Ohne Beladen (jedoch inkl. Abladen)

Heute wieder mit dem Fahrradanhänger zum Wertstoffhof. Aufgrund des fragwürdigen Zustands der Radwege in Hannover haben sich jetzt Schrauben gelöst, muss repariert werden, wird aber nicht schwierig. Wieder weniger Schrott. Eine Tour hin/rück ohne Beladen (jedoch inkl. Abladen) dauert ½h. Auf dem Wertstoffhof reges Treiben, es wurden sogar Dinge abgeholt, nämlich von Antiquitätenhändlern. Viele DVB-T-Receiver in der Kleingerätebox, so kann man auch für Nachfrage sorgen, indem nämlich aus reiner Digitalisierungshysterie gerade mal 10 Jahre alte Standards entsorgt werden. Wofür? Für noch mehr Sender, nämlich Shoppingkanäle, Christenkanäle, Unterschiede nur bei genauem Hinsehen erkennbar.

Diese Woche außerdem mit dem neuen Teppichklopfer die Flickenteppiche ausgeklopft. Staub. Eine Auswahl von Gedichten zu einem kleinen Band zusammengestellt, zunächst nur für den Gebrauch im Freundeskreis. Im Keller auch gesehen, dass immer noch Restauflage des VersSchwoerer vorhanden ist. Die wird demnächst auf kleinen Touren im Stadtgebiet verteilt, vielleicht dass ich auch einmal die Geschichtswerkstatt Achim anschreibe, um die Ausgaben im Archiv zu ergänzen. Wir haben uns nie geeinigt, ob es „Die VersSchwoerer“ (plural) oder „Der VersSchwoerer“ (sing., mask.) heißt. Ich hab immer „der“ gesagt, aber „die“ fände ich jetzt besser und heute würde ich eine Zeitschrift dieser Art auch nicht mehr so archaisch-sturm-und-drang-romantisch betiteln. Aber so war das halt, wenn man mit den Flausen und dem ganzen Kafka im Kopf vom Gymnasium kommt und dann ausgerechnet die brotlose Kunst studieren muss, dass auch noch ausgerechnet am Seminar in Hannover, wo man bis auf den heutigen Tag mit den Intrigen mehr beschäftigt ist als mit der vernünftigen Ausbildung der Studierenden. Aber das nur am Rande des Geschehens.

Empfangsbericht (8)

Heute Morgen spontan die Favoriten im Küchenradio aufgeräumt und dabei in die Morningshow von Studio Brussel reingeraten. In den 10 Minuten lief nur Happy House oder wie das auch immer heißen mag und eine extrem angeknippste Moderatorin telefonierte zwischendurch, aber während die Musik natürlich weiterlief, mit den Hörern. Ich fand’s extrem super. Den flandrischen Zungenschlag verstehe ich viel besser als den Dialekt, der in Friesland gesprochen wird. Selber sprechen kann ich’s natürlich nicht. Den Livestream für externe Player findet man z. Zt. aqui [2017-03-17]. Die Geschichte, wie ich einmal als Schüler eine Woche lang zum Austausch im Hause eines deutschen EU-Diplomaten wohnte, dessen Sohn alle naselang das Lied vom alten Kaiser Wilhelm anstimmte, heb ich mir mal für vielleicht später auf. Ich erwähnte es hier auch bereits einmal. Die Suchfunktion ist ja mit das beste an einem fast 15 Jahre lang vollgeschriebenen Blog. Allerdings bin ich manchmal auch ein wenig erschrocken ob der Unerschrockenheit, mit welcher ich dereinst ein paar Dinge formulierte, die ich heute vielleicht garnicht mehr so denken oder gar aufschreiben würde. Aber so ist das. Ist auch OK so.

 

Das schöne Rauschen (Materialien 1)

Gestern in der Nacht gemalt und dabei Radio gehört. Einige der Bilder nähern sich mal wieder der Fertigstellung. Mit einer Luftpolsterfolie mit größeren Noppen einen schönen Druck gemacht, einige andere Sachen weiter gemalt.

Auf der Langwelle etwa einen einen französischen Sender gehört, Europe 1 mit einer Live-Berichterstattung zu einer Sportveranstaltung. Auf der Mittelwelle Radio Uno, sowie BBC Radio Scotland. Ich höre den Aircheck gerade noch an, dann werde ich später noch einen der üblichen Empfangsberichte schreiben, vielleicht zusammen mit den Aufzeichnungen, die ich im Winterurlaub an der Nordsee gemacht habe. Dort auch wieder schöne Sender gehört, niederländisches Radio auf UKW z.B.

Ich existierte dann ganz im Klang des Radios, auch das Malen fand innerhalb der Klänge statt. in diesen schroffen Tönen und dem schönen Rauschen. Seitdem wir aufgebrochen und zurück gekommen sind, Weihnachten war auch noch und der Jahreswechsel, jedenfalls seitdem das erste Mal wieder gemalt. Auch die Fotos sind noch nicht entwickelt, aber das macht alles nichts, es muss nichts schnell gehen.

