Der Weg ist nun Gewöhnung geworden und ich kenne ihn, kenne die Schlenker die zu fahren sind, etwa an der Stelle im Wald,

er geht so. Nach der Isernhagener fahre ich in Richtung Moltkeplatz, am Bäcker vorbei und an der Sparkasse, die die aktuelle Temperatur anzeigt in roten Digitalziffern und die Uhrzeit. Dann fahre ich in die Waldstraße, dann fahre ich am Lister Stadthotel in die Rühmkorffstraße hinein, kreuze ich kurz darauf die Podbielskistraße. Dann kreuze ich die Walderseestraße und fahre am Lister Turm in die Bernadotteallee hinein, bis ganz zum Zoo fahre ich hier entlang, wo es am Morgen manchmal nach Elefantendung riecht, heute stand ein Traktor mit zwei hoch mit Heu beladenen Anhängern kurz hinter dem Kreisel an der Stadthalle, alle Autos mussten drumherum fahren.

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Kurz hinter der Stadthalle das Congress Hotel am Stadtpark, ein Beton-Quader mit drei Flügeln, dort steht es schon die ganze Zeit über, ich beginne langsam es zu verstehen, in seiner ganzen Zukunftszuversicht. Dahinter dann der Stadtpark. Dort bin ich nie. Hier trifft sich oft eine CDU-Anwälte-Clique aus dem nahen Zooviertel (Hindenburgstraße! Kaiser-Wilhelm-Gymnasium my ass! ) zu zweifelhaften Veranstaltungen im Sinne der Begabtenförderung. Dahinter dann eine Bahnunterführung, rechts dahinter ein ganz wunderbares Brachland, gegenüber auch, der einsame Turm. Ich fahre dann nach rechts über die Ampel, an der Kali Chemie vorbei (die für die grauen Hügel bei Ronnenberg sorgte, so ging die Familienlegende, ich aber konnte nicht glauben das es Salz wäre, denn Salz war schließlich weiß und man kann das Essen damit würzen, warum also sollte jemand eine solche Riesenmenge leckeres Salz auf ein Feld schütten und liegenlassen, ebd.) und dann in die Freundallee. Hier auf der gegenüberliegenden Seite: BKSP oder auch Bahlo Köhnke Stoßberg, Partner inzwischen, Architekten in einem aus den 80er Jahren herausgefallenen Gebäude mit rotem Klinker, weiße großformatige Hausnummer und weiße Stückelfenster mit Fenstergiebel), hinein geht es dann bald in die Bemeroder Straße. Die Brücke über den Schnellweg: Zunächst über die Fußgängerampel und Bahnschienen, dann aus dem Stand die Brücke hochfahren, um den Schwung dann am unteren, hinteren Ende (von hier aus betrachtet) vermutlich an die rote Ampel verschenken zu müssen. Schnellwegausfahrt: Wieder über die Straßenbahn: Links die Kleingärten: Dann unter der Eisenbahn drunterdurch, unter der Autobahn drunterdurch, rechterseits das verwunschene Haus mit den vier Rottweilern, links die TiHo mit der Pferdeskulptur auf der Rasenfläche: Links dann: bald darauf: das Pressehaus, Hannoversche Allgemeine, Neue Presse und die Bildzeitung mit den Redaktionen, Wochenblätter und Sonntagsblättchen, ganze Regenwälder wurden und werden hier bedruckt, immer ausreichend Verpackung für den Fisch von Morgen zu haben. Hier wo ich anfing zu Arbeiten mit 16 Jahren, hier hab ich mir das Geld verdient für einen Flug nach Kanada und später dann einen Teil des Führerscheins. Auch damals mit dem Rad gefahren, dann und wann, es war eine lange Strecke, hinaus nach Davenstedt. (Am Bischofshol die düstere Unterführung, hinter der Bult entlang durch die Eilenriede, dann an der Tiefenriede in die Südstadt hinein, bei dem Edeka Markt Wucherpfennig, wo wir immer in den Schulpausen aufgereiht auf der kleinen Gartenmauer gegenüber saßen, auf den Boden spucken übten und leere Getränkedosen in den Vorgarten warfen, zur Freude aller Anwohner).

