Als Arbeitsprobe

heute einen Text zum Thema Inkontinenz-Unterwäsche geschrieben. Dabei musste ich natürlich mehrfach an David Foster Wallace denken, der im Unendlichen Spaß ja ein ganzes Jahr nach diesem Produkt benannt hat. Hier wiederum muss ich, beim Gedanken an die wundervolle Figur des potischen US-Präsidenten Johnny Gentle, der die große Konkavität mit Sondermüll bombardiert und seine Haut mit Säurepeeling behandelt, immer und immer wieder an den amtierenden Suppenkasper Donald Trump denken, dem ich all diese Dinge nämlich auch zutrauen würde, ohne Weiteres.

Gleich kopfüber

Wie bereits gestern trinke ich den Rest des Kaffees aus, der übrig ist, heute jedoch mache ich nicht den Fehler, die ‚Apollo‘ von Eno / Lanois / Eno zu hören, die ich mir nach dem Hören einer sehr langen Radiosendung spontan beim Onlineauktionshaus kaufte, und darüber die Zeit zu vergessen. Auch werde ich (zunächst) keine Gedicht|e lesen, sondern mich gleich kopfüber. Gestern Rückmeldung von S. zu den eigenen Gedichten, er hat ja mit allem recht was er schreibt.

Gegen Morgen wild geträumt, verschlungene Pfade, mit Ranken fast überwuchert, bemooste Steine, eine ratternde, achterbahnähnliche Bergbahn (die Schienen jedoch ausschließlich auf dem Boden). Dann in einer Art Gartenwirtschaft, jemand stellt Bier auf den Tisch, es ist eine Leinwand aufgebaut, auf der ein apokalyptischer FIlm läuft, in einer Steppe spielt sich eine Szene ab, in der Autowracks o.ä. am Rande einer Straße stehen und diese tw. blockieren. Ein Mensch, der mit mir am Tisch sitzt, stürzt sich in die Leinwand hinein, ist dann in dem Film, wir sehen ihn, wie er beginnt, die Trümmer zur Seite zu schieben. Dann bin ich selber in dem Film und helfe dabei.

Dann laufe ich außen auf einem geländerlosen Balkon im obersten Stockwerk eines Hauses entlang, an einer Ecke befindet sich jedoch eine Sicherung, die sich jedoch als viel zu wackelig herausstellt. Hier geht es nicht weiter. Der Rückweg kann nur durch ein Fenster gehen, welches in ein Zimmer führt, der Bewohner ist da und ich kenne ihn wohl auch, jedenfalls darf ich durch das Fenster hinein. Es laufen drei Fernseher, einer steht auf einem kleinen, runden Tisch, zwie auf dem Boden. Es sind alte Röhrenfernseher, auf denen unterschiedliche Szenen aus einer Kinderserie gezeigt werden, in der es um die Erlebnisse anthropomorpher Lokomotiven geht. Auf dem Boden sind mindestens zwei kleine, voneinander unabhängige Spielzeugeisenbahnen aufgebaut, legobunt, die beständig im Kreis fahren und eine Lichterkette mit bunten Lämpchen verstärkt meinen Eindruck, hier hat sich jemand eine kleine Wunderwelt erschaffen. Ich finde es unangenehm, hier so einzudringen, aber es besteht ja keine andere Möglichkeit.

 

Ich hatte ja noch keinen Kalender

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und also entsprechende Orientierungslosigkeiten in den ersten Tagen des neuen, hoffnungsvollen Jahres. Heute nach der Mittagspause (endlich einmal wieder auf dem Engelbosteller Damm) zu Woolworth an der Ecke Kopernikus, dort auch fündig geworden. Außerdem gekauft: einen Ordner für alle amtlichen Schreiben, Fensterbriefumschläge, Versandtaschen C5 und C4, zwei schwarze Pappmappen zu 29 Cent sowie einen Quarzwecker zu 2,99 €. „In dem Gang hinterm Karneval links“ sagt die Verkäuferin, als ich nach den Kalendern frage. Beim Karneval setzen sich gerade drei Bürofachkräfte Hexenhüte auf und amüsieren sich köstlich inmitten all der Ramschigkeit, die diesen Laden auszeichnet. Die Büroartikel sind aber gut sortiert. An der Kasse gibt es Zink-Kohle-Batterien.

