Von Kantschen Indianern, träumenden Chinesen und schwarzen Bären

Die Kant’schen Indianer sagen: „Denken: die Sprache im Bauch“. Über 100 Jahre später, hier in der Stadt, treffen sich die „Kröpcke-Indianer“, unter ihnen auch Theodor Lessing, nachdem der Asta einmal die Uni nennen wollte: „Zu den Kröpcke-Indianern gehörten beispielsweise Alexander Dorner, der das Kabinett moderner Kunst im damaligen Provinzialmuseum einrichtete, die Maler Ernst Thoms, Carl Buchheister und natürlich Kurt Schwitters, der sich im Kröpcke aus Aschenbechern und Abfalleimern die Zutaten zu seinen Collagen herausangelte“, so ist’s geschrieben und wird behauptet. Das Eishockeyteam Hannover Indians hat jedoch nichts damit zu tun —  das Bauchgefühl in die Gedankenwelt zu tragen. Wortklauberei zu betreiben. Gestern sah ich beim Essen in der Mensa einen mit einer Basecap auf dem Kopf, darauf stand „Pray“ und in der Bahn saß einer, auf dessen Mütze stand „Killer Loop“. Zeichen des Untergangs. Die Zähne mit Heizkörperlack geweißt. So sind die Tage und das alles, wenn das verdammte Abendland nun endlich einmal mit Mann und Maus und Haut und Haar, aber nichts dergleichen. So bleibt nur, genau alles aufzuschreiben und sich um mangelnde Exaktheit zu bemühen, den verstiegenen Gedanken noch eine Halbleiter unter den Schemel zu stellen, neben das Licht der Sonne.

Morgens sah ich in der Bahn einen schlafenden Chinesen, der seinen Rucksack auf dem Schoß stehen hatte, locker mit beiden Händen umfasst, der fährt zur Messe mit all den anderen, eine andere Gruppe fotografiert sich selber, jeder einzelln, die fremde U-Bahn, die fremde Stadt, die fremden Zeichen auf den Bildschirmen, die von der Decke baumeln. So denke ich mir an diesem lichtgefluteten Tagesanfang, wie der halbe Traum des Chinesen jetzt ist, wie sich sein Kopf die (mir fremden) Worte vorhersagt, während der halbe Schlaf noch vor dem Fenster hockt, noch blitzen die Krähen in den Büschen, ich schließe selbst die Augen und dann ist es rot, die Schatten der vereinzellten Häuser ziehen schnell über die geschlossenen Lieder, das Rattern der Räder und die kleinen Äderchen in den Augenliedern, die sich abzeichnen im flackernden Sonnenlicht, Verästellungen, jetzt atmet der Morgen — ich überlege, wie ein Film gemacht werden könnte, der dieses nachzeichnet, dann fallen mir die chinesischen Worte wieder ein die ich auf der Kurzwelle gehört habe, ein paar Tage her, sie legen sich gleich über das Bild dieses Frühlingsmorgens, wie es fortwährend geht, immerzu immerzu kommt etwas neues dazu und stellt sich daneben, zu dem anderen allen. Nun muss also auch das notiert werden. Wie Karl May, von dem ich zugegebenermaßen nie etwas gelesen habe, bezog Kant sein wissen über die Indianer (die bei ihm tatsächlich Indien zu verorten sind, ungefähr), aus der Literatur und nicht durch eigenes Ansehen. Wie die Welt aus Worten zusammengesetzt werden kann. Es fällt mir das Kinderlied ein mit dem Bären, der sich die Haare kämmt, es wurde an eine Tafel geschrieben in einer Fernsehserie, die sich um sechs Freunde drehte, die (schon wieder in New York) in mehreren WGs wohnen und über mehrere Staffeln die Weichen Richtung Vorstadtfamilie stellen, dass es einem ganz übel werden kann. Dort standen die Worte:

Have you ever seen a bear
combing his hair?

Have you ever seen a goose
kissing a moose?

