Fragmentarisch

Gestern in der Mittagspause einen Mäusebussard gesehen und einen Storch. Am Abend lief ein Eichhörnchen über die Straße, auf der ich mit dem Fahrrad nachhause fuhr. Gestern eine Aufnahme gemacht von den Zügen, die hier vorbeifahren, denen ich tagaustagein zuhören könnte, zwei Häuserzeilen hinter der Firma die

Den Dienstag am Emmichplatz gewesen, dann mit einer der besten Buslinien, 200, zum Moltkeplatz gefahren. Verschiedene Gerüche von Zitronenseife. Am Treibhaus vorbeigefahren, in Gedanken, die nicht wiederkehren. Dann zu einem Supermarkt gelaufen, es ist warm und vor der Tür liegt ein Hund platt auf dem Boden. Ein Mann kommt aus dem Laden, sagt „Dir ist ja warm, ne?“ zu dem Hund, der ihn nur mit den Augen ansieht, von unten. Fotos gemacht von diesem Hund, Plakaten für politische Vorträge und (unpolitische) Malkurse, einer Schuttrutsche.

Den Mittwoch beinahe in der Maschine eingeschlafen, nur noch die Beine schauen hinaus in die weite Welt.

Den Donnerstag, der Mann in der Bahn, mit seiner Frau als Begleitung, beständig den Kopf schüttelnd, darauf eine Mütze mit Marine-Emblemen.

Die große Hitze scheint vorüber, gut überstanden all das, kleine Ventilatoren am Abend in den Fenstern, der Sturm hat am Kanal eine Weide umgeworfen, als wir den Freitag dort waren, da war sie abgesägt und die Sonne schien mir auf den Nacken zur Seite. Kleine Schwäne am Ufer, die Jungen kommen und vertreiben sie, oder es ist weil an der Brücke gefüttert wird, sie schwimmen dort hin. Dann angelt ein Junge, es wird nicht so recht, zu ungeduldig ist er noch und die Leine verheddert sich in der Uferböschung Gestrupp. Später springen sie von dort aus wo sie sind in das Kanalwasser. Eine Abgrenzung der kleinen Entenbuchtung, die dort ist, ganz von Wasser bedeckt, so sieht es ein wenig aus als würden sie über das Wasser laufen können. Sie sind vom Sommer ganz braungebrannt und den ganzen Tag draußen, dass man froh darüber sein kann. Sehr heiß ist dieser Freitag gewesen, aber es ist eine so trockene Hitze, dass wir es gut draußen aushalten. Vom Freiband kommt die Durchsage das nun geschlossen wird, am Abend um Acht.

Der Samstag auf dem Markt, Stachelbeeren Blaubeeren Johannisbeeren.

Nachher vielleicht einmal die Ton-Aufnahmen von den kürzlich unternommenen Reisen anhören. Es eilt alles nicht so sehr. Es verdichtet sich zuweilen etwas, auch herrscht ein Mangel an Gelegenheit, die Erlebnisse rechtzeitig zu notieren, so gerät vieles in die Vergessenheit. Bunte Träume: Ich bin ein Taucher und soll etwas aus einem versunkenen Frachtkahn bergen, der in der Gracht liegt. Es wird erzählt, dass die Leute noch eine Woche lang dort eingeschlossen waren, aber in einem Raum sich aufhielten, in dem kein Wasser eingedrungen war. Das Dach des Schiffes befindet sich einen Meter unter der Wasseroberfläche. Ich tauche kurz dort hinein und schwimme durch ein Fenster ins Innere, wo ich ein kleines Mädchen treffe, das eine Schatzkiste in den Händen trägt. Sie erzählt mir, dass sie den Sauerstoff, den sie zum Überleben braucht, aus den Geldscheinen bekommt, die in der Kiste sind und hällt sich einen Geldschein vor den Mund, dann bin ich in einem Zug, wir sind in einem Zug, wer auch immer wir jetzt sind, an einem Bahnhofskiosk kaufe ich eine Packung „Chewing Gum“, ich kaufe es auf Französisch, ich nehme also an, wir sind in Frankreich unterwegs und ich sage auch „Schuuing Gomme“, natürlich, mit kaum hörbaren E.

