Entlang der Strecke habe ich mich organisiert

Den ganzen Tag über heute ein paar Flocken Februarschnee, hier und da. Constant Flux. Sang der Vogel wieder an der Endhaltestelle. Klingt nach einem traurigen Frühlingsanfang, der Amselgesang. Singt den Frühling herbei sitzt im Graupel im blätterlosen Busch. Hochspannung Lebensgefahr schreibt das Schild vor, welches an der Oberleitung hängt ebd.

Heute hier gewesen

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Steige hier aus, steige dort aus, Erledigungen

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In der Straßenbahn, auf dem Weg nachhause dann den mir schon in Bruchstücken seit Tagen im Kopf herumschwirrenden Text für .txt angefangen zu schreiben und ein gutes Stück geschafft, auch endlich einmal wieder ins Notizbuch.

Ach die schönen Blumen!

[Nachgetragen aus dem Notizbuch][7.10.] Verschiedene Begebenheiten der letzten zwei Tage. Am Morgen hatte ich mich entschlossen, schnell ein Foto zu machen von dem weggeworfenen Blumenstrauß, der also halb in der Öffnung des Mülleimers am Ausgang der Station Expo Plaza steckte, war gerade mit einem kleinen Bogen umgekehrt und hatte auch die Leute an mir vorbeiziehen lassen, um nicht weiter aufzufallen. Dann stand jedoch die Frau dort und sagte zu mir „Die Blumen!“„Ja die hat jmd. weg geschmissen“„…ach die schönen Blumen!“„können Sie mitnehmen!“ (sie freut sich, nimmt den Strauß) „Oh wie schön, die Blumen!“. Am Fuße der Fußgängerbrücke zwei Feuerwehr-Lastautos. Später am Tag wird ein dicker Feuerwehrmann Holzpaletten aus dem Pavillon holen, die in die Laster verladen werden. Auf der Strecke zum Seiteneingasng wird er die leere „Ameise“ als Roller benutzen und mit Schwung über die Plaza rollern.

15:44 Gänse in der Luft. Ich höre sie nur.

[28.10.] Dann am nächsten Morgen [des 8.10.] sitzt eine Krähe auf dem stacheldrahtgeschützten Metallausleger, an welchem zu meiner Sicherheit eine Kamera hängt und auf den Steinplatz mit den 11 Bäumen glotzt. Krächzt den hohen Nebel an, als wär‘ das alles nichts. Der Pavillon wird in großen Bereichen als eine behelfsmäßige Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Am Wochenende wurde die Zeit umgestellt. Am Abend die beiden im Anzug, beim Bäcker im Supermarkt an der Marienstraße, die ganz offensichtlich zu wenig Zeit haben, denn sie müssen flüstern und grinsen und die Hände in die Anzugjackettaschen stecken und zu dem hinüberschauen, der in hellbeigen, ausgebeulten Hosenbeinen und einem hellgrauen Anorak mit seiner Halbglatze und seinem Leinenbeutel an der Käsetheke steht und viele Fragen zu den Käsesorten hat.

Die Plakate an der Hauswand, sie wurden alle entfernt, es hängen jetzt nur noch ein paar Fetzen dort am grauen Putz.

Hatte ich den Nebel erwähnt?

