nach oldenburg (oldenburg)

im zug nach oldenburg RE 4418 stehe ich gerade in bremen da werde ich nachher vielleicht wieder stehen, also sitzen, während aber der zug steht oder zumindest anhält, innerhalb dieser langen pendelbewegung die ich heute beschreibe. phantom-anfahrt wenn ich denke der zug fährt ganz langsam an dabei bin ich es nur, der sich ein stück zurück bewegte gedanken verloren neben den gleisen. die lärmschutzwände die häuser neben den bahnschienen jetzt die ansagen im bahnhof. der ewige standard-ton bei eintreffender textnachricht die fahlen geäste der gebüsche am 1. Februar. pferde gehöfte sehr viele häuser die die menschen wohl schön finden müssen die in ihnen wohnen. die kleinen städte. die einfahrt nach bremen, hier eine lange reihe wohnhäuser ohne schallschutzmauer die ja nur den blick auf die gleise versperren würde, aus den fenstern und von den balkonen aus. weiter gehts gleich über die weser. leider nicht nach norddeich für mich wie schön es wäre.

hinter bremen stehen schwarze rinder auf einer wiese, es ist noch eis in einem kanal. das wintergrün. ein kind lernt kostbar sprechen auf dem viererplatz nebenan es zeigt aus dem fenster und macht jeweils dengleichen laut, in etwa. in delmenhorst gibt es ein linoleumwerk.

[Aufgeschrieben auf dem Smartphone während der Zugfahrt, ein paar Tippfehler korrigiert]

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Als ich nach dem Gespräch das Haus verlasse, ist es schon Dunkel. Ich muss mit dem Bus 321 zurück zum Hauptbahnhof, wo ich vorhabe, mir ein belegtes Brötchen und eine Flasche Bier zu kaufen, um dann den Regionalexpress zurück nach Hannover zu nehmen. An der Bushaltestelle, die vor dem Parkplatz eines Shopping-Centers mit real,-Markt liegt, steht eine Frau, vielleicht 25, mit ihren Einkaufstüten und dampft E-Zigarette Geschmacksrichtung Banane. Am Abend erschließt sich mir die Stadt rechts und links der Buslinie ein wenig besser, ich sehe gemütlich beleuchtete Kneipen etc., sehe, wo mehr oder weniger los ist, einfach daran, wieviele Menschen unterwegs sind. Eine Straße heißt „Ewigkeit“, eine Straße heißt „Nikolausstraße“, dass ist bevor es über einen Kanal geht, was ich schon von der Hinfahrt weiß. Erinnere mich eigentlich garnicht an die Stadt, die ich Mitte/Ende der 90er Jahre einmal kurz für einen Tag besucht habe, eigentlich nicht die Stadt, sondern einen Freund, den es zum Zwecke seines Musikstudiums hierher verschlagen hatte. Den Tag verbrachten wir dann garnicht einmal in Oldenburg in Oldenburg, sondern in Dangast, wo wir, dass aber weiß ich noch, Rhabarberkuchen aßen, weil zu der Zeit ein unglaubliches Getue um den Rhabarberkuchen in diesem Café in Dangast veranstaltet wurde. Ganze Motorradgangs reisten hier am Wochenende an, nur um den Rhabarberkuchen zu essen, Kaffee zu trinken und selbstgedrehte Zigaretten zu rauchen. Danach spazierten sie am Strand einmal bis zum Riesenpenis undzurück. Wir taten genau das, und abends waren wir zurück in der Stadt in einer Kneipe an diesem großen Kreisel, den der Bus auch durchfährt auf dem Weg zurück. Die Legende geht, dass die Kaninchen, die die Grünfläche im Kreiselinnenraum besiedeln, niemals nach außerhalb des Kreisels gelangen und es auch garnicht wollen. Es ist dunkel draußen, so das ich mich ganz auf die mitgebrachten Lektüre bzw. den Textfunk konzentrieren kann. Ein ungleiches Paar, eine Zufalls-Zweckgemeinschaft, sie, vielleicht 28, fährt bei ihm, vielleicht 55, auf der Fahrkarte 20 Minuten lang mit bis zum nächsten Umsteigebahnhof (Hude? Bremen?), wo sich ihre Wege wieder trennen werden. Sie studiert vielleicht in Oldenburg, er war zu Besuch, als sie aussteigen, hat er ihr bereits sehr viel aus seinem Leben erzählt, wie lange er mit der Frau zusammen war, die er gerade Besucht hat, aktueller Beziehungsstatus (fährt er jetzt wieder hin), wie das alles gewesen ist usw., sie ist zögerlicher, aber erzählt ihm doch ein paar Dinge, waren immer zufälligerweise in getrennten Städten, aber jetzt sind es doch bereits sechs Jahre, vielleicht wäre es ja doch mal ganz schön. Dann gibt man sich die Hand und sagt lebewohl.

Neigt sich dem Ende

& ungefähr so war es dann auch. das krokodil, das dem eine träne nachweint, muss erst noch erfunden werden.

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derweil noch ein letztes mal am meer gewesen, für dieses jahr.

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jetzt aber, vor weihnachten schon, länger also wieder zurück.

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die wildnis, die sich auf dem stillgelegten busdepot gebildet hatte, ist nun wirklich den sandbergen der bagger gewichen. wenn mal etwas schön wird in der stadt, ganz von selbst. das wach- und schließ-gebäude (zur vahrenwalder hin) war erst der anfang. jetzt wird auch diese fläche zugebaut. überall werden gerade häuser gebaut und die freiflächen zugemauert. es ist in diesem jahr enger geworden, überall in der stadt, nicht nur in der u-bahn.

auf dem rückweg von penny beim vorbeifahren an einem dornenstrauch den kleinen finger angeritzt.