Aus dem Lied „Down by the Bay“ — Schon als ich es das erste mal sah, musste ich an den Kammbär denken — ein unpassender Name für einen Käse. Die Bauchsprache; so in etwa funktionierten die Worte (sie tun es insgeheim ja immer noch so): Ausgehend vom bekannten wurde das Unbekannte hingenommen und zunächst in einen, der allgemeinen Meinung nach falschen, Bezug gesetzt zum bereits bestehenden und manifesten System der Irrtümer. Kopfsteinpflaster: Etwas allgegenwärtiges auf den Stadtstraßen meiner Kindheit, jedoch etwas, dass ich nur dann als vorhanden und unterschieden zu den anderen Straßen erlebte, wenn das Auto über das Kopfsteinpflaster fuhr und alles zu vibrieren begann, die ganze Welt zur Vibration wurde. Das kommt vom Kopfsteinpflaster. Nun besteht dieses Wort, welches also in Verbindung stand mit einem sensationellen, erschütternden Ereignis, aus den drei Worten Kopf und Stein und Pflaster. So hatte das Wort Kopfsteinpflaster meine ganze Kindheit hindurch und eigentlich bis heute einen dunklen, wunden Beiklang, eine Beule am Kopf, vom Stein mit Pflaster. Andere Bären waren Brauner Bär, das Eis auf dessen Verpackung bekanntermaßen ein reitender Indianerhäuptling abgebildet war, der Pfeil und Bogen schussbereit in der Hand hielt und der, ich erinner dunkel die schwache Erklärung dazu, offenbar „Brauner Bär“ hieß, weil die Indianer sich angeblich nach Tieren nannten, und der Schwarze Bär, ein Platz in der Stadt, den wir manchmal mit dem Auto überquerten auf dem Weg zur Schule, den ich in Verbindung brachte also mit erstens dem Braunen Bären (er war gewissermaßen nach dessen Bruder benannt) und zweitens wunderte ich mich, warum ein Platz in Hannover wie ein Indianer heißen sollte, wo doch alle anderen Plätze Kalle hießen oder Stephansplatz, z.B. — tatsächlich ist der Schwarze Bär, wie auch das Kröpcke, nach einem Gastronomiebetrieb, (hier einem Wirtshaus), benannt. Das wusste natürlich lange Zeit niemand, so dass ich großen Respekt vor dem Schwarzen Bären hatte, den ich mir riesenhaft und dunkel vorstellte. Er trägt den Namen noch heute, während die Brücke, die direkt auf den Platz führt, früher nur schlicht „Ihmebrücke“, jetzt Benno-Ohnesorg-Brücke heißt. Auch andere Orte bekamen neue Namen, wie etwa der von meinem Freund T. und mir nur „Kalle“ genannte Carl-Peters-Platz, (Jetzt Bertha-von-Suthner-Platz), weil man offenbar übersehen hatte, dass Carl Peters ein Rassist erster Güteklasse gewesen ist. Bisher hat die CDU noch nicht geäußert, dass sie den Platz gerne wieder umbenennen möchte. Ich erinner mich dunkel an das übliche Hickhack mit der bekannten „Ich sag weiter Negerkuss“– Rhetorik. Indianer jedoch heißen hierzulande immer noch Indianer, in Kanada hingegen Native Americans. In meinem Zimmer hängt ein Bild von einem Indianer, das einst meiner Großmutter gehörte und das Backcover der Zeitschrift Arizona Highways gewesen ist.