Kong★lomerat

jetzt faengt das an: in der bahn sitzt einer und führt allen ernstes ein videotelefonat auf seinem tablet. naturallement auf englisch und jedes zweite wort sagt er bullshit. als ich aussteige seh ich eine tragetasche auf der camp david steht. das ist doch eigentlich die ranch von george w bush auf der er den krieg neu erfunden hat. ein anderer zaehlt erstmal seine pillen durch. Seid ihr auch alle da und wirklich vorhanden? Und wir? „Wir gehen zurück in die Blogs, sagen wir. Auch wenn uns keiner mehr liest. Das Nicht-Lesen war noch nie der Verlust.“  — Hinter vorgehaltener Hand, all diese texte, die immerzu geschrieben werden fast könnte man sagen: produziert, die während der zahlreichen transitzustände in die medien fallen, in die notizbücher, in die mobiltelefone, in die leeren, glatten zustände hinein, die kalenderblätter. die ungeordneten gedanken — der hausmeister ist heute der elektrosensenmann, die luft nicht gesalzen wie gestern. die asiatin die am morgen in der u-bahn sitzt, eingeschlafen, eine pinke tasche  fest umklammert. da kam mir die idee, eine figur zu haben wie vielleicht sie es sein koennte. die ist und bleibt nun zunächst andernorts beschrieben weil sie noch nicht fertig erdacht ist, liegt parat im setzkasten neben der Dora Emon figur, die ich in lissabon auf dem trödel gekauft hatte für einen euro. aufbewahrt ist sie in ihrer welt. dort wo alles unfertige steht, das nicht hier hineinpassen soll, in verzeichnissen auf festplatten, in zwischen 10 vollgeschriebenen notizbüchern. heute mitten in der nacht wachgelegen. sachen überlegt, unter anderem namen für radiosendungen, die ich gerne machen würde, und was deren inhalte sein sollten. auf alle fälle müsste es alles bisher dagewesene in den schatten stellen. das ist aber ja ein leichtes — es empfiehlt sich jedoch, immer einen kleinen vorrat synthetischer aminosäuren im hause zu haben. immer auf der suche nach der passenden parallelgesellschaft. so ist das leben hier im stadtteil huckepack, voll mit überraschungen und alle völker sind freunde.

-x-mull1

Es ist Absicht mit der Vernachlässigung der Groß/Kleinschreibung. Aber immerhin die japanischen Touristen sind eine feste Größe im hiesigen Tourismus. Unerschrocken trifft man sie sogar auf der Ex-Expo-Site an, wo sie die Ruine des Niederländischen Pavillons anschauen, bspw. Mutig kämpfen sie sich durch die Horten-Kacheln der Fußgänger Zone, die nicht wegzukriegen sind.

Während der Arbeit an dem Text, der sich, wie sich herausstellte, wieder einmal nicht festlegt auf eine Lösung, die wie auch immer aussehen könnte, jedoch unbeirrbar die Einsamkeit propagiert, die Kauzigkeit und all das, wurde das Papier knapp jedenfalls. Ich druckte am Abend die jeweils letzte Version aus, um sie dann im morgendlichen Taumel, den Bleistift gespitzt, in der Straßenbahn zu überarbeiten. So wurde, wie auch im Text beschrieben, die morgendliche Fahrt zur Arbeit im Glasbunker am Rande der Stadt, zum schleichenden, schwindelnden Übergang zwischen zwei Welten. Als jedenfalls das Papier knapp war, habe ich mich auf die alte Methode verlegt, alte Ausdrucke noch einmal zu verwerten. Ein paar Seiten waren auch auf grünem Papier gedruckt, was ich besonders schön fand. Bei dieser Gelegenheit dann diese Geschichte von Haruki Murakami wieder gefunden, in dem Ordner oben auf dem Regal, die vor Jahren mal im New Yorker abgedruckt wurde und online zu finden war. Auch dieser Ausdruck, erstellt am 26.2.2012 um 16:22h, enthält zwei Seiten aus einem Aufsatz mit dem Titel „Zukunft des globalen Lernens“, auf der Rückseite. Dann ist da auch noch die Rückseite einer Billy-Aufbauanleitung, auf welcher Seite 10 der 12seitigen Geschichte abgedruckt war. Nun ist fast Mittsommer und keine Rede davon, die Vögel alleine lassen sich nicht beeindrucken von all dem. Die vor meinem Fenster in einen Topf gepflanzte Zwiebel, die neulich in der Küche austrieb, hat sich ein Gestrüpp zurecht gewachsen und schön sind sie ja nicht gerade, was man so sagt.