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Am späteren Nachmittag dann auf Jungfernfahrt mit dem Fahrradanhänger zum Wertstoffhof am Mengendamm. Voll mit drei Teilen Elektrokleingeräte (kaputtes Radio, kaputte Stereoanlage, verrostete Doppelkochplatte), ungewöhnliches Fahren, die Kupplung ist bei jeder kleinen Unebenheit zu hören und es ist nicht besonders gut bestellt um die Fahrradwege in der Stadt, sie sind oftmals nur ein weißer Streifen Farbe auf dem Gehweg. Auch könnte es passieren, dass ich plötzlich einen Anorak trage und einen Schnauzbart habe, eine kleine Flasche Korn in der Jacketinnentasche und eine Kapitänsmütze auf dem Kopf, leise vor mich hinfluche, weil der Wind meine Zigarette im Mundwinkel zum erlöschen brachte, während ich langsam mit meinem Fahrradanhänger voller Elektroschrott durch diesen recht vergessenen Teil der Stadt radle. Zwischen Podbie und Mittellandkanal befinden sich kleinere Gewerbegebiete, hier ist alles recht uneingebildet und es gibt einen Imbiß mit dem Namen „Lister Grill-Oase“.

Diese ganzen Journal-Einträge sollen aber nicht darüber täuschen, dass es eigentlich nun darum ginge, sich der schweren Aufgabe des Verfassens von Gedichten zu widmen, die im Kopfe herumspuken, da bin ich mir ziemlich sicher. Dazu komme ich später. Die Tage sind erstaunlich gefüllt, was mir aber wirklich gut gefällt. Auch habe ich neulich begonnen, die kaputten Bilder zu reparieren, die sich hier in Mengen finden, weil ich mich unbedachterweise auf einen Dienstleister verlassen habe, zu der Zeit. Um Speicherplatz zu sparen, als Speicherplatz noch viel teurer war. Das hat zur Folge, weil ich hier und da lese, was geschrieben worden ist, dass ich mich viel mit den Identitätsentwürfen der Vergangenheit beschäftige, obschon viele Beiträge nur ein Foto zeigen. Die natürlich wiederum Rückschlüsse zulassen. U.sw. usf.

Koncerthinweis: Sudden Infant / Merkwürdig Riechnerv / Hull Curve

Große Schatten werfen ihre Ereignisse voraus, jetzt, da die Tage wieder Nächte werden: Am 15.10., was netterweise mal ein Samstag ist, treten drei bemerkenswerte Klanggestalten, oder Bands, oder Musikprojekte, wasauchimmer, zusammen auf:

Sudden Infant
Merkwürdig Riechnerv
Hull Curve

15.10.2016, 21:00h, Stumpf

 

Hull Curve

Hull Curve stellt sich alle Jubeljahre einmal auf eine Bühne, also muss 2016 ein solches sein. Immerhin gab es einen 29. Februar, da kann man nicht meckern. Was genau im ersten Set des Abends passieren wird, kann man nicht sagen. Aus sicherer Quelle weiß ich zwar, dass es demnächst eine neue Platte gibt. Aber der Mensch ist vielseitig interessiert und kann entsprechend variable Töne machen. So klingt das erste neue Stück von „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ auch gänzlich anders als die Sachen auf dem Vorgänger „The Dead Walk“. Es kann schließlich nicht jeden Tag Bohnen mit Speck geben!

Merkwürdig Riechnerv

Merkwürdig Riechnerv klingen so ähnlich wie das Projekt Merkwürdig Riechen (aka T/SMS W/ Andreas Brüning), das dürfte auch für die Musik zutreffen. Denn die Personen sind die gleichen (die „Selben“ wurde abgeschafft weil es nie stimmt!) — dementsprechend könnte Tom Smith seine Drehknöpfe dabei haben und Andreas Brüning Aka. Bocker den Bass. „Riechnerv“, so wurde geschrieben, geht mehr ans Improvisieren als „Riechen“. Um einen Eindruck zu bekommen, kann man sich hier ein Beispiekl von neulich in Bremen anhören und hier ein Video von noch neulicher auf dem Oberdeck:

 

Sudden Infant

Sudden Infant haben Elektrosachen, aber auch ein Schlagwerk und passen sehr gut zu den beiden anderen Projekten. So wie sich die Sache gerade anhört, wird es vermutlich laut und druckvoll und industrial. Das Stumpf hat eine wunderschöne Betonakustik, wir werden hören, wie sich das alles zusammenfügt oder auseinanderdividiert!