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[entgegen]

Die Wäscheklammer, die das Leben zusammen hält

& derweil der Mensch nicht zählen kann sind es jetztamente 40 Tage, an denen ich jeden Tag hier etwas geschrieben habe. Mal so, mal so, mal fand ich es ganz wunderbar, es sind ein paar schöne Gedichte entstanden, mal war ich kurz davor, zu löschen. Habe ich nicht getan. Es wurde und wird sehr wenig gelöscht hier, wenn man einmal damit anfängt, so wird das Internet niemals vollgeschrieben.

Das ist das Ziel.

Und weil ich gerne Sätze mit & oder aber und beginne und weil ich auch die scheinbar missgestalteten Texte, die hab ich auch gerne und weil der heutige Abend auch wieder ein guter Abend für den improvisierten Korken war und die Wäscheklammer, die das Leben zusammen hält, stelle ich hier den vorhin auf dem Weg Nachhause bereits in der Bahn getippten Text unverändert ein.

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als ich am morgen über die fussgængerbruecke ging rêgňete es
tatsächľich ïmm er noch eie jetzt bereits seit samstagaben d
es durchgehend geregnet hatte. und das tut es nocg. 48 stunden
jetzt bereits und der sturm pfiff durch die straße in der
nacht das es heulte. blauclicht ist ein steter begleiter.

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Der Regen hat jetzt auf gehört. Vorhin saß mein kleiner Vogel wieder dort.

Ich würde gerne so weitermachen und hier öfter schreiben als jeweils nur am Freitagabend wenn die Woche endlich vorbei ist. Es wird sich zeigen.

Um Fotos von den Krähen zu machen,

die an jedem Morgen in den Wipfeln dort sitzen, bin ich am letzten der kalten Tage, der auch der kälteste der kalten Tage war, kurzentschlossen an der Haltestelle Krügerstraße ausgestiegen.

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Krähen sind Tiere die dann misstrauisch werden, wenn der Beobachtende stehen bleibt und sich nicht bewegt. Dann fliegen sie auf von dem Platz, wo sie sich um das gefundene Fressen balgen und sitzen gleich wieder in den Bäumen. 20160122_083728 20160122_083812

Es war wirklich sehr kalt und ich zog, gleich nachdem ich für fünf Minuten die Sache mit den Fotos versucht hatte, wieder die Handschuhe an und besah mir die Menschen, die sich mit bleichen Gesichtern am gegenüber liegenden Bahnsteig unterhielten und ihnen die Kälte aber gute Laune zu machen schien.

Als es letzten Samstag wieder zu schneien

anfing und die Stadt den Kragen hochschlug während der Besorgungen für das Wochenende usw. usf.

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Heute allerdings in der Mittagspause meiner Arbeit in der Aktiengesellschaft über die verschneite Plaza gestapft und im Schneelicht gebadet, so dass es mir garnicht kalt wurde an den Fingern die die Kamera und das Handy hielten. Die anderen Fotos sind auf Film und der ist noch nicht voll.

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Am Abend trafen wir uns, um in das Möbelhaus zu fahren und Frieden zu finden. Die Expo-Brache hinter der Plaza verwandelte sich zusehends in einen Kaurismäki-Film mit einem blauen, violetten Sonnenuntergang und ganz merkwürdigen Gebäuden um uns herum (keine Fotos davon, es war auch bereits zu dunkel) und dann das blaue Licht durch die großen Fenster, der Blick in die Abenddämmerung. Der Rundgang durch die feilgebotenen Utopien, Köttbullar im Restaurant, einer hockt, meterweit von seiner Familie, in einer der Wohnkulissen und sieht einsam aus. Er könnte eine der Buchatrappen aus dem Regal nehmen und sie aufschlagen, nur um festzustellen, die Seiten sind noch alle leer.

Im Bus, den wir zurück nehmen, sitzt ein Mann mit Down-Syndrom in der letzten Reihe. Er trägt eine blau-rot gestreifte Pudelmütze und steht bei den Stationsansagen immer auf und hält das Handy mit dem ganz hell leuchtenden Display an den Lautsprecher, wohl um eine Aufnahme der Ansage zu machen.

Chicago Lane
Boulevard de Montréal
Messe-Ost, Expo Plaza

Zwischen den Aufnahmen hält er das Display ganz dicht vor seine Augen, vielleicht sieht er nicht gut. Wir steigen aus.

Die Kopie des Films, den wir uns bei Freunden anschauten,

an diesem Sonntag war ein auf DVD kopierter VHS-Mitschnitt aus dem Fernsehen. Die Software zur Digitalisierung hatte wohl eine Normalisierungsfunktion, die nicht abgeschaltet worden war und die bei den wenigen stillen Stellen das Grundrauschen langsam hochgepegelt hatte. Auch waren hier und da VHS-Funken zu sehen, wie sie bei einem wackeligen Scart-Anschluss entstehen können. Ich fand das jedenfalls interessant. Der erste Film, den wir uns anschauten, war Hasch mich, ich bin der Mörder (Ot.: „JO“) mit dem tollen Louis den Funès. Es hatte ja geschneit und wir waren schön über die teilweise vereisten Fußwege gestapft, an der Eisfabrik vorbei und weiter in Richtung Sallstraße.

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