Revisionen: 19

 

Wizard Who May Be Terrified Of men.

In unseren Mittagspausen stehen wir
auf den Parkplätzen in den Ex-Industrie-Gebieten
wo die Rechenzentren ihre Heimat fanden
telefonieren mit dem Versicherungsmakler
und canceln die Altersvorsorge

http://pastie.org/private/jzkde0w2lzevn9tq6vnfkw

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Heute an der gleichen Stelle mit 3 verschiedenen Apparaten 3 verschiedene Fotos gemacht.

Ein schöner lichter Morgen mit einer sonst nicht gefahrenen Strecke auf dem Fahrrad

Wie ich mit großen Touristenaugen alles im Vorbeifahren anschauen kann

~ Straße, Bürgermeister Fink Straße

Während ich am Maschsee vorbeifahre formuliere ich Fragmente von E-Mails

Es sind wilde Gänse am Ufer

http://pastie.org/private/qyiy5rkndkr1ody0nektlw

(Kurze Erinnerungsfetzen, die aus dem Getriebe der Maschine gerettet werden, ehe sie dort nur Schmiermittel werden, oder Sand. An entfernten Orten notierte Fragmente, zusammenhangslose Notizen, all so etwas. Dazu noch das Notizbuch, dazu noch, schon immer das Telefon, neuerdings sogar mit einem tatsächlichen Texteditor, hier noch auf dem alten Gerät diverse unbearbeitete Kürzesttexte, die alle je ein Puzzleteil sein könnten, publish.)

Der Text muss einmal größer! Werden!

Ein weiteres Notizfeld aufgemacht um Dinge zum dritten mal für „Später“ aufzuschreiben, nachdem sie bereits zwei mal im Notizbuch gelandet sind. Aber so genau soll es sein mit der feineren Zettelwirtschaft, es muss Überfluss sein und undurchdringbrares Gestrüpp. Weil wir Fährtenleser sind. Weil uns nichts anderes übrigbleibt, als die Rauchsignale zu deuten und auf Feuer zu schließen.

Dies sind also wieder zusammengetragene Satzfetzen, die der Tag an den Stacheldrähten festgeheftet, die jetzt unsere Telefonleitungen geworden sind. Das werde ich einmal als allererstes tun, ach wie oft dies schon vorgenommen, aber das werde ich nun wirklich demnächst einmal tun.

Am Morgen einen Krawattenpapa gesehen am Moltkeplatz, das Kind und „komm jetzt“ hinter dem her und „beeil Dich ein bißchen“ und ich auf dem Fahrrad. Dann sah es im Wülfel-Stadtteil aus, als hätte Poco Domäne in jede Ecke gekotzt, der Sperrmülltag, der auch einmal ein Fest gewesen, als die Leute noch ganze Klaviere an die Straßen stellten und es des Nächtens bereuen mussten, wir waren gute Pianisten und betrunkene auch noch dazu. Doppelt also deshalb. Im Supermarkt war an diesem (Donnerstag) die Musikrieselanlage ausgefallen: Gleich viel konzentrierter einkaufen gekonnt. Am Mittag die Wohnung besichtigt (a.a.O.), die Frau die Ihr großes Herz an einem Riemen um den Hals vor dem Bauch herträgt, es blinkt mit Dioden grün und orange und Engel malt sie auch bereits: Die fremden Leben, die manchmal einem viel zu nah kommen. Über die Brücke unter der die Güterzüge. Jetzt sind auch die Wespen, die Mauersegler aber schon wieder fort.

Am Abend dann, wo die Eilenriede an den Lister Platz gelangt, eine hippe Sorte Krawattenpapa, ein Kleiner auf dem Kinderrad und „stell Dich mal da hin jetzt“ an der Ampel, mit der hippen Lufthansa-Schultertasche im Retro-Look von Tchibo. So lernt ein jedes was zu tun ist und wo es hingehört, noch ohne Krawatte.