Die Frau, mir gegenüber in der U-Bahn,

  vor ein paar Tagen: Die ein wenig Spucke auf ein Tempo-Taschentuch gibt, um damit dann ihr Smartphone zu putzen. Sie wiederholt diesen Vorgang, mehrfach, ganz bei der Sache. „Das erzählst Du mir, Du windiger Lumpenhund!?! Sie bloß zu das Du Land gewinnst!!“ krakeelt der Mann (schöne Säuferkrawallpoesie), der sich vor dem Hauseingang auf der Gartenmauer, neben dem Weg zum etwas weiter hinten im Grundstück stehenden Haus, niedergelassen hat, vor sich wohl auch eine Bierflasche stehend, einem anderen nach, der nur ein paar Meter entfernt steht, wohl einer der Mieter des Genossenschaftshauses. Da bin ich auch schon vorbeigefahren.

[In der eigenen fremden Stadt]

Auf Textrecherche am Abend [17.4.] mit dem Rad durch die halbe Stadt und ich vergesse immer wie groß die doch ist. Erst die Celler Straße runter, an der Apostelkirche vorbei und zur Eilenriede, dann schön immer am Waldrand langgeradelt durch das Grün, am Freizeitheim vorbei und weiter, immer weiter bis zur Herman Bahlsen Allee. Kurz verfahren, ich konnte aber dadurch eine schöne Aufnahme machen von einem singenden Haus. Lüftungsröhren durch die der Wind geht. Hab ich noch nicht gehört. Nachdem ich einmal um den ganzen ganzen großen Klinik-Komplex rumgefahren war hab ich mich auf Umwegen hintenrum zur Bibliothek durchlabyrinthiert. Bestimmt leben hier Menschen und niemand weiß das sie das tun, wie es auch auf den Flughäfen immer wieder vorkommt.




Auch in die Busse ganz verliebt. Gedacht mal einen Tag nur darauf zu verwenden, mit dem Bus durch die ganze Stadt zu fahren. Es gibt Linien, die habe ich noch nie benutzt und ich weiß auch garnicht wie es dort sein könnte wo sie hinfahren, ich bin ja schon erstaunt von den Orten, an denen ich schon gewesen bin, dazu muss ich nur einmal an einem anderen Tag von einer anderen Seite aus dort hin fahren, oder das Licht ist gerade sehr besonders, oder es ist gerade sehr kalt zu dieser Stunde. Gewesen. Der Bus mit der Numme 123 fährt am Funkturm vorbei, von dem habe ich eine Fotografie erstellt. Wie leicht einem doch das Fotografieren gemacht wird heutzutage.

Im Bibliotheksgebäude im falschen Stockwerk abgebogen. In einem Raum stehen Sessel und Couchtische, die zum Aufenthalt dienlich sein sollen. In einer Glasvitrine sind ausgestellt ein Zirkel, ein Morseapparat sowie ein Gerät, das ich nicht zuordnen konnte und das mir ein wenig Angst. Ich glaubte, damit tut man Pferden oder Menschen etwas.


Ein Versuch zusammen zu halten

Hier beginnend.

Gehe ich ins das neue Notizbuch hinein, begonnen wohl am [-10.9-]. d.J. auf der Zugfahrt nach Bremen (werde ich demnächst öfter in diese Richtung reisen??), zögerligh.