 

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Diesen Weg fahre ich heute nicht mehr, sondern kurz nach dem Pressehaus, die nächste Bahnhaltestelle heißt Seelhorster Allee, die es damals noch nicht gab, Bahn und Allee und zum Seelhort führt (genau, ein großer Friedhof ist direkt nebenan), die fahre ich hinunter dann und am Wald entlang, dann an den Hintergärten der Reihenhäuser vorbei, auf der rechten Seite am Morgen das große, graue Hochhaus und die verlassen wirkenden einstöckigen Gebäude davor, an manchen Tagen spielen sie hier Fußball und die Leute in den Rollstühlen spielen am Rande mit. Danach geht es über die Wülfeler Straße, hier ein fährt der Bus 123 und 124 (Haltestelle Lerchenfeldstraße). K19: Der Blick über die an 300 Tagen im Jahr den Vögeln gehörenden Messeparkplätze zum Messegelände: Hier waren Grillen, noch immer in den letzten Tagen: Fußweg ohne Namen neben dem Feuerlöschteich, dem eingezäunten, den sie eines Tages abpumpten: Polizei: War auch dort: Weltausstellungsallee: Dann auf Höhe der Fußgängerbrücke einbiegen: Expo Plaza.

Die Straßenfeger machen gerade Pause.

Deutscher Pavillon mit drei Eichen im Innenhof, als wenn es nicht schon schlimm genug wäre.

Zitronenhühnchen | Oma Hans & Oma Emil | Vietnam

Im Unendlicher Spaß verschmäht der junge Held auf S. 1142 (Zitronenhühnchen mit Kartoffelkroketten), um wichtigeren Dingen nachzukommen: landet dann aber wiederum ganz woanders. Auch in der Mensa gab es heute dieses Essen. Am Abend dann, in der Apotheke, die mit bunten Flickentüchern verschleierte Frau, die ein Medikament bestellt und dazu eine Kennnummer auswendig kann, auch hier Assoziation: N.v.D. — Ganz bunt sind die Lumpen mal gewesen, die sie trägt, vermute hier ein bewusstes Verhängnis des eigenen Gesichts, dass nicht zu tun haben muss mit einer Religion, die es erforderlich machen würde. Andere Religionen beispielsweise verlangen das tragen von Perücken. In manchen Ausprägungen. In der Bahn: Die Frau, die mit spitzen Fingern die Längsfäden am Loch in ihrer Jeans ordnet. Immer wieder zupft es und zupft wieder daran herum. Sie hat ganz glatte Haare, ganzb glatter Schnitt am Rand, ist ganz dünn. Die Studentin, die auf Ihrem Handy über abfotografierte wissenschaftliche Texte wischt, es geht ganz schnell, blättert sie 10, 20 Bilder vor bis sie die Seite gefunden hat; Mit spitzen Fingern zieht sie dann den Text auf: Pattern recognition. Der (doch wohl rote?) Luftballon von Oma Emil ist mir noch garnicht aufgefallen. Die beiden Herren (nicht im Bild zu sehen) unterhalten sich derweil über die Häuser drumherum.

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Fahre ich mit Oma Hans und K. Getränke kaufen, K. fährt und Oma Hans singt vom kalten Mammut, dass es eine Freude ist. Die Fenster des Passat lassen sich per Hand runterkurbeln und er ist auch sonst genau so, wie ein Auto sein sollte — Draußen sind es 30° und drinnen sicherlich noch mehr, während all die Fahrten in klimaanlagenlosen Autos in diesen wenigen Augenblicken kondensieren, am Tag der Feier zum 40. (es war der 19.7., genau zu sein). Kann ich hier einen Punkt machen?

Am Sonntag darauf ist es ein heißer und schwüler Tag mit Regen in der Luft gehängt, wir fahren dorthin und räumen drei Dinge auf, dann gehen wir in’s Street Kitchen auf der Limmer. Die Luft (und so weiter, Essen, insbesondere auch der weiße Ventilator auf dem Tresen, neben dem bunten Kassenbildschirm, ein weltweit verkauftes Modell) konstuieren aus Instant-Kristallen ein Bild von Vietnam, überbrücken für wenige Augenblicke die 10.000 Km zw. hier und ebd. Ein Fernseher zeigt ein Musikvideo mit Pixelstörungen.

(Die theoretische Erreichbarkeit Vietnams mit dem Fahrrad)
(Muss ich jetzt an “Saigon Stories” denken)

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Als wir neulich, nach einer langen Pause, wieder im Schwimmbad waren und ich in Wasser, Chlor und gleißendem Sonnenlicht schwamm, daran erinnern, wie wir hier das erste mal waren und es schneite draußen und war dunkel, vom Schwimmbecken konnte man die wirbelnden Schneeflocken und gelben Straßenlaternen sehen.