Dein Buch habe ich mit Brombeerfarbe markiert, heute (der übernächste Mittwoch) morgen in der U-Bahn, als ich es im Rucksack mit mir trug. So soll es mich nun immer dran erinnern, an den Tag, nachdem wir zum CocoRosie-Konzert in Bremen waren. Die Recherche, die ich sehr lange mit mir trug und die auch in drei Ländern war, wenn ich es richtig zähle, sieht auch sehr gelesen aus und bearbeitet. Zuvor the Catcher, Olivenöl vom Couscous-Salat und eingerissen an der einen Ecke, eine merkwürdige Ausgabe mit einem herzlosen Dr.-Phil.-Vorwort.

Dazu später.

(Der Montag vor dem Mittwoch) (Aus dem Notizbuch): (2.9.) Im Hotel sind diesmal die Trockenbauer und in New York das gleiche Wetter wie in Bremen, nur ein paar Stunden früher noch, wie die Live-Übertragung der US Open zeigt. Himmel bedeckt mit Wolkendunst. Nachher gleich das Konzert. Hotel am Rembertiring, in der Nacht wird die Uhr vom nahegelegenen ~Stift die Viertelstunde mit einem Schlag geben, die halbe mit zweien, die ¾ mit drei und die volle dann mit vier, gefolgt vom Stundenschlag, der mit einer dunkleren Glocke gegeben wird. Am Abend mit der Linie 3 vom Ulrichplatz aus gefahren, irgendwo nähe Rathaus ausgestiegen. Bei McDonalds „I would do anything for love (but I won’t do that)“, das Allerüblichste also. Darüber tatsächlich froh gewesen.

Die Kesselhalle im Schlachthof, zum zweiten, nach dem wundervollen Notwist-Konzert im Februar 2009. CocoRosie auf der Bühne mit Gärtner und Human Beatbox und dekonstruierender Freakshow-Poesie mit viel Verkleidung und wunderschöner Musik. Der Ort dank der schrägen „Sitzwand“ vor der Bühne und an den Wänden verteilten Balkonen ein idealer Platz für Konzerte, da hier auch tatsächlich das, was auf der Bühne passiert, gesehen werden kann; Der Clown im Gestrüpp und am Strand, ein Socken-Penis, Liveprojektionen von an den Mikroständern angebauten Kameras, die mit schwarzen Balken überschminkten Münder der Sängerinnen, VHS-Standbilder und. Klavier und Querflöte und Spielzeug das Töne hervorbringt.

In wenigen Minuten erreichen wir Nienburg (Weser). Wie man bei den Ansagen im Interregio immer die Klammern um die Regionen mithören kann, auch die Abkürzungen: Oldenburg (Oldb.). Am Rbge. Neben uns auf der Vierergruppe im Zug eine versoffene Alte, die vor sich hinschnarcht, als wir losfahren, dann vom Schaffner geweckt wird und sich nun im Selbstgespräch die Welt wieder zusammenreimt, begleitet von viel Schnaufen und Stöhnen.

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Auf dem Schlachthof-Schornstein das neue Windrad, mit dem, Radio Bremen berichtete darüber, das Kulturzentrum 400 Wäscheschleudern betreiben kann. Gestern nach dem Konzert mit dem Bus 25 zurück, zu Fuß ins Café Engel vor dem Steintor. Für ein stilles Gespräch, bevor wir ins Hotel gehen und noch in ein Tennismatch hineingeraten, das mitten in der Nacht live aus New York kommt. Den nächsten, späten Morgen Frühstück in der Bäckerei schräg gegenüber dem Weincafé, auf der anderen Straßenseite. Der Promotionstand von Ärzte ohne Grenzen, an dem die jungen Menschen gestern langfristig Spender suchten, ist heute verschwunden. Ich erzähle, dass ich von den Hunden geträumt habe, die wir gestern am Nachmittag vor dem Penny gesehen hatten. Dann fotografiere ich einmal die Straße hinunter, im vorbeigehen und aus dem Handgelenk.

