Ein Versuch zusammen zu halten

Hier beginnend.

Gehe ich ins das neue Notizbuch hinein, begonnen wohl am [-10.9-]. d.J. auf der Zugfahrt nach Bremen (werde ich demnächst öfter in diese Richtung reisen??), zögerligh.

Notizen zu einem Ausflug nach Cuxhaven am Sommerende, ein Kuriositätenhaufen, diese Stadt, die Pinguine im Stadtpark und die Blasmusik am Betoncampingplatz, die gestreiften Häusschen mit den roten Mützen auf und das grüne grüne grüne Gras vom Regen ganz nass noch und tropfend. Mit dem Zug, dies die letzte Fahrt mit dem Ticket, dass es immerhin immer gab, als winzigkleiner Trost für all das andere, das es auch gab und nun nicht mehr (das ist vorbeigegangen in diesem Jahr: Alles hört einmal auf). Ich mine dazu gäbe es bereits einen Text den ich in einem Ordner abglegte, wir sehen nach:

Die gelückte Flucht aus der Stadt, mit dem späteren Zug, in einer Tour direkt ans Meer und mit umsteigen in Bremen (Hier kam C. dazu). Die Lackmeyer in ihren rosafarbenen Polohemden steigen in Neustadt bereits wieder aus, hier geben sie wohl ein Seminar in Social Media Marketing (vielmehr: Sie nehmen daran teil, um dann Monatelang unschuldige Menschen mit ihrem Solariumhackfressenprofilfoto zu erschrecken, von dem Sie in einer Stunde lernen werden, dass dies Avatar heisst und sie kriegen es nicht zusammen mit dieser Serie, die die Kinder des Nachbarn immer ansehen, ach hätten sie doch nur selbst einmal.) Ein Mann erklärt seiner Frau [en italienska] die Sache mit den Abkürzungen in der SMS anhand der Zeichenfolge: U R Quattro U und setzt hinterdran “You are for you” (For whatever that means, aber sie versteht’s). Menschen in einem Zug: Mir kam kurz (die tiefgekühlte Leere des ICE in den Sinn, der mich neulich nach Göttingen transitierte): Welch ein Unterschied zur wochenendfrohen Plapperigkeit in den engen Sitzen, Kinder in allen Sprachen, Menschen Telefonieren und nerven die Mitreisenden;

In Bremen Ungemütlichkeit Polizei

[Am Abend wurde es dann noch ungemütlicher, als Werder einmal mehr verloren hatte und die Menschen ebenfalls — mit dem Taxi (C. hatte es nicht ganz verstanden mit der Zeit und dem Geld und uns an diesem Wochenende, schien mir da wieder) in die Gartenlaube (=nicht die Zeitschrift) // am nächsten Tag in die neue Überseestadt — wechselseitiges Unverständnis anhand Architekturen — gestrandet beim Publikumstag im Großmarkt // Schön hier: Dank Geschäftsbeziehungen seitens C. besichtigung einiger Lagerräume // durch die langweiligste Landschaft der Welt zur Straßenbahn, ohne Hintergedanken noch einen Kaffee an der Weser, zum Bahnhof]

[ausflug2011-09-10-11]

-Es ist durchaus möglich, dass diese Form von an eine relativ unbestimmte Allgemeinheit gerichtetem Kommunikat tatsächlich doch am besten als eine Art Online-Tagebuch funktioniert. Vielleicht auch gerade Aufgrund der unkenden Blogger-Journaille, die für Literaturen abseits des Schwarms sowieso keinen Sinn hat (=und hier also fehl am Platze wäre). Ich mache also weiter mit der Unordnung und dem ausschnittweisen Abtippen der vollgeschriebenen Chinakladden, die Zielgruppe fest im Blick (=es liest ja eh niemand).-

[Merkwürdig]

Was merkwürdig ist: Es gibt eine Fotografie von mir, die für eine Ausstellung angefertigt wurde. Diese Bilder zeigen Menschen beim Lesen. Ebenfalls abgelichtet wurde eine Dame, der in meiner Nachbarschaft eine Buchhandlung gehört. Die Bilder stehen zusammen auf der Seite der Fotografin. Der Buchhändlerin begegne ich nun schon das zweite mal innerhalb von zwei Wochen im Wald, auf dem Weg zu unserer Arbeit. Sie geht zu Fuß dorthin und kommt wohl aus der anderen Richtung, ich sitze auf meinem Fahrrad. Ich weiß nicht ob sie die Seite kennt, ich weiß auch nicht, ob sie in der Ausstellung gewesen ist. Ich erkenne Sie, sie mich nur vielleicht. Sie trägt ausschließlich Schwarz.

Würde ich ihr auf der Straße über den Weg laufen, was auch passiert, wäre das jeweils eine Zufälligkeit. Es ist der Wald, der diese Sache so bemerkenswert macht.

Station Marienstraße und Umgebung

Heute an der Marienstraße Ecke Berliner Allee. In der Bäckerei an der Ecke kaufe ich ein Franzbrötchen. Der Eingang der U-Bahn-Station gegenüber ist in den Krankenhauseingang hineingebaut, es sieht sehr großstädtisch aus. Direkt neben der Treppe ist ein Fahrstuhl-Eingang, der Patienten und Besucher ½ Stockwerk nach oben fährt. Die Wände des Aufgangs sind mit glattem, poliertem Granit verkleidet. Aus purer Neugierde gehe ich nach Unten in die Station, um zu sehen, ob man direkt von dort aus in den Fahrstuhl steigen, und von der U-Bahn also direkt ins Krankenhaus fahren könnte. Das hätte ich gut gefunden.

