mach dir nichts drauß,

google versteht meine texte auch nicht – nach der rückkehr aus dem fremden land, nachdem wir also glücklich wieder vom himmel gefallen sind, durch erkältung in ein graues rauschen gesunken, in dem auch die fertigschreibung des reisetagebuches versandete. die erinnerung ist nunmehr bereits ganz erinnerung, schon kann es sich niemand mehr vorstellen, besonders ich nicht, dass dieser ort, an dem wir doch waren, tatsächlich existiert. später aber mehr dazu, es wird an dem text gearbeitet, in den freien minuten (stunden).

Palau de Justicia, Barcelona

zumindest ist mich die gemeinschaft der heiligen nun endlich losgeworden, nach frohnleichnam und noch vor pfingsten, ein bürokratischer halbakt, szsgn. gestern etwas zeitmanipulation betrieben und die zeitstempel der tonaufnahmen einigermaßen korrekt gesetzt, die eingebaute uhr des rekorders geht zwei jahre nach (was für eine zeit es war), ist ihr hinterher, so wie die ich-maschine: Copy [nameoffile] /B + ,, /Y.

[die maschine dichtet]

 theorie der abfallprodukte
 von elefanten geträumt
 durch den blauen morgenhimmel

Kunstbuch #1 – Finnland

Jetzt blüht der Raps, die

 ganze Stadt riecht so am morgen, als ich aus der Tür trete, reibt sich der Ölbauer die schmierigen Hände in Unschuld, kann man Geld nicht Essen, aber wenigstens mit Essen Auto fahren. Heute am Morgen, als ich zur Bahnstation lief, einen Kohlelaster in einem rußig-grauen Ultramarinblau gesehen, der die Ladefläche voll hatte mit Kohlesäcken aus Jutestoff. Aus einer anderen Zeit ist der gefallen, aber es wundert mich garnicht, die große Straße ist nicht sehr zuverlässig, was ihre Begrenztheit und Verortung betrifft. Von drei Sorten Schnee geträumt. Der Schnee im Garten des Elternhauses, der trotz des Frühlings immer noch dort lag. Wir alle wissen was mit ihm ist. Der Schnee auf der Limmerstraße, den türkische jugendliche als Fussball nutzen statt Coladosen, der fallende Schnee (im kleinen Park beim Schwimmbad). Beim Systembäcker kaufe ich, wie jeden Morgen, zwei Schokocroissants, ziehe den Fünfer ungeschickt aus der Tasche so er einreißt, gleich sagen //Upps ich mache ja das Geld kaputt//, gleich denken //macht kaputt, was Euch kaputt macht//, die Systembäckereifachverkäuferin sagt //kein Problem ich reparier schnell// und schon hat sie den Tesa-Film gedreht. Etwas weiter weg von hier, ich radele dorthin in der Mittagspause, wie ich immer wegfahre, neben den Bahngleisen, ist das die Gegend, in der die Panzerknacker wohnen, in einem Wohnwagen neben einem großen Busch. Es fehlt ja nur noch der Schornstein an der Seite hinauskuckt, aber den denke ich mir mit Leichtigkeit dazu.

In der Bahn (und es ist ein regnerischer Morgen im April) beginne ich in der EDIT zu lesen, die ich neulich schnöselig im Bahnhofs-Pressehandel gekauft habe, noch dazu mit einer Leder-Umhängetasche über der Schulter, das nimmt Formen an. Zunächst etwas skeptisch, als ich Zuhause darin herumgeblättert habe und die Leipzig-Verbindung bemerkte (Zugegen! es ist das erste Mal, dass ich diese Zeitschrift lese!) und Schreibschulen-Formate zwischen Droge und Bausparvertrag witterte, aber da ist ein Gedicht von von Lowtzow, dem König von uns Schnöseln aus Nachlässigkeit und dann auch noch die erste Geschichte, in der die Krähen eine Hauptrolle spielen, dass hat mich gleich für das Blatt eingenommen. Zwischendrin die Albernheit, dass war nicht so meins, aber die tollen Gedichte //Noms de Guerre// von Vesna Lubina, //Es gibt keine bellenden Hunde mehr// von Maarten Inghels und //Die Drift// von Margarita Iov, ein Text der einen Gedanken formuliert, der gut dazu passt was hier gedacht wurde beim Einfall des Mottos, //Die Zeit aus den Fugen zu schreiben//, der Satz steht auf S. 85 unten und es geht um den Urknall, dass der noch nicht zuende ist und der Raum in der Zeit auseinanderdriftet und mit ihr auch. Zwar wird nicht ganz klar, ob und wer in der Geschichte verrückt ist.