DSCN2762DSCN2763DSCN2764Häuser mit verzierten FAssaden, Oberleitungen, grauer Himmel in BremenDSCN2768DSCN2772DSCN2776DSCN2777DSCN2782

Die Straßenbahnen ruckeln über das Kopfsteinpflaster und den Himmel grau, aber kein Regen heute. In einem Antiquariat werden diverse Literaturen zum Thema Tantra und Karma Sutra angeboten, dekoriert mit Barbie und Ken in einer entsprechenden Konstellation, die enttäuschende Liebe der Plastic-Figuren. Dazu ein Ausstellungskatalog aus den späten 70ern über die Architektur der 20er Jahre d. l. Jh., ein Prachtband „Germania“ sowie das Bremer Telefonbuch von 1962. Am Platz, an dem sich die Straße aufgabelt in Sankt-Jürgen-Straße und Am Schwarzen Meer, welch wundervoller Straßenname das ist, nehmen wir die 10 zum Hauptbahnhof. Uns gegenüber darin eine Frau mit silbrig-violettem Haar, dann in den Zug (und nun bereits wieder bald Zuhause). Aber was, wenn „später“ „nie“ bedeutet?

mach dir nichts drauß,

google versteht meine texte auch nicht – nach der rückkehr aus dem fremden land, nachdem wir also glücklich wieder vom himmel gefallen sind, durch erkältung in ein graues rauschen gesunken, in dem auch die fertigschreibung des reisetagebuches versandete. die erinnerung ist nunmehr bereits ganz erinnerung, schon kann es sich niemand mehr vorstellen, besonders ich nicht, dass dieser ort, an dem wir doch waren, tatsächlich existiert. später aber mehr dazu, es wird an dem text gearbeitet, in den freien minuten (stunden).

Palau de Justicia, Barcelona

zumindest ist mich die gemeinschaft der heiligen nun endlich losgeworden, nach himmelfahrt und noch vor pfingsten, ein bürokratischer halbakt, szsgn. gestern etwas zeitmanipulation betrieben und die zeitstempel der tonaufnahmen einigermaßen korrekt gesetzt, die eingebaute uhr des rekorders geht zwei jahre nach (was für eine zeit es war), ist ihr hinterher, so wie die ich-maschine: Copy [nameoffile] /B + ,, /Y.

Let it ~, let it ~, let it ~.

[13.12.2012]Die neue Schrift die wir jetzt haben, hält viele Zeichen bereit, um die Leerstellen zu markieren, die sich gebildet haben, den ehemaligen Aufenthalt der verschwundenen Geister und Erinnerungen an sie, an all das. Erinnerungen auch an ehemalige Möglichkeiten.

Als ich zur Station gehe, zersägen Arbeiter eine Litfaßsäule und aus der gerade ankommenden Bahn steigt ein Mann mit Langlaufski. Der Friedhof ist wunderschön im Schnee [~] auf dem Rückweg machen die Bäume der Allee zum großen Garten den Shutter, als ich in der Bahn sitze und aus dem Fenster sehe. Fünf Wochen ist es her, am 5.11. schrieb ich in das Notizbuch, wie einer vor der Eisentür steht, im ganz dunklen Treppenhaus, und weiß vor der Tür das Dämmerlicht [und der Wind des Nordens im November, kurz bevor die Bäume auch noch die Schatten der Blätter nicht mehr festhalten können]. In der Zwischenzeit die Ewigkeit.

