammer, die ich an den Weide-Stacheldraht geklemmt habe, im Sommer im Sommer, vor Wochen und Monaten. Sie ist noch dort. Am Abend gehe ich, den ungenutzten Schirm in der Hand, durch den Regen, fahre ich mit der U-Bahn in die Stadt hinein und lasse mir von einer Chinesin die Haare schneiden, die Ling heißt. Freitag soll es Schnee geben.

Ich bin zu unorganisiert, um unorganisiert leben zu

können und so geht alles einen halben geregelten Gang runter und das Kraut wächst in den Fugen, während der Herr Direktor-Stellvertreter noch mehr Roundup bestellt bei Amazon auf’s Geratewohl. Aufs Dach auf dem der Baum jetzt immer noch wächst steigt er aber nicht, er gibt es den Kindern gerne zum Essen, auf Umwegen zwar, jedoch überdosiert und unverdünnt. So also kommen die Worte zusammen und werden zu Sätzen und die erscheinen auf den Seiten der Bücher und Hefte, die mit unterwegs sind, dort stehen sie dann und stehen für sich. Ist aber schön geworden, Ihr Garten, Herr Weber, wenn man denkt wie das alles aussah hier! Dies nur zur Erklärung. Wir dürfen die Sprache nicht von den Maschinen zerstören lassen: Junge erfolgreiche lachende Frauen mit Laptop Computer.

An manchen und diesen Tagen wächst mir der Bart im Sekundentakt, in 24 Einzelbildern; die spezielle Traurigkeit des vietnamesischen Imbiss »Miss Saigon« mit der Leuchtreklame im Fenster: Mittagessen 4,90€. Auch: das Mädchen in der schwarzen Kleidung, mit dem Blumenstrauß aus dem Supermarkt, auf dem Weg zum Friedhof Seelhorst. Überfüllt mit Text ist der Kopf. Sehnsucht nach

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dem Klang entladener Batterien, die die Musik im Ohr langsamer und langsamer werden lassen, bis schließlich der Motor den Transport des Bandes selbst nicht mehr schafft. Das gibt es nicht mehr. Unter der Knechtschaft von 0 und 1 ist entweder Musik da, oder nicht. Manchmal stelle ich absichtlich einen verrauschten Sender im Radio ein. Natürlich wäre es auch möglich, eine Sammlung von Aufnahmen zu machen, die dann später, wenn es analoges Radio nicht mehr gibt, gehört werden können. Aber es wäre ja nicht dasselbe. Das kann niemals dasselbe sein. Es wäre Simulation.

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Die Grillparty in Andorra, das Orakel von Omaha. Die alte Socke und der McDonalds-Ketchup im Rucksack, als ich zur Arbeit fahre: [an diesem brombeerfarbenen grauen Morgen]. Manchmal stelle ich mir eine Welt vor, in der all das Vergangenheit wäre, zum Beispiel Ketchup in kleinen Plastiktüten, Coca Cola und RTL. Den Fehler wegmachen oben im Kopf.

Im Drogeriemarkt, am Abend, der Rollstuhlfahrer, der sich vordrängelt und sich gleich entschuldigt, sich ja aber doch jetzt vorgedrängelt hat, das kleine Kind fragt die Mutter „Mama was hat der Mann?“ und der Mann sagt „Weißte was mit mir passiert ist? Ich bin bei Rot über die Straße gegangen, weil ich dachte ich müsste nicht kucken und kann das machen. Das ist mit mir passiert. Und dann ist ein Lastauto gekommen und hat mich umgefahren, das hab ich nicht gesehen, deshalb darf man nie bei Rot über die Ampel gehen!“.

Immer und immer wieder: Stockholmer Allee, der Blick über den Kronsberg, die Windräder, der Blick nach Innen (der Blick zurück: in der Wohnung meiner Oma, Schlafzimmerfenster im 7. Stock, sie zeigt mir jedesmal wo der Kronsberg ist, daneben der Türm der Messe mit dem stilisierten Neon-Hermeskopf oben auf der Spitze und der Schnellweg am Abend mit den vorbeifahrenden Autos, auf dem mein Vater immer noch einmal die Lichthupe betätigt hat, weil wir wussten, dass sie jetzt am Fenster steht), der Blick, weil des Name das bewirkt, nach Schweden, also in Richtung der Vorstellung, die es davon gibt, die Gedanken, die nacheinander angehen, die inneren Bilder der anderen Sehnsuchtsorte, die nur in der Vorstellung existieren, wie die Lichter einer Kette, die anderen Leben, die vielleicht doch möglich wären, die am Abend hinter den erleuchteten Fenstern passieren (und wenn dort nur jemand fernsieht). Am Mittwoch Abend aber beim Friseur gewesen und dann zusammen die Lister Meile hinunter gelaufen, der Mann im Dönerladen an der Kreuzung Lister Meile / Wedekindstraße / Celler Straße, wo wir zu Abend essen, spendiert uns noch einen Tee als ich gerade zahlen möchte, wir sollten doch noch Tee trinken, er habe gerade welchen gemacht, dann trinken wir noch Tee und die Puzzleteile schieben sich wieder ein wenig näher aneinander und die Stadt ist freundlich zu Dir und mir im frühen Herbst, an einem Abend um kurz vor sieben.

Hab Herz und Taschen voller Kastanien, auf dem Friedhof gesammelt und vor dem Hotel, zwei auf das Grab hingelegt, eine für Dich und eine für mich.

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