Leute reden auf 3 verschiedene Arten mit sich selbst. Da ist der manische Rapper, in der Ecke der langen Bank sitzt er, hat ein verzerrtes Gesicht und bewegt auch ruckartig den Oberkörper vor- und zurück, vor- und zurück, ~, wobei er seinen Rap macht, dann ist da der sprittige Zischer, in derselben Bahn, der, ganz leise nur, böse Worte in vor sich hinmurmelt, beide in derselben Bahn und so gestellt vom Schicksal, dass sie sich wohl sehen und hören können, dies aber nicht tun. Am Abend dann der Weißhaarige mit der Plastiktüte, der sich mit sich selbst bespricht und die zweite Stimme klingt als würde ein Papagei ihm antworten, ich hoffe er hat nicht eine unserer Tauben vom Dach sich geangelt mit seinem Tür- und Angelschein aus der Zeichentrickkiste, was es erklären würde.

So schreibe ich am Abend mit fliegenden Fingern die Tage wieder ins Reine, die Schnellnotizen in die große Schreibmaschine hinein.

Am Abend als ich in die Küche komme, dort landet auf dem Balkon gerade eine Krähe im Streit mit ein anderer Vogel auf dem Korb in dem die Äpfel sind, ich mache schnell die Tür auf und der andere Vogel hinfort fliegt, die Krähe sie bleibt, ich fürchte sie hat den Flügel zerbrochen und stehe ganz still, mache die Tür ganz leise zu und stehe ganz still in der Küche, still, ~, nun weiß ich nicht und mir wird warm im Gesicht, schließlich überlege ich sie mit Sonnenblumenkernen zu bestechen und als ich aber die Tür ganz leise wieder öffne, fliegt sie schon hinfort und eine Elster mit der sie sich zankt in der Nachbarschaft. Ich mache dann den Reis warm, in einem Sieb über Wasserdampf, dazu Tomatensoße aus dem Glas.

(GNS F BRXTN)

(konnte man es spüren, wie die welt, einen wimpernschlag lang nur, ein wenig leichteren herzens sich drehte.)

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Beim Schälen der Kartoffel

Kaufst Dir ein buntes Bild
für Deine Haut
Mit Messern kannst Du Dich
nicht abtrocknen
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[Wiedersehen]

###Wie das ist mit dem Wollen, dem Nichts-Wollen und dem nicht wollen und wie sich das zur Ewigkeit verhält (es hilft nichts, wenn man den Bus verpasst hat).
Auf dem Weg nachhause neben dem Eingang der Buchhandlung, die früher einmal Schmorl uv Seefeld war dies der Hintereingang und gegenüber gleich McDonalds, die Straße stinkt nach fritierten Hühnerfüßen.###
Das Schaufenster des Uhrenladens, in dem ich an einem verregneten Sonntagnachmittag um ¼ vor 3 die Uhren photographierte , als wir dort spazieren waren und die Welt noch mehr Zuhause.###Der Pappkarton, in dem das vergoldete
Sparschwein eingepackt war
auf französisch ist es ein vergoldeter Frosch, der holländische Importeur ist durchaus dieser Meinung.

& um auch diesen Text einmal zu beginnen,

fange ich an, ihn zu schreiben. Darum geht es hier: Um das Schreiben von Texten, über das Schreiben von Texten, das Leben einzugravieren ins digitale oder in die Rinde alter Bäume. Manchmal, oft, es ist nicht genau auseinanderzuhalten was wozu gehört, stehen hier auch die Texte die aus diesem Prozeß heraus entstanden sind. Der Anlass ist genauso viel; Dieses stetig weiterwachsende Schriftstück ist nun seit 11 Jahren ununterbrochen im Netz, wobei ich auch die Woche mitzähle, in der ich den Stecker gezogen hatte: Auch dies gehörte dazu, auch die paar Tage (erstaunlich wenige, in Anbetracht), an denen hier abgeschlossen war von Speichervermieterseite aus, in stiller Vorfreude ob der demnächst dann doch bezahlten Rechnung. Auch die Abwesenheit der Zeichen: Sie gehört hier dazu. Es ist fortwährend Live gesendete Literatur. Die Anwesenheit der Stille. Und das laute Getöse. Ich habe in der letzten Zeit mehr und mehr das Gefühl, dass hier etwas entstanden ist, von dem ich nun weiß, was es ist und was es bedeutet — auch wenn ich es weder erklären, noch will. Zuviel gesagt wäre, das es froh macht; weniger traurig.