Auch die Dinge und Verhalte, die wir nicht aussprechen, zerbrechen würden sie in dem Augenblick, nur diskrete Zeichen lassen sie erahnen. Wie der Schnee noch liegenbleibt, nachdem es schon lange schon viel zu warm ist, und wir ihn nur anschauen dürfen, denn eigentlich ist er schon wieder Wasser, wie das meiste von uns.

in medias res

//Mitten in die Dinge// oder vielmehr noch inmitten der Dinge. die. Beständig am einstürmen und niederprasseln sind auf mich und während ich nämlich in einem angemessenen Abstand von einigen Monaten die Antrittsvorlesung des Rainald Goetz aus Anlass seiner Heiner Müller-Gastprofessur an der F U Berlin höre, sitze ich am Schreibttisch vor dem aufgeschraubten Laptop und sauge mit dem groben Stutzen des hepafiltrierenden Saugers feine Staubpartikelschwärme von der empfindsamen Elektronik herunter, damit, so die Hoffnung, das Gerät wieder ohne Murren und Knurren, Zucken und Rucken sich verhält und synchronisiert. So lässt es sich dann schön in die Systemtheorie abschweifen in einem Halbgedanken. Der poetische Modus derweil surrt auch stillvergnügt in den Synapsen und hinterlässt Spuren.

Sie lachen ja aber an den falschen Stellen, diese jungen Menschen, vielleicht auch aus Verlegenheit und wer will es ihnen verdenken. M. kommentiert das Video mit 1½ Sätzen so:

//Brillant, großartig, blitzgescheit, leidenschaftlich und hellwach auf den Punkt!!!
(und bei der ersten Studifrage sogleich entkräftet um Contenance ringen, weil sie rein NICHTS verstanden hat…!)//

Und dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht noch das eine: Beim Schreiben geht es darum, ein Bedürfnis danach zu verspüren, genau das zu tun, nach der Arbeit und wenn es sich einrichten lässt auch währenddessen auf alles was Papier ist oder ins Digitale und wenn es dann schlecht ist und keiner es lesen möchte, dann ist das halt so. Dieses Bedürfnis ist Vorraussetzung, kann nicht verschoben werden auf //später einmal wenn ich mir ein Haus in der Provence gekauft habe//, darauf hoffend nach guter alter Künstlersitte vom Mistral das Gehirn resettet zu bekommen. Das wäre wie das Leben auf //später einmal wenn// zu verschieben.

Und warum steht mein Blog auf Winterzeit? Ich sehe es zufällig. Weil es bald wieder so weit sein wird, kann ich es jetzt auch gleich so stehen lassen und darauf warten das der Regen kommt, der uns wohl auch in diesem skandinavischen Sommer wieder ausführlich begleitet hat. Es sind jetzt kleine Mücken, die in der Sonne aufblitzen am Morgen im //gleißenden Licht//, es ist jetzt diese Zeit des Jahres, in der ich mich darauf einrichte Abschied zu nehmen von meinem Sommer mit den Spatzen auf den Dächern. Ein paar gute Tage gab es schon, mit Dir bei den Mäusen, da wo sie wohnen, am Abend, mit Dir im Zug und auf dem Kanalschiff, an der Gracht in dieser Stadt, überhaupt. Das geht nun vorrüber und kommt wieder und wieder und noch einmal, wenn alles gut geht. Hoffen wir, dass alles gut geht.

Das Notizbuch jedoch hat nun wieder ein Jahr gehalten und muss ja aber pünktlich geschlossen werden. Kürzlich begonnen, zu diesen Kladden eine Stichwortsammlung anzulegen und so weiter. Wir werden da nicht drumherum kommen. Hoffen wir, dass alles gut geht.

[Aus dem Notizbuch v. 6.2.2012]

Am Morgen fallen einzelne Schneekristalle aus den Ästen der Bäume herab, blitzen in der Sonne (Lichtfunken). Am Abend dann, auf dem Weg nachhause, die Krähen treffen sich in den Wipfeln zum gemeinsamen Gesang, es sind viele und der Stadtwald gehört ihnen. Kleinere Vögel, die nun schon dicht über dem Boden fliegen, und dass sie nicht einfach erfrieren verwundert mich, sie aber denken ja garnicht daran. Ich muss nun meinen ganzen Mut nehmen und mich konzentrieren, damit ich auf dem Weg nicht selbst erfriere. []