Notizen zu einem Ausflug nach Cuxhaven am Sommerende, ein Kuriositätenhaufen, diese Stadt, die Pinguine im Stadtpark und die Blasmusik am Betoncampingplatz, die gestreiften Häusschen mit den roten Mützen auf und das grüne grüne grüne Gras vom Regen ganz nass noch und tropfend. Mit dem Zug, dies die letzte Fahrt mit dem Ticket, dass es immerhin immer gab, als winzigkleiner Trost für all das andere, das es auch gab und nun nicht mehr (das ist vorbeigegangen in diesem Jahr: Alles hört einmal auf). Ich mine dazu gäbe es bereits einen Text den ich in einem Ordner abglegte, wir sehen nach:

Die gelückte Flucht aus der Stadt, mit dem späteren Zug, in einer Tour direkt ans Meer und mit umsteigen in Bremen (Hier kam C. dazu). Die Lackmeyer in ihren rosafarbenen Polohemden steigen in Neustadt bereits wieder aus, hier geben sie wohl ein Seminar in Social Media Marketing (vielmehr: Sie nehmen daran teil, um dann Monatelang unschuldige Menschen mit ihrem Solariumhackfressenprofilfoto zu erschrecken, von dem Sie in einer Stunde lernen werden, dass dies Avatar heisst und sie kriegen es nicht zusammen mit dieser Serie, die die Kinder des Nachbarn immer ansehen, ach hätten sie doch nur selbst einmal.) Ein Mann erklärt seiner Frau [en italienska] die Sache mit den Abkürzungen in der SMS anhand der Zeichenfolge: U R Quattro U und setzt hinterdran „You are for you“ (For whatever that means, aber sie versteht’s). Menschen in einem Zug: Mir kam kurz (die tiefgekühlte Leere des ICE in den Sinn, der mich neulich nach Göttingen transitierte): Welch ein Unterschied zur wochenendfrohen Plapperigkeit in den engen Sitzen, Kinder in allen Sprachen, Menschen Telefonieren und nerven die Mitreisenden;

In Bremen Ungemütlichkeit Polizei

[Am Abend wurde es dann noch ungemütlicher, als Werder einmal mehr verloren hatte und die Menschen ebenfalls — mit dem Taxi (C. hatte es nicht ganz verstanden mit der Zeit und dem Geld und uns an diesem Wochenende, schien mir da wieder) in die Gartenlaube (=nicht die Zeitschrift) // am nächsten Tag in die neue Überseestadt — wechselseitiges Unverständnis anhand Architekturen — gestrandet beim Publikumstag im Großmarkt // Schön hier: Dank Geschäftsbeziehungen seitens C. besichtigung einiger Lagerräume // durch die langweiligste Landschaft der Welt zur Straßenbahn, ohne Hintergedanken noch einen Kaffee an der Weser, zum Bahnhof]

[ausflug2011-09-10-11]

-Es ist durchaus möglich, dass diese Form von an eine relativ unbestimmte Allgemeinheit gerichtetem Kommunikat tatsächlich doch am besten als eine Art Online-Tagebuch funktioniert. Vielleicht auch gerade Aufgrund der unkenden Blogger-Journaille, die für Literaturen abseits des Schwarms sowieso keinen Sinn hat (=und hier also fehl am Platze wäre). Ich mache also weiter mit der Unordnung und dem ausschnittweisen Abtippen der vollgeschriebenen Chinakladden, die Zielgruppe fest im Blick (=es liest ja eh niemand).-

[Merkwürdig]

Was merkwürdig ist: Es gibt eine Fotografie von mir, die für eine Ausstellung angefertigt wurde. Diese Bilder zeigen Menschen beim Lesen. Ebenfalls abgelichtet wurde eine Dame, der in meiner Nachbarschaft eine Buchhandlung gehört. Die Bilder stehen zusammen auf der Seite der Fotografin. Der Buchhändlerin begegne ich nun schon das zweite mal innerhalb von zwei Wochen im Wald, auf dem Weg zu unserer Arbeit. Sie geht zu Fuß dorthin und kommt wohl aus der anderen Richtung, ich sitze auf meinem Fahrrad. Ich weiß nicht ob sie die Seite kennt, ich weiß auch nicht, ob sie in der Ausstellung gewesen ist. Ich erkenne Sie, sie mich nur vielleicht. Sie trägt ausschließlich Schwarz.

