Allerdings ein Schwarzweißfilm, die brauchen immer etwas länger und dann der Feiertag

Als ich gestern am Morgen unten in der U-Bahn-Station war, hörte ich, wie ein Junge den Vater fragte, warum sie eine Fahrkarte kaufen müssten. Der Vater antwortete, weil sie sonst Strafe zahlen müssten, wenn eine Kontrolle käme.

Dann ging den Tag über der große Sturm über das Land. Im Büro saß ich und sah die Wolken über den weiten Himmel dahinjagen und wie die Flugzeuge sich in der Einflugschneise gegen den Wind stemmten. Die hohen Moorgräser auf der noch zu bebauenden Gewerbegebietsfläche wogten hin und her mit den Böen und die gerade vor ein paar Jahren gepflanzten Bäume auf dem Firmengelände bogen sich, aber fielen nicht. Nach der Mittagspause dennoch der übliche Gang um das halbe Gebäude, an der Kantine hinaus auf die Terrasse, an den blauen Mülltonnen vorbei, auf deren Deckel Gewegplatten gelegt sind, der wilden Tiere wegen, die sonst die Kantinenreste wegplündern würden, ein Frettchen habe ich neulich schon gesehen vom Bürofenster aus, die werden sich aber alle noch zurückziehen, wenn einmal alles bebaut ist. In der Gemeinde lag die FDP bei der letzten Bundestagswahl bei 15,5%. Der faschistische Kandidat heißt Friedhof oder so ähnlich. Der macht’s nicht mehr lange.

Am Nachmittag meldete sich Frau L. aus der Küche auf ihrem Nachhauseweg bei Frau F. vom Empfang , woraufhin diese eine Rundmail schrieb, dass die Verkehrsbetriebe den Verkehr (nicht den Betrieb) aufgrund des Sturms eingestellt hätten, woraufhin bei Twitter mitverfolgt werden konnte, wie schnell die Einsatzkräfte die umgestürzten Bäume und abgerissenen Äste von den Schienen räumten. Auf dem oberen Abschnitt meiner Linie ließ eine Freigabe jedoch auf sich warten, Kollege M. hatte sich aber schon angeboten, mich mit dem Auto mit zurück in die Stadt zu nehmen.

Nach dem Sturm — 20171005_181851.jpg

An der Schlägerstraße stieg ich dann in U-Bahn. Kurz vor Endpunkt fragte ein Mädchen seine Mutter, warum die Scheiben der U-Bahn so zerkratzt wären. »Das waren Jugendliche« »Warum machen die das?« »weil ihnen langweilig ist«.

Am Abend beim Drogeriemarkt dann endlich die letzten Fotos abholen gekonnt. Der Film war bereits in der Kamera, als wir in den Urlaub flogen Anfang September. Allerdings ein Schwarzweißfilm, die brauchen immer etwas länger und dann der Feiertag. Das erste Foto war eines von Freund K., welches ich bei ihm im Garten aufgenommen hatte an einem Tag im Sommer. Dem Protokoll unserer fernschriftlichen Kommunikation zufolge könnte es am 3. Juni gewesen sein. Ein paar Fotos weiter eine Aufnahme von M., K.’s Schwester. das war am 26. Juni. Café am Bahnhof. Das ist so lange her alles.

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