Außerdem die Pappe eines Pfeil & Bogen — Spielzeugs und eine indianische Rabenzeichnung, welche die Schwester aus Vancouver mitgebracht hat. Als ich 1992 für drei Wochen in Chilliwack, ganz in der Nähe, war, haben wir in direkter Nachbarschaft zu einem kleineren Reservat gewohnt. Ich glaube, ich habe irgendwo noch ein Foto, auf dem ein Tipi zu sehen ist, über den Gartenzaun fotografiert. Vielleicht finde ich es, dann stelle ich es hier hinein und verweise darauf. Es ist aus derselben Serie wie das, auf welches ich oben beim Ortsnamen verlinke. Gefühlt habe ich damals aufgehört, Fotos zu machen, ich weiß wirklich nicht mehr warum. Vermutlich ist die Kamera kaputtgegangen. Die Bilder, die Jahre später entstanden sind, mit einer Plastikkamera aufgenommen, sind nicht der Rede wert und die sogenannte Liebe hat auch nicht länger gehalten als der Fotoapparat. Jetzt auf dem Umweg über das digitale auch zum analogen Film wiedergefunden, endlich keine Gedanken mehr daran, dass die Bilder größtmögliche Kunstwerke sein sollten. Oder das sie nur mit einer Spiegelreflex aufgenommen überhaupt die Möglichkeit dazu hätten. Das alles ist jetzt egal und ich mache mit allem etwas, was in die wackeligen Hände kommt. Old Shatterhand und das Halbblut Tamagotchi — auch die Verfilmungen der Karl May – Bücher sind an mir vorbeigegangen, was an der technophoben Reformpädagogik gelegen haben wird, die mir zuteil wurde, u.a., a.a.O. — aber dann Seelandschaft mit Pocahontas, vom großen Karl May – Verehrer Schmidt. Rechts neben dem Indianerbild über dem Schreibtisch hängt die Krähe oder der Rabe, der z.Zt. auf meinem Twitter-Profilfoto im Hintergrund zu sehen ist. Links daneben eine eingerahmte 7/Eleven-Tüte, die ist aus Stockholm, wo diese Läden an jeder 3. Straßenecke zu finden sind, wenn mich meine Erinnerung täuscht. Ich glaube es war Douglas Coupland, der gesagt hatte, 7/Eleven’s riechen überall auf der Welt gleich, aber wenn das so ist, dann müssten sie überall auf der Welt nach Zimt riechen, denn so ist das in der Stadt zwischen den Steinen und den Wassern. Unter dem vollkommen hintergedankenlos in einem IKEA-Holzrahmen gefassten Souvenir hängt ein Farbausdruck eines Katalogfotos einer Ölkanne. Das ist eine andere Geschichte. Daneben hängt eine Zufälligkeit, bei der der fehlerhafte Ausdruck den Inhalt hervorragend ergänzt. beobachter02

Darunter dann endlich ein kleines Bild der außerirdischen Katze Dora Emon, welches einmal Teil eines Tassenkartons gewesen ist. Auf Recycling wird verzichtet, es wird einfach alles immerzu aufgehoben. Auch im Kopfe, wo ich nächtens, wie mir in letzter Zeit mehr auffällt, mit den Jahren einige Orte erbaut habe, an die ich zurückkehre wieder und wieder. Natürlich ändern sie ihre Gestalt, wie im Traum alles immerzu unsicher und gestaltwandlerisch sich verhält, aber das architektonische Grundsetting, die Umgebung und oft auch die Atmosphäre, bleiben sich recht gleich. Dort ist die Endhaltestelle einer Straßenbahnlinie, die Bahn fährt hier einmal im Kreis, um sodann die Rückreise anzutreten ans andere Ende der Stadt. Hier gibt es einen kleinen Laden oder einen Kiosk, einmal hatte ich eine Wohnung in diesem Geschäft. Die Rückkehr zu vergangenen Wohnungen ist ein wiederkehrendes Motiv, irgendwo findet sich noch ein Schlüssel und die neuen Mieter sind Jahre später auch noch nicht eingezogen. Mit oder ohne Übernachtungsmöglichkeit — die Haltestelle ist häufig ganz in der Nähe (von was?) gelegen und es lohnt sich oft nicht, dort hinzugehen, weil man auch genauso gut zu Fuß laufen könnte. Ich meine, dass sich am selben Ort auch eine Bushaltestelle befindet. Der zweite Ort, der mir jetzt gerade einfällt, sind in einen Berg oder Hügel hineingebaute Gebäude, die von einem kleinen Wald umgeben sind, der manchmal auch über sie hinwächst. Hier kann man sich sehr leicht verlaufen und landet dann unversehens etwa in der Feuerwache. Auch ist hier oft etwas versteckt, hier finden Veranstaltungen statt oder es ist eine Kneipe oder in der art dort im Inneren der Örtlichkeit. Solche Orte existieren noch mehrere, bestimmt vielleicht 2 oder 3. An den einen Raum erinnere ich mich leider gerade nicht. Die Architekten sollen sich aber deshalb nicht einbilden, ihnen gehörte die Stadt. Dann schon eher den Vögeln, am Ende. Den Himmel eroberten sie bereits zurück von den Dampfflugzeugen! Jetzt möchten die Menschen simulierte Uhren kaufen

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Dampfflugzeug (schematische Darstellung)