Würde ich ihr auf der Straße über den Weg laufen, was auch passiert, wäre das jeweils eine Zufälligkeit. Es ist der Wald, der diese Sache so bemerkenswert macht.

Station Marienstraße und Umgebung

Heute an der Marienstraße Ecke Berliner Allee. In der Bäckerei an der Ecke kaufe ich ein Franzbrötchen. Der Eingang der U-Bahn-Station gegenüber ist in den Krankenhauseingang hineingebaut, es sieht sehr großstädtisch aus. Direkt neben der Treppe ist ein Fahrstuhl-Eingang, der Patienten und Besucher ½ Stockwerk nach oben fährt. Die Wände des Aufgangs sind mit glattem, poliertem Granit verkleidet. Aus purer Neugierde gehe ich nach Unten in die Station, um zu sehen, ob man direkt von dort aus in den Fahrstuhl steigen, und von der U-Bahn also direkt ins Krankenhaus fahren könnte. Das hätte ich gut gefunden.

Stadtplan der Starthaltestelle Hannover Marienstraße

Hannover Marienstraße Lutherstraße Plathnerstraße Lavesstraße TAXI 11 Garten-Friedhof Stadtbibliothek Haus der Region Altes Magazin Niedersächsisches Finanzministerium Niedersächsisches Kulturministerium Landwirtschaftskammer Schule Landesbühne Gesundheitsamt Altes Kreishaus Region Hannover Sport und Bäderamt Amt für Wohnungswirtschaft und Stadtarchiv St. Petri Kirche Bethlehemkapelle Gartenkirche Henriettenstift Sophienklinik Unfallklinik Bertaklinik Krankenhaus Nord Güterbahnhof Hannover-Süd Hannover Krankenhaus der Henriettenstiftung Walter- Gieseking-Straße Heinrich-Stamme-Straße Hildesheimer Straße Grosse Düwelstraße Kleine Düwelstraße Kleefelder Straße Dieterichsstraße Johannssenstr. Warmbüchenstraße Alexanderstraße Am Jungfernplan Arnswaldtstraße Dieckmannstraße Grosse Barlinge Grosse Barlinge Leisewitzstraße Schüttlerstraße Adelheidstraße Berliner Allee Plathnerstraße Warmbüchenkamp Am Südbahnhof Detmoldstraße Kestnerstraße Kestnerstraße Lessingstraße Mithoffstraße Sophienstraße Wilhelmstraße Zwinglistraße Am Bokemahle Blumenstraße Ellernstraße Gutenberghof Haasenstraße Hedwigstraße Kortumstraße Lutherstraße Marienstraße Marienstraße Rautenstraße Schiffgraben Schiffgraben Stolzestraße Annenstraße Bertastraße Höltystraße Kokenstraße Lavesstraße Maschstr. Stadtstraße Ubbenstraße Baumstraße Bultstraße Lönsstraße Papenstieg Sallstraße Siebstraße Weinstraße Seestraße Sonnenweg Billweg

S Stadtbahn U U-Bahn H Haltestelle TAXI Taxi Standplatz CarSharing

Hier verzeichnet: Die Straße, in der ich die ersten Jahre zusammen mit den Eltern lebte, eine Straße in der ich gearbeitet habe, eine Straße in der ich jetzt (jetzt gerade!) arbeite, eine Straße in der meine Freundin R. gewohnt hat, eine Straße in der meine Freundin R. jetzt wohnt, die Straße, in der mein Vater gearbeitet hat, die Straße, in der mein Vater davor gearbeitet hat, der Friedhof, auf dem der Hund Charlotte Kestner begraben ist.