Pusteblume!

Peter Lustig

Bild: Jano Rohleder © CreativeCommons
CC BY-SA 2.0

Ein Kollege schrieb mir heute auf der Arbeit in der Aktiengesellschaft „Peter Lustig ist tot :-(“ und das fand ich sehr traurig. Wir unterhielten uns eine halbe Minute oder so im Firmenchat, ich schrieb dass ich ihn mal getroffen hätte und ein Autogramm von ihm habe, auf einem Bierdeckel, bzw. ich und meine Schwester haben das Autogramm. Unsere Oma hatte es gewissermaßen organisiert, weil wir uns nicht getraut hatten, ihn anzusprechen. Das muss Mitte der 80er Jahre gewesen sein, es war in Steinhude in einem Aalräucherrestaurant, wo wir essen waren und Peter Lustig auch.

Er hatte eine Latz-Jeanshose an und war sehr nett, wir haben uns dann doch auch noch vorgetraut und ihm die Hand gegeben, nachdem Oma den Anfang gemacht hatte. Für mich war das sehr aufregend und meine erste tatsächliche Begegnung mit jemandem aus dem Fernsehen.

Die Sendung hieß bei uns „Pusteblume“, weil die Eltern, glaube ich, sie so genannt hatten. Eine Weile dachte ich, es wäre eine andere Sendung gemeint, wenn andere Kinder von „Löwenzahn“ sprachen. Für mich waren aber auch, logischerweise, die zwei Blumen unterschiedliche und ich fragte mich ehrlich gesagt eine Zeit lang, warum im Vorspann keine einzige Pusteblume zu sehen wäre. Aber irgendwie passte das auch zum graswurzelanarchischen Charakter dieser Sendung.

Ich habe keines der MINT-Fächer studiert, weil ich Peter Lustig im Fernsehen gesehen habe. Aber ich habe immer alles verstehen können, was dort erzählt wurde und es hat uns immer sehr viel Spaß gemacht. Lustig hat damals etwas gemacht, was mit dem Nachfolger abgeschaft worden ist, er hat nämlich zum Ausschalten aufgefordert am Ende jeder Sendung. Heute würde es niemand mehr machen, glaube ich.

Das ist vielleicht mit das wichtigste gewesen.
Vielen Dank für die Blumen!

kartoffelkatze

noch schläft das
dicke katzentier
am seidenen, faden,
morgen.

schnitz dir ein
kartoffelherz
leg es in die suppe
(neben das salz)

& der rosenkohl duftet
wie der kaninchenstall
im garten der freundin +

endlose von innen
leuchtende nachmittage
(mit bugs bunny auf dem
sofa) sitzend (bezogen
mit grünem cord)

im wohnzimmer der oma,

die tulpen riechen noch
nach packpapier.

Dora Emon, el Gato cósmico

Die Neuentdeckung dieser Woche ist Dora Emon, el Gato cósmico. Wie dem Netz zu entnehmen ist, läuft diese Serie bereits seit 20 Jahren. Dora, die außerirdische Katze, hilft ihren Freunden dabei, sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Dabei passiert es anscheinend oft, dass die Alien-Technologie nicht so ganz die richtige Lösung ist, jedenfalls nicht wenn sie zu oft, bzw. ohne vorher über die Konsequenzen nachzudenken, angewandt wird.

 

Diese Situation ist ja aus vielen Serien mit einem ähnlichen Plott bekannt. Siehe „Bezaubernde Jeanie“, „Sabrina“ und so weiter. Die Kapitel werden oft durch Zwischenbilder mit japanischen Schriftzeichen eingeleitet. Neben der wundervoll gezeichneten, hellblauen Katze ist es ganz toll zu sehen, wie für el Gato cósmico das Glas tendenziell immer eher halb voll ist und dann überschwappt. In einem Comicladen am Passeig de Sant Joan habe ich mir eine Tasse gekauft. Die T-Shirts gab es leider nur in Kindergrößen.