Stadtplan der Starthaltestelle Hannover Marienstraße

Hannover Marienstraße Lutherstraße Plathnerstraße Lavesstraße TAXI 11 Garten-Friedhof Stadtbibliothek Haus der Region Altes Magazin Niedersächsisches Finanzministerium Niedersächsisches Kulturministerium Landwirtschaftskammer Schule Landesbühne Gesundheitsamt Altes Kreishaus Region Hannover Sport und Bäderamt Amt für Wohnungswirtschaft und Stadtarchiv St. Petri Kirche Bethlehemkapelle Gartenkirche Henriettenstift Sophienklinik Unfallklinik Bertaklinik Krankenhaus Nord Güterbahnhof Hannover-Süd Hannover Krankenhaus der Henriettenstiftung Walter- Gieseking-Straße Heinrich-Stamme-Straße Hildesheimer Straße Grosse Düwelstraße Kleine Düwelstraße Kleefelder Straße Dieterichsstraße Johannssenstr. Warmbüchenstraße Alexanderstraße Am Jungfernplan Arnswaldtstraße Dieckmannstraße Grosse Barlinge Grosse Barlinge Leisewitzstraße Schüttlerstraße Adelheidstraße Berliner Allee Plathnerstraße Warmbüchenkamp Am Südbahnhof Detmoldstraße Kestnerstraße Kestnerstraße Lessingstraße Mithoffstraße Sophienstraße Wilhelmstraße Zwinglistraße Am Bokemahle Blumenstraße Ellernstraße Gutenberghof Haasenstraße Hedwigstraße Kortumstraße Lutherstraße Marienstraße Marienstraße Rautenstraße Schiffgraben Schiffgraben Stolzestraße Annenstraße Bertastraße Höltystraße Kokenstraße Lavesstraße Maschstr. Stadtstraße Ubbenstraße Baumstraße Bultstraße Lönsstraße Papenstieg Sallstraße Siebstraße Weinstraße Seestraße Sonnenweg Billweg

S Stadtbahn U U-Bahn H Haltestelle TAXI Taxi Standplatz CarSharing

Hier verzeichnet: Die Straße, in der ich die ersten Jahre zusammen mit den Eltern lebte, eine Straße in der ich gearbeitet habe, eine Straße in der ich jetzt (jetzt gerade!) arbeite, eine Straße in der meine Freundin R. gewohnt hat, eine Straße in der meine Freundin R. jetzt wohnt, die Straße, in der mein Vater gearbeitet hat, die Straße, in der mein Vater davor gearbeitet hat, der Friedhof, auf dem der Hund Charlotte Kestner begraben ist.

Als ich (gestern) im Bus sitze

und zu diesem einen Termin fahre: Setzt sich ein Mann neben mich, auf dessen Jacke in großen Buchstaben das Wort “YIPPIE!” geschrieben steht. ### Auf dem Rückweg sehe ich einen mit einer Tarnhose und Bomberjacke bekleideten, der breitbeinig vor der Sexshop-Reklame steht und mit seinem Handy ein Foto macht. Den Rest des Tages wird er am Brunnen ein paar Meter weiter verbringen und mit seinen Freunden Bier trinken.

Da fuhr

ich dann am Gestern mit dem Fahrrad zur Arbeit und am Moltkeplatz: Ist ein Markt aufgebaut, (eine Obstverkäuferin beißt in einen Apfel hinein), neben der Leierkastenfrau sitz ein dicker, lieber Hund, zuvor die Blätter, von den Bäumen, im dunstigen Sonnenlicht, fallen, ein Kindergarten macht einen Ausflug und eine Nonne, die ist auf dem Weg ins Krankenhaus vom roten Kreuz.

Die Luft ist genau richtig kalt für den Überzieher, die Sonne blitzt hinter den Gardinen hervor. So war es.

Dann heute am Morgen: Das schwärzeste Schwarz sah ich, als ich die Espressokanne aufschraubte um den feuchten Kaffeesatz herauszuklopfen. Schwarz und schimmernd, zieht es Materie an.

An der großen Straße, das Hotel wechselt täglich seinen Namen, Hot Is oder Hotel I oder Ho Ib. Ich habe dort die Möbel hinein getragen, in jedes Zimmer: Einen Schrank und ein Bett und eine Wandverkleidung mit angebauten Nachttischen, erinner ich mich, manchmal, wenn ich nun daran vorbei fahre, wie ich auf dem Parkplatz stand und eine Zigarette geraucht habe. Manchmal denke ich, dort hinein zu gehen und mich an die Bar zu setzen, für einen Abend lang, zur Messe wohlmöglich auch noch, eine Geschichte zu erfinden.

Wenn ich eine halbe Stunde vor Schichtbeginn hier losfahre, wir produzieren dort tatsächlich in vier Schichten, die sich teilweise überschneiden, dann also habe ich noch genug Zeit, auf der Streusandkiste sitzend, ca. auf dem halben Weg von der U-Bahn dorthin, ein Gedicht zu improvisieren,

Im Moment schreibe ich auf allem was Papier ist, es ist furchtbar.