Leute, die eitel, extrovertiert oder verliebt sind, machen sowas, die schreiben ihre Sachen immer irgendwo hin. Als das Internet zu uns kam, schrieben wir es eben ins Internet.

mequito

Schrieb mek gestern aus Anlass seiner 10jährigen Internet-Vollschreiberei. Da ist sicher was dran. Ich für meinen Teil hab allerdings zu viel Lampenfieber, um mich auf eine Bühne hinzusetzen und meine Texte zu lesen. Auch geht es mir eher ums Schreiben als solches und darum, dass es dann halt irgendwo gelesen werden könnte. Was ich hieran besonders schätze, ist zu machen was ich will. Die Abwesenheit von Genre und ist mir egal, ich lass das jetzt so. Das es kaum jmd. gefällt, das wiederum gefällt mir. Natürlich und das musste ja so kommen. Genau heute vor 11 Jahren fing das hier an, nach einigen Vorversuchen, die nur auf einer Sicherungs-CD zu finden wären. Der erste Eintrag im November 2000, aus einer anderen Zeit. Was dort steht, ist für meinen heutigen Horizont viel zu banal und gleichzeitig privat. Alles hart codiert und in einer merkwürdig eingerahmten Gestaltung, die eine horizontale Leiste oben als Zeitleiste nutzte und neben dem Text einen Rahem als “Bühne” freihielt, um dort weitere Inhalte per Klick auf Links einzublenden. H y p e r t e x t. Auch ein wenig verspielt, so wurde z.B. erwartet das die Leser verstehen, dass sie die Rahmenbegrenzung nach rechts schieben sollen, um den Blick auf den darunterliegenden Inhakt freizumachen…

Ein Screenshot der die verspielte Gestaltung des NetLog illustriert.

Screenshot vom ersten Eintrag im Synchron-Vorgänger, 14.11.2000


Eine thematische Konstante ist, bei aller Freude an der freien Form, bereits hier zu erkennen: Die Bewegung in der Stadt und in öffentlichem Verkehrsmittel. Von A nach B der Liebe wegen, oder aus noch profaneren Gründen, ob des schnöden Mammons willen, bspw. Wobei ich die Ansicht, dass Arbeit vom Schreiben abhält, nur bedingt teilen kann. Das liegt einmal daran, dass ich das Glück habe, bei meiner Arbeit seit 10 Jahren (auch) immer Texte produzieren zu können. Das hat sich im letzten halben Jahr eher noch intensiviert, so das ich, obschon es sich natürlich oft um werbende oder anleitende Gebrauchsprosa handelt, gewiszermaßen tagaus tagein Texte prozessiere — ich bin eine Schreibmaschine. Am Abend, wenn ich mir von der Müdigkeit und dem Ruf der schwarzen Glotze dann noch ein paar Absätze abringen kann, muss ich nicht erst im Kopf einen Hebel umschalten, ich mache einfach, unter ganz anderen Vorzeichen, weiter. Nur für den in Zukunft evtl. zu schreibenden längeren Text, der die inneren Schubladen mit unsortierten Zettelwirtschaften ausfüllt, wird es schwierig. Möglicherweise.

Gestern ist unser Toaster kaputtgegangen.

Das war ein Winter

   ganz nach meinem Geschmack! Ein wenig zu warm an manchen Tagen. Das Land hat einen ganzen Wald in den Ofen geschoben und einen Kohlenberg noch dazu.

Es schneit ja immer noch! Und da stößt die Flexibilität der kapitalistischen Plansollerfüllung an ihre natürlichen Grenzen, es gibt kein Vogelfutter mehr zu kaufen, ein Saisonartikel, so bekommen die Gefiederten jetzt Papageienfutter gestreut, die ersten bunten Federn wachsen bereits und besonders den Meisen steht es sehr gut an, die kleinen Hirsekörner. Auch unsereiner schräger Vogel steht auf wackligeren Beinen in der kalten Luft und ist es erst langsam überdrüssig, auch wenn ich nun, heute morgen erst, das “Winter Journal” von Auster zu lesen angefangen habe, in der Bahn zur Arbeit, dem langgezogenen Transit-Schlauch.

Eine Zeichnung von Menschen in der U-Bahn oder in einem anderen Nahverkehrszug

Zeichnung: gunopark.tumblr.com

Die Hälfte liest vielleicht Bücher oder eine Zeitschrift, oder 1/3 möglicherweise. Ein weiteres Drittel tatscht auf den Bildschrimen der Devices rum und macht ein blödes Gesicht wohlmöglich noch dazu. Leute, die Ihr Telefon Smarty nennen. Ein Mann spricht mit einem Freund über irgendwo herausgeholte Leichenteile, darüber wie er jetzt arbeitet und wo und schließlich das man sich wieder sehen könnte, demnächst einmal, in dieser Reihenfolge und ohne nennenswerte Nuancierung in der Stimmlage, es ist alles dasselbe für ihn an diesem Morgen. Mir kommt in den Sinn, wie Bildagenturen ihre Werke neutral und dennoch emotional beladen zu beschreiben versuchen, ich denke an Happy Caucasian Couple Enjoying Dream Vacation. Später am Tag dann, das Aushandeln der AGB mit den Schusterjungen und den Hurenkindern.

& eines schönen Tages

werde ich auf einem der Photos der Goncourt-Clique jemanden entdecken, den ich kenne, rein zufällig.