 

Die Zeugen Jehovas haben ein Faible für bunte Krawatten

Jedenfalls die Männer. Schon den kleinen Jungs binden sie knallblaue Schlipse um und schicken sie dann raus zum Spielen auf der Expo Plaza, in der schwülen Hitze, die wir heute hier hatten. Die Frauen tragen gerne Röcke. Einmal im Jahr findet hier ein großes Treffen der Auserwählten statt. Schon die ganze Woche über stand eine Abordnung, ganz unschuldig tuend, in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft, um Werbung für die wohltätigen Sprachkurse zu machen. Denn Jesus war ein Syrer, sowas in der Art, vermutlich. Für drei Tage wird dann die Eishockey-Mehrzweckhalle ganz zum Königreichssaal. Der Regenmacher-Workshop hatte zwar zwischenzeitich einen kurzen Erfolg, konnte aber erst am Abend, als die Veranstaltung zuende war, die ganze Pracht der Bemühungen einheimsen. Nach der Arbeit war ich noch kurz in der Bibliothek, schräg gegenüber. Ich hätte gedacht, dass meine Karte noch nicht seit fünf Jahren abgelaufen ist. Aber sie wurde verlängert und ich kann auch damit Bücher leihen, ebd., a.a.O. Werde einmal die Systemtheorie auswendig lernen. Unter Dachvorsprügen und der Fußgängerbrücke dem Regen ausweichend zur Station, auch hier viele Gutgläubige auf dem Weg in die Herbergen. Musik und Radiobuch in der Bahn. Abendbrot, dann noch kurz in den Supermarkt, dann rasiert und geduscht, jetzt Wochenende.

Produktionsstop

Ich habe zu viele Bilder, also Fotos, gemacht und jetzt quillt alles über. Ich mache jetzt erst einmal keine Fotos mehr, jedenfalls keine digitalen, bis hier in den Ordern zumindest einigermaßen eine Übersicht vorhanden ist und nicht mehr alles nur noch rumliegt und wartet, noch einmal betrachtet zu werden.

Auch der Text muss, ich schreibe es nicht zum ersten mal hier hin, einigermaßen fokussiert werden. Abends herrscht sehr viel Müdigkeit und das Zimmer sieht entsprechend aus, insbesondere nach dem Urlaub und der jetzt gerade zu ende gegangenen ersten Arbeitswoche. Aber hier wird zumindest noch etwas geschrieben. Ich muss mir dringend eine Liste machen, was ich für Sachen voranbringen möchte, dann konzentriert daran arbeiten. Es ist ja auch egal, was dabei heraus kommt und wie lange es dauert. Vielleicht fange ich an mit dem Abtippen der Notibücher, wo ich doch jetzt ein so schönes T-Shirt habe mit einer Schreibmaschine drauf.

Over and out.

shutterheart eyes

zäh verkehr türkiser regenschirm Postbote auf dem dreirad
ein junge schlurft über den splitt an der haltestelle in
drei minuten kommt die bahn die regentropfen
verfolgen sich am fenster, außen, diagonal
dem vorhergegangenen tropfen folgend
so ziehen sie ihre bahn dem fahrtwind
folgend shutterheart eyes denkend
die bleichen säulen im tunnel
dicht an dicht gestellt die
von den stumpfen
blicken gummiab
rieb genutzte
wand
;

auf dem verteilerkasten lag ein zettel mit den worten Koordinierungsstelle

schwimmunterricht und aquasport. telefonnummern. eine chinesin

mit dem herrenhäuser pilsener leinenbeutel es ist nochmal

kälter und das alles. aus dem aufzug an der marienstr die alte

frau mit dem in folie eingeschweißten wäscheständer. und dann

und dann. meine worte die gegen mauern rennen meine worte die auf hindernisse stoßen

die sie selber sind die sich selber einzureißen versucht sind. schreibmaschine

schreibmaschine. die sich selber über drahtseil winden müssen schreibmaschine

drahtseilakt mit entblößtem herzen stehen die ersten tulpen auf dem küchentisch,

Lieber K.

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Auf dem Balkon sprießt schon die neue Zwiebel in den unvernünftigen Himmel und Aller Orten wird der Geburtstag von Big Dada gefeiert, als hätten die Herren eines Morgens in den Spiegel geschaut und gesagt „Heute machen wir’s!“. Das erinnert mich natürlich an die schöne Gelegenheit, einen Video2000-Rekorder in die Akademie zu tragen um einen Film zeigen zu können. Ich setze bald wieder meinen Hut auf und wünsche viel Erholung und was auch immer Du suchst in Panama. Ich hoffe diese Karte erreicht Dich vor der Abreise! Liebe Grüße, F.

20160205_174829六字大明咒,这么做可保安康!分享佛法,等于抄经一万次的功德
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Lai Yun

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,ndo Zurück!

Gerade gestern noch, als ich Gaze-Flicken auf ein paar Bilder leimte mit Tapetenkleister. Wie schön es ist etwas zu machen ohne vorher zu wissen, was das Ergebnis sein wird. Wie frei es das Gerümpel im Kopf neu anstreicht in den schillernden Farben der großen Straße!

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我没有冯小兵面子大,算了,以后绝交,再也不要和我联系。

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Ich habe nicht groß Feng Xiaobing Gesicht, na ja, nach der Pause ein, niemals an mich wenden.