In der Nacht ein merkwürdiger Traum, von dem ich wieder nur ganz wenig erinnere, zum Beispielwar ich in einem Gebäude zu einem Beratungsgespräch, hatte noch etwas Zeit und ging durch einen Gang. Dort fand ich dann dieses schöne Zimmer mit dunkelroten, aber geöffneten Vorhängen vor dem großen Fenster, auf einem Tisch standen zwei Kerzen und ein Strauß Blumen, an dem Tisch zwei Sessel mit rotem Samt bezogen. An der Reception sagte mir die Frau, ich solle noch warten und wo ich dann hingehen müsste, auch, dass ich aufpassen sollte, nicht stattdessen ins Krankenhaus zu gehen, wobei sie nach links oben zeigte, wo sich das Krankenhaus befand, auf einer langen Galerie, die als Verbindung zwischen den Räumen diente, liefen Menschen in weißen Kitteln. Mir fiel ein, dass wir in einem Krankenhaus aus Versehen einmal falsch abgebogen sind und dann im Keller in einem Gang in der Pathologie standen (Das ist wirklich passiert) Ich zögerte, davon zu erzählen, ließ es dann bleiben, weil ich es unpassend fand.

Nudeln oder Tee

„Ich habe einen riesen Berg Wasser gekocht“ wäre so ein Satz, den die Mutter benutzt hätte, wenn sie aus der Küche heraus uns etwa mitteilen wollte, es gäbe demnächst dann Nudeln oder Tee. Daran musste ich denken, als ich zusätzlich zu Herd und Waschmaschine auch noch den Wasserkocher in Betrieb setzte. Der Herd ist zwar Gold wert, inzwischen, täglich unterschiedlich viel, jedoch nicht gerade leise, wenn er sich selbst mit Umluft auf 275° C hochschaukelt. Er erinnert mich  regelmäßig an das Geräusch, welches etwa auf einer der Nordseefähren, oder einer x-beliebigen anderen Fähre irgendwo auf einem der sieben Weltmeere, bspw. im Passagierraum oder dort, wo die Koffer der Touristen in den großen Regalen liegen, zu hören ist. Ich dachte an diesen oft gesagten, merkwürdigen Satz der Mutter und daran, wie der in ihm enthaltene Widerspruch zugleich faszinierte und verstörte. Die Waschmaschine stampfte und kam langsam in Fahrt, wie auch das Jahr langsam Fahrt aufgenommen hatte, jetzt im Februar, mitsamt der nassen Fracht. Dazu noch der Geschirrspüler und wie gesagt, der Wasserkocher. Mir war, als schwankte der Boden tatsächlich ein wenig und ich, inmitten meiner Küche, befünde mich auf großer Fahrt. Im Küchenradio lief ein japanischer Sender, der alle fünf Minuten einen science-fiction-mäßigen Jingle abließ. Ich verstand kein einziges Wort. Das gefiel mir gut. So fuhren ich und der dampfende Wasserkocher hinaus auf die offene See, wo nur die Möwen um den Schornstein kreisen würden, im süßen Schiffsdiesel-Rauch, mit ihrem Gelächter und ihrem Hunger nach Fisch. Warum stehen an den Stränden keine Schilder, dass die Möwen nicht zu füttern seien? Weil es jeder höchstens einmal probiert. Den Backofen könnte ich auch mal wieder sauber machen mit dem Pommes-Fett. Ich holte schon die Kapern aus dem Kühlschrank und das Glas mit den Sardellen, nun wurde ich ganz und vollends zum Smutje auf Kapernfahrt und die Küche ist die Kombüse.

Der Regen steht diagonal zwischen Meer und Himmel und das Bullauge ist unter Wasser, der Tag ist stürmisch zwischen all den großen Wünschen, die in den Herzen herumgetragen werden. Mit Volldampf geht es Richtung Schalttag, um den Kurs um 0,2425 zu korrigieren, um die sich Papst Gregor XIII oder einer seiner Vasallen verrechnet hatte, Jahre bevor einem seiner Stellvertreter-Nachfolger Kurzwellensender zur Verkündung seiner sog. frohen Botschaft an die ganze Welt und das Universum zur Verfügung standen. Die Verkündung der einigermaßen korrekten Uhrzeit circa alle Stunde einmal ist von großer Bedeutung, ob im Radio oder per Glockenschlag vom Turme herab. Denn wer die endliche Zeit der Menschen kontrolliert, der kann auch das Wesen der Unendlichkeit deuten. Auch für die Schifffahrt, denn nach ihr berechnen wir unseren Standort und unsere Standpunkte, für alle die mit uns auf Kapernfahrt fahren. Einen Bart habe ich bereits und das Holzbein lasse ich mir auch noch wachsen, damit es Wurzeln schlägt wo keine Bäume stehen. Die Passagiere sind missmutige Engländer, die alle naselang it’s teatime rufen und mir ihre Tassen vor die Tülle halten, während ich meine Runde durch’s Kasino mache. Sie lesen in mitgebrachten, Jahre alten Illustrierten, in denen bereits jedes Kreuzworträtsel gelöst ist. Einige handeln noch von Lady Di oder einer gewissen Fergie, den Titelblättern nach. Nudeln mit Kapern-Sardellensauce muss man sich auch erstmal trauen, denen zu servieren. Sie arbeiten im Umspannwerk für den Offshore-Windpark, weit draußen vor den Inseln, der einem englischen Konzern gehört. Hier gibt es kein Internet und die sonstige Unterhaltungsmöglichkeit auf der vierstündigen Überfahrt besteht aus alten Bud Spencer Videotapes, die deutsche Synchronfassung. Die oft besser gelaunten Rückfahrts-Passagiere legen hier und da einen dieser Filme ein und machen sich dann ausführlich über die deutsche Sprache lustig. Glücklicherweise sind diese Meisterwerke der Filmkunst nicht sehr dialoglastig.