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Das Buch ist inzwischen auch abgeschlossen. Das jedenfalls war der Sommer in der Stadt, in das Fass mit Herbst gefallen inzwischen auf dem oben die Blätte liegen und abgesoffen, das Wasser ein wenig merkwürdig riecht. Gänsewein. Was für ein Ende und was für ein furioses Werk, dieser unendliche Spaß und wie schade. Aus purem Egoismus: wie schade! Das Telefon zeigt mir an ich soll Ohrstöpsel kaufen. Kann ich einfach noch einmal von Vorne?

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3.6., ab 17:56

Als ich an diesem Abend am Jahnplatz aus dem Bus steige, kurvt ein kleines Mädchen auf einem Einrad hin und her auf dem Platz, eine ca. 15-jährige kommt mit zwei ungefähr gleichaltrigen Jungs vom Kiosk an der Ecke, an jeder Hand hat sie einen von Ihnen. Später dann zwei Frauen die sich gegenseitig an Händen halten und in der jeweils anderen jeweils eine Flasche Bier, wie wir auch, auf der langen Bank sitzend, mit 9 auf den Boden rotzenden spanischen Kerlen in Feinripp-Shirts am langen Ende entfernt, in einem Elektro-Rolli fährt ein einziger großer Kopf vorbei an dem Allen.

Als es auf Höhe Zuschlagstraße

(und während ich den Herr mit seinem furchtbar aufdringlichen Parfum mit viel Nelke seit 3 Stationen ertrage) endlich anfängt zu regnen, gegenüber die zwei Deutschlandfahnen in der Kleingartenkolonie, die statt des Schwarzrotgoldgelb ein Schwarzrotzitronengelb haben und vermutlich in Bangladesh versäumt worden sind. Ein paar Tropfen fallen immerhin durch das geöffnete Kippfenster der Straßenbahn.

seit dem gelange ich immer

wieder (an diesen ort), fahre ich mit der linie 6, nachdem umzug, dort hin in diese andere welt, die es nun noch einmal geworden ist: lebendiger, inzwischen wieder, doch nicht weniger außerhalb des eigentlichen stadt. ein team der stadtreinigung ist nur damit beschäftigt, so scheint es mir, die plaza sauber zu halten. jeden tag shuffle shuffle häusle baue. sie stehen zur lagebesprechung, auf ihre besenstile gestützt, auf dem boden biegt sich die frisur des bekannten internetexperten und ein pferd mit lila flecken wird hier auch spazieren geführt. dann

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die stockholmer allee, die mich immer wieder, ich frage mich wie lange es noch andauern kann, noch einmal ganz aus der welt herauslöst und woanders hinsetzt, während natürlich die schatten auf den innenwänden der straßenbahn wandern, drehen sich draußen auf dem kronsberg die windmühlen.

Die Schweizer Minze blühte bald auf dem Balkon.

und bis fast ganz an den anfang dieser verzettelten aufzeichnungen geht mein eindruck von diesem ort. ich war hier ein einzelner unter gleichen, musste mir einen bart wachsen, die zusammengebissenen zähne zu verbergen, die stunden oft ein einziges gutemienenfeld.

heute fiel mir dann ein stück des weges wieder zu, denn es soll ja mit dem fahrrad gefahren werden. bis bischofshol kommt man eigentlich in der eilenriede. das weiß ich deshalb, weil einer meiner ersten jobs sich in der druckerei der hiesigen zeitung ereignete, wo ich (ich meine für 10,25 DM die stunde) werbekataloge in die bildzeitung legte an der großen maschine. viel hat sich dann ja nicht geändert, so gesehen. auch an diesem haus fährt die linie 6 (damals noch nicht) vorbei.

[zwei wochen später dann]

man fährt einen neuen weg immer nur zwei mal. einmal hin und einmal zurück. so geschehen am letzten freitag, in jedem fall. ausgedehnetes gefühl out-of-city auch jetzt, als ich plötzlich am schlachthof die verwunschene straße entlangfahre, mich hierher verfahren habe, doch die riesenmaschine kennt den weg auch nicht genau denn die durchfahrt zum bischofsholer damm ist mit schranke und kamera gesichert. hoffnungslose bürotürme werden wacker weiter beworben, wer hier einzieht und die hoffnung. die hunde auf dem kronsberg, die deutschland-flaggen an den fahnenmasten in der straße, die mich so sehr an ein traumbild erinnert, in dem es ansonsten von gartnezwergen und model-windmühlen nur so wimmelte. es sind grillen, denke ich auf dem rückweg, als ich an den wiesen entlangfahre, die an 3 wochen im jahr der messeparkplatz sind und weiß sofort, was dies bedeutet.