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Tiger (maßstabsgetreue Abbildung in 3D) © Ribäck van Bergen

die nur noch weitere Abhängigkeit produzieren, die Kontrolle der Zeit auslagern an ein angebissenes Stück Obst. Die ihnen doch nur ein anderes, weitaus glamouröseres Leben vorgaukeln, mit dem imitierten Herzschlag, ein weiterer Versuch, von dem schwarzen Loch abzulenken, welches uns umtost: Es ist unmöglich, etwas von einem schwarzen Loch abzulenken, es sei denn. Als ich heute morgen aufhörte, im großen Buch über das Radio zu lesen, fiel mir dieser Song von Blümchen ein, eine Coverversion, Herz an Herz, hörst Du mich, SOS ich liebe Dich… weil ich erstens an Heinrich Hertz dachte und dann an Funk und die Titanic und S.O.S. und weil zweitens das Gehirn so funktioniert, was mich zum nächsten dicken Buch bringt, welches auf dem Stapel liegt, bereit zum auslaufen und ich neulich zumindest schon das Vorwort gelesen habe: Gehirn und Dickicht. So ist nicht der Titel, aber darauf steuert es dann hin, soviel steht vermutlich schon fest. Montags geschlossen (außer Feiertage).

[jetzt bereits nachgetragen]

[gestern während der bahnfahrt geschrieben]: am freitag im bahnhof gewesen. presse: wirtschaft und philosophie. hirnforschung. nationalismus (das übliche blut-und-boden gesabber, dem jetzt wieder alle hinterherrennen). die lettre wieder nicht gekauft, edit (toll) und bellatriste (enttäuscht) sind bereits lange gelesen. jinglejangle die münzen in der manteltasche, aber niemand will sie haben. 2001. refugee camp. auf der meile im elysėe, hören die u-bahn unter dem haus fahren.

als ich am 5.1. zur station komme ist das neue jahr schon auf hochtouren, die uhren allerdings um 6 vor 1 stehen still. die ellenbogen noch kuschelweich von den feiertagen — die ersten drei stationen lang. der automat verweigert die herausgabe sowie vorab zahlung. im kröpcke funktioniert.

3 Sekunden

 

 

Zusammengeklaubt aus von Hölzchen auf Stöckchen errichteten Laubhütten, die stehen im tiefen, dunklen Wald. Wenn man denn noch davonsprechen kann, vielleicht bei den Geisterbären, wo sie der Erde das Öl erpressen.

Heute für ungefähr 3 Sekunden war alles gut. So lange dauert es im Durchschnitt: 3 Sekunden. Kaum mal länger, aber auch nicht weniger: Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. Dreiundzwanzig. Schlägt Blitz in Holz.

Die Enden der Wurst sind die interessanten Gegenden der Welt. Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Der Stumme Diener scheint. Mond dort mit dem Auto über die Brücke Nachhause fährt. Hierzulande Wasser Luft.

Aufgegangen mitgefangen. Das ist aber komisches Zeug was Du da wieder redest. Mach doch eine Weile aus dem blauen Himmel und häng sie Dir ins Haus. Pass nur auf das sie nicht so lange tropft. Aufblüht der Regenschirm.

 

 

 

 

 

 

[Anfänge]

Szenen, die ein Anfang sein könnten: Gestern in der U-Bahn, die Frau mit den kurzen Haaren und diversen Zeichenmappen sowie einem Rucksack, die an der Station Kröpcke hnaus möchte, es zu spät bemerkt und dann stehen auch noch Leute im Weg. Der Mann neben ihr versucht, ihr zu helfen, doch vor beider Augen schließt sich die Tür und geht nicht mehr auf, sie sagt zu ihm dann müsse sie halt an der nächsten Station aussteigen, beide setzen sich nebeneinander- Schweigen. Dann die Station Hauptbahnhof, diesmal öffnen sich beim Aufstehen eine oder zwei der Zeichenmappen, großformatige Bleistiftzeichnungen drohen herauszufallen, der junge Mann ist wieder zur Stelle, hilft ihr, alles zusammen zu halten und bietet auch an, kurz auszusteigen, sie sagt es würde schon gehen und dann ist sie auch schon draußen und die Türen schließen sich.

Fragmentarisch

Gestern in der Mittagspause einen Mäusebussard gesehen und einen Storch. Am Abend lief ein Eichhörnchen über die Straße, auf der ich mit dem Fahrrad nachhause fuhr. Gestern eine Aufnahme gemacht von den Zügen, die hier vorbeifahren, denen ich tagaustagein zuhören könnte, zwei Häuserzeilen hinter der Firma die

Den Dienstag am Emmichplatz gewesen, dann mit einer der besten Buslinien, 200, zum Moltkeplatz gefahren. Verschiedene Gerüche von Zitronenseife. Am Treibhaus vorbeigefahren, in Gedanken, die nicht wiederkehren. Dann zu einem Supermarkt gelaufen, es ist warm und vor der Tür liegt ein Hund platt auf dem Boden. Ein Mann kommt aus dem Laden, sagt „Dir ist ja warm, ne?“ zu dem Hund, der ihn nur mit den Augen ansieht, von unten. Fotos gemacht von diesem Hund, Plakaten für politische Vorträge und (unpolitische) Malkurse, einer Schuttrutsche.

Den Mittwoch beinahe in der Maschine eingeschlafen, nur noch die Beine schauen hinaus in die weite Welt.

Den Donnerstag, der Mann in der Bahn, mit seiner Frau als Begleitung, beständig den Kopf schüttelnd, darauf eine Mütze mit Marine-Emblemen.

Die große Hitze scheint vorüber, gut überstanden all das, kleine Ventilatoren am Abend in den Fenstern, der Sturm hat am Kanal eine Weide umgeworfen, als wir den Freitag dort waren, da war sie abgesägt und die Sonne schien mir auf den Nacken zur Seite. Kleine Schwäne am Ufer, die Jungen kommen und vertreiben sie, oder es ist weil an der Brücke gefüttert wird, sie schwimmen dort hin. Dann angelt ein Junge, es wird nicht so recht, zu ungeduldig ist er noch und die Leine verheddert sich in der Uferböschung Gestrupp. Später springen sie von dort aus wo sie sind in das Kanalwasser. Eine Abgrenzung der kleinen Entenbuchtung, die dort ist, ganz von Wasser bedeckt, so sieht es ein wenig aus als würden sie über das Wasser laufen können. Sie sind vom Sommer ganz braungebrannt und den ganzen Tag draußen, dass man froh darüber sein kann. Sehr heiß ist dieser Freitag gewesen, aber es ist eine so trockene Hitze, dass wir es gut draußen aushalten. Vom Freiband kommt die Durchsage das nun geschlossen wird, am Abend um Acht.

Der Samstag auf dem Markt, Stachelbeeren Blaubeeren Johannisbeeren.

Nachher vielleicht einmal die Ton-Aufnahmen von den kürzlich unternommenen Reisen anhören. Es eilt alles nicht so sehr. Es verdichtet sich zuweilen etwas, auch herrscht ein Mangel an Gelegenheit, die Erlebnisse rechtzeitig zu notieren, so gerät vieles in die Vergessenheit. Bunte Träume: Ich bin ein Taucher und soll etwas aus einem versunkenen Frachtkahn bergen, der in der Gracht liegt. Es wird erzählt, dass die Leute noch eine Woche lang dort eingeschlossen waren, aber in einem Raum sich aufhielten, in dem kein Wasser eingedrungen war. Das Dach des Schiffes befindet sich einen Meter unter der Wasseroberfläche. Ich tauche kurz dort hinein und schwimme durch ein Fenster ins Innere, wo ich ein kleines Mädchen treffe, das eine Schatzkiste in den Händen trägt. Sie erzählt mir, dass sie den Sauerstoff, den sie zum Überleben braucht, aus den Geldscheinen bekommt, die in der Kiste sind und hällt sich einen Geldschein vor den Mund, dann bin ich in einem Zug, wir sind in einem Zug, wer auch immer wir jetzt sind, an einem Bahnhofskiosk kaufe ich eine Packung „Chewing Gum“, ich kaufe es auf Französisch, ich nehme also an, wir sind in Frankreich unterwegs und ich sage auch „Schuuing Gomme“, natürlich, mit kaum hörbaren E.

Die Frau, mir gegenüber in der U-Bahn,

  vor ein paar Tagen: Die ein wenig Spucke auf ein Tempo-Taschentuch gibt, um damit dann ihr Smartphone zu putzen. Sie wiederholt diesen Vorgang, mehrfach, ganz bei der Sache. „Das erzählst Du mir, Du windiger Lumpenhund!?! Sie bloß zu das Du Land gewinnst!!“ krakeelt der Mann (schöne Säuferkrawallpoesie), der sich vor dem Hauseingang auf der Gartenmauer, neben dem Weg zum etwas weiter hinten im Grundstück stehenden Haus, niedergelassen hat, vor sich wohl auch eine Bierflasche stehend, einem anderen nach, der nur ein paar Meter entfernt steht, wohl einer der Mieter des Genossenschaftshauses. Da bin ich auch schon vorbeigefahren.