Vorgestern Nacht träumte ich, wir wären in Stockholm gewesen und hätten eine Fähre zum Flughafen nehmen sollen. Wir waren auf das falsche Schiff geraten, eine große Passagierfähre mit dem Ziel Kopenhagen, die in einem irrwitzigen Tempo ablegte und haarschaf um die Kaimauern bog, zur Hafenausfahrt hin und dann hinaus auf die See, der Scherengarten war der Einfachheit halber nicht vorhanden und wir alle sehr schnell in Kopenhagen, an der Landungsbrücke stand ein großes Tor, worauf ein Schild befestigt war, auf dem stand KØPENHAGEN geschrieben, genau wie es die Dänen schreiben. Ich wollte ein Foto machen und wir fanden es ganz wunderbar, durch den Zufall mit dem falschen Schiff hier gelandet zu sein. Zwei Wale schwammen im Hafenwasser, es waren nur ihre dunklen Rücken an der Oberfläche zu sehen. Am Morgen fiel mir dann dieser schöne Traum wieder ein, den Kafka in einem der Tagebücher aufgezeichnet hatte und dann später in seinem Roman „Amerika“ verwandte. Damit musste ich diesen Engländern wahrscheinlich nicht kommen.

Ich träume oft von Schiffen, Wasser und so.

Aus den Briefen – 6 –

mir ist das zu klein, diese Briefmarkengröße, da kann man überhaupt nichts erkennen ehrlich gesagt. Ich habe trotzdem vorgespult bis zu der stelle, an der das capitol-hochhaus ins bild gerückt wurde, aber ich würde mir eigentlich wünschen diesen film zb einmal in akzeptabler größe schauen zu können.

das ist immer noch eine sache, die ich für ein weitaus größeres wunder halte als das internet in gänze: das ich hier einen sender aus schleswig-holstein empfangen kann, aus wales, aus frankreich, den niederlanden usw. usf.,

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ich werde einmal zusehen mir den termin für eure treppenhauskunstaktion frei zu machen, versprechen kann ich wie immer nichts leider, aber ich nehms mir feste vor.

so ich habe heute meinen schönen freitagabend und meine schreiberei für heute auch bereits erledigt. deshalb habe ich zeit mails zu schreiben und mich den schönen dingen zu widmen. höre steve reichs music for 18 musicians, nachdem bereits pierre favre und sun-ra hier liefen. […] auf die mittelwelle geht es heute wohl nicht mehr. der neue pc stört den empfang leider oder auch zum glück sehr. zum glück deshalb, weil dies dann schon öfter der grund war, die kiste auszuschalten und radio zu hören.

Aus den Briefen – 1 –

zengarden-scratch103

20:52 09.08.2015

Dieses Wochenende aber war es nach langer Zeit endlich wieder einmal, dass ich wirklich tätig sein könnte und Sachen gemacht habe. Video geschnitten, mit Tapetenkleister und Farbe und so Collagen und Postkarten produziert, jetzt gerade noch, ein Nebeneffekt der Töne, die ich für den Film gerne hätte, ein Stückchen Musik gemacht das gerade noch läuft. Alles in allem viel Nützlichkeit verpulvert zu feinem Staub. Sehr froh darüber und hoffe, dass es jetzt nicht dabei bleibt, sonder das daraus vielleicht wieder mehr Beschäftigung mit Zwecklosem herauskommt. Dann wäre da noch die Sache mit dem Radiotext, den ich schreiben möchte, auch dies ohne erkennbaren Mehrwert i.S.v. Mehrwert. Dazu aber muss das Buch a.) so weit wie es jetzt gelesen verschlagwortet werden b.) weitere Literatur besorgt und gelesen werden mit dem Bleistift und c.) mit dem Schreiben begonnen werden. Das ist alles sehr einfach, nur es soll etwas dabei herauskommen, dass vielleicht nicht nur für mich von Bedeutung ist, in diesem Fall